Gewürze und natürliche Heilmittel gegen Nervenschmerzen: Ein umfassender Leitfaden

Nervenschmerzen, auch bekannt als neuropathische Schmerzen, können eine erhebliche Belastung darstellen und die Lebensqualität der Betroffenen stark beeinträchtigen. Sie entstehen durch Schädigungen oder Funktionsstörungen des Nervensystems und äußern sich oft in Form von brennenden, stechenden oder einschießenden Schmerzen. Glücklicherweise gibt es eine Reihe von natürlichen Heilmitteln und Gewürzen, die bei der Linderung von Nervenschmerzen helfen können. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über verschiedene Optionen, von traditionellen Heilpflanzen bis hin zu modernen wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Was ist Neuropathie?

Neuropathie ist eine Erkrankung des peripheren Nervensystems, das alle Nerven außerhalb des Gehirns und des Rückenmarks umfasst. Diabetes, hoher Alkoholkonsum und Krebstherapien können die Nerven schädigen und Gliederschmerzen auslösen. Betroffene leiden oft unter brennenden, schmerzenden Gliedern oder tauben Händen und Füßen.

Mutterkraut: Hoffnung aus der Natur

Forscher der Universitätsklinik Düsseldorf haben die heilende Wirkung von Mutterkraut untersucht. Die Pflanze wird traditionell als Migränemittel eingesetzt, soll aber auch die Regeneration geschädigter Nervenfasern beschleunigen. In Tierversuchen konnten Mäuse mit geschädigten Ischiasnerven, die mit einem Wirkstoff aus Mutterkraut behandelt wurden, ihre gelähmten Zehen wieder bewegen. Allerdings betonen die Forscher, dass weitere Untersuchungen notwendig sind, um die Wirksamkeit beim Menschen zu bestätigen.

Die Rolle der Ernährung bei Nervenschmerzen

Die Ernährung spielt eine entscheidende Rolle bei der Behandlung von Nervenschmerzen. Eine entzündungshemmende Ernährung kann dazu beitragen, die Schmerzen zu lindern und die Nervenfunktion zu verbessern. Hier sind einige wichtige Aspekte:

Die Stille Entzündung

Die "Stille Entzündung" ist eine im Körper ablaufende Entzündung, die im Blut messbar ist, aber nicht immer zu typischen Entzündungsbeschwerden führt. Fettgewebe kann entzündliche Botenstoffe ins Blut abgeben und so diesen Prozess fördern.

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Oxidativer Stress

Oxidativer Stress entsteht durch freie Radikale, die Körperzellen und Gewebe schädigen können. Antioxidative Substanzen können diesen Stress reduzieren.

Blutzucker und NF-κB

Ein hoher Konsum von einfachen Kohlenhydraten kann zu einem erhöhten Blutzuckerspiegel führen, der Entzündungsprozesse begünstigt. Der körpereigene Botenstoff NF-κB wird durch einen erhöhten Blutzuckerspiegel verstärkt gebildet, was die Entwicklung einer stillen Entzündung begünstigt.

Die Darmflora

Die Darmflora, also die Bakterien im Darm, reagiert auf die Ernährung und beeinflusst die menschlichen Darmzellen und den gesamten Körper. Durch die Ernährung kann auf Schmerzerkrankungen eingewirkt werden, sowohl auf entzündliche als auch auf Verschleißerkrankungen.

Vollwert-Ernährung

Eine mediterrane Vollwert-Ernährung, die überwiegend vegetarisch und pflanzenbetont ist, kann Entzündungsprozesse vermeiden bzw. hemmen. Gemüse, Obst, pflanzliche Öle, Nüsse und Fisch haben antientzündliche Effekte. Ballaststoffe aus Gemüse und Obst sind wichtige Nährstoffe für die Dickdarmbakterien, die wiederum Nährstoffe für die Darmzellen liefern.

Sekundäre Pflanzenstoffe

Sekundäre Pflanzenstoffe, die in Gemüse, Obst, Nüssen, Ölsaaten, kaltgepressten Pflanzenölen und Kräutern vorkommen, haben antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften. Beispiele sind Carotinoide, Flavonoide, Sulfide und Polyphenole.

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Fleischkonsum reduzieren

Bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen hat sich eine fleischarme oder vegetarische Ernährung mit Omega-3-Fettsäure-reichem Fisch bewährt. Omega-3-Fettsäuren wirken entzündungshemmend, während die Arachidonsäure aus tierischen Lebensmitteln Entzündungen fördert.

