Paroxetin ist ein weit verbreitetes Antidepressivum, das zur Gruppe der selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI) gehört. Es wird hauptsächlich zur Behandlung von Depressionen, Angststörungen und Zwangsstörungen eingesetzt. Dieser Artikel beleuchtet die Wirkungsweise, Anwendungsgebiete, Nebenwirkungen und Besonderheiten von Paroxetin, um Patienten und Interessierten ein umfassendes Verständnis dieses Medikaments zu ermöglichen.
Was ist Paroxetin?
Paroxetin ist ein SSRI-Antidepressivum, das die Konzentration des Neurotransmitters Serotonin im Gehirn erhöht und so Stimmung und Angst reguliert. Es wird vor allem bei Depressionen, Angst- und Zwangsstörungen sowie teilweise bei PTBS oder chronischen Schmerzen eingesetzt.
Paroxetin ist ein selektiver Wiederaufnahmehemmer von Serotonin (5-Hydroxytryptamin, 5-HT) in die Gehirnneuronen. Es hemmt selektiv die neuronale Aufnahme von Serotonin mit hoher Affinität.
Wie wirkt Paroxetin im Gehirn?
Die Wirkung von Paroxetin beruht auf der selektiven Hemmung der Wiederaufnahme von Serotonin im synaptischen Spalt zwischen den Nervenzellen. Serotonin ist ein wichtiger Neurotransmitter, der eine entscheidende Rolle bei der Regulierung von Stimmung, Angst, Schlaf und Appetit spielt. Nach der Freisetzung von Serotonin in den synaptischen Spalt wird ein Teil davon von der präsynaptischen Nervenzelle wieder aufgenommen, um den Neurotransmitter-Spiegel zu regulieren. Paroxetin blockiert diesen Wiederaufnahme-Prozess, was zu einer erhöhten Serotonin-Konzentration im synaptischen Spalt führt. Dies ermöglicht eine stärkere und länger anhaltende Aktivierung der Serotonin-Rezeptoren auf der postsynaptischen Nervenzelle, was letztendlich zu einer Verbesserung der Stimmung und einer Reduktion von Angstzuständen führt.
SSRI vermitteln ihren antidepressiven Effekt über die Wiederaufnahmehemmung des Neurotransmitters 5-HT (Serotonin).
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Dopamin und Paroxetin
Obwohl Paroxetin hauptsächlich auf das Serotonin-System wirkt, gibt es auch Hinweise darauf, dass es indirekt den Dopamin-Spiegel beeinflussen kann. Dopamin ist ein weiterer wichtiger Neurotransmitter, der für Motivation, Belohnung und Freude zuständig ist. Durch die Erhöhung der Serotonin-Konzentration kann Paroxetin indirekt die Dopamin-Ausschüttung in bestimmten Hirnregionen stimulieren. Dies könnte erklären, warum Paroxetin bei manchen Patienten auch eine antriebssteigernde Wirkung hat.
Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass Paroxetin nicht direkt auf das Dopamin-System wirkt wie beispielsweise Noradrenalin-Dopamin-Wiederaufnahme-Hemmer (NDRI). Die Auswirkungen auf den Dopamin-Spiegel sind eher indirekt und können von Patient zu Patient variieren.
Anwendungsgebiete von Paroxetin
Paroxetin wird hauptsächlich zur Behandlung folgender Erkrankungen eingesetzt:
- Depressionen: Am häufigsten werden Antidepressiva bei der Behandlung von Depressionen eingesetzt. Paroxetin ist wirksam bei der Behandlung von Episoden einer Major Depression aller Schweregrade. Die Wirksamkeit von Paroxetin in der Behandlung depressiver Erkrankungen ist sowohl für die Akuttherapie als auch für die Langzeittherapie erwiesen. Wie andere SSRIs (Selective Serotonin Reuptake Inhibitors) ist die Substanz auch in Fällen schwerer Depressionen und bei Depressionen mit assoziierter Angstsymptomatik wirksam und muss in der Regel nur einmal täglich eingenommen werden. Auch bei älteren Patienten mit Depressionen erweisen sich SSRI als besonders sinnvoll, da diese Medikamente im Gegensatz zu trizyklischen Antidepressiva deutlich weniger unerwünschte Arzneimittelwirkungen provozieren und zu keinen kognitiven Einbußen führen. Paroxetin wirkt bei Depressionen schnell und effektiv in der Dosierung von einmal täglich 20 mg.
