Zahnschmerzen durch entzündeten Nerv: Ursachen, Behandlung und Prävention

Zahnschmerzen, die durch einen entzündeten Nerv verursacht werden, können äußerst unangenehm und belastend sein. Es ist wichtig, die Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten einer solchen Entzündung zu kennen, um rechtzeitig handeln und Komplikationen vermeiden zu können.

Mögliche Ursachen für Zahnschmerzen ohne Befund

Auch wenn das Röntgenbild „nichts zeigt“, gibt es häufig eine Erklärung für Ihre Schmerzen. Die Ursachen können tiefer liegen oder von umliegenden Strukturen ausgehen.

Reizung des Zahnnervs

Der Zahnnerv (Pulpa) ist extrem empfindlich. Eine beginnende Entzündung oder Überreizung kann starke Zahnschmerzen verursachen, ohne dass eine Karies oder ein Bruch im Röntgenbild sichtbar ist. Gründe können sein:

  • Feine Risse im Zahn
  • Freiliegende Zahnhälse
  • Thermische Reize durch heiße oder kalte Lebensmittel

Zähneknirschen (Bruxismus)

Viele Menschen knirschen nachts unbewusst mit den Zähnen. Durch den ständigen Druck kommt es zu Verspannungen in der Muskulatur und Überlastung der Zähne, was Schmerzen auslösen kann. Das Röntgenbild bleibt dabei unauffällig.

Anzeichen für Bruxismus:

Lesen Sie auch: Entzündeter Zahnnerv: Was tun?

  • Abgekaute Zahnflächen
  • Schmerzen in Kiefer und Schläfe
  • Geräusche beim Schlafen

Versteckte Zahnfleischentzündungen (Gingivitis)

Entzündungen am Zahnfleisch können Schmerzen verursachen, obwohl im Röntgenbild keine Auffälligkeit zu erkennen ist. Insbesondere dann, wenn die Entzündung noch in einem frühen Stadium ist.

Kiefergelenkserkrankungen (CMD)

Die craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) betrifft das Kiefergelenk und die Muskulatur. Sie verursacht häufig Symptome wie:

  • Zahnschmerzen
  • Knacken im Kiefer
  • Verspannte Gesichtsmuskulatur

Ein Röntgenbild der Zähne zeigt dabei meist keine Veränderungen, da das Problem im Gelenk liegt.

Atypische Gesichtsschmerzen

Manchmal liegen die Ursachen nicht direkt an den Zähnen, sondern an den Nerven im Gesicht. Feine Nervenfasern im Zahninneren können Schmerzsignale in Richtung Kiefer leiten und sie an das zentrale Nervensystem weitergeben. So erfährt Ihr Körper, dass im unzugänglichen Inneren des Zahns etwas nicht in Ordnung ist. Allerdings sind solche Reize oft recht unspezifisch und lassen keine genauen Rückschlüsse auf die Ursache der Beschwerden zu.

Was ist eine Pulpitis?

Die Pulpa ist das weiche Zahnmark, das geschützt unter der harten Schale des Zahnschmelzes und des Dentins (Zahnbein) im Inneren des Zahns liegt. Es reicht bis in die Spitze der Zahnwurzeln. Die Pulpa besteht aus Bindegewebe, in dem Blut- und Lymphgefäße und Nerven eingebettet sind. Wenn sich Pulpitis, eine Zahnnerventzündung, im Zahnmark entwickelt, kann dies verschiedene Ursachen und Folgen für den betroffenen Zahn haben. Ein entzündeter Nerv macht oft mit einem starken, klopfenden Schmerz auf sich aufmerksam.

Lesen Sie auch: Nerven gezogen und trotzdem Schmerzen? Das sind die Gründe

Ursachen einer Zahnnerventzündung (Pulpitis)

Eine Zahnnerventzündung (Pulpitis) kann viele Ursachen haben:

  • Karies: Häufig entsteht sie, wenn sich Karies durch das Zahnbein bis zur Pulpahöhle vorgearbeitet hat und Bakterien eindringen (tiefe Zahnkaries).
  • Zahnbehandlungen: Zu hohe Kronen oder Füllungen und die Hitze, die entsteht, wenn der Zahnarzt zu schnell bohrt oder nicht richtig kühlt, können auch eine Zahnnerventzündung auslösen.
  • Verletzungen: Eine Zahnfraktur, Erkrankungen der Kieferhöhle oder mechanische, chemische oder thermische Reize, die bei einer Zahnbehandlung auf den Zahn einwirken, können eine Pulpitis auslösen.
  • Parodontitis: Eine nicht oder nur unzulänglich behandelte Parodontitis kann ebenfalls die Ursache für die Entzündung des Zahnmarks sein.

