Glioblastom: Überlebensgeschichten, Mut und Hoffnung

Glioblastome sind aggressive Hirntumore, die oft mit einer ungünstigen Prognose verbunden sind. Trotz dieser Herausforderung gibt es immer wieder Menschen, die den Kampf gegen diese Krankheit aufnehmen und ihre eigenen, einzigartigen Geschichten schreiben. Dieser Artikel beleuchtet einige dieser Geschichten, die von Verlust, Trauer, aber auch von unglaublicher Stärke, Hoffnung und Lebensmut erzählen.

Der unerträgliche Verlust und die Suche nach Frieden

Eine dieser Geschichten ist die von Carmen Uth, die vor elf Jahren ihre erste Hirntumor-OP durchlebte. Sie lernte, mit Schmerz, Suizidalität und Depression umzugehen. Neun Jahre später kam der Tumor zurück.

Eine andere Geschichte erzählt von einer Frau, deren Mann am 17.06.07 um 5.05 Uhr an den Folgen eines Glioblastoms starb. Kurz zuvor war bei ihm ein zweiter Tumor im Kleinhirn entdeckt worden, der Schwindel, Sehstörungen und Sprachschwierigkeiten verursachte. Trotz Bestrahlungen und Chemotherapie verschlechterte sich sein Zustand zusehends. Die letzten Wochen waren geprägt von Rückschlägen, aber auch von Momenten der Würde und des Mutes.

Die Frau beschreibt, wie sie ihren Mann bis zum Schluss begleitete, ihm ihre Liebe zeigte und ihn ermutigte, trotz allem am Leben teilzunehmen. Sie berichtet von einem Tiefpunkt, als er aufgrund einer Lungenentzündung in die Klinik musste, sich aber wider Erwarten erholte. Nach der Entlassung verschlechterte sich sein Zustand erneut, und er entschied sich, keine weiteren lebensverlängernden Maßnahmen zu ergreifen. Die letzten Tage waren von wunderschönen und furchtbaren Momenten geprägt, bis er schließlich in Frieden starb.

Die Frau schildert ihre Trauer und den Schmerz des Verlustes, aber auch die Dankbarkeit für die gemeinsame Zeit und die Gewissheit, dass sie ihren Mann auf seinem letzten Weg begleitet hat. Sie hofft, mit ihrer Geschichte anderen Betroffenen Mut machen zu können, ohne ihnen die Hoffnung auf Heilung zu nehmen.

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Die Rückkehr des Tumors und die Entscheidung für das Leben

Carmen Uth erlebte im April 2019 einen traumatischen Tauchurlaub in Ägypten, der mit einem epileptischen Anfall und einer Schockdiagnose endete: Der Tumor war zurück. Sie stand vor der schweren Entscheidung, ob sie sich erneut Operationen unterziehen sollte.

Nachdem sie sich zunächst Hilfe suchte, entschied sie sich schließlich für die Eingriffe, um ihre Selbstbestimmung zu wahren. Sie bereitete sich mental und emotional auf die Operationen vor, indem sie ihre negativen Gedanken in positive Energie umwandelte. Sie erinnerte sich an ihre Genesungsjahre nach der ersten Tumorerkrankung und an die stetigen Fortschritte, die sie damals gemacht hatte.

Die Kraft der Einstellung und des Urvertrauens

Uth fand Kraft in dem Buch „…trotzdem Ja zum Leben sagen: Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager“ von Viktor E. Frankl. Sie erkannte, dass sie im Gegensatz zu Frankl alles hatte, um gesund zu werden: ein schönes Zuhause, Ärzte, Medikamente und ihren Mann. Sie entwickelte eine Methode, um aus blockierenden Emotionen eine emotionale Kraft zu schöpfen.

Sie machte sich bewusst, dass der erkrankte Teil ihres Körpers im Verhältnis zum gesunden Rest winzig klein war. Sie konzentrierte sich auf ihre Gesundheit und Kraft, um wieder vollständig gesund zu werden. Sie betrachtete die behandelbaren Tumore als eine Gnade und freute sich auf die Operationen, in die sie volles Vertrauen setzte.

Schicksalsschläge und die Suche nach Halt

Kurz vor ihrer zweiten Operation erfuhr Uth vom Tod ihrer demenzkranken Mutter. Trotz der Trauer empfand sie auch Erleichterung, da ihre Mutter von ihrem Leiden erlöst war. Sie nutzte diese Situation, um Kraft für die Operation zu schöpfen.

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Nach der Operation begann Uth mit der Rehabilitation und visualisierte ihre Rückkehr zu ihren Klienten und auf die Bühne. Sie fand Halt bei ihrem Mann, ihrem Bruder, ihren Freunden und einem Pfarrer. Sie suchte aktiv nach Hilfe und machte eine 180-Grad-Wende im Vergleich zu ihrer ersten Tumorerkrankung.