- Angststörungen: Wegen ihrer stimmungsaufhellenden und angstlösenden Wirkung werden Antidepressiva jedoch auch bei Angststörungen wie Phobien, der generalisierten Angststörung und der Panikstörung verordnet. Paroxetin ist auch der einzige bei sozialer Phobie zugelassene SSRI. Diese mit sieben bis 13 Prozent in der Bevölkerung häufige Störung spricht sehr gut auf die tägliche Gabe von 20 mg Paroxetin an.
- Zwangsstörungen: Bei diesen Störungsbildern werden bevorzugt neuere Antidepressiva aus der Gruppe der SSRI eingesetzt. Paroxetin ist auch bei Zwangsstörungen in der täglichen Dosis von 40 mg ebenso wirksam wie Clomipramin, das jedoch deutlich mehr unerwünschte Effekte provoziert.
- Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS):
- Weitere Anwendungsgebiete: Essstörungen, chronische Schmerzen und Schlafstörungen.
Dosierung und Einnahme
Die empfohlene Wirkstoffdosis bei depressiven Erkrankungen beträgt in der Regel 20 mg pro Tag. Die Dosierung sollte 3-4 Wochen nach Therapiebeginn überprüft und ggf. angepasst werden. Die empfohlene Dosierung von Paroxetin zur Behandlung von Zwangsstörungen beträgt 40 mg pro Tag. Begonnen werde sollte mit 20 mg Paroxetin pro Tag und dann allmählich in 10 mg-Schritten bis zur empfohlenen Dosis gesteigert werden. Die empfohlene Paroxetin-Dosis zur Therapie von Panikstörungen beträgt 40 mg pro Tag. Die Anfangsdosis sollte bei 10 mg starten um dann in 10 mg-Schritten bis zur empfohlenen Dosis gesteigert zu werden. Ggf. Zur Behandlung einer sozialen Angststörung/sozialen Phobie wird eine Paroxetin-Dosis von 20 mg pro Tag empfohlen. Zur Therapie einer generalisierten Angststörung wird eine Paroxetin-Dosis von 20 mg pro Tag empfohlen.
Paroxetin sollte einmal täglich, zusammen mit dem Frühstück morgens eingenommen werden. Die Filmtablette sollte unzerkaut geschluckt werden.
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Die Wirkung setzt meist nach 2 bis 4 Wochen ein, die maximale Stabilisierung oft erst nach mehreren Wochen kontinuierlicher Einnahme.
Pharmakokinetik
Nach oraler Einnahme unterliegt Paroxetin einer First-pass-Metabolisierung. Nach Gabe höherer Einzeldosen oder nach Mehrfachgabe kann es zu einem überproportionalen Anstieg der absoluten Bioverfügbarkeit des Wirkstoffes kommen und folglich einer nicht-linearen Kinetik. Ca. es fast vollständig resorbiert. First-pass-Metabolismus bei therapeutischen Dosen auf 30-60 % reduziert. Plasmaspiegel werden nach 2-8 Stunden erreicht. Protein gebunden.
Nebenwirkungen von Paroxetin
Wie alle Medikamente kann auch Paroxetin Nebenwirkungen verursachen. Es ist wichtig zu beachten, dass nicht jeder Patient Nebenwirkungen erlebt und dass die Intensität der Nebenwirkungen von Person zu Person variieren kann. Häufige Nebenwirkungen sind Übelkeit, Schläfrigkeit, Kopfschmerzen, Schwitzen und sexuelle Funktionsstörungen.