Auch über undichte Füllungs- und Kronenränder können Bakterien eindringen und den Zahn zerstören. Zahnnerventzündungen können auch durch Reize ausgelöst werden, die beim Präparieren eines Zahnes für die Versorgung mit Kronen und Brücken entstehen (z. B. Wärmeentwicklung, Vibrationen).

Die Entzündung beginnt zunächst an einer kleinen Stelle und breitet sich von dort aus. Wenn sie nicht behandelt wird, schwellen oft die Blutgefäße an, die den Zahn über die Wurzelspitzen versorgen.

Symptome einer Zahnnerventzündung

Ein entzündeter Zahnnerv kann mit verschiedenen Symptomen einhergehen.

  • Starke Zahnschmerzen: Typisch für eine Entzündung des Zahnnervs sind klopfend-pulsierende Zahnschmerzen, die durch einen Überdruck im Zahn entstehen. Diese Schmerzen sind oft pochend und intensiv und treten in Wellen auf. Der Schmerz kann sowohl spontan auftreten als auch bei bestimmten Aktivitäten wie Kauen oder bei Temperaturveränderungen (z. B. heiß, kalt) verstärkt werden.
  • Heiß-Kalt-Sensibilität: Hinzu kommt häufig eine Heiß-Kalt-Sensibilität und/oder Aufbissempfindlichkeit.
  • Empfindlichkeit beim Berühren: Der Zahn selbst kann empfindlich sein, wenn er gedrückt oder geklopft wird.
  • Rötung oder Schwellung: Ein entzündeter Zahnnerv kann sich durch eine Rötung oder Schwellung im Bereich des Zahns bemerkbar machen. In schwereren Fällen kann es auch zu einer sichtbaren Eiteransammlung kommen.
  • Eiterbildung: Wenn die Entzündung zu einem vereiterten Zahnnerv führt, kann sich Eiter ansammeln, was auf eine Infektion hinweist.
  • Ausstrahlende Schmerzen: Bei einer fortgeschrittenen Wurzelentzündung können sich die Zahnschmerzen auch auf weitere Kieferbereiche ausweiten, sodass Betroffene gar nicht mehr genau sagen können, woher der Schmerz kommt.

Anfangs ist eine Zahnnerventzündung noch umkehrbar und der Nerv bei rechtzeitiger Behandlung oft noch zu retten. Wenn der Reiz zu groß war, anhält oder die Bakterien nicht entfernt werden, breitet sich die Entzündung im Nerv und im Wurzelkanal weiter aus. Der Nerv stirbt schließlich ab. Bleibt eine Behandlung aus, verursacht der abgestorbene Zahnnerv weitere Probleme - je nachdem, ob Bakterien vorhanden sind oder nicht. Unter Bakterieneinfluss fängt er an, sich eitrig zu zersetzen. Nach einigen Tagen entzündet sich der Knochen um die Zahnwurzelspitze, an der die Versorgungsgänge den Zahn verlassen, und löst sich auf. Es bildet sich eine Wurzelvereiterung.

Lesen Sie auch: Vorbeugung freiliegender Zahnhälse

Stadien der Pulpitis: Reversibel vs. Irreversibel

Auf das Eindringen von Bakterien oder auf Reize reagiert der Zahnnerv mit einer natürlichen Abwehrreaktion - der Entzündung. Bei einer Zahnnerventzündung unterscheiden Ärzte zwischen einer reversiblen und einer irreversiblen Pulpitis.

Reversible Pulpitis

Bei einer reversiblen Pulpitis befindet sich die Entzündung noch im Anfangsstadium und äußert sich durch intervallartige, kurzzeitige Schmerzen, die sich mit schmerzfreien Phasen abwechseln. Zu Beginn spüren Sie vielleicht nur einen Druck, der dauerhaft oder für eine Weile auftreten kann. Ausgelöst werden die Schmerzen durch äußere Reize wie zuckerhaltige Lebensmittel, Hitze oder Kälte. Wenn der Zahnnerv reversibel entzündet ist, besteht eine gute Chance auf Heilung: Die Entzündung ist noch rückgängig zu machen. Bei der reversiblen Pulpitis reagiert der Zahn auf heiße, süße, kalte und saure Reize. Alle lösen einen kurz anhaltenden und stechenden Schmerz aus.

