Die Wirkung von Magnesium auf das vegetative Nervensystem

Das vegetative Nervensystem (VNS) ist ein komplexes Netzwerk, das unbewusste Körperfunktionen wie Herzschlag, Atmung, Verdauung und Stoffwechsel steuert. Es besteht aus zwei Hauptkomponenten: dem Sympathikus, der für die "Kampf-oder-Flucht"-Reaktion zuständig ist, und dem Parasympathikus, der für Entspannung und Regeneration sorgt. Ein Ungleichgewicht zwischen diesen beiden Systemen kann zu verschiedenen gesundheitlichen Problemen führen, darunter Stress, Angstzustände, Schlafstörungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Magnesium, ein essenzieller Mineralstoff, spielt eine wichtige Rolle bei der Regulierung des VNS und kann dazu beitragen, das Gleichgewicht wiederherzustellen.

Magnesium: Ein wichtiger Mineralstoff für Nerven und Muskeln

Magnesium ist an über 300 enzymatischen Prozessen im Körper beteiligt, darunter auch die Regulierung des Nervensystems. Es ist wichtig für die Erregungsleitung im Nervensystem sowie für die Speicherung und Freisetzung von Neurotransmittern und Hormonen. Magnesium wirkt dämpfend auf Nervenimpulse und unterstützt die neuromuskuläre Übertragung. Dies ist besonders wichtig für Muskelkontraktion und -entspannung. Calcium löst im Muskel die Kontraktion aus, während Magnesium als Gegenspieler dafür sorgt, dass der Muskel sich wieder entspannt. Ein Ungleichgewicht dieser Mineralien, wie z. B. ein Magnesiummangel, kann zu Krämpfen, Zittern oder Taubheitsgefühlen führen.

Magnesium findet sich in vielen Körperteilen, darunter Muskeln, Blutkörperchen, Gehirn und Rückenmark. Bestimmte Körperteile, insbesondere Nerven und Herz, sind wichtige Speicher für diesen Mineralstoff.

Magnesium phosphoricum: Ein Schüßler-Salz für Nerven und Muskeln

Magnesium phosphoricum, auch bekannt als Magnesiumphosphat, ist ein wichtiges Schüßler-Salz (Nr. 7). Nach der Schüßler-Lehre unterstützt Magnesium die Muskel- und Nervenfunktionen, hilft bei körperlichen Bewegungen und unterstützt den Magen-Darm- sowie Herzrhythmus. Es wird traditionell bei Krämpfen, Schmerzen und Nervosität eingesetzt.

Anwendungsbereiche von Magnesium phosphoricum

Magnesium phosphoricum wird in der Naturheilkunde häufig in folgenden Situationen eingesetzt:

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  • Krampfartige Schmerzen: Hustenkrämpfe, Bauchkrämpfe, schmerzhafte Blähungen, Muskelkrämpfe, Gliederschmerzen, Wadenkrämpfe.
  • Nervosität und Schlafprobleme: Lampenfieber, innere Unruhe.
  • Magen-Darm-Probleme: Koliken, Verdauungsstörungen.

Bei akuten Problemen wird oft die "Heiße 7" empfohlen, bei der sieben bis zehn Tabletten in sehr heißem Wasser gelöst und schluckweise getrunken werden.

Darreichungsformen und Dosierung

Magnesium phosphoricum ist in verschiedenen Formen erhältlich, darunter Globuli, Tabletten, Salben und Gele. Die Wahl der Darreichungsform hängt vom Alter und Bedarf ab. Globuli und Tabletten sind einfach einzunehmen, wobei oft Globuli D6 (für den regelmäßigen Gebrauch) und D12 (für akute Fälle) verwendet werden. Salben und Gele werden äußerlich angewendet, um Schmerzen und Verspannungen zu lindern.

