Muskelzittern kann ein Hinweis auf eine Erkrankung der Nerven sein, ein sogenannter Tremor. In der Neurologie ist Tremor ein häufiges Symptom, das in Ruhe oder bei Bewegungen auftreten kann. Ein eingeklemmter Nerv kann ebenfalls Ursache für Zittern sein. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Ursachen von Zittern, insbesondere im Zusammenhang mit einem eingeklemmten Nerv, sowie die diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten.
Tremor: Wenn die Muskeln unkontrolliert zittern
Tremor ist ein unwillkürliches, rhythmisches Muskelzittern. Es gibt verschiedene Arten von Tremor, die sich hinsichtlich ihrer Ursachen und Ausprägungen unterscheiden.
- Ruhetremor: Tritt auf, wenn der Körperteil entspannt ist. Ein typisches Beispiel ist das Zittern der Hände bei Morbus Parkinson.
- Aktionstremor: Tritt bei willkürlichen Bewegungen auf. Der essenzielle Tremor ist eine häufige Form des Aktionstremors.
Essentieller Tremor
Der essenzielle Tremor ist eine der häufigsten neurologischen Bewegungsstörungen. Betroffene können die Hände in Ruhe oft noch still im Schoß halten. Er äußert sich durch unkontrollierbares Zittern, das verschiedene Muskelgruppen betreffen kann, am häufigsten die Hände. Aber auch Kopf und Stimme können in Mitleidenschaft gezogen werden. Im weiteren Verlauf kann sich das Zittern auch auf den Kopf, die Stimme und die Beine ausbreiten. Die Ursachen sind unbekannt, vermutlich spielen erbliche Faktoren eine Rolle. Hirnareale, die für die Steuerung von Bewegungen zuständig sind, sind überaktiv. Es gibt keine zielgerichtete Therapie, da die Ursache nicht bekannt ist. Verschiedene Medikamente können das Zittern aber vermindern oder unterdrücken, damit Betroffene im Alltag weniger beeinträchtigt sind. Wer die Medikamente nicht verträgt und unter sehr starken Symptomen wie zitternder Stimme oder Kopfzittern leidet, kann von der sogenannten tiefen Hirnstimulation profitieren. Ein unter dem Schlüsselbein implantierter Impulsgeber wird über Kabel mit den Elektroden verbunden und gibt, ähnlich wie ein Herzschrittmacher, Impulse ab - und zwar an den sogenannten Thalamus. Die Hirnregion ist für die unbewusste Steuerung willkürlicher Bewegungen zuständig und auch für die Entstehung des Tremors verantwortlich. Inzwischen gibt es in einigen Behandlungszentren ein neues Verfahren, das bei einem essenziellen Tremor helfen kann: Dabei werden aus mehreren Richtungen hochintensive Ultraschallwellen gebündelt und präzise gesteuert auf einen kleinen Punkt im Gehirn gerichtet, der für das Zittern mit verantwortlich ist. Durch die an diesem Punkt entstehende Hitze wird die Erregungsleitung unterbrochen und das Zittern verringert.
Parkinson-Tremor
Bei Morbus Parkinson zittern die Betroffenen vor allem in Ruhe. Sobald sie ihre Hand gebrauchen, zum Beispiel einen Stift halten, schreiben oder Klavier spielen, zittern sie kaum noch. Beim sogenannten Spiraltest zeichnen sie die Spirale allerdings oft kleiner als die Vorlage.
Eingeklemmter Nerv: Ursachen und Symptome
Ein eingeklemmter Nerv entsteht, wenn ein Nerv durch umliegendes Gewebe wie Knochen, Knorpel, Muskeln oder Sehnen komprimiert wird. Dieser Druck kann zu Schmerzen, Kribbeln, Taubheit oder Schwäche in dem Bereich führen, den der Nerv versorgt. Häufige Ursachen für einen eingeklemmten Nerv sind:
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- Wiederholte Bewegungen: Arbeiten mit ständig gebeugtem Handgelenk oder einseitige Belastungen.
