Ursachen, Diagnose und Behandlung von Wasseransammlungen und Nervenschmerzen in den Beinen

Wassereinlagerungen (Ödeme) in den Beinen sind ein häufiges Problem, das viele Ursachen haben kann. Während leichte Schwellungen nach langem Stehen oder Sitzen oft harmlos sind, können anhaltende oder plötzlich auftretende Ödeme auf ernsthafte Erkrankungen hinweisen. Es ist wichtig, die Ursachen von Wassereinlagerungen in den Beinen zu verstehen, um die richtige Behandlung zu erhalten und Komplikationen zu vermeiden.

Was sind Wassereinlagerungen (Ödeme)?

Wassereinlagerungen, medizinisch als Ödeme bezeichnet, entstehen, wenn sich Flüssigkeit im Gewebe ansammelt. Der Körper eines Erwachsenen besteht zu etwa 70 Prozent aus Wasser, das sich sowohl in den Zellen als auch in den Zellzwischenräumen und Blutgefäßen befindet. Normalerweise herrscht ein Gleichgewicht zwischen diesen Flüssigkeiten. Das Lymphsystem transportiert Flüssigkeiten zu den Venen, die das Blut zum Herzen befördern. Wenn dieses System gestört ist, kann sich Wasser in den Beinen ansammeln.

Ödeme machen sich durch Schwellungen der Füße, Knöchel und Unterschenkel bemerkbar. In manchen Fällen können sie zu einem Spannungsgefühl oder Druck in den betroffenen Bereichen führen. Ein weiteres Anzeichen ist, dass sich Dellen ins Gewebe drücken lassen, die nur langsam zurückgehen.

Ursachen von Wassereinlagerungen in den Beinen

Es gibt viele verschiedene Ursachen für Wassereinlagerungen in den Beinen. Einige der häufigsten sind:

  • Langes Stehen oder Sitzen: Durch langes Stehen oder Sitzen können sich Ödeme in den Beinen bilden. Oft sind solche Wasseransammlungen harmlos und lösen sich durch mehr Bewegung oder Hochlegen der Beine wieder auf.
  • Hohe Temperaturen: Im Sommer weiten sich die Gefäßwände durch die hohen Temperaturen, was ebenfalls zu einem Flüssigkeitsstau führen kann.
  • Venenschwäche: Eine Venenschwäche ist eine häufige Ursache für Wasser in den Beinen. Funktionieren die Venenklappen nicht ausreichend, können sie das nach oben transportierte Blut nicht richtig vom Zurückfließen abhalten. Durch Krampfadern, eine Venenentzündung oder eine Venenthrombose kann es ebenfalls zu Wasseransammlungen kommen.
  • Lymphödem: Eine Störung des Lymphsystems kann ebenfalls zu Wasser in den Beinen führen. Bei einem sogenannten Lymphödem sammelt sich die Flüssigkeit besonders in den Füßen, Zehen und an den Knöcheln. Häufig tritt es als Folge von Krebserkrankungen und deren Behandlung auf.
  • Herzinsuffizienz: Durch eine Herzschwäche ist die Pumpleistung des Herzmuskels beeinträchtigt. Der geringere Druck kommt nicht gegen die Schwerkraft an und die Flüssigkeit staut sich. Auch Erkrankungen der Arterien können Ödeme begünstigen. Bei einer gestörten Pumpfunktion des Herzens wird das Blut in den Gefäßen nicht mehr ausreichend weiterbefördert. Es kommt zu einem Rückstau in den Blutgefäßen, der bis in die kleinen Gefäße in Beinen und Füßen reichen kann. Bei Menschen mit einer Herzschwäche sind geschwollene Beine deutliche Zeichen dafür, dass die Medikamente nicht richtig wirken oder sich die Pumpfunktion des Herzens weiter verschlechtert hat.
  • Hormonelle Veränderungen: Frauen leiden besonders häufig unter Wasser in den Beinen. Das liegt an den hormonellen Veränderungen, die während einer Schwangerschaft, während der Wechseljahre oder einfach jeden Monat im Verlauf des weiblichen Zyklus stattfinden.
  • Medikamente und Alkohol: Auch Alkohol und Medikamente, z.B. Kortison-Präparate oder Schmerzmittel, können die Entstehung von Ödemen fördern.
  • Nierenerkrankungen: Auch bei Nierenerkrankungen gehören geschwollene Beine zu den typischen Beschwerden. Vor allem, wenn dazu auch noch ein schäumender Urin auftritt, deuten sie auf ein sogenanntes nephrotisches Syndrom hin. Bei dieser Nierenkrankheit ist der Eiweißfilter in den Nieren defekt und es werden übermäßige Mengen an Eiweiß über den Urin ausgeschieden. Zudem sammelt sich sehr viel Flüssigkeit im Körper an - vor allem in Beinen und Füßen, aber auch in anderen Bereichen.
  • Übergewicht: Bei Menschen mit deutlichem Übergewicht drückt das Fett im Bauch auf die große Hohlvene und behindert so den Rückfluss des Blutes zum Herzen. Außerdem können Fettzellen überall im Körper zu Stauungsproblemen und Austritt von Wasser ins Gewebe führen. Das wiederum kann das Lymphsystem überfordern.
  • Eiweißmangel: Wenn man Erkrankungen hat, durch die weniger Eiweiß im Blut zirkuliert, also ein Eiweißmangel besteht, können Ödeme entstehen. Ursachen hierfür sind Leber- oder Nierenerkrankungen, Hungerzustände oder auch Tumorerkrankungen. Solche Ödeme kommen in den Beinen, aber auch im Bauch als Bauchwasser vor. Ist zu wenig Eiweiß im Blut, kann Wasser nicht in den Blutgefäßen zurückgehalten werden. Der sogenannte kolloidosmotische Druck sinkt, der für das „Binden“ von Flüssigkeit in den Gefäßen verantwortlich ist. Die Flüssigkeit wird somit in das umliegende Gewebe gedrückt und es entsteht ein Ödem.
  • Verletzungen und Arthrose: Verletzungen nach Unfällen können zu einer sogenannten reaktiven Schwellung führen, bei der vermehrt Entzündungswasser austritt. Auch bei einer Arthrose im Gelenk kann es zu Flüssigkeitseinlagerungen kommen.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Verschwinden die Wasseransammlungen innerhalb von 24 Stunden wieder und treten nur gelegentlich auf, sind sie meist harmlos und auf heißes Wetter oder zu langes Sitzen zurückzuführen. Ödeme in den Beinen können jedoch auch ein Hinweis auf verschiedene Erkrankungen sein, die immer ärztlich abgeklärt werden sollten. Sie sind beispielsweise ein erstes Anzeichen einer Herz-Kreislauf-Erkrankung oder eines Lungenödems, die unbehandelt gefährlich werden können.