Ausreichende Flüssigkeitsaufnahme

Eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme von 1,5 - 2 Liter pro Tag ist wichtig, da Flüssigkeitsmangel die Schmerzempfindlichkeit erhöhen kann. Ideal sind Mineralwasser, Leitungswasser und ungesüßte Kräutertees.

Normales Körpergewicht

Ein normales Körpergewicht hat einen positiven Effekt auf Schmerzen, da Fettgewebe entzündungsfördernde Substanzen freisetzt. Eine Gewichtsreduzierung kann dazu beitragen, Schmerzen zu lindern.

Fasten

Als Einstieg in die mediterrane Vollwert-Ernährung hat sich das Fasten bewährt. Es kann Schmerzen reduzieren, indem es überschüssiges Bauchfett abbaut und die Bildung entzündungsfördernder Botenstoffe verringert. Die Länge der Fastenzeit sollte mit dem Arzt abgestimmt werden.

Hausmittel gegen Nervenschmerzen

Verschiedene Hausmittel haben sich gegen Nervenentzündungen und Nervenschmerzen bewährt. Die Wirkung kann jedoch individuell unterschiedlich sein.

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Kräuter und Tee

  • Teufelskrallenwurzel: Kann schmerzlindernde Eigenschaften haben.
  • Kräutermassage: Ein Massageöl aus Brennnessel-Geist und Apfelessig kann die betroffenen Stellen sanft einreiben.
  • Kräuterwickel: Ein Stoffsäckchen mit Kümmel-Samen kann auf die schmerzende Stelle gelegt werden.
  • Brennnessel-Tee und Ingwer-Tee: Haben entzündungshemmende und schmerzstillende Wirkung.
  • Grüner Tee: Kann das Allgemeinbefinden stärken und Nervenschmerzen verbessern.
  • Weidenrinde-Tee: Hat sich ebenfalls bewährt.

Wärme und Kälte

  • Wechselbäder: Wechsel zwischen kaltem und warmem Wasser kann das Immunsystem stärken und Nervenschmerzen lindern.
  • Eisbeutel und Wärmeauflage: Abwechselnd auf die schmerzende Stelle legen.

Chili (Capsaicin)

Capsaicin, der Wirkstoff in Chili- und Cayenne-Pfeffer, wirkt wärmend, schmerzlindernd, durchblutungsfördernd und anregend für die Nerven. Er kann in Salbenform oder als Schmerzpflaster angewendet werden.

Johanniskraut

Ein Öl aus Johanniskraut kann bei Nervenschmerzen im Rückenbereich Linderung verschaffen. Johanniskraut wirkt entzündungshemmend und beruhigend.

Pfefferminzöl

Wirkt kühlend und krampflösend und kann Nervenschmerzen reduzieren.

Olivenöl

Oleocanthal in Olivenöl wirkt entzündungshemmend und blutverdünnend.

Psychische Folgen der Nervenschmerzen

Bei psychischen Symptomen wie Unruhe, Aggressivität oder Depressionen kann Johanniskraut oder Baldriantee Linderung verschaffen. Entspannungsverfahren wie Meditationen oder autogenes Training können ebenfalls helfen.

Bewegung

Bewegung kann helfen, die Symptome zu lindern. Eine Übung bei Nervenschmerzen im Rückenbereich ist beispielsweise das Anziehen der Knie in Brustrichtung.

Natürliche Entzündungshemmer bei Ischias

Ischiasbeschwerden sind weit verbreitet und erfordern oft einen interdisziplinären Behandlungsansatz. Neben den genannten Hausmitteln gibt es weitere natürliche Entzündungshemmer, die bei Ischias helfen können:

  • Kurkuma: Wirkt entzündungshemmend und antioxidativ.
  • Ingwer: Wirkt entzündungshemmend, schmerzstillend und antioxidativ.
  • Omega-3-Fettsäuren: Lindern Schmerzen und Entzündungen.
  • Grüner Tee: Reduziert Entzündungen und lindert Schmerzen.
  • Kirschen: Enthalten Anthocyane, die stark antioxidativ wirken und Entzündungen hemmen.
  • Weihrauch: Kann eine beruhigende Atmosphäre schaffen und den Stresspegel senken.
  • Bromelain: Ein Enzymkomplex aus der Ananas, der Entzündungen reduziert und Schmerzen vermindert.
  • Weidenrinde: Enthält Salicin, das entzündungshemmende und schmerzlindernde Eigenschaften hat.
  • Capsaicin: Bewirkt eine Desensibilisierung von Schmerzrezeptoren und reduziert die Schmerzwahrnehmung.
  • Knoblauch: Wirkt entzündungshemmend und kann chronische Schmerzen reduzieren.

