Multiple Sklerose (MS), auch bekannt als die Krankheit der tausend Gesichter, ist eine der häufigsten chronisch-neurologischen Erkrankungen im jungen bis mittleren Erwachsenenalter. Die Diagnose MS betrifft das zentrale Nervensystem und kann weitreichende Auswirkungen auf die körperlichen und kognitiven Fähigkeiten haben. Dieser Artikel beleuchtet aktuelle Themen, Forschungsergebnisse und Initiativen im Zusammenhang mit MS, um Betroffenen, Angehörigen und Interessierten einen umfassenden Überblick zu bieten.
Welt-MS-Tag 2025 und die Kampagne „Tausend Gesichter und Deins“
Der Welt-MS-Tag, der jährlich am 30. Mai stattfindet, stand 2025 unter dem Motto „Tausend Gesichter und Deins: Leben mit MS“. Sichtbarkeit, Teilhabe und Information standen im Fokus, um ein starkes Zeichen gegen Isolation und für ein selbstbestimmtes Leben mit MS zu setzen. Die Kampagne sammelte Ideen von Menschen mit MS, wobei Beiträge als Text, Video oder Aktion eingereicht werden konnten. Die Sieger wurden beim Festakt der DMSG von DMSG-Schirmherrn Christian Wulff, Bundespräsident a.D., ausgezeichnet.
THE MAY50K: Benefizaktion zugunsten der MS-Forschung
Parallel zum Welt-MS-Tag wurde die Benefiz- und Fitnesskampagne THE MAY50K durchgeführt. Registrierungen für diese Aktion, die die MS-Forschung unterstützt, waren bereits möglich. Die Spendensumme von über 266.000 Euro zeigt, dass Zusammenhalt etwas bewegt.
Die Zeitschrift "aktiv" der DMSG
Die aktuelle Ausgabe der Mitgliederzeitschrift "aktiv" der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) widmete sich dem Welt-MS-Tag und der Benefizaktion THE MAY50K. Menschen mit MS berichteten über ihre Erfahrungen, wie der Feuerwehrmann Felix, der trotz MS seinen Traum lebt, und Caroline aus Berlin, die den Jakobsweg im Rahmen der MAY50K-Challenge meisterte.
Weitere Themen in "aktiv"
- Diagnose und frühe Therapie: Moderne Verfahren ermöglichen eine schnellere Diagnosestellung, was sich auf die Therapie auswirkt.
- Forschung: Zwei neue von der DMSG geförderte Studien zu „MS und Alter“ werden vorgestellt.
- MS-Vita: Ergebnisse des partizipativen Forschungsprojekts zeigen, wie stark Blasen- und Darmfunktionsstörungen die Lebensqualität beeinflussen.
- DMSG-Akademie: Neue Angebote, Schulungen und digitale Tools für ein aktives Leben mit MS, darunter MS Connect 2.0, der Ernährungs-COACH und das DMSG-Funktionstraining.
- Internationales: Erste Ergebnisse der deutschen Daten aus der europäischen Symptome-Erhebung IMSS werden vorgestellt.
Der Bundesbeirat MS-Erkrankter (BBMSE)
Der neu gewählte Vorstand des BBMSE, der die Interessen von Menschen mit MS im Bundesverband vertritt, stellte sich in der Zeitschrift "aktiv" vor.
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Medizinische Cannabinoide in der MS-Therapie
Seit dem 01.03.2017 können Ärztinnen und Ärzte medizinische Cannabinoide mittels Betäubungsmittelrezept verordnen. Die Indikation und Wirksamkeit sind jedoch weiterhin Gegenstand der Diskussion.
Aktualisierte McDonald-Diagnosekriterien für MS
Die revidierten McDonald-Diagnosekriterien für Multiple Sklerose wurden veröffentlicht und sollen die Diagnosestellung erleichtern.
EBNA-1-spezifische Antikörper und Anti-CD20-Antikörper
Bei MS-Patienten sind EBNA-1 381-452-spezifische Antikörper im Blut vermehrt. Der Anti-CD20-Antikörper Ofatumumab zeigte in Studien eine gute Wirksamkeit und ein günstiges Sicherheitsprofil bei der Behandlung der aktiven schubförmigen MS (RMS).