Die Dosierung sollte dem Alter entsprechend angepasst werden. Bei akuten Problemen kann man oft selbst Magnesium phosphoricum dosieren, wobei Expertenempfehlungen hilfreich sein können. In der Regel wird dreimal täglich eine Tablette D6 eingenommen, die langsam im Mund zergehen soll. Bei starken Schmerzen kann die "Heiße 7" helfen. Bei Babys wird die Flüssigkeit löffelweise verabreicht, wobei darauf geachtet werden muss, dass sie nicht zu heiß ist.

Bei Unsicherheit oder anhaltenden Symptomen sollte ein Arzt oder Heilpraktiker konsultiert werden.

Magnesiummangel und seine Auswirkungen auf das Nervensystem

Ein Mangel an Magnesium kann sich auf verschiedene Weise äußern, insbesondere im Bereich des Nervensystems. Zu den häufigsten Symptomen gehören:

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  • Muskelbeschwerden und -krämpfe
  • Gliederschmerzen
  • Zahnschmerzen
  • Zuckungen, Nervosität und Unruhe
  • Veränderungen im Gesicht (z. B. Lidzucken)
  • Kloß im Hals
  • Muskelverspannungen im Herz- und Gefäßbereich
  • Innere Unruhe, Lampenfieber und Panikgefühle
  • Heißhunger, besonders auf Süßes
  • Wechselnde Rötungen und stark gerötete Wangen
  • Müder Blick
  • Rote Flecken am Hals bei Stress

Ein chronischer Magnesiummangel kann wie ein Verstärker für Stress wirken, was zu erhöhter Empfindlichkeit, Schlafstörungen und Muskelverspannungen führt.

Wie Magnesium das vegetative Nervensystem beeinflusst

Magnesium beeinflusst das vegetative Nervensystem auf verschiedene Weisen:

  • Dämpfung von Nervenimpulsen: Magnesium dämpft Nervenimpulse und unterstützt die neuromuskuläre Übertragung.
  • Regulierung des Herzrhythmus: Es kann Symptome wie Herzrasen verbessern.
  • Verbesserung des Wohlbefindens: Es kann das Wohlbefinden bei Nervosität oder Anspannung verbessern.
  • Stressabbau: Magnesium ist notwendig, damit Enzyme, die Stresshormone abbauen, überhaupt arbeiten können.
  • Balance zwischen Sympathikus und Parasympathikus: Es unterstützt die Balance zwischen Sympathikus (Stressmodus) und Parasympathikus (Entspannungsmodus).

Magnesium und Stress

Wenn der Körper unter Strom steht, ständig funktioniert oder sich Sorgen macht, läuft er auf Hochtouren. Um Stresshormone abzubauen, werden Enzyme aktiviert, die Magnesium als Co-Faktor benötigen. Magnesium sorgt im zentralen Nervensystem dafür, dass Nervensignale gedämpft und Übererregungen verhindert werden. Es blockiert NMDA-Rezeptoren an den Nervenzellen, solange kein Reizsignal nötig ist.

Ein Magnesiummangel kann die Stressreaktion verstärken und zu einem Teufelskreis führen: Stress verbraucht Magnesium, was wiederum die Stressanfälligkeit erhöht.

Magnesium für Frauen

Magnesium ist für den weiblichen Körper besonders wichtig, da es an vielen Prozessen beteiligt ist, die sich im Laufe des Zyklus verändern. In den Tagen vor der Periode reagieren viele Frauen empfindlicher auf Stress, sind müder oder spüren Stimmungsschwankungen.

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Magnesiumreiche Ernährung

Eine magnesiumreiche Ernährung ist entscheidend für die Gesundheit. Gute Magnesiumquellen sind:

  • Grünes Gemüse wie Spinat, Mangold und Brokkoli
  • Nüsse und Samen, vor allem Mandeln, Kürbis- und Sonnenblumenkerne
  • Vollkornprodukte und Haferflocken
  • Dunkle Schokolade (mind. 70 % Kakaoanteil)
  • Hülsenfrüchte (insbesondere rote Bohnen)
  • Quinoa
  • Avocado
  • Kichererbsen und Linsen
  • Buchweizen
  • Meeresfische (Lachs und Makrele)

Selbst bei einer ausgewogenen Ernährung kann der Bedarf - besonders bei Stress, Sport oder Zyklusbelastungen - höher sein, als die Zufuhr ausreicht.