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Tritt plötzlich eine Schwellung der Beine oder eines Beines auf, begleitet durch weitere Symptome wie Hitzegefühl der Haut, Fieber, Atemprobleme oder Schmerzen im Brustbereich, könnte eine Venenthrombose oder gar eine Lungenembolie vorliegen. In solchen Fällen sollte man schnellstmöglich den Notarzt rufen, denn es besteht Lebensgefahr!

Auch bei jungen Patienten mit Ödemen sollten die Alarmglocken schellen, da sich hier eine Krankheit verstecken kann, die noch gar nicht diagnostiziert wurde. Unabhängig vom Alter gilt: Ein Ödem sollte immer zum Anlass genommen werden, weitere Untersuchungen durchführen zu lassen, weil man eben nicht weiß, ob ein Ödem das Bild einer schweren oder einer leichten Erkrankung ist.

Diagnose von Wassereinlagerungen in den Beinen

Um die Ursache von Wassereinlagerungen in den Beinen zu ermitteln, wird der Arzt zunächst eine Anamnese erheben und den Patienten körperlich untersuchen. Dabei wird er nach Vorerkrankungen, Medikamenteneinnahme und Lebensgewohnheiten fragen. Anschließend können verschiedene technische Diagnoseverfahren zum Einsatz kommen, wie z.B.:

  • Ultraschalluntersuchung: Um die Blutgefäße und das Lymphsystem zu beurteilen.
  • Blutuntersuchungen: Um Hormonwerte oder Nieren- und Leberfunktion zu überprüfen.
  • Licht-Reflexions-Rheographie (LRR-Messung): In vielen Apotheken und Sanitätshäusern wird ein Venenfunktionstest angeboten.