Weitere entzündungshemmende Lebensmittel und Gewürze

Zahlreiche Gewürze und Lebensmittel haben gesunde Inhaltsstoffe, die Entzündungen lindern können:

  • Kreuzkümmel: Kann bei Arthrose-Patienten die Beschwerden lindern.
  • Zimt: Wirkt entzündungshemmend und kann positiv auf den Blutzucker- und Cholesterinspiegel wirken.
  • Hagebuttenpulver: Lindert Arthroseschmerzen.
  • Zwiebeln und Knoblauch: Enthalten entzündungshemmende Schwefelverbindungen.
  • Weißkohl: Mildert Magenschleimhautentzündungen und enthält viel Vitamin C.
  • Paprika: Enthält noch mehr Vitamin C als Kohl.
  • Portulak: Enthält eine ganze Palette an natürlichen Entzündungshemmern.
  • Sanddorn: Wird bei fieberhaften Infekten geschätzt.
  • Ananas: Enthält das Enzym Bromelain mit entzündungshemmenden Eigenschaften.
  • Olivenöl: Wirkt antioxidativ und schützt vor systemischen Entzündungen.
  • Leinsamen und Leinöl: Helfen bei Halsentzündungen und sind reich an Omega-3-Fettsäuren.
  • Fetter Fisch: Enthält ebenfalls Omega-3-Fettsäuren.
  • Kaffee: Wirkt allgemein entzündungshemmend.
  • Kamille und Salbei: Eignen sich als Tee.
  • Kakao: Kann ebenfalls entzündungshemmend wirken.

Die richtige Ernährung bei Schmerzen

Die richtige Ernährung kann vorbeugend gegen Krankheiten wirken, den Heilungsprozess unterstützen und dazu beitragen, dass man sich wohlfühlt. Eine Ernährung gegen Schmerzen beeinflusst die ursächlichen entzündlichen Prozesse im Körper.

Mittelmeer-Diät

Die Mittelmeer-Diät ist reich an gesunden Fetten und komplexen Kohlenhydraten.

Clean Eating

Eine Ernährungsumstellung auf das „Clean Eating“ kann das Wohlbefinden bei chronischen Schmerzen steigern. Dabei werden möglichst naturbelassene, unverarbeitete, regionale Nahrungsmittel aus biologischem Anbau konsumiert.

Flüssigkeitsaufnahme

Mindestens zwei Liter Flüssigkeit (Wasser oder Tee) täglich trinken.

Eiweiß

Eiweiß zu einem großen Anteil aus pflanzlichen Lebensmitteln verzehren.

Normalgewicht

Wer sein individuelles Normalgewicht hält, hat weniger Schmerzen. Übergewicht erhöht das Schmerzrisiko und belastet Gelenke.

Arthrose

Bei Arthrose sollen Betroffene 1 g Eiweiß pro kg Körpergewicht pro Tag verzehren. Viel Gemüse, gesunde Pflanzenöle, Milch, Milchprodukte, Eier, Fisch und Hülsenfrüchte werden empfohlen, Fleisch und Fleischprodukte weniger.

Vollwert-Ernährung

Eine Vollwert-Ernährung mit frischem Gemüse und Obst, wenig hochverarbeiteten Lebensmitteln und Zucker, einer Reduktion von Fleisch und dem Einsatz von Omega-3-Fettsäuren wird empfohlen.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Bei geringen oder mittelstarken Beschwerden, die man mit rezeptfreien Medikamenten, natürlichen Entzündungshemmern und Hausmitteln selbst gut in den Griff bekommen kann, ist kein Arzt notwendig. Abgesehen davon sollte man bei plötzlichen, starken Schmerzen, sowie anderen Beschwerden wie Taubheits- und Kribbelgefühlen möglichst zügig ärztlichen Rat einholen. Insbesondere bei Störung von Bewegungsfähigkeit (Motorik) und Gefühlsempfinden (Sensibilität) gilt es, alarmiert zu sein.

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