AscoTop® und andere Zolmitriptan-haltige Medikamente zur Behandlung von Migräne

Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die durch wiederkehrende, oft sehr starke Kopfschmerzen gekennzeichnet ist. Diese Kopfschmerzen können von weiteren Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Lichtempfindlichkeit und Geräuschempfindlichkeit begleitet sein. Es gibt verschiedene Medikamente zur Behandlung von Migräne, darunter auch solche, die den Wirkstoff Zolmitriptan enthalten. Zu diesen gehört unter anderem AscoTop®.

AscoTop® Nasal: Ein Nasenspray zur Migränebehandlung

AscoTop® Nasal ist ein Medikament zur Behandlung von Migräne und Cluster-Kopfschmerzen. Im Gegensatz zu vielen anderen Migränemitteln wird AscoTop® Nasal als Nasenspray und nicht in Tablettenform verabreicht. Das Nasenspray enthält den Wirkstoff Zolmitriptan und ist verschreibungspflichtig.

Anwendungsgebiete

AscoTop® Nasal 5 mg wird zur Behandlung von mittelschweren bis schweren Migräneanfällen sowie bei Cluster-Kopfschmerzen eingesetzt. Es kann bei Erwachsenen sowohl bei Migräne mit Aura als auch ohne Aura angewendet werden.

Vorteile des Nasensprays

Ein wesentlicher Vorteil der Anwendung als Nasenspray ist, dass der Wirkstoff nicht erst den Magen-Darm-Trakt passieren muss, um in die Blutbahn zu gelangen. Dies führt zu einer schnelleren Aufnahme und somit zu einem schnelleren Wirkungseintritt. Studien zeigen, dass die schmerzlindernde Wirkung des Sprays innerhalb von 15 Minuten einsetzt, da der Wirkstoff bereits nach zwei Minuten im Blut nachweisbar ist.

Wirkungsweise

AscoTop® Nasal 5 mg ist ein Triptan. Es bekämpft typische Migränesymptome, indem es die im Zuge eines Migräneanfalls erweiterten Blutgefäße im Kopf wieder verengt.

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Anwendungshinweise

Vor der Anwendung von AscoTop® Nasal sollte die Nase gründlich gereinigt werden, besonders bei Erkältungen. Der Schutzdeckel des Sprays wird entfernt, die Spitze in ein Nasenloch eingeführt, während das andere Nasenloch zugehalten wird. Der Kopf wird leicht in den Nacken gelegt und der Mund geschlossen. Durch Druck auf den Stempel wird der Wirkstoff freigesetzt, was durch ein Klick-Geräusch hörbar ist. Anschließend wird die Spitze aus der Nase gezogen, der Kopf kurz nach hinten geneigt und die Nase hochgezogen. Danach sollte etwa zehn Sekunden lang gleichmäßig durch den Mund geatmet werden.

Dosierung

Die empfohlene Einzeldosis beträgt 5 mg Zolmitriptan pro Nasenloch. Bei unzureichender Linderung der Symptome kann nach zwei Stunden eine zweite Dosis verabreicht werden, sofern keine Nebenwirkungen aufgetreten sind. Die maximale Tagesdosis sollte 10 mg (zwei Sprühstöße) nicht übersteigen.

Gegenanzeigen und Warnhinweise

Zolmitriptan-Nasensprays dürfen nicht von Personen angewendet werden, die allergisch auf den Wirkstoff reagieren. Bei bestimmten Vorerkrankungen wie Bluthochdruck, Herzinfarkt, koronarer Herzkrankheit, Angina Pectoris, arteriellen Verschlusskrankheiten, Schlaganfall oder schweren Nierenfunktionsstörungen ist die Anwendung kontraindiziert. Auch bei bestimmten Formen der Migräne (Basilarismigräne, Opthalmoplegie, hemiplegische Migräne) ist Zolmitriptan nicht geeignet.

Wechselwirkungen

Es sind Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten möglich. Besondere Vorsicht ist geboten bei der gleichzeitigen Einnahme von MAO-A- oder MAO-B-Hemmern, SSRIs (selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmern), anderen Triptanen, Antidepressiva oder Medikamenten, die Ergotamin enthalten. Auch von einer gemeinsamen Einnahme mit Cimetidin, Johanniskraut-Präparaten und Chinolonen-Antibiotika ist abzuraten.

Nebenwirkungen

Wie bei allen Medikamenten können auch bei AscoTop® Nasal Nebenwirkungen auftreten. Sehr häufige Nebenwirkungen bei der Anwendung als Nasenspray sind Störungen des Geschmacksempfindens. Häufige Nebenwirkungen sind unter anderem unnormale Wahrnehmung, Schwindel, Kopfschmerzen, Überempfindsamkeit, Schläfrigkeit, Wärmeempfinden, Herzklopfen, Nasenbluten, Bauchschmerzen, Übelkeit, Mundtrockenheit und Muskelschwäche. Seltene, aber schwerwiegende Nebenwirkungen sind Herzinfarkt, Angina Pectoris und Krämpfe der Herzkranzgefäße. Bei Auftreten von Nebenwirkungen sollte umgehend ein Arzt konsultiert werden.