Nahrungsergänzungsmittel mit Magnesium

Magnesium gehört zu den meistverkauften Nahrungsergänzungsmitteln. Es gibt verschiedene Magnesiumverbindungen, die sich in ihrer Bioverfügbarkeit unterscheiden. Hochwertige Nahrungsergänzungsmittel enthalten gut bioverfügbare Formen wie Magnesiumcitrat, Magnesiumbisglycinat oder Magnesiummalat.

  • Magnesiumcitrat: Eignet sich gut bei leichter Kälteempfindlichkeit und geringem Stresslevel.
  • Magnesiumbisglycinat: Wird gut vom Körper aufgenommen und ist besonders verträglich.
  • Magnesiummalat: Kann bei Müdigkeit und Erschöpfung helfen.
  • Magnesiumtaurat: Kann positive Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System haben.
  • L-Threonat-Magnesium: Diese Ergänzung wird von Ärzten wegen ihrer positiven Auswirkungen auf die kognitiven Fähigkeiten geschätzt.

Dosierung von Magnesium

Die optimale Dosierung von Magnesium ist individuell verschieden und hängt von Faktoren wie Körpergröße, Gewicht, Alter, sportlicher Aktivität und Medikamenteneinnahme ab. Eine Tagesdosis von 300 mg sollte jedoch nicht überschritten werden. In höheren Dosierungen kann Magnesium abführend wirken.

Vorsichtsmaßnahmen bei der Einnahme von Magnesium

Magnesium gilt als gut verträglich, dennoch sollte man vorsichtig sein. Bei dauerhaften oder schweren Problemen, wie starken Schmerzen, muss man sofort zum Arzt. Schüßler-Salze haben meist keine direkten Gegenanzeigen, aber Vorsicht ist geboten bei Babys, empfindlichen Personen und unklaren Krankheitsbildern. Selten gibt es Nebenwirkungen bei Schüßler-Salzen, trotzdem sollte man jede ungewöhnliche Reaktion überprüfen. Ein Gespräch mit dem Arzt vor der Kombination verschiedener Therapien ist entscheidend.

Bei Symptomen einer Überdosierung von Magnesium sollte die Einnahme beendet werden. Die Symptome verschwinden in der Regel nach einigen Tagen.

Weitere Maßnahmen zur Unterstützung des vegetativen Nervensystems

Neben einer magnesiumreichen Ernährung und der Einnahme von Magnesiumpräparaten gibt es weitere Maßnahmen, die das vegetative Nervensystem unterstützen können:

  • Atemtechniken: Tiefes, langsames Atmen, wie die Bauchatmung oder die 4-7-8-Methode, stimuliert den Vagusnerv und aktiviert den Parasympathikus.
  • Meditation und Achtsamkeit: Regelmäßige Meditation reduziert Stresshormone und stärkt das parasympathische Nervensystem.
  • Bewegung: Sanftes Yoga, Spaziergänge in der Natur und Dehnübungen können den Parasympathikus aktivieren.
  • Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten unterstützt die Funktion des Nervensystems. Vermeiden Sie stark verarbeitete Lebensmittel, Zucker und ungesunde Fette.
  • Kältetherapie: Kalte Duschen oder Eiswasser-Gesichtsbäder können den Vagusnerv aktivieren.
  • Soziale Interaktionen: Positive soziale Kontakte und Beziehungen fördern Entspannung und Wohlbefinden.
  • Schlaf: Ausreichend Schlaf ist wichtig für die Regeneration des Nervensystems.
  • Summen und Singen: Durch Summen, Brummen oder Singen entstehen Vibrationen im Körper, die den Vagusnerv aktivieren.

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