Zoely: Wirkung, Anwendung und wichtige Hinweise

Zoely ist eine Kombinationspille, die zur oralen Empfängnisverhütung eingesetzt wird. Sie enthält zwei verschiedene Hormone: ein Östrogen und ein Gestagen. Im Gegensatz zu den meisten Kombinationspillen verwendet Zoely ein körpereigenes Östrogen, was das Thromboserisiko potenziell verringern soll. Klinische Bestätigungen hierfür stehen jedoch noch aus. Studien haben gezeigt, dass die Abbruchblutungen unter Zoely kürzer sein können. Zudem zeichnet sich Zoely durch einen geringen Pearl-Index aus, was auf eine hohe Wirksamkeit bei korrekter Einnahme hinweist.

Wie Zoely wirkt

Wie alle Kombinationspillen wirkt Zoely auf zwei Arten:

  1. Östrogenwirkung: Das enthaltene Östrogen hemmt die Reifung des befruchteten Eis im Eierstock und unterdrückt den Eisprung, indem es die hierfür benötigten Hormone hemmt. Dies führt zu einer empfängnisverhütenden Wirkung. Zudem sorgt der Östrogenanteil dafür, dass Zwischenblutungen seltener auftreten.
  2. Gestagenwirkung: Das Gestagen verdickt das Gebärmuttersekret, wodurch Spermien nur schwer oder gar nicht zur Gebärmutter gelangen können.

Die Packung enthält sowohl Pillen mit Wirkstoff als auch Placebo-Pillen, um die regelmäßige Einnahme zu erleichtern. Die Placebo-Pillen werden während der hormonfreien Phase eingenommen und enthalten keinen Wirkstoff.

Es ist wichtig zu beachten, dass hormonelle Verhütungsmethoden wie Zoely nicht vor Geschlechtskrankheiten schützen. Für einen zusätzlichen Schutz sollte eine Barrieremethode wie ein Kondom verwendet werden.

Inhaltsstoffe von Zoely

Die wirkstoffhaltigen, weißen Pillen enthalten:

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  • Estradiol (ein körpereigenes Östrogen) mit einer Dosierung von 1,5 mg
  • Nomegestrolacetat (ein Gestagen) mit einer Dosierung von 2,5 mg

Weitere Bestandteile der wirkstoffhaltigen Pillen sind: Lactose 1H2O, mikrokristalline Cellulose (E 460), Crospovidon (E 1201), Talkum (E 553b), Magnesiumstearat (Ph. Eur.) (E 572), hochdisperes Siliciumdioxid, Poly(vinylalkohol) (E 1203), Titandioxid (E 171), Macrogol 3350 sowie Talkum (E 553b).

Die gelben Placebo-Pillen enthalten keinen Wirkstoff, sondern lediglich: Lactose 1H2O, mikrokristalline Cellulose (E 460), Crospovidon (E 1201), Talkum (E 553b), Magnesiumstearat (Ph. Eur.) (E 572), hochdisperes Siliciumdioxid, Poly(vinylalkohol) (E 1203), Titandioxid (E 171), Macrogol 3350, Talkum (E 553b) sowie Eisen(III)-hydroxid-oxid×H2O (E 172) und Eisen(II,III)-oxid (E 172).

Dosierung und Anwendung

Die empfohlene Dosierung beträgt eine Tablette pro Tag. An 24 Tagen werden die weißen, wirkstoffhaltigen Tabletten eingenommen, gefolgt von einer hormonfreien Phase, in der für vier Tage gelbe Placebo-Pillen eingenommen werden. Um die Wirksamkeit der Pille zu maximieren, sollte sie möglichst immer zur gleichen Tageszeit eingenommen werden.

Die Einnahme sollte täglich zur gleichen Zeit, unabhängig von den Mahlzeiten, mit etwas Flüssigkeit erfolgen. Es werden Aufkleber zur Markierung der Wochentage zur Verfügung gestellt, um die Einnahme zu erleichtern.

Beginn der Einnahme

  • Wenn zuvor kein hormonelles Verhütungsmittel verwendet wurde: Die Einnahme beginnt am ersten Tag der Monatsblutung.
  • Wechsel von einem anderen kombinierten hormonellen Verhütungsmittel: Die Einnahme von Zoely beginnt vorzugsweise am Tag nach der letzten wirkstoffhaltigen Tablette des vorherigen Präparats oder am Tag der Entfernung eines Vaginalrings oder Hormonpflasters.
  • Wechsel von einer reinen Gestagen-Pille (Minipille): Der Wechsel kann an jedem beliebigen Tag erfolgen, wobei während der ersten 7 Tage eine zusätzliche Barrieremethode angewendet werden muss.
  • Nach einer Geburt: Die Einnahme kann zwischen dem 21. und 28. Tag nach der Geburt begonnen werden, wobei bei späterem Beginn während der ersten 7 Tage eine zusätzliche Barrieremethode erforderlich ist.