- Fehlhaltungen: Langanhaltende Fehlhaltungen.
- Verletzungen: Bandscheibenvorfälle mit Nervenschädigungen.
- Druckschäden: Durch unbewussten Druck.
Typische Anzeichen für einen eingeklemmten Nerv sind:
- Schmerzen
- Kribbeln
- Taubheit
- Schwäche - meist in Rücken, Arm oder Bein
Ein eingeklemmter Nerv macht sich oft plötzlich bemerkbar. Es fühlt sich an, als wäre ein Arm oder Bein „eingeschlafen“.
HWS-Syndrom und eingeklemmte Nerven
Im Bereich der Halswirbelsäule (HWS) befinden sich die Nerven dicht an den Kopfgelenken, am Schultergürtel und an den Wirbeln. Drückt ein verspannter Muskel im Nacken dort auf einen Nerv, sendet das Gehirn falsche Signale über die Lage des Kopfes an das Gleichgewichtszentrum. Dies löst bei Betroffenen häufig Schwindel (zervikaler Schwindel) und Übelkeit aus. Manchmal treten bei Menschen mit einem HWS-Syndrom auch Ohrgeräusche (Tinnitus), Herzrasen oder Schluckbeschwerden auf. Löst ein Bandscheibenvorfall das HWS-Syndrom aus und sind Nervenwurzeln geschädigt, klagen Patienten über Gefühlsstörungen, Missempfindungen und Taubheit in den Fingern sowie Zittern und Schwäche in den Armen. Letzteres äußert sich beispielsweise dadurch, dass Betroffenen ein Gegenstand aus der Hand fällt. Bei einem schweren Bandscheibenvorfall haben Menschen mit einem Zervikalsyndrom manchmal auch einen unsicheren Gang und Probleme beim Gehen (Gangstörungen). In seltenen Fällen ist auch die Funktion der Blase beeinträchtigt. Betroffenen fällt es dann meist schwer, ihre Blase zu kontrollieren und ihren Harn zurückzuhalten (Inkontinenz). Bei Menschen mit einem Zervikalsyndrom ist unter Umständen auch das Sehen beeinträchtigt. Dies passiert unter anderem dann, wenn verspannte Muskeln Nerven im Kopf-Nacken-Bereich einklemmen oder die Durchblutung zu den Sehnerven hemmen. Dies äußert sich dann unter anderem in Form von „Flimmern“ vor den Augen.
Zittern und neurologische Erkrankungen
Muskelzittern kann auf eine Erkrankung der Nerven hindeuten. Hinweise auf die Tremor-Ursachen gibt eine umfangreiche Diagnostik: Durch eine klinische Untersuchung, Blutuntersuchungen und Aufnahmen des Gehirns lassen sich viele Erkrankungen ausschließen.
Funktionelle Bewegungsstörungen
Funktionelle Bewegungsstörungen zeigen sich oft plötzlich - etwa durch Zittern, Verlangsamung oder ungewöhnliche Bewegungen. Die Symptome treten oft in Zusammenhang mit anderen körperlichen oder psychischen Belastungen auf. Ein wechselhafter Verlauf mit guten und schlechten Tagen ist typisch. Die genaue Ursache einer funktionellen Bewegungsstörung ist sehr individuell. Bewegungen, die üblicherweise ganz unbewusst und automatisch ablaufen (z. B. Auch können Bewegungsmuster aus einer vorausgegangenen Problematik (z. B. Menschen, die bereits eine andere neurologische Bewegungsstörung haben, können zusätzlich funktionelle Ausfälle entwickeln. Wichtige psychische Risikofaktoren sind traumatische Erfahrungen (z. B.