Neuroforum 2025: Fokus auf personalisierte Therapie
Aktuelle Themen aus der Neurologie standen im Mittelpunkt des Neuroforums 2025 von Novartis. Im Themenblock Multiple Sklerose wurde diskutiert, wie sich die Krankheitsaktivität besser beurteilen lässt und wie Patienten stratifiziert werden können, um eine optimale personalisierte Therapie zu ermöglichen.
Auswirkungen der MS-Therapie auf die Lebensqualität
MS kann die Lebensqualität der Patienten stark beeinträchtigen. Körperliche Einschränkungen, Fatigue, kognitive Probleme, Depressionen und Angst werden als besonders belastend erlebt. Kognitive Symptome werden in der ärztlichen Praxis oft unterschätzt, haben aber eine hohe Relevanz für die Betroffenen.
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MS-Therapie: Vielfalt der Medikamente und Verabreichungsformen
Für die verlaufsmodifizierende Therapie von MS stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung, die sich in Wirkstoff, Häufigkeit und Verabreichungsform unterscheiden. Die Kenntnis über die verschiedenen Verabreichungsformen kann Patienten helfen, gemeinsam mit ihrem Arzt über ihre individuelle Behandlung zu entscheiden.
DMSG fordert Reformen im Gesundheits- und Sozialwesen
Die DMSG veröffentlichte einen Forderungskatalog an die Politik mit zehn Kernforderungen und 28 Positionen zum deutschen Gesundheits- und Sozialwesen, um Reformbedarf in verschiedenen Bereichen zu verdeutlichen.
Forschungsergebnisse und europäische Konferenz zur MS-Prävention
Neuigkeiten aus der Forschung betreffen die Themen Impfschutz, Biomarker Neurofilament-Leichtketten, Risikoabschätzung unter Natalizumab-Biosimilar und Multiple Sklerose und Epstein-Barr-Virus. Zudem gibt es Neues aus dem MS Brain Health Report. Die EMSP-Konferenz in Prag thematisierte die Prävention bei Multipler Sklerose und verwandten Erkrankungen, wobei Experten aus ganz Europa aktuelle Erkenntnisse teilten und Strategien zur Prävention diskutierten.
Aktuelle Medizinische Erkenntnisse und Studien
Ocrelizumab
Eine Studie zeigte, dass der monoklonale Antikörper Ocrelizumab Schübe bei Multipler Sklerose leicht effektiver als andere Medikamente kontrollieren kann.
Gentest
Ein Gentest könnte als Biomarker dienen, um zu signalisieren, ob MS-Patienten mehr von einer Therapie profitieren.
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Neue Klassifikation
Die Multiple Sklerose wird in verschiedene Subtypen unterteilt, wie z.B. „schubförmig“.
Therapie bei Frauen
Frauen im gebärfähigen Alter erhalten seltener krankheitsmodifizierende Therapien.
Stammzellenforschung
Forschern gelang es bei Mäusen, die Regeneration von Myelinscheiden durch Stammzellen zu fördern.
Serum-Neurofilament-Leichtkette (sNfL)
Die sNfL könnte ein Biomarker für die Vorhersage von Rückfällen sein.
Epstein-Barr-Viren (EBV)
EBV befallen B-Lymphozyten und regen diese zur Wanderung an.
Darmbakterien
Bestimmte Darmbakterien könnten mit der Entwicklung von MS in Zusammenhang stehen.
Tolebrutinib
Tolebrutinib könnte eine Therapiemöglichkeit bei einer seltenen Form der MS sein.
Genetik und EBV
Ein positiver HLA-DRB1*15:01-Status in Kombination mit einer Immunantwort gegen EBV könnte das Risiko für MS erhöhen.
Fischkonsum
Ein hoher Fischkonsum bei der Diagnose könnte den Verlauf der MS günstig beeinflussen.