Vorgehen bei vergessener Einnahme

  • Weniger als 24 Stunden: Die Tablette sollte so schnell wie möglich eingenommen und die nächste Tablette zur gewohnten Zeit eingenommen werden. Der Verhütungsschutz bleibt bestehen.
  • Mehr als 24 Stunden: Der Verhütungsschutz kann eingeschränkt sein. Je mehr Tabletten vergessen wurden, desto höher ist das Risiko einer Schwangerschaft. Es sollten zusätzliche Verhütungsmethoden (z.B. Kondom) angewendet werden.

Verhalten bei Erbrechen oder Durchfall

Bei Erbrechen oder schwerem Durchfall innerhalb von 3-4 Stunden nach der Einnahme sollte so schnell wie möglich eine weitere wirkstoffhaltige Tablette aus einer Reservepackung eingenommen werden. Wenn dies nicht möglich ist oder bereits 24 Stunden oder mehr vergangen sind, sollten die Anweisungen unter "Wenn Sie die Einnahme vergessen haben" befolgt werden.

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Gegenanzeigen: Wann sollte Zoely nicht eingenommen werden?

Zoely darf in bestimmten Situationen nicht eingenommen werden. Dazu gehören:

  • Überempfindlichkeit: Allergie gegen Estradiol, Nomegestrolacetat oder einen der sonstigen Bestandteile des Arzneimittels.
  • Thrombose: Bestehende oder frühere Thrombose (Blutgerinnsel) in Venen oder Arterien.
  • Blutgerinnungsstörungen: Bekannte Störungen der Blutgerinnung, wie z.B. Protein-C-Mangel, Protein-S-Mangel, Antithrombin-III-Mangel, Faktor-V-Leiden oder Antiphospholipid-Antikörper.
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Herzinfarkt, Angina pectoris, Schlaganfall oder Durchblutungsstörungen der Hirngefäße in der Vorgeschichte.
  • Migräne: Migräne mit Aura.
  • Diabetes: Diabetes mellitus mit Schädigung der Blutgefäße.
  • Bluthochdruck: Sehr hoher Blutdruck.
  • Fettstoffwechselstörungen: Erhöhte Fettkonzentration im Blut.
  • Lebererkrankungen: Schwere Lebererkrankungen, Lebertumore.
  • Hormonabhängige Tumore: Tumore, bei denen das Hormon Estrogen eine Rolle spielt (z.B. spezielle Brusttumore, Endometriumtumore).
  • Meningeom: Hirntumor aus den Hirnhäuten (Meningeom), auch in der Vorgeschichte.
  • Ungeklärte vaginale Blutungen: Blutungen im Vaginalbereich, deren Ursache ungeklärt ist.
  • Bevorstehende Operation: Bevorstehende Operation mit längerer Bewegungseinschränkung.
  • Schwangerschaft: Bestehende oder vermutete Schwangerschaft.

Unter bestimmten Umständen ist Vorsicht geboten und ein Arzt oder Apotheker sollte konsultiert werden:

  • Entzündliche Darmerkrankungen: Morbus Crohn, Colitis ulcerosa.
  • Übergewicht
  • Herzerkrankungen: Herzklappenerkrankungen, Vorhofflimmern.
  • Venenentzündung, Krampfadern
  • Sichelzellenanämie
  • Hämolytisch-urämisches Syndrom
  • Epilepsie
  • Chorea minor (Veitstanz)
  • Stauungsikterus
  • Porphyrie
  • Otosklerose
  • Lupus erythematodes
  • Chloasma (Pigmentflecken)
  • Rauchen

Altersgruppen

  • Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Zoely darf nicht angewendet werden.
  • Erwachsene ab 35 Jahren: Zoely sollte mit besonderer Vorsicht angewendet werden.

Schwangerschaft und Stillzeit

  • Schwangerschaft: Zoely darf nicht angewendet werden.
  • Stillzeit: Von einer Anwendung wird abgeraten. Eventuell ist ein Abstillen in Erwägung zu ziehen.