Ein erneutes böses Erwachen und die Strahlenheiltherapie

Eine MRT-Kontrolluntersuchung brachte ein weiteres böses Erwachen: Es wurden neue Tumore entdeckt, darunter zwei am Hirnstamm. Nachdem eine Bestrahlung in Heidelberg abgelehnt wurde, fand Uths Mann eine fraktionierte, stereotaktische Bestrahlungsbehandlung in Freiburg.

Anfang 2020 begann Uth ihre sechswöchige Strahlenheiltherapie, die zur intensivsten Zeit ihres Lebens wurde. Sie fühlte tiefe Dankbarkeit für alles, was sie erlebt und überlebt hatte, und war glücklich über die Behandlungsmöglichkeit.

Die Geschichte von Torsten Langner: Leben mit dem Glioblastom

Sandra Langner berichtet von ihrem Mann Torsten, der im Alter von 44 Jahren die Diagnose Glioblastom erhielt. Nach einem Zusammenbruch auf der Arbeit wurde bei ihm eine Hirnblutung festgestellt, die sich als Tumor herausstellte. Trotz des Schocks beschlossen die Langners, zu funktionieren und das Beste aus der Situation zu machen.

Torsten Langner wurde operiert, und der Tumor konnte vollständig entfernt werden. Anschließend erhielt er eine aggressive Strahlen- und Chemotherapie. Nach Abschluss der Therapie litt er jedoch unter Denk- und Merkfähigkeitstörungen.

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Um sein Gehirn zu trainieren, nimmt Torsten Langner an Ergotherapie teil und löst Denkaufgaben. Er betreut liebevoll einen Hund und hat sich ein Aquarium gekauft. Als einer der ersten Patienten erhielt er die Behandlung mit Optune, einem Gerät, das Tumorwachstum durch elektrische Wechselfelder unterdrückt.

Trotz der Herausforderungen hat die Familie Langner gelernt, mit der Erkrankung zu leben. Sie setzen andere Prioritäten, leben intensiver und schätzen jeden gemeinsamen Augenblick.

Erfahrungsberichte von Betroffenen und Angehörigen

Die Organisation Gemeinsam gegen Glioblastom veröffentlicht Erfahrungsberichte von Betroffenen und Angehörigen. Diese Geschichten bieten Einblicke in das Leben mit der Krankheit und spenden Mut und Inspiration.

Sophie, eine junge Frau, die mit 21 Jahren die Diagnose Glioblastom erhielt, erzählt von ihrer Rückkehr in den Arbeitsalltag und ihrem Umgang mit der Angst vor einem Rezidiv. Sie betont, wie wichtig es ist, normal behandelt zu werden und sich nicht von der Krankheit unterkriegen zu lassen.

Elisabeth, deren Tochter Rebecca an einem Hirnstammtumor starb, berichtet von ihren Erfahrungen als pflegende Angehörige. Sie gibt anderen Angehörigen den Rat, ihr Wissen weiterzugeben und die Betroffenen nicht auf ihre Krankheit zu reduzieren.

Ina, eine Glioblastom-Patientin, erzählt, wie sie nach schweren Phasen wieder einen schönen Alltag erlebt. Sie betont, wie wichtig es ist, am normalen Leben teilzunehmen und die Krankheit auch mal zu vergessen.

Alex, ein Patient, der mit Optune behandelt wird, berichtet von seinen Erfahrungen mit dem Gerät und seinem aktiven Leben trotz der Erkrankung.

Die Geschichte von Valentin: Vom Krebspatienten zum Medizinstudenten

Valentin erhielt mit 16 Jahren die Diagnose Hirntumor. Entgegen aller Erwartungen besiegte er den Krebs und ist heute Medizinstudent. Er erzählt von seinen Erfahrungen mit Operationen, Bestrahlung und Chemotherapie. Er betont, wie wichtig es ist, niemals aufzugeben und sich von negativen Gedanken nicht unterkriegen zu lassen.

Ein Gespräch mit einer Patientin und einem Experten

In einem Podcast-Interview erzählt Christine, eine Glioblastom-Patientin, von ihren Erfahrungen mit der Diagnose und Behandlung. Professor Martin Glas, ein Experte für Hirntumore, kommentiert ihre Krankheitsgeschichte und gibt Einblicke in die Symptome und Behandlungsmöglichkeiten von Glioblastomen.

Das Buch "Ikarus stürzt": Ein Filmemacher stellt sich dem Tod

Der Filmemacher Max Kronawitter erhielt die Diagnose Glioblastom und schrieb darüber ein Buch. Er schildert seine Erfahrungen mit der Krankheit, die Operation, die Probleme beim Sehen und die Unterstützung durch seine Familie und Freunde. Das Buch ist ein berührendes Zeugnis von Mut, Hoffnung und Lebenswillen.

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