Behandlung von Wassereinlagerungen in den Beinen

Die Behandlung von Wassereinlagerungen in den Beinen richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache. Einige allgemeine Maßnahmen, die helfen können, die Beschwerden zu lindern, sind:

  • Regelmäßige Bewegung: Vor allem Menschen, die viel Stehen oder Sitzen, sollten ihre Wadenmuskulatur trainieren, da diese auch die Venen stärkt.
  • Hochlagern der Beine: Das Hochlagern der Beine entlastet und der Blutfluss in den Beinen wird unterstützt. Blut und Flüssigkeit werden abtransportiert und die Beine können wieder abschwellen.
  • Gesunde Ernährung: Eine gesunde Ernährung hilft gegen Übergewicht.
  • Kühlen: Wassertreten in kaltem Wasser und kühlende Umschläge sorgen dafür, dass sich die Gefäße zusammenziehen und die Durchblutung angekurbelt wird.
  • Ausreichend trinken: Trinken Sie ausreichend, mindestens zwei Liter Wasser oder Tee pro Tag. So kann das Blut besser durch die Venen fließen.
  • Kompressionstherapie: Durch den Druck von Kompressionsstrümpfen wird die Venenfunktion gestärkt und damit der Abtransport von Wasseransammlungen.
  • Lymphdrainage: Durch eine sanfte Massage entlang der Lymphbahnen wird der Lymphfluss hin zum Herzen angeregt und das Wasser fließt aus den Beinen ab.
  • Entwässernde Nahrungsmittel und Kräutertees: Um Wasser in den Beinen schneller zu beseitigen, können entwässernde Nahrungsmittel wie Gurken, Spargel, Ananas, Erdbeeren, Melonen und Reis sowie Kräutertees wie Brennnesseltee, Birkenblättertee, Löwenzahntee, Ingwertee und Grüner Tee sinnvoll sein. Gleichzeitig sollten Sie viel trinken und auf Alkohol, Kaffee und Salz verzichten.
  • Medikamente: Bei bestimmten Erkrankungen, wie z.B. einer Herzinsuffizienz, können entwässernde Medikamente (Diuretika) erforderlich sein. Diese Medikamente sollten jedoch nur nach Rücksprache mit einem Arzt eingenommen werden. Medikamente wie Veno SL® 300 haben einen ähnlichen Effekt. Der enthaltene Wirkstoff Troxerutin wird aus einem Inhaltsstoff des Japanischen Schnurbaums gewonnen. Er unterstützt die Gefäßwände und verbessert die Fließfähigkeit des Blutes.

Nervenschmerzen in den Beinen

Nervenschmerzen in den Beinen, auch als Neuralgie bezeichnet, können verschiedene Ursachen haben. Einige der häufigsten sind:

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  • Ischias: Der Ischiasnerv ist der längste Nerv im Körper und verläuft vom unteren Rücken bis in die Füße. Eine Reizung oder Kompression dieses Nervs kann zu Schmerzen, Taubheit und Kribbeln im Bein führen.
  • Diabetische Neuropathie: Diabetes kann zu Nervenschäden führen, insbesondere in den Füßen und Beinen.
  • Periphere Neuropathie: Diese Erkrankung kann durch verschiedene Faktoren verursacht werden, wie z.B. Alkoholmissbrauch, Vitaminmangel oder Autoimmunerkrankungen.
  • Restless-Legs-Syndrom: Dieses Syndrom verursacht einen unkontrollierbaren Drang, die Beine zu bewegen, oft begleitet von unangenehmen Empfindungen.

Die Behandlung von Nervenschmerzen in den Beinen richtet sich nach der Ursache. Einige allgemeine Maßnahmen, die helfen können, die Beschwerden zu lindern, sind:

  • Schmerzmittel: Over-the-counter-Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol können bei leichten Schmerzen helfen. Bei stärkeren Schmerzen kann der Arzt stärkere Schmerzmittel verschreiben.
  • Antidepressiva: Bestimmte Antidepressiva können bei der Behandlung von Nervenschmerzen helfen.
  • Antikonvulsiva: Antikonvulsiva werden normalerweise zur Behandlung von Epilepsie eingesetzt, können aber auch bei Nervenschmerzen helfen.
  • Physiotherapie: Physiotherapie kann helfen, die Muskeln zu stärken und die Beweglichkeit zu verbessern.
  • Alternative Therapien: Einige alternative Therapien, wie z.B. Akupunktur oder Yoga, können bei der Linderung von Nervenschmerzen helfen.

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