Nebenwirkungen

Wie alle Medikamente kann auch Zoely Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jeder Frau auftreten müssen.

Sehr häufige Nebenwirkungen sind Akne und unnormale Abbruchblutungen. Häufige Nebenwirkungen umfassen verminderte Libido, Depressionen oder depressive Verstimmungen, Stimmungsschwankungen, Kopfschmerzen, Migräne, Übelkeit, vermehrte oder verminderte Monatsblutung, Brustschmerzen, Unterbauchschmerzen und Gewichtszunahme.

Gelegentlich können Appetitzunahme, Flüssigkeitsansammlung im Körper, Hitzewallungen, aufgetriebener Bauch, vermehrtes Schwitzen, Haarausfall, Juckreiz, trockene Haut, fettige Haut, Gefühl der Schwere, zu geringe Monatsblutung, Brustschwellung, unnormaler Milchfluss, Gebärmutterkrämpfe, Unwohlsein vor der Periode (prämenstruelles Syndrom), Knoten in der Brust, Schmeckstörung, Scheidentrockenheit, Reizbarkeit, Wassereinlagerung im Gewebe (Ödeme) und erhöhte Leberenzyme auftreten.

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Seltene Nebenwirkungen sind verminderter Appetit, gesteigerte Libido, Aufmerksamkeitsstörungen, Kontaktlinsenunverträglichkeit, trockene Augen, Mundtrockenheit, Gallensteine, Gallenblasenentzündung, "Schwangerschaftsflecken" im Gesicht (Chloasma), Überbehaarung, unangenehmer Scheidengeruch, Beschwerden an der Scheide und Hunger.

Bei Anwendung gegen Wechseljahresbeschwerden sind häufige Nebenwirkungen Regelschmerzen, verlängerte Monatsblutung, Zyklusstörungen, weißer Ausfluss, vergrößerte Gebärmutterknoten (Myome), Schmerzen im Becken, Bauchschmerzen, geschwollener Bauch, Kopfschmerzen, Muskelkrämpfe, Schmerzen in Armen und Beinen, Nervosität, Depressionen und Gewichtszunahme. Gelegentliche Nebenwirkungen umfassen gutartige Brustgeschwulste, Gebärmutterpolypen, Endometriose, Pilzinfektion der Scheide, Brustvergrößerung, Erbrechen, Verstopfung, Durchfall, Migräne, Benommenheit, Gelenkschmerzen, oberflächliche oder tiefliegende Venenverstopfung, Blutgefäßentzündung, Bluthochdruck, Wasseransammlungen in Armen und Beinen, Schwäche, verstärkter Appetit, Hautausschlag, Juckreiz, Haarausfall und unnormale Leberfunktionswerte.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Gewisse Medikamente können die Wirkung von Zoely beeinträchtigen. Dazu gehören beispielsweise bestimmte Antiepileptika (Carbamazepin, Phenytoin, Phenobarbital, Primidon), Bosentan (gegen Lungenhochdruck), Rifampicin (ein Tuberkulose-Mittel) und Johanniskraut (gegen Depressionen). Bei gleichzeitiger Anwendung solcher Substanzen sollte eine zusätzliche Barrieremethode (Kondom, Pessar) angewendet werden.

Zoely kann auch die Verstoffwechselung anderer Wirkstoffe beeinflussen, insbesondere von Lamotrigin (einem Antiepileptikum). Zudem können Labortests zur Leber-, Schilddrüsen-, Nebennieren- und Nierenfunktion, auf Blutbestandteile, die Gerinnung und den Zuckerstoffwechsel durch die Hormone verändert werden.

Es ist wichtig, den Arzt oder Apotheker über alle eingenommenen Medikamente zu informieren, um mögliche Wechselwirkungen zu vermeiden.

Wichtige Hinweise

  • Lactose-Unverträglichkeit: Zoely enthält Lactose. Bei Unverträglichkeit sollte dies berücksichtigt werden.
  • Rauchen: Rauchen während der Anwendung von Zoely erhöht das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Lungenembolien.
  • Thrombose-Anzeichen: Bei möglichen Anzeichen einer Thrombose (Gliederschmerz, Rötung, Schwellung) ist sofort ein Arzt aufzusuchen.
  • Blutdruckanstieg: Bei deutlichem Blutdruckanstieg während der Behandlung wird der Arzt diese aussetzen und möglicherweise ein anderes Medikament wählen.

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