Irreversible Pulpitis

Starke Zahnschmerzen treten beim Fortschreiten der Erkrankung auf und können sich nachts noch verschlimmern, da die Bettwärme den Entzündungsprozess fördert. Wenn die Zahnnerventzündung zu spät erkannt oder ignoriert wird, kann sich daraus eine irreversible Pulpitis entwickeln. Lang anhaltende starke Schmerzen im Zahn, die in den ganzen Kiefer ausstrahlen, kennzeichnen dieses Stadium der Entzündung. Das erschwert die Suche nach der Ursache für die Zahnnerventzündung. Eine irreversible Entzündung ist nicht mehr rückgängig zu machen - die Bakterien haben bereits zu großen Schaden angerichtet. Betroffene leiden eher unter anhaltenden und pulsierenden Schmerzen, die gelegentlich nicht exakt lokalisierbar sind. In diesem Fall ist es schwierig, den erkrankten Zahn zu erkennen. Durch die Entzündung erhöht sich der Druck im Inneren des Zahns. Der andauernde Reiz schädigt Nerven und Gefäße und lässt sie absterben. Im fortgeschrittenen Stadium ist eine Pulpa-Nekrose die Folge, das abgestorbene Gewebe im Zahn zersetzt sich, Fäulnis entsteht.

Wenn die starken Schmerzen urplötzlich aufhören, sind Betroffene im ersten Moment erleichtert. Tatsächlich ist der abrupte Schmerz-Stopp aber alles andere als eine gute Nachricht: Der Nerv ist so stark geschädigt, dass er keine Schmerzsignale mehr an das Gehirn weiterleitet. In anderen Worten: Der Zahn ist tot. Trotzdem muss unverzüglich eine Behandlung eingeleitet werden, damit der Zahn erhalten bleiben kann. Der tote Zahn ist nämlich weiterhin entzündet.

Die Bakterien aus dem Wurzelkanal können sich durch die offene Wurzelspitze in das umliegende Gewebe und den Knochen ausbreiten und auch den restlichen Körper in Mitleidenschaft ziehen. Die Lymphknoten und die Wange schwellen an, die "dicke Backe" bildet sich. Hat sich im Zahnmark Eiter gebildet, kann dieser in den Mundraum durchbrechen und einen fauligen Geschmack und Mundgeruch verursachen. Wenn der Zahnnerv schließlich abstirbt, lassen auch die Schmerzen nach und verschwinden schließlich komplett.

Diagnose einer Zahnnerventzündung

Um eine Zahnnerventzündung zu diagnostizieren, wird der Zahnarzt verschiedene Untersuchungen durchführen:

  • Anamnese: Der Zahnarzt wird Sie nach Ihren Beschwerden und Ihrer Krankengeschichte fragen.
  • Klinische Untersuchung: Der Zahnarzt wird den betroffenen Zahn und das umliegende Gewebe untersuchen. Dabei achtet er auf Anzeichen einer Entzündung, wie Rötung, Schwellung und Empfindlichkeit. Durch einen Vitalitätstest kann der Zahnarzt bestimmen, ob der Zahnnerv noch lebt oder bereits abgestorben ist. Konkret bedeutet das, dass der Zahnarzt einen Kältereiz an den Zahn hält oder eine Probebohrung durchführt.
  • Röntgenaufnahme: Eine Röntgenaufnahme kann helfen, die Ursache der Entzündung zu erkennen, z. B. Karies oder eine Zahnwurzelentzündung. Um den Zustand der Wurzel und des umgebenden Knochens besser zu beurteilen, fertigt er zusätzlich ein Röntgenbild an.

Behandlung einer Zahnnerventzündung

Die Behandlung einer Zahnnerventzündung hängt vom Schweregrad der Entzündung ab.

Reversible Pulpitis

Bei der reversiblen Pulpitis im Frühstadium ist es meist ausreichend, die Ursache zu beseitigen. Das erfolgt durch eine Kariesbehandlung. Die Pulpa heilt danach vollständig aus. Indem er die Zahnkrone öffnet, kann der behandelnde Arzt das Ausmaß der entzündlichen Veränderung feststellen. Im Falle einer leichten Schädigung kann durch eine antibakterielle Einlage die Entzündung bekämpft und damit der Zahnschmerz beseitigt werden. Der Nerv im Wurzelkanal bleibt dabei erhalten. Bei tiefgehenden Schäden durch Karies wird der Zahn mit einer Füllung versehen.

