In Deutschland leben etwa 350.000 Menschen mit der Parkinson-Erkrankung. Einer von ihnen ist der bekannte Fernsehmoderator Frank Elstner, geboren 1942. Elstner hat seine Erfahrungen und Recherchen über diese vielgestaltige Erkrankung des zentralen Nervensystems in seinem Buch „Dann zitter ich halt“ veröffentlicht. Dieser Artikel beleuchtet Elstners aktuellen Zustand, seine Perspektiven und die neuesten Entwicklungen in der Parkinson-Forschung.
Die Diagnose und der Umgang damit
Frank Elstner berichtete, dass er das Zittern zu Beginn seiner Erkrankung lange Zeit als eine Begleiterscheinung seines Lampenfiebers betrachtete. Erst im Jahr 2015 wurde er von einem Neurologen mit der Diagnose Parkinson konfrontiert. Diese Diagnose war für ihn jedoch „kein Schock“, da er bereits erste Anzeichen bemerkt hatte.
Elstner fand in Professor Volkmann einen wichtigen Ansprechpartner und Freund. Gemeinsam erkannten sie, dass es noch viele Aspekte der Parkinson-Krankheit gibt, die einer breiteren Öffentlichkeit bekannt gemacht werden sollten. Elstner entschuldigte sich im Nachhinein für den möglicherweise flapsigen Titel seines Buches, insbesondere gegenüber Patienten, deren Gesundheitszustand schlechter ist als seiner.
Ziele und Botschaften
Ein Hauptziel von Elstner und Volkmann ist es, Betroffenen zu helfen, die Krankheit zu akzeptieren und ihnen Mut zu machen. Elstner betont einen wichtigen Satz, der ihm bei seinen Recherchen immer wieder begegnete: „An Parkinson müssen Sie nicht sterben.“ Diese Erkenntnis kann den Patienten helfen, entspannter mit der Krankheit umzugehen und die notwendigen Schritte zu unternehmen.
Elstner betont, dass Betroffene neben der richtigen medikamentösen Einstellung auch selbst aktiv werden können, um den Verlauf der Krankheit zu verlangsamen. Bewegung und die richtige Ernährung spielen dabei eine entscheidende Rolle.
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Fortschritte in der Parkinson-Forschung
Die Forschung zur Parkinson-Krankheit macht stetig Fortschritte. Jens Volkmann, Vorsitzender der Parkinson Stiftung, erklärt: „Wir verstehen die molekularen Grundlagen der Erkrankung immer besser. Vermutlich gibt es einen ursächlichen Zusammenhang mit fehlgeleiteten Eiweißstoffen, die möglicherweise aus dem Darm stammen.“ Ein zentraler Ansatz ist es nun, in diese Prozesse auf molekularer Ebene einzugreifen. Die Parkinson Stiftung setzt sich aktiv dafür ein, die Forschung voranzutreiben. Frank Elstner ist Mitglied im Stiftungsrat und ein prominenter Fürsprecher der Stiftung. Beide betonten bei der Buchvorstellung, dass jeder Euro zählt, um schneller und umfassender voranzukommen.
Der jährliche Welt-Parkinson-Tag
Konkrete Therapie- und Forschungsansätze standen im Mittelpunkt des jährlichen Welt-Parkinson-Tages. Die Parkinson-Stiftung und die Thiemann-Stiftung veranstalten seit 2021 ein abwechslungsreiches digitales Informationsangebot, um auf die Krankheit und die Situation der Betroffenen aufmerksam zu machen. Die Klinik für Neurologie unter der Leitung von Prof. Dr. med. Martin Südmeyer holte diese Veranstaltung nach Potsdam in die Villa Bergmann. Internationale Referenten und Parkinson-Experten präsentierten Vorträge und beantworteten Fragen der Teilnehmer. Auch Frank Elstner nahm als Botschafter und Mitglied des Beirats der Parkinson Stiftung persönlich an der Veranstaltung teil.
Elstners persönliche Strategien im Umgang mit Parkinson
Frank Elstner betont die Bedeutung einer frühzeitigen Diagnose und konsequenten Maßnahmen zur Bekämpfung der Krankheit: „Ich höre immer wieder, dass man bei der Parkinson-Krankheit besonders gute Aussichten hat, wenn man sehr früh den Parkinson erkennt und wenn man die Maßnahmen, die Krankheit zu bekämpfen, ernst nimmt, sie regelmäßig und mit viel Disziplin durchführt.“
Er unterstreicht die Bedeutung der Kombination von Bewegung und mentaler Aktivität: „Das Wichtige, wenn Sie Sport treiben und Sie das gegen Parkinson tun möchten, ist, dass Sie sich nicht nur bewegen, sondern dass Sie dazu auch einen mentalen Einstieg bekommen. Die Kombination, das Hirn arbeiten zu lassen während man den Körper sportlich betätigt, die ist für mich die erfolgreichste.“
Elstner beschreibt spezielle Geräte und Übungen, die ihm helfen, seine Symptome zu lindern: "Es gibt in der Zwischenzeit Maschinen, die genau dafür gebaut worden sind. Da stehen Sie auf Gummibändern, damit Sie einen etwas unruhigen Boden zum Stehen haben, und machen darauf dann Übungen wie Kniebeugen, Armstrecken, auf einem Bein stehen - also Gleichgewichtsübungen. Diese Übungen zeichnen sich bei mir ganz besonders dadurch aus, dass es mir danach einfach gut geht." Er erwähnt auch ein Gerät, bei dem man gleichzeitig mit Händen und Füßen kurbeln und Rechenaufgaben lösen muss.