Die häufigsten Nebenwirkungen bei SSRI sind Beschwerden des Magen-Darm-Trakts, wie Übelkeit oder Durchfall, und sexuelle Funktionsstörungen. Da die meisten SSRI antriebssteigernd wirken, können zu Beginn der Behandlung Nervosität, Unruhe und Schlafstörungen auftreten. Die meisten Nebenwirkungen treten vor allem am Anfang der Behandlung auf und gehen mit der Zeit wieder zurück.
Zu den häufigsten Nebenwirkungen von Paroxetin gehören:
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- Übelkeit
- Somnolenz
- Sexuelle Funktionsstörungen
- Magen-Darm-Beschwerden
- Unruhe
- Schlafstörungen
- Abnorme Blutungen
- Hyponatriämie
- Serotoninsyndrom
- Suizidale Gedanken
Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten
Die gleichzeitige Einnahme von Paroxetin und serotonergen Substanzen (z. B. Triptane, Tramadol, Linezolid, Methylenblau, Lithium etc.) kann zum Auftreten von 5-HAT-assoziierten Effekten (Serotoninsyndrom) führen. Werden Pravastatin und Paroxetin gleichzeitig eingenommen, kann es zu einem Anstieg des Blutzuckerspiegels kommen. Paroxetin führt zu einem Anstieg des Procyclidin-Spiegels bei gleichzeitiger Einnahme der beiden Wirkstoffe. Durch die Hemmung des CYP2D6-Enzyms durch Paroxetin kann es zu einer Erhöhung des Plasmaspiegels von gleichzeitig verwendeten Arzneimitteln führen. Dies kann beispielsweise bei trizyklischen Antidepressiva (z. B. Clomipramin, Nortriptylin), Phenothiazin-Neuroleptika (z. B. Perphenazin), Risperidon, Atomoxetin, bestimmten Typ Ic-Antiarrhythmika (z. B. Die gleichzeitige Behandlung mit Paroxetin und oralen Antikoagulantien kann in einer erhöhten Antikoagulation und Blutungsneigung resultieren. Unter der gleichzeitigen Therapie mit Paroxetin und Nicht-Steroidalen Antirheumatika (NSAR) bzw. Acetylsalicylsäure und anderen Thrombozytenaggregationshemmern kann eine erhöhte Blutungsneigung auftreten. Eine gleichzeitige Therapie mit MAO-Hemmern darf nicht erfolgen. Zwischen der Paroxetin-Therapie und dem Absetzen der Therapie mit MAO-Hemmern müssen mindestens zwei Wochen (bei einem irreversiblen MAO-Hemmer) bzw. 24 Stunden (bei einem reversiblen MAO-Hemmer, inklusive Methylenblau) liegen.
Paroxetin und Alkohol
Die Kombination von Paroxetin mit Alkohol kann die dämpfende Wirkung verstärken und depressive Symptome verschlechtern.
Paroxetin absetzen: Nebenwirkungen und Entzugserscheinungen
Paroxetin sollte nicht abrupt abgesetzt werden, da ansonsten Absetzsymptome auftreten können. Die Tagesdosis sollte langsam (in 10 mg-Schritten) in wöchentlichen Intervallen reduziert werden. Beim Absetzen sind Entzugserscheinungen häufig, da Paroxetin eine kurze Halbwertszeit hat. Ein langsames Ausschleichen unter ärztlicher Aufsicht ist entscheidend.
Wichtige Hinweise
- Ältere Menschen zeigen erhöhte Paroxetin-Plasmaspiegel.
- Der Wirkstoff sollte nicht bei Kindern und Jugendlichen angewendet werden, da in Studien bei ihnen ein erhöhtes Suizidalitätsrisiko festgestellt wurde.
- Patienten mit einer schwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatininclearance <30ml/min) oder einer Leberinsuffizienz zeigen erhöhte Paroxetin-Plasmakonzentrationen.
- Paroxetin sollte in der Schwangerschaft nur bei zwingender Indikation angewendet werden. Geringe Konzentrationen von Paroxetin gehen in die Muttermilch über.
- Patienten unter Paroxetin-Therapie sollten, wie bei einer Therapie mit allen psychoaktiven Arzneimitteln, auf eine mögliche Beeinflussung ihrer Fähigkeit Auto zu fahren bzw.