Irreversible Pulpitis

Bei einer irreversiblen Pulpitis ist eine Wurzelbehandlung oder - in besonderen Fällen - eine Wurzelspitzenresektion nötig. Gegebenenfalls kommen auch Antibiotika zum Einsatz. Ist eine Wurzelentzündung reversibel, kann man sie häufig noch relativ gut behandeln und heilen. Da die Entzündung begrenzt ist, kann der Zahnarzt oder die Zahnärztin die Ursache für die Entzündung leicht identifizieren und beheben. Häufig ist eine Karies, die bis zum Zahnmark vorgedrungen ist, Auslöser für eine reversible Zahnwurzelentzündung. In dem Fall entfernt der Zahnarzt die Bakterien und versorgt die betroffene Stelle zunächst mit einem Wundverband und anschliessend mit einer Füllung.

Wurzelbehandlung

Bei einer fortgeschrittenen irreversiblen Zahnnerventzündung lässt sich meistens nur noch durch eine Wurzelkanalbehandlung retten. Dazu wird der entzündete Zahn geöffnet und das gesamte Zahnmark aus dem Inneren des Wurzelkanals entfernt. Alle Wurzelkanäle des Zahns werden komplett ausgeräumt und gespült, um sie keimfrei zu machen. Die entstandenen Hohlräume werden anschließend bis zur Wurzelspitze mit einem speziellen Material gefüllt, um Keimen keinen Raum mehr zu geben, und den Zahn hermetisch zu verschließen. Nach der Beseitigung des Entzündungsherdes kann unter Umständen auch eine Überkronung des Zahns nötig werden, wenn zu viel Dentin aus dem Zahninneren entfernt werden musste und die Stabilität gefährdet ist.

Bei der Wurzelbehandlung wird das entzündliche Gewebe aus dem Wurzelkanal beseitigt und dieser danach mit speziellen Materialien gefüllt. Da wurzelbehandelte Zähne mit der Zeit spröde werden und dadurch bruchgefährdet sind, erhalten sie zum Schutz vor Frakturen meist eine Krone.

Wurzelspitzenresektion

Eiterherde müssen vollständig ausgeräumt werden, um ein Übergreifen auf andere Zähne zu verhindern. Bei weiter bestehenden Beschwerden oder einer chronischen Entzündung kann der Zahnarzt auch eine Wurzelspitzenresektion vornehmen, bei der ein Stück der Zahnwurzel operativ entfernt wird. Ist auch diese Behandlung nicht erfolgreich, bleibt nur noch die Extraktion des Zahnes.

Bei einer Wurzelspitzenresektion wird die Wurzelspitze operativ entfernt und die Knochenhöhle gereinigt. Anschließend erfolgt der bakteriendichte Abschluss des Wurzelkanals. Die Wurzelspitzenresektion kommt in Frage, wenn eine chronische Entzündung im Bereich der Wurzelspitze durch eine herkömmliche Wurzelbehandlung nicht abheilt oder eine Wurzelbehandlung nicht möglich ist. Letzteres ist zum Beispiel der Fall, wenn die Wurzelkanäle unzugänglich oder stark gekrümmt sind.

Medikamentöse Behandlung

Ein Zahnnerv kann durch spezielle Medikamente beruhigt werden. Diese Medikamente wirken entzündungshemmend und schmerzlindernd, um die Symptome zu lindern. Wenden Sie sich an Ihren Zahnarzt, um geeignete Medikamente oder Mittel zur Beruhigung des Zahnnervs zu finden.

Schmerzlinderung

Die pochenden Schmerzen einer Zahnnerventzündung können mit rezeptfreien Medikamenten aus der Apotheke in der Wartezeit bis zum Zahnarztbesuch gelindert werden. Dazu eignen sich entzündungshemmende Mittel wie Ibuprofen und Paracetamol gut. Acetylsalicylsäure (Aspirin) hat zwar ebenfalls entzündungshemmende Eigenschaften, hemmt aber auch die Blutgerinnung für mehrere Tage. Das kann zu stärkeren Blutungen bei der Zahnbehandlung führen.

Antibiotika

Gegebenenfalls kommen auch Antibiotika zum Einsatz.