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Morbus Wilson
Ein besonders eindrückliches Beispiel für die Bedeutung einer korrekten Diagnose ist die Geschichte einer Patientin, bei der jahrelang ein essenzieller Tremor vermutet wurde, bis schließlich Morbus Wilson diagnostiziert wurde. Morbus Wilson ist eine seltene, erbliche Stoffwechselstörung, bei der Kupfer nicht richtig ausgeschieden wird und sich in verschiedenen Organen, insbesondere in der Leber und im Gehirn, ansammelt. Die Patientin berichtete von einem plötzlichen Zittern des Kopfes im Alter von 23 Jahren, gefolgt von einem Tremor im ganzen Körper. Da die Ärzte zunächst keine organischen Ursachen fanden, wurde das Zittern auf psychische Probleme zurückgeführt. Erst nach fünf Jahren wurde durch eine aufmerksame Augenärztin der Kayser-Fleischer-Ring entdeckt, ein typisches Zeichen von Morbus Wilson. Die anschließende Diagnose und Behandlung mit Metalcaptase führten zu einer deutlichen Verbesserung ihres Zustands.
Innere Unruhe und Zittern
Innerliches Zittern bezeichnet ein Phänomen, bei dem im Körperinneren ein Zittern wahrgenommen wird, ohne dass ein äußerliches Muskelzittern zu sehen ist. Es handelt sich um eine Form der inneren Unruhe, die sowohl körperliche als auch seelische Ursachen haben kann. Oftmals ist das innerliche Zittern eine körperliche Reaktion auf Angst und Stress. Betroffene beschreiben ein innerliches Zittern auch als Kribbeln, Summen, Vibrieren, Brummen, Beben oder Flattern und sie verspüren es - selbst im absoluten Ruhezustand - entweder in bestimmten Körperteilen oder am ganzen Körper. Häufig kommt das innerliche Zittern in den Beinen, in den Armen und im Rumpf vor. Die Vibrationen treten kurzzeitig auf oder halten über einen längeren Zeitraum an. Die Unruheempfindung ist an sich nicht gefährlich, sie kann aber auf eine vorliegende Grunderkrankung (z.B. der Schilddrüse oder der Psyche) hinweisen, insbesondere dann, wenn sie mit weiteren körperlichen oder seelischen Beschwerden einhergeht. Innerliches Zittern quält die Betroffenen; für sie ist der Zustand meist unangenehm oder beunruhigend. Bleibt das Problem über einen längeren Zeitraum bestehen, kann sich der Leidensdruck stark steigern und das die Lebensqualität einer Person stark beeinträchtigen. Die Beschwerden beschränken sich häufig nicht nur auf das innerliche Zittern im Körper, sondern stellen die Betroffenen vor viele weitere alltägliche Herausforderungen. Einige Patienten etwa erfahren die innere Unruhe weniger als Zittern, sondern eher als lautes Dröhnen oder Rauschen in ihrem Kopf. Und das direkt morgens nach dem Aufwachen. Bei anderen vibriert der Körper, mal mit mal ohne erkennbaren Auslöser, tagsüber eine Zeit lang und abends legen sich die Beschwerden wieder.
Ursachen für innerliches Zittern
Innerliches Zittern hat mehrere mögliche Ursachen. Zum einen ist es ein Begleitsymptom verschiedener Erkrankungen oder Zustände. Psychische Belastung ist die häufigste Ursache für innerliches Zittern. Stehen Sie ständig unter Strom und finden keine ausreichende Entspannung, ist Ihr Körper permanent hohem Stress ausgesetzt und das dauernd gereizte Nervensystem kann in der Folge mit Überaktivierung und überschießenden Impulsen antworten. Intensiver Stress kann sich gefährlich auf Ihre Lebensqualität auswirken. Wenn Sie unter chronischem Stress leiden, sind Sie weniger leistungsfähig, reizbarer, werden schneller krank und haben ein erhöhtes Risiko für diverse psychische Erkrankungen. Innerliches Zittern im Körper kann außerdem ein Symptom psychischer Erkrankungen sein. Dazu gehören vor allem Angststörungen und Depressionen, aber