Living-Guideline
Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) hat ihre S2k-Leitlinie zur Diagnose und Therapie der MS aktualisiert und die Patientenpartizipation in den Fokus gerückt.
Impfschutz
MS-Patienten haben oft keinen ausreichenden Impfschutz.
Psychische Erkrankungen
Mütter mit MS haben ein erhöhtes Risiko für psychische Erkrankungen vor und nach der Geburt.
AAN 2024: 6-Jahres-Daten zu Ofatumumab
Die Zulassungsstudien ASCLEPIOS I und II zeigten positive Ergebnisse für den Anti-CD20-Antikörper Ofatumumab.
Rezidive nach Absetzen der Therapie
Auch bei lange stabiler MS können nach Absetzen der verlaufsmodifizierenden Therapie Rezidive auftreten.
Rauchen
Weniger elterliches Rauchen könnte Kinder mit genetischer Prädisposition vor späterer MS schützen.
Synthetische T-Zellen
Synthetische T-Zellen könnten Hirntumore beseitigen, MS lindern und Beta-Zellen im Pankreas schützen.
Schwangerschaft und MS-Medikamente
Einige zur verlaufsmodifizierenden Therapie eingesetzte Wirkstoffe stehen im Verdacht, in der Schwangerschaft schädlich zu sein.
MS-Fatigue
Modafinil und kognitive Verhaltenstherapie zeigen vergleichbare Wirkung bei MS-Fatigue.
Frühe Veränderungen im Immunsystem
CD8-T-Zellen sind bei MS schon früh aktiv.
Krebsrisiko
Menschen mit MS haben ein leicht erhöhtes Krebsrisiko.
Alte Retroviren
Alte Retroviren im Erbgut erhöhen das Risiko auf MS und ALS.
MRT-Läsionen
Neue MRT-Läsionen sprechen auch ohne klinische Verschlechterung für eine Intensivierung der Therapie.
Alltag mit MS: Strategien und Perspektiven
Umgang mit der dunklen Jahreszeit
Die dunkle Jahreszeit kann für Menschen mit MS eine Herausforderung sein. Es gibt jedoch Strategien, um die Zeit aktiv und positiv zu gestalten.
Welche MS-Therapie ist die richtige?
Es gibt keinen Goldstandard für die MS-Therapie. Die Wahl der Therapie sollte individuell auf den Patienten abgestimmt sein.
Digitalisierung im Gesundheitswesen
Die Digitalisierung verändert auch die Versorgung von MS-Patienten, z.B. durch Telemedizin und Apps.
Gesetzesänderungen in der Pflegeversicherung
Gesetzesänderungen in der Pflegeversicherung können Auswirkungen auf MS-Patienten und ihre Angehörigen haben.
Entlastungsmöglichkeiten für pflegende Angehörige
Pflegende Angehörige von MS-Patienten haben Anspruch auf verschiedene Entlastungsmöglichkeiten.
Neue Grundrente und Pauschbeträge
Neue Regelungen zur Grundrente und veränderte Pauschbeträge für Menschen mit Behinderungen können finanzielle Auswirkungen haben.
Austausch mit anderen Betroffenen
Der Austausch mit anderen MS-Betroffenen ist eine wichtige Unterstützung.
Gut gerüstet in den Ruhestand
MS-Patienten über 60 Jahren haben spezielle Fragen zu Themen wie vorgezogenem Ruhestand, Pflege, Hilfsmittel und barrierefreiem Wohnen.
Älter werden mit MS
Das Älterwerden mit MS bringt spezielle Herausforderungen mit sich.
In der Mitte des Lebens
Die Lebensmitte ist ein Zeitpunkt, Bilanz zu ziehen und gegebenenfalls Veränderungen vorzunehmen.
Gedichte als Therapie
Kreative Ausdrucksformen wie Gedichte können eine hilfreiche Strategie zur Bewältigung der Krankheit sein.
Achtsamkeit
Achtsamkeit kann helfen, sich selbst besser wahrzunehmen und (Körper-)Signale zu erkennen.
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