Hausmittel zur Linderung von Zahnschmerzen

Akute Zahnschmerzen lassen sich oft mit ein paar Erste-Hilfe-Maßnahmen zumindest vorübergehend lindern. Diese schnellen Maßnahmen ersetzen zwar nicht den Zahnarztbesuch, können Ihnen aber helfen, die Zeit bis zum Termin zu überbrücken.

  • Kühlen: Kälte von außen ist ein bewährtes Mittel, um Zahnschmerzen kurzfristig abzumildern. Halten Sie einen in ein Tuch gewickelten Kühlakku oder Eisbeutel von außen an die schmerzende Wange. Die niedrige Temperatur verengt die Blutgefäße, verlangsamt Entzündungsprozesse und wirkt wie eine lokale Betäubung.
  • Erhöhte Lagerung: Viele Betroffene empfinden Zahnschmerzen besonders im Liegen stärker. Legen Sie daher beim Schlafen ein zusätzliches Kissen unter den Kopf, um den Oberkörper erhöht zu lagern. Durch die höhere Lage wird der Blutdruck im Kopf- und Kieferbereich gesenkt, das pochende Pulsieren im schmerzenden Zahn lässt nach.
  • Schonung: Tagsüber sollten Sie sich schonen und körperliche Anstrengungen meiden, denn Bewegung und Sport können den Schmerz verstärken.
  • Gewürznelken: Ein altbewährtes Hausmittel bei Zahnschmerzen sind Gewürznelken. Das im Nelkenöl enthaltene ätherische Öl Eugenol wirkt lokal betäubend und antibakteriell. Bei punktuellem Zahnweh kann es helfen, behutsam auf einer getrockneten Nelke zu kauen oder ein Wattestäbchen mit Nelkenöl auf die schmerzende Stelle zu tupfen.
  • Zwiebel oder Knoblauch: Auch eine Zwiebel oder Knoblauchzehe aus der Küche kann bei Zahnschmerzen helfen. Zwiebeln und Knoblauch enthalten antibakterielle und entzündungshemmende Substanzen. Schneiden Sie eine Zwiebel klein, wickeln Sie sie in ein Tuch und drücken Sie dieses von außen gegen die schmerzende Wange. Die austretenden Zwiebeldämpfe können den Schmerz lindern. Alternativ beißen Sie auf einem dünnen Stück frischem Knoblauch am schmerzenden Zahn - der Saft wirkt desinfizierend.
  • Salzwasser: Lösen Sie einen Teelöffel Salz in einem Glas lauwarmem Wasser auf und spülen Sie den Mund für etwa zwei Minuten gründlich damit. Die Salzlösung desinfiziert und zieht Flüssigkeit aus dem entzündeten Gewebe, was Schwellungen reduzieren kann.
  • Heiltees: Ebenfalls hilfreich sind pflanzliche Heiltees als Mundspülung, zum Beispiel kalter Kamillen- oder Salbeitee - sie wirken entzündungshemmend und beruhigen gereiztes Zahnfleisch. Zusätzlich kann Teebaumöl (ein paar Tropfen in Wasser) zum Spülen oder klassisches Ölziehen mit Speiseöl (z. B. Kokos- oder Olivenöl) die Bakterienzahl im Mund verringern.

Wann sollte man einen Zahnarzt aufsuchen?

Starke Zahnschmerzen sind immer ein Anlass, so schnell wie möglich den Zahnarzt aufzusuchen. Die Symptome können auf eine Zahnerkrankung hinweisen, die schwerwiegende Folgen nach sich ziehen kann.

Viele Menschen zögern den Gang zum Zahnarzt hinaus - in der Hoffnung, der Schmerz vergeht von allein. Dabei gilt: Je früher die Ursache behandelt wird, desto besser.

Warten Sie nicht zu lange ab: Wenn Zahnschmerzen länger als ein bis zwei Tage anhalten oder sehr stark sind, suchen Sie baldmöglichst einen Zahnarzt auf. Außerhalb der Sprechzeiten müssen Sie nicht bis zum nächsten Werktag warten.