auch Schizophrenie, Demenz und bipolare Störungen. Rührt das Zittern im Inneren nicht von einer seelischen Dysbalance her, stecken körperliche Unzulänglichkeiten bzw. Eine weit verbreitete neurologische Störung ist das Restless-Legs-Syndrom (RLS). Hier spüren Betroffene Missempfindungen in den Beinen (vereinzelnd auch in anderen Körperregionen). Die Missempfindungen werden als ein Kribbeln, ein Ziehen oder ein Brennen beschrieben und lösen einen starken Bewegungsdrang aus. Magnesium ist ein wichtiger Mineralstoff, der unter anderem eine große Rolle bei der Nerven- und Muskeltätigkeit spielt. Ein Mangel äußert sich durch Müdigkeit, erhöhte Reizbarkeit sowie psychische und körperliche Unruhe. Typisch sind insbesondere neuromuskuläre Symptome: Betroffene leiden an Muskelkrämpfen und -verspannungen, Zuckungen, innerlichem Zittern und Taubheit. Ein Kribbeln macht sich zuallererst in den Fingern und Füßen bemerkbar. Bei der Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) produziert die Schilddrüse zu viele Hormone. Dadurch geraten viele Körperfunktionen in ein Ungleichgewicht und insbesondere das Herz arbeitet unnötig viel. Längeres Sitzen fördert muskuläre Verspannungen. Diese beeinträchtigen wiederum die Nerven, die mit den Armen und Beinen verbunden sind. Zu den Folgen gehören Taubheitsgefühle und Kribbeln. Bei muskulären Verspannungen leiden Betroffene häufig zusätzlich unter Kopfschmerzen, Bewegungseinschränkungen, Übelkeit und Schwindel. Die Verspannungen treten meist im Nacken oder im Rücken auf. Ein schlechte Haltung und ungünstige ergonomische Faktoren verstärken die Problematik. Bewegungsmangel hat auch einen negativen Einfluss auf die Psyche. Bei einer Unterzuckerung (Hypoglykämie) enthält das Blut zu wenig Glukose. Unter anderem das Gehirn ist auf Zucker als Energiequelle angewiesen. Es reagiert schon auf leichte Unterzuckerung mit der Ausschüttung von Adrenalin, was neben vielen weiteren Nervosität, innerliches und äußeres Zittern, Schwitzen und Hunger auslöst. Nicht alle Frauen haben Beschwerden, wenn sie in die Wechseljahre kommen. Ein Drittel aller Frauen erleben in dieser Phase ihres Lebens allerdings verschiedene, teils stark belastende Symptome. Dazu gehören auch innerliches Frieren und Zittern, Nervosität und eine allgemeine Unruhe. Chronischer Schlafmangel wirkt sich auf vielen Ebenen negativ auf die Lebensqualität und die körperliche sowie geistige Gesundheit aus. Studien haben festgestellt, dass Schlafmangel auch die Nervenfunktion beeinträchtigen kann, wodurch sich koordinative Fähigkeiten und Feinmotorik verschlechtern. Darüber hinaus können die Nerven nicht mehr ausreichend regenerieren, weil dieser Prozess im Schlaf stattfindet. Das führt zu einer Überempfindlichkeit der Nerven, wodurch die betroffenen Personen Reize schneller als unangenehm und schmerzhaft wahrnehmen. Innerliches Zittern kann eine Langzeitfolge verschiedener Infektions- und Viruserkrankungen sein, bei denen das Nervensystem in Mitleidenschaft gezogen wird. Zu nennen ist hier beispielsweise Lyme-Borreliose, wenn sie eine Entzündung der Nervenknoten auslöst. Bei manchen Medikamenten gehören innerliches Zittern und Unruhe zu den Nebenwirkungen. Werfen Sie einen Blick in den Beipackzettel, wenn Sie Medikamente einnehmen und unter Zitterzuständen leiden. Möglicherweise ist es unter Absprache mit einem Arzt nötig, die Dosierung zu verringern. Genau wie Medikamente stimuliert auch Koffein das Nervensystem. Ein übermäßiger Konsum führt zu körperlichem Stress und verursacht so unter anderem innerliches Zittern, Unruhe, Nervosität und Angstgefühle.
Was tun bei innerlichem Zittern?
