Yamswurzel: Wirkung bei Migräne und hormonellen Beschwerden

Die Yamswurzel, ein in tropischen Ländern beheimatetes Nahrungsmittel, erfreut sich auch hierzulande wachsender Beliebtheit als sogenanntes Superfood. Sie ähnelt der Süßkartoffel in Geschmack und Aussehen und ist reich an Vitaminen, Mineralstoffen und zellschützenden Antioxidantien. Besonders hervorzuheben ist der Inhaltsstoff Diosgenin, eine Vorstufe des menschlichen Hormons Progesteron. Aufgrund ihrer vielfältigen positiven Eigenschaften findet die Yamswurzel als Heilpflanze bei zahlreichen Beschwerden Anwendung.

Inhaltsstoffe und ihre Bedeutung

Die Yamswurzel enthält eine Vielzahl wertvoller Inhaltsstoffe, die zu ihrer gesundheitsfördernden Wirkung beitragen:

  • Vitamine: Die Yamswurzel ist reich an Vitamin C, das das Immunsystem stärkt und Entzündungen bekämpft.
  • Mineralstoffe: Sie enthält Kalium, Zink, Mangan, Kupfer und Eisen, die für verschiedene Körperfunktionen unerlässlich sind. 100 Gramm der Yamswurzel decken etwa zehn Prozent des täglichen Bedarfs an Vitamin C und etwa 50 Prozent des täglichen Bedarfs an Kalium.
  • Antioxidantien: Diese schützen die Zellen vor Schäden durch freie Radikale und wirken entzündungshemmend.
  • Diosgenin: Dieser Stoff ist eine Vorstufe des Hormons Progesteron und kann im Körper möglicherweise zur Produktion von DHEA (Dehydroepiandrosteronacetat) anregen, einem Gegenspieler des Stresshormons Cortisol. Es ist je nach Sorte in unterschiedlicher Konzentration vorhanden - besonders gehaltvoll ist die mexikanische Yamswurzel.

Anwendung bei hormonellen Beschwerden

Aufgrund des enthaltenen Diosgenins wird die Yamswurzel häufig zur Regulierung des weiblichen Hormonhaushaltes eingesetzt, um beispielsweise einen Progesteron-Defizit auszugleichen. Diosgenin besetzt die Progesteron-Rezeptoren und gleicht eine Östrogen-Dominanz aus. Daher wird die Yamswurzel erfolgreich bei Wechseljahrbeschwerden und PMS angewandt.

Wechseljahresbeschwerden

Während der Wechseljahre (ca. 45. - 55. Lebensjahr) finden große hormonelle Umbrüche im Körper einer Frau statt. Die Produktion von Östrogen und Progesteron nimmt ab, was zu Symptomen wie Schlafstörungen, Hitzewallungen, Konzentrationsschwäche, depressive Verstimmungen, Gewichtszunahme, Migräne, Gelenk- und Muskelschmerzen sowie körperlichem Leistungsabfall führen kann. Die Intensität der Beschwerden variiert stark zwischen den Frauen.

Progesteron zählt zu den wichtigsten weiblichen Sexualhormonen. Besteht ein Mangel, kommt es bei Frauen zu verschiedensten Beschwerden wie Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, Müdigkeit, Hitzewallungen und Zyklusproblemen. Viele dieser Beschwerden äußern sich in den Wechseljahren verstärkt. In dieser Zeit stellt sich der weibliche Hormonhaushalt um und die Produktion von Progesteron lässt deutlich nach. Auch der Östrogenspiegel sinkt, jedoch nicht in der gleichen Geschwindigkeit wie es beim Progesteron der Fall ist. Dadurch entsteht eine sogenannte Östrogendominanz entsteht.

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Die Yamswurzel kann dazu beitragen, den Progesteronspiegel zu erhöhen und so die Beschwerden der Wechseljahre zu lindern. Anwenderinnen berichten über weniger oder nicht so starke Hitzewallungen und über eine Zunahme der sexuellen Lust.