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Er kritisiert, dass viele Betroffene sich zu wenig bewegen und appelliert an die behandelnden Ärzte, ehrlich zu den Patienten zu sein.
Die Rolle der Familie und Angehörigen
Frank Elstner betont, wie wichtig die Unterstützung durch die Familie ist: „Das Wichtigste ist, dass die Angehörigen nicht von heute auf morgen das Leben verändern und vielleicht sagen: ‚Wir leben mit einem Behinderten zusammen.‘“ Er rät Familienmitgliedern, sich über die Krankheit zu informieren und Rücksicht zu nehmen, ohne den Betroffenen als Kranken vorzuführen. Konkrete Tipps sind, Stolperfallen im Haus zu beseitigen, um Stürze zu vermeiden.
Elstner betont, dass Parkinson sich verhältnismäßig langsam entwickelt und dass ein gutes Leben möglich ist, wenn man aktiv etwas dagegen unternimmt.
Ein Blick zurück und nach vorn
Elstner berichtet, dass er bereits um 1990 erste Parkinson-Anzeichen hatte, die sich in Schlafstörungen und unkontrollierten Bewegungen äußerten. Trotz der Diagnose führt er seit 20 Jahren ein weitgehend normales Leben. Er arbeitet weiterhin viel und dreht Filme. Er betont jedoch, dass es für Parkinson-Patienten schwieriger ist und dass dies nicht durch Familienmitglieder noch erschwert werden sollte.
Weitere prominente Betroffene und statistische Daten
Neben Frank Elstner haben auch andere Prominente wie Ottfried Fischer, Michael J. Fox, Ute Freudenberg, Markus Maria Profitlich und Morten Harket ihre Parkinson-Erkrankung öffentlich gemacht. In Deutschland leben Schätzungen des Robert Koch-Instituts zufolge rund 300.000 Menschen mit Parkinson.
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Die Symptome und der Verlauf der Krankheit
Die Parkinson-Krankheit bleibt oft über Jahrzehnte unbemerkt, während im Gehirn immer mehr Zellen abgebaut werden. Erste Symptome sind unspezifisch und können auch Anzeichen des natürlichen Alterungsprozesses sein. Bei Parkinson sterben die Dopamin produzierenden Nervenzellen im Gehirn ab. Dopamin ist ein wichtiger Botenstoff für die Signalübermittlung zwischen Gehirn und Muskulatur. Mit dem Fortschreiten der Erkrankung treten typische Bewegungsstörungen auf: Verlangsamte Bewegungen, Muskelsteifheit und Zittern im Ruhezustand. Viele Patienten entwickeln auch Probleme beim Denken oder werden dement.
Therapieansätze und die Bedeutung von Sport
Bisher gibt es keine Heilung für die Parkinson-Krankheit, aber die Symptome lassen sich mit Medikamenten behandeln. Zahlreiche Studien belegen, dass auch Sport sehr wirkungsvoll sein kann. Tischtennis wird in diesem Zusammenhang immer wieder genannt.
Frank Elstner selbst boxt, spielt Tischtennis und macht täglich Gymnastik, um seine Erkrankung unter Kontrolle zu halten. Er macht täglich 40 Minuten Sport und beginnt den Tag mit Fußgymnastik.
Elstners Familie als Stütze
Frank Elstner ist seit 2009 mit Britta verheiratet. Sie steht ihm seit seiner Diagnose zur Seite und nimmt vieles mit Humor. Elstner hat insgesamt fünf Kinder von vier Frauen und betont das gute Verhältnis zu ihnen. Familie ist für ihn oft die beste Medizin.
Elstners Umgang mit Rückschlägen und seine positive Einstellung
Frank Elstner durchlebte kürzlich schwere Zeiten aufgrund einer Darm-Operation. Dank der Unterstützung seiner Frau Britta und eines "fantastischen Arztes" hat er sich erholt und kann wieder gemeinsame Aktivitäten mit seinen Hunden im Garten genießen. Er ist weiterhin zuversichtlich, dass sich der Verlauf der Parkinson-Krankheit mit Sport, Physiotherapie und Medikamenten verlangsamen lässt und dass es irgendwann eine Heilung geben wird.
Elstner bekräftigte, dass die Erkrankung "kein Todesurteil" sei, sondern eine Aufforderung, sich gegen die Entwicklung der Krankheit zu stellen. Dabei betont er die zentrale Bedeutung einer positiven Lebenseinstellung und des Bewahrens von Humor.
Elstners aktuelle Projekte und Engagements
Trotz seiner Erkrankung bleibt Frank Elstner aktiv. Er arbeitet an seiner SWR-Dokumentationsreihe "Elstners Reisen" und plant weiterhin TV-Projekte. Er engagiert sich weiterhin für die Parkinson Stiftung und setzt sich für die Forschung und Unterstützung von Betroffenen ein.