In vielen Fällen hängt die innerliche Unruhe mit Stress oder einer ungesunden Lebensweise zusammen. Um das innerliche Zittern im Körper zu reduzieren oder verschwinden zu lassen, müssen Sie diese Faktoren unbedingt als mögliche Auslöser für Ihr Leiden in Betracht ziehen und aktiv dagegen vorgehen. So kann es beispielsweise schon helfen, wenn Sie lernen, bewusst zu entspannen, gesünder essen und mehr Bewegung in Ihren Alltag integrieren. Nicht zuletzt gibt es auch pflanzliche Wirkstoffe, die die Nerven beruhigen und Entspannung fördern können. Eine ausgewogene und vitalstoffreiche Ernährung bildet die Grundlage für den reibungslosen Ablauf aller körperlichen Prozesse. Dazu gehört, dass Sie hochwertige Eiweiße, Vitamine, komplexe Kohlenhydrate und Mineralstoffe zu sich nehmen. Die Vitamine B1, B2, B6, B12 und Niacin (z.B. Vitamin C (z.B. Magnesium und Kalium (z.B. Jod (in Jodsalz und Meeresfrüchten) und Kupfer (z.B. Eiweiß (z.B. Vermeiden Sie Lebensmittel, die innere Unruhe begünstigen. Dazu gehören Produkte mit Einfachzucker (viele Süßigkeiten) und Speisen mit schnellen Kohlenhydraten wie Weißbrot und Weißmehl-Pasta. Diese Speisen lassen den Blutzuckergehalt schnell ansteigen und ihn kurze Zeit später ebenso schnell wieder abfallen. Die Folge ist ein plötzlicher Energieabfall, der mit Unruhe, Nervosität und innerlichem Zittern im Körper einhergeht. Genussmittel wie Kaffee, Energy-Drinks, Zigaretten und Alkohol bedeuten für den Körper großen Stress. Gerade gegen die Bewältigung von Stress ist körperliche Aktivität eine sehr hilfreiche Methode. Dabei setzt Ihr Gehirn nämlich Endorphine frei, die zu den sogenannten „Glückshormonen“ gehören und Stress effektiv abbauen. Außerdem bekommen Sie durch die Endorphin-Ausschüttung eine bessere Stimmung, sind ausgeglichener und glücklicher. Das Durchführen von sehr anstrengenden Sportarten ist dafür weder nötig noch nützlich. Wählen Sie stattdessen die Ausdauer fördernde Aktivitäten wie Schwimmen, Laufen oder Radfahren aus. Gut zu wissen: Haben Sie gewusst, dass sich der Aufenthalt im Wald positiv auf die Gesundheit auswirkt? Vor allem die bewusste Wahrnehmung der besonderen Wald-Aromen wirkt Stress entgegen. Gerade wenn Sie beruflich viel sitzen, sollten Sie hin und wieder aufstehen und ein paar Schritte gehen. Ständige Anstrengung und Anspannung sind Gift für Ihren Körper. Daher sollten Sie sich Strategien überlegen, um Stress im Alltag zu reduzieren. Durch diese oder andere Übungen lernen Sie, Ihren Körper bewusst wahrzunehmen, Ihre Muskulatur zu entspannen und Nervosität abzulegen. Probieren Sie verschiedene Methoden aus, um herauszufinden, mit welcher Sie am besten zurechtkommen. Vielleicht hilft es Ihnen auch, zunächst an professionellen Entspannungskursen teilzunehmen. Bonustipp: Geben Sie nicht gleich auf, wenn Ihre Entspannungsübung nicht sofort Wirkung zeigt. Auch Entspannung muss man lernen. Eine häufige Quelle für Stress und innere Unruhe ist das Gefühl der Überforderung. Effektives Zeitmanagement und die Priorisierung von Aufgaben helfen Ihnen dabei, dieses Gefühl zu reduzieren. Setzen Sie sich realistische Ziele und treten Sie Ihrer Gesundheit zuliebe auch mal einen Schritt zurück. Bestimmte Wirkstoffe dienen der Nervenberuhigung und der Entspannung. Setzen Sie sie bei nervöser Unruhe und innerlichem Zittern ein, um besser entspannen zu können