Prävention einer Zahnnerventzündung

Vorbeugen ist stets besser als die Behandlung von Erkrankungen. Um eine Zahnnerventzündung zu vermeiden, ist eine gute Mundhygiene unerlässlich:

  • Regelmäßiges Zähneputzen: Putzen Sie Ihre Zähne mindestens zweimal täglich gründlich mit einer fluoridhaltigen Zahnpasta. Idealerweise putzt du deine Zähne nach dem Frühstück und vor dem Schlafengehen etwa drei Minuten lang mit einer weichen Zahnbürste (zum Beispiel der CS 5460 von Curaprox). Einmal am Tag solltest du zusätzlich die Zahnzwischenräume mit einer Interdentalbürste Interdentalbürste reinigen.
  • Verwendung von Zahnseide: Reinigen Sie die Zahnzwischenräume einmal täglich mit Zahnseide, um Plaque und Speisereste zu entfernen.
  • Regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt: Gehen Sie regelmäßig (mindestens einmal jährlich) zur Kontrolluntersuchung zum Zahnarzt, um Karies und andere Zahnerkrankungen frühzeitig zu erkennen und behandeln zu lassen. Wenn dein Zahnarzt regelmässig in deinen Mund schaut, ist die Wahrscheinlichkeit für einen schweren Kariesbefall und eine tiefgreifende Parodontitis deutlich geringer, als wenn du seit Jahren einen grossen Bogen um die Zahnarztpraxis machst. Dein Zahnarzt oder deine Zahnärztin wird Zahnerkrankungen frühzeitig erkennen und rechtzeitig einschreiten, um Schlimmeres zu verhindern, wenn du die empfohlenen Kontrolltermine wahrnimmst. Wenn du Zahnschmerzen hast, solltest du möglichst schnell einen Termin bei deinem Zahnarzt machen und nicht erstmal ein paar Wochen abwarten.
  • Zuckerarme Ernährung: Vermeiden Sie zuckerhaltige Speisen und Getränke, da Zucker die Entstehung von Karies fördert. Bakterien lieben Zucker. Deshalb lernen wir schon im Kindesalter, dass Süssigkeiten schlecht für die Zähne sind. Wenn du deine Ernährung möglichst zuckerarm gestaltest, freuen sich deine Zähne und du wirst seltener unter einer Zahnwurzelentzündung leiden. Expertentipp: Statt mehrmals am Tag kleine Portionen zu naschen, solltest du deine süssen Gelüste möglichst bündeln und lieber einen süssen Nachtisch nach einer Hauptmahlzeit essen. So werden deine Zähne nur einmal von Zucker angegriffen. Low Carb, Clean Eating, Keto Diät, vegane Ernährung - aktuell kursieren viele Ernährungstrends.
  • Professionelle Zahnreinigung: Lassen Sie regelmäßig eine professionelle Zahnreinigung beim Zahnarzt durchführen, um hartnäckige Beläge zu entfernen.

Kostenübernahme durch die Krankenkasse

Ist eine Wurzelbehandlung bei einer Zahnnerventzündung medizinisch notwendig, übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten nur, wenn der Zahn als erhaltungswürdig eingestuft wird. Dafür gibt es bestimmte Voraussetzungen: Bei Backenzähnen muss eine geschlossene Zahnreihe erhalten bleiben (von der Mitte des Kiefers bis zum betroffenen Zahn), und eine einseitige Verkürzung der Reihe nach hinten sollte mit der Behandlung vermieden werden. Die Leistung der Krankenkasse beinhaltet nicht die modernsten Methoden zur elektrometrischen Längenbestimmung der Wurzeln und elektrophysikalisch-chemische Verfahren, mit denen die Kanäle gereinigt und desinfiziert werden. Derartige Leistungen sind durchaus sinnvoll für den Behandlungserfolg und erleichtern die Behandlung für den Patienten, müssen aber privat bezahlt werden.

Nicht jeder Zahn, der durch eine Wurzelkanalbehandlung erhalten werden kann, darf auf Kosten der gesetzlichen Kassen behandelt werden. Die Regelungen dazu sind kompliziert und umfangreich. Eine Wurzelkanalbehandlung als Leistung der Gesetzlichen Krankenversicherung ist möglich, wenn der zu behandelnde Zahn im Sinne der Behandlungsrichtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses* ERHALTUNGSWÜRDIG und ERHALTUNGSFÄHIG ist. Darüber hinaus spielen auch die Beurteilung der Gebisssituation und Fragen, ob der Zahn eine wichtige Funktion im Gesamtsystem hat oder ob eine Gegenbezahnung vorhanden ist, eine Rolle.

tags: #zahnschmerzen #nerv #entzundet #was #tun