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Schwangerschaft und Stillzeit

Während der Schwangerschaft sollte Zolmitriptan nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung angewendet werden, da im Tierversuch Hinweise auf Schädigungen des Ungeborenen gefunden wurden. Es ist nicht bekannt, ob der Wirkstoff in die Muttermilch übergeht. Vorsichtshalber sollte 24 Stunden nach der Einnahme von Zolmitriptan nicht gestillt werden.

Anwendung bei Kindern

Über den Einsatz bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren liegen noch keine ausreichenden Erfahrungen vor. Daher sollten Kinder und Jugendliche Zolmitriptan nicht anwenden.

AscoTop® Filmtabletten

Neben dem Nasenspray gibt es AscoTop® auch in Form von Filmtabletten. Diese enthalten ebenfalls den Wirkstoff Zolmitriptan und werden zur Behandlung von Migräne (mit und ohne Aura) sowie bei Migräne, die mit der Menstruation einhergeht, eingesetzt.

Dosierung der Filmtabletten

Die Behandlung mit den Filmtabletten sollte so früh wie möglich nach Einsetzen des Migränekopfschmerzes beginnen. Zunächst wird eine Filmtablette eingenommen. Treten die Schmerzen nach einer anfänglichen Besserung wieder auf, so kann eine weitere Filmtablette geschluckt werden. Der Abstand zwischen den Einnahmen muss aber mindestens zwei Stunden betragen und pro Tag sollen insgesamt nicht mehr als zehn Milligramm Zolmitriptan (zwei Filmtabletten) angewendet werden. Die Filmtabletten sind unzerkaut mit reichlich Wasser einzunehmen.

Nebenwirkungen bei Einnahme der Filmtabletten

Häufige Nebenwirkungen bei Einnahme der Filmtabletten sind Schwindel, Schläfrigkeit, Wärmeempfinden, Empfindungsstörungen, Missempfindungen, Übelkeit, Mundtrockenheit, Muskelschwäche, Muskelschmerzen, Kraftlosigkeit, Schweregefühl (der Gliedmaßen), Engegefühl (im Rachen und Halsbereich) und Brustenge. Gelegentliche Nebenwirkungen sind Herzrasen, Herzstolpern, Blutdruckanstieg, Druckgefühl (in Brust und Halsbereich), Brustschmerzen und Halsschmerzen. Seltene Nebenwirkungen sind Juckreiz der Haut und Nesselsucht. Sehr seltene Nebenwirkungen sind Herzinfarkt, Angina Pectoris, Herzkranzgefäßkrämpfe, Magen-Darm-Durchblutungsstörungen, Milzinfarkt, blutiger Durchfall, Bauchschmerzen und vermehrter Harndrang.

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Weitere Medikamente mit Zolmitriptan

AscoTop® ist nicht das einzige Medikament, das Zolmitriptan enthält. Es gibt auch andere Präparate mit diesem Wirkstoff, die in verschiedenen Darreichungsformen (z.B. Schmelztabletten) erhältlich sind.

Neue Entwicklungen in der Migränebehandlung

Neben den Triptanen wie Zolmitriptan gibt es auch neue Klassen von Medikamenten zur Migränebehandlung, die in den letzten Jahren entwickelt wurden: Ditane und Gepante.

Ditane

Ditane wirken wie Triptane am Serotoninrezeptor, allerdings selektiv an 5-HT1F. Im Gegensatz zu Triptanen haben Ditane keine gefäßverengende Wirkung in den peripheren Blutgefäßen und können daher auch bei Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingesetzt werden. Ein Beispiel für einen Ditan ist Lasmiditan (Rayvow®), das zur Akutbehandlung von Migräneattacken mit oder ohne Aura zugelassen ist.

Gepante

Gepante sind Antagonisten am Rezeptor des Neuropeptids Calcitonin-Gene-Related Peptide (CGRP), das eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Migräne spielt. Sie heben die Wirkung von CGRP auf und wirken somit gefäßerweiternd. Ein Beispiel für einen Gepanten ist Rimegepant (Vydura®), das sowohl zur Prävention von episodischer Migräne als auch zur Akuttherapie der Migräne eingesetzt werden kann.

Bedeutung einer umfassenden Migränebehandlung

Die Behandlung von Migräne sollte individuell auf den Patienten abgestimmt sein und neben Medikamenten auch nicht-medikamentöse Maßnahmen wie Entspannungstechniken, Stressmanagement und die Vermeidung von Triggerfaktoren umfassen. Es ist wichtig, dass Patienten sich von einem Arzt oder Apotheker umfassend beraten lassen, um die für sie geeignete Therapie zu finden.

Grünenthal übernimmt Zomig® (Zolmitriptan) von AstraZeneca

Im Oktober 2018 hat Grünenthal die Zulassung von AscoTop® (Zolmitriptan) von AstraZeneca übernommen. Grünenthal hat außerdem die weltweiten Rechte an Zomig® (Zolmitriptan) erworben, einem Medikament, das ebenfalls zur Akutbehandlung von Migräne und Clusterkopfschmerzen zugelassen ist.

Informationen für Ärzte und Patienten

Auf den Webseiten www.ascotop-nasal.de und www.migräne-ohne-mich.de können sich Ärzte und Patienten über Migräne informieren.

ZAVA als Ansprechpartner bei Migräne

ZAVA ist ein Online-Anbieter, der Patienten bei Migräne unterstützt. Über ZAVA können Patienten eine Online-Beratung durch einen Arzt erhalten und gegebenenfalls ein Rezept für ein geeignetes Medikament bekommen.

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