PMS und Kinderwunsch

Eine Östrogen-Dominanz ist auch häufig ausschlaggebend für die für die Symptome des Prämenstruellen Syndroms (PMS). Auch hier kann das enthaltenen Diosgenin für Linderung der Beschwerden sorgen. Weiter soll die Pflanze die Fruchtbarkeit bei Frauen fördern, diese Wirkung ist aber nicht wissenschaftlich nachgewiesen.

Yamswurzel für Männer

Auch der männliche Körper produziert Östrogen und Progesteron - wenn auch nur in geringen Mengen. Befindlichkeitsprobleme, die dem PMS oder Wechseljahrbeschwerden ähneln, kommen bei Männern nicht oder nur selten vor. Dennoch ist eine Östrogendominanz auch bei Männern möglich. Diese äußert sich in Problemen wie vermindertem Bartwuchs, Ruhelosigkeit, Stimmungsschwankungen oder sexueller Unlust. Der Verzehr der Yamswurzel gleicht bei Männern diese Östrogendominanz aus. Zudem unterstützt die Knolle eine gesunde Prostatafunktion.

Eignet sich die Yamswurzel zur Verhütung?

Zwar wurden die ersten Anti-Baby-Pillen tatsächlich auf der Basis von Yamswurzeln hergestellt, zur Verhütung eignet sich der bloße Verzehr der Knolle jedoch nicht: Diosgenin ist zwar eine Vorstufe des dafür notwendigen Hormons Progesteron und wurde im Labor entsprechend umgewandelt. Ob der menschliche Körper in der Lage ist, Diosgenin selbst umzuwandeln, ist unklar. Fakt ist: Die Einnahme von zusätzlichem Progesteron verhindert einen Einsprung und damit eine Schwangerschaft. Es liegen jedoch keinerlei relevanten Studienergebnisse zur Verhütung mit Yamswurzel vor.

Yamswurzel und Migräne

Migräne-Attacken können die Betroffenen mitunter völlig außer Gefecht setzen. Nicht ohne Grund leiden Frauen dreimal so häufig wie Männer unter Migräne. Frauen sind deutlich höheren monatlichen Hormonschwankungen ausgesetzt, die bei der Migräne-Entstehung eine wichtige Rolle spielen. Viele Frauen berichten z.B., dass ihre Migräne bevorzugt in einer bestimmten Zyklusphase, wie z.B. Auch eine Verbesserung oder Verschlechterung der Migräne während der Schwangerschaft deutet auf einen hormonellen Bezug hin. Insgesamt ist die Migräne bei über der Hälfte aller Migräne-Patientinnen hormonell bedingt. Bei vielen Migräne-Patientinnen ist das Verhältnis des Hormons Östradiol zu Progesteron verschoben.

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Die Yamswurzel kann aufgrund ihrer hormonregulierenden Eigenschaften möglicherweise auch bei Migräne helfen, insbesondere wenn diese hormonell bedingt ist. Durch die Beeinflussung des Progesteronspiegels kann sie dazu beitragen, das hormonelle Gleichgewicht wiederherzustellen und so die Häufigkeit und Intensität von Migräneattacken zu reduzieren.

Weitere Tipps bei Migräne

Neben der Yamswurzel gibt es noch weitere Maßnahmen, die bei Migräne helfen können:

  • Regelmäßiger Tagesablauf: Das Migränehirn liebt Routine, Unregelmäßigkeiten dagegen hasst! Achten Sie daher auch am Wochenende auf dieselben Schlaf- und Aufstehzeiten wie im Berufsalltag.
  • Regelmäßige Mahlzeiten: Achten Sie darauf, dass Sie mindestens alle fünf Stunden essen, um längere Fastenperioden zu vermeiden.
  • Vermeidung von Triggern: Meiden Sie Alkohol und Lebensmittel, die Histamin oder andere biogenen Amine enthalten.
  • Basenüberschüssige Ernährung: Ernähren sie sich basenüberschüssig und planen Sie - z. B. nach Ihrer Darmsanierung - eine Entsäuerung.
  • Vermeidung von Zusatzstoffen: Lassen Sie alle Fertigprodukte/Fertiggetränke links liegen, die Glutamat und/oder Aspartam enthalten.
  • Gesunde Fette: Integrieren Sie hochwertige Öle in Ihre Ernährung, die Sie mit ausreichend Gamma- und Alpha-Linolensäuren versorgen.
  • Magnesiumversorgung: Optimieren Sie Ihre Magnesiumversorgung!
  • Ausreichend trinken: Trinken Sie über den Tag verteilt 1,5 Liter oder mehr Wasser.
  • Maßvoller Koffeinkonsum: Sorgen Sie dafür, dass Ihr Koffeinkonsum maßvoll bleibt.
  • Stressmanagement: Vermeiden Sie Stress, indem Sie sich beispielsweise ab sofort nur noch realistische und keine zu hohen Ziele stecken.
  • Pflanzliche Präparate: Statten Sie Ihre Hausapotheke mit den nötigen pflanzlichen Präparaten aus, die Ihnen helfen können, Ihre Migräne langfristig ad acta zu legen. Halten Sie sich zehnprozentiges Pfefferminzöl bereit.
  • Sonnenschutz: Wenn Sie an sonnigen Tagen eine längere Autofahrt vor sich haben oder z. B. eine Bootsfahrt unternehmen, denken Sie unbedingt an eine Sonnenbrille, um die Überreizung durch zu viel Licht bzw.

Weitere Anwendungsgebiete der Yamswurzel

Die Yamswurzel wird auch bei anderen Beschwerden eingesetzt:

  • Erkältung, Arthritis und Rheuma: Die Yamswurzel hilft, Erkältungen zu bekämpfen und Entzündungen im Körper zu heilen. Sie wird daher auch bei Arthritis und Rheuma eingesetzt.
  • Magen-Darm-Problemen: Die Yamswurzel wirkt durch ihre enthaltenen Mineralien krampflösend und verdauungsanregend. Sie hat zudem aufgrund ihrer Inhaltsstoffe eine durchblutungsfördernde Wirkung.
  • Stress und innere Unruhe: Auch um Stress besser zu verarbeiten und ausgeglichener zu werden, hilft die Yamswurzel: Mediziner vermuten, dass das Diosgenin die Produktion von DHEA (Dehydroepiandrosteronacetat) in den Nebennieren anregt. DHEA ist der Gegenspieler von Cortisol, dem sogenannten „Stresshormon“.

Darreichungsformen und Anwendung

Yam gibt es als Pulver, in Kapseln, als Gel, Creme oder Teemischung. Die Yamswurzel kann gekocht, gebraten oder gebacken verzehrt werden und lässt sich mit vielen heimischen Gemüsesorten kombinieren. Bei Stress und Unruhe kann man täglich zwei Tassen Yamswurzel-Tee trinken.

Wichtige Hinweise

  • Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Die angegebene empfohlene tägliche Verzehrsmenge darf nicht überschritten werden.
  • Bei richtiger Dosierung in Arzneimitteln sind ebenfalls keine Nebenwirkungen zu erwarten, bei z. B. Überdosierung können jedoch Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auftreten.
  • Bevor Sie mit der Einnahme von Yamswurzel-Produkten beginnen, sollten Sie Ihren Arzt oder Heilpraktiker konsultieren, insbesondere wenn Sie bereits Medikamente einnehmen oder unter Vorerkrankungen leiden.
  • Die Yamswurzel ist ein absolutes Superfood für Frauen. Ihre Inhaltsstoffe können hormonelle Probleme in den Wechseljahren lindern, aber auch Menstruationsbeschwerden. Außerdem wird ihr nachgesagt, dass sie als Anti-Aging-Mittel gute Wirkung zeigt.

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