und leichter in den Schlaf zu finden. Pflanzliche Beruhigungsmittel kommen häufig ohne Nebenwirkungen aus. Trotzdem sollten Sie sie nicht dauerhaft einnehmen, sondern mit der Zeit lernen, auch ohne medizinische Hilfsmittel Wege zu finden, Ihre Unruhe zu reduzieren. Prüfen Sie stets eventuell vorhandene Warnhinweise der Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel und sprechen die Einnahme sicherheitshalber mit Ihrem Arzt ab. Mittel mit diesen und weiteren Wirkstoffen gibt es als Tabletten, Kapseln, Öl oder Teemischungen. Wichtig: Hält Ihr innerliches Zittern länger an und zeigen die in diesem Ratgeber vorgeschlagenen Maßnahmen zur Selbsthilfe keine zufriedenstellende Wirkung, konsultieren Sie bitte einen Arzt. Innerliches Zittern ist von außen nicht wahrnehmbar, fühlt sich aber für den Betroffenen selbst sehr real an. Während viele verschiedene Erkrankungen und andere Einflüsse innerliches Zittern verursachen können, bleibt die häufigste Erklärung psychischer Stress. Anpassungen im Lebensstil und Methoden zur gezielten Entspannung helfen vielen Patienten dabei, ihre innere Unruhe und somit auch das innerliche Zittern zu reduzieren.
Diagnostik bei Zittern und Verdacht auf eingeklemmten Nerv
Um die Ursache von Zittern und einem möglichen eingeklemmten Nerv zu ermitteln, sind verschiedene diagnostische Schritte notwendig:
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- Anamnese und körperliche Untersuchung: Der Arzt erfragt die genauen Symptome, Vorerkrankungen und Medikamenteneinnahme.
- Neurologische Untersuchung: Überprüfung der Reflexe, Muskelkraft, Koordination und Sensibilität.
- Elektrophysiologische Untersuchungen: Messung der Nervenleitgeschwindigkeit, um die Funktion der Nerven zu beurteilen.
- Bildgebende Verfahren: MRT (Kernspintomografie) oder CT (Computertomografie), um Bandscheibenvorfälle, Tumore oder andere strukturelle Veränderungen auszuschließen.
- Blutuntersuchungen: Überprüfung auf Stoffwechselstörungen, Entzündungen oder Vitaminmangel.
Behandlungsmöglichkeiten
Die Behandlung von Zittern und einem eingeklemmten Nerv richtet sich nach der Ursache.
Konservative Therapie
- Schonung und Ruhigstellung: Vermeidung von Belastungen, die den Nerv zusätzlich reizen.
- Schmerztherapie: Medikamente zur Linderung von Schmerzen und Entzündungen.
- Physiotherapie: Gezielte Übungen zur Entlastung des Nervs, Stärkung der Muskulatur und Verbesserung der Beweglichkeit.
- Ergotherapie: Anpassung von Arbeitsplatz und Alltag, um Fehlhaltungen und Belastungen zu reduzieren.
- Entspannungstechniken: Stress kann das Zittern verstärken, daher sind Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder progressive Muskelentspannung hilfreich.
Medikamentöse Therapie
- Tremor: Medikamente wie Beta-Blocker oder Antiepileptika können das Zittern reduzieren.
- Parkinson: Medikamente, die den Dopaminmangel ausgleichen, wie L-Dopa.
- Rigor: Medikamente zur Muskelentspannung
Operative Therapie
Operative Maßnahmen kommen infrage, wenn die konservative Behandlung nicht ausreichend hilft oder die Beschwerden sich verschlimmern. Bei einem eingeklemmten Nerv kann eine Operation erforderlich sein, um den Druck auf den Nerv zu entlasten. Bei einem essenziellen Tremor kann die tiefe Hirnstimulation eine Option sein, um das Zittern zu reduzieren.
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