Eine Hirnblutung ist ein ernstes medizinisches Ereignis, das weitreichende Folgen für die Betroffenen haben kann. Die Frage, ob man nach einer Hirnblutung wieder fliegen kann, ist daher von großer Bedeutung. Dieser Artikel beleuchtet die Problematik, geht auf die Risiken ein und zeigt sichere Alternativen auf, um Patienten nach einer Hirnblutung einen sicheren Rücktransport oder eine Reise zu ermöglichen.
Was ist eine Hirnblutung?
Eine Hirnblutung, medizinisch als intrazerebrale Blutung bezeichnet, entsteht durch das Platzen eines Blutgefäßes im Gehirn. Dies führt zu einer Blutung innerhalb des Gehirns, was wiederum zu erhöhtem Hirndruck, neurologischen Ausfällen und lebensbedrohlichen Komplikationen führen kann. Im Gegensatz zum ischämischen Schlaganfall, der durch eine Gefäßverengung verursacht wird, handelt es sich bei der Hirnblutung um einen hämorrhagischen Schlaganfall.
Die Sterberate bei Hirnblutungen ist deutlich höher als bei ischämischen Schlaganfällen. In Deutschland überleben etwa 92 % der Patienten einen Schlaganfall, aber nur 57 % eine Hirnblutung. Hirnblutungen werden in intrazerebrale (innerhalb des Gehirns) und extrazerebrale (in den Hirnhäuten) Blutungen unterteilt. Die Gefährlichkeit hängt von der Menge des austretenden Blutes ab, da das Gehirn im Schädel nur minimal ausdehnbar ist. Der dadurch entstehende Sauerstoffmangel kann zum Absterben von Nervenzellen führen.
Risiken einer Flugreise nach einer Hirnblutung
Eine Flugreise nach einer Hirnblutung kann problematisch sein, da die Gefäße im Gehirn der betroffenen Person oft in einem schlechten Zustand sind, häufig aufgrund von jahrelangem Bluthochdruck. Es besteht die Gefahr einer weiteren Blutung an anderer Stelle im Gehirn.
Beim Aufstieg eines Flugzeugs sinkt der Luftdruck in der Kabine und entspricht etwa dem Luftdruck auf der Zugspitze (ca. 3000 m). Dies führt dazu, dass sich die Gefäße erweitern und das Gehirn sich ausdehnt, was das Risiko einer erneuten Hirnblutung erhöht. Auch nach operativen Eingriffen am Kopf kann es riskant sein, da eingeschlossene Luft sich ausdehnen und zu Komplikationen führen kann. Nach einer kürzlichen Operation wird daher eine Wartezeit von sechs Monaten empfohlen, bevor ein Flug angetreten wird.
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Es ist ratsam, vor einer Flugreise nach einer Hirnblutung unbedingt den behandelnden Arzt zu konsultieren.
Erfahrungen von Betroffenen
Einige Betroffene haben trotz Hirnblutung positive Erfahrungen mit Flugreisen gemacht. Eine Person berichtete, dass sie nach einem Schlaganfall, der durch einen Spontanriss verursacht wurde, mit Zustimmung ihrer Ärzte bereits dreimal geflogen ist. Eine andere Person mit einem Schädelbasisbruch und einer Hirnblutung im Alter von 16 Jahren hatte 23 Jahre später keine Probleme bei einem Flug.
Es gibt jedoch auch Berichte über Ängste und Bedenken. Eine Frau, die nach einem Schlaganfall gecoilt wurde und einen Stent eingesetzt bekam, hat Angst vor dem Fliegen, da sie befürchtet, dass der Druck in der Luft ihren Kopf explodieren lässt.
Ambulanzflug als sichere Alternative
Wenn eine Flugreise unumgänglich ist, beispielsweise nach einer Hirnblutung während einer Reise, stellt ein Ambulanzflugzeug eine sichere Alternative dar. Im Gegensatz zu Linienflugzeugen können Ambulanzflugzeuge eine Umgebung schaffen, die die Ausdehnung des Gehirns und der Gefäße verhindert.
Ein Ambulanzflugzeug verfügt über einen verstärkten Rumpf, der es ermöglicht, den Kabinendruck zu erhöhen und somit die Ausdehnung der Gefäße zu minimieren. Zusätzlich kann ein sogenannter Sea-Level-Flug durchgeführt werden, bei dem das Flugzeug niedriger fliegt als üblich. Ein speziell geschultes medizinisches Team überwacht den Patienten während des gesamten Fluges und sorgt für eine schnelle medizinische Versorgung.
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Ein Beispiel für einen solchen Rücktransport ist der Fall eines Patienten, der während seines Aufenthalts in Japan eine Gehirnblutung erlitt. Eine internationale Versicherungsgesellschaft organisierte in Zusammenarbeit mit einem spezialisierten Team einen Ambulanzflug von Japan nach Deutschland. Der Patient wurde vom Krankenbett in der japanischen Klinik abgeholt, sicher zum Flughafen transportiert, während des Fluges professionell betreut und anschließend nahtlos bis zum Zielkrankenhaus in Deutschland weitergeführt.
Kosten eines Ambulanzfluges und Kostenübernahme
Die Organisation eines Ambulanzfluges ist aufwendig und die Kosten können variieren. Faktoren wie der Aufenthaltsort des Patienten, der Zielort, die Erkrankung und das Datum spielen eine Rolle bei der Kostenberechnung.
Ob die Versicherung die Kosten übernimmt, hängt von der individuellenPolice ab. Eine private Auslandskrankenversicherung mit inkludierter Auslandsrückholung übernimmt in der Regel die Kosten bei schweren Erkrankungen wie einer Hirnblutung. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten für eine Auslandsrückholung hingegen grundsätzlich nicht.
Tipps für Flugreisen nach einer Hirnblutung
- Ärztliche Beratung: Vor einer Flugreise sollte immer ein Arzt konsultiert werden, um die Flugtauglichkeit bestätigen zu lassen.
- Medikamentenvorrat: Stellen Sie sicher, dass Sie genügend Medikamente für die Reisezeit haben.
- Auslandskrankenversicherung: Schließen Sie eine Auslandskrankenversicherung mit Rücktransport im Krankheitsfall ab.
- Sitzplatzwahl: Wählen Sie einen Sitzplatz in der Mitte des Flugzeugs an den Tragflächen, da dort die Schwankungen des Sauerstoffdrucks geringer sind. Ein Gangplatz ermöglicht es, sich die Beine zu vertreten und Thrombose vorzubeugen.
- Bescheinigungen: Bei der Mitnahme von Insulin oder Betäubungsmitteln ist eine Bescheinigung des Arztes oder des Gesundheitsamtes erforderlich.
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