Der Zusammenhang zwischen Zwangsstörung (OCD) und Migräne

Zwangsstörungen (OCD) sind psychische Erkrankungen, die durch wiederkehrende Zwangsgedanken und/oder Zwangshandlungen gekennzeichnet sind. Viele Menschen mit OCD kämpfen mit aufdringlichen Gedanken und Ritualen, die den Alltag erschweren. Es gibt Hinweise darauf, dass das Endocannabinoid-System (ECS) bei verschiedenen medizinischen Zuständen wie Migräne, Parkinson-Krankheit, Alzheimer-Krankheit, Multipler Sklerose, Bewegungsverlangsamung, Depression und Zwangsstörungen eine Rolle spielen könnte. Eine Rezeptordefizienz im Endocannabinoid-System kann zu diesen Zuständen führen.

Was ist eine Zwangsstörung (OCD)?

OCD ist eine psychische Erkrankung, die durch Zwangsgedanken (aufdringliche, belastende Gedanken, Bilder oder Impulse) und/oder Zwangshandlungen (wiederholte Handlungen oder mentale Rituale zur Angstreduktion) gekennzeichnet ist. Die Lebenszeitprävalenz liegt bei etwa 1-2 %, häufig beginnt die Störung in der Adoleszenz oder im frühen Erwachsenenalter. Eine Diagnosestellung erfolgt durch medizinisches Fachpersonal nach etablierten Kriterien. Typische Auslöser für Symptomspitzen sind Stress, Schlafmangel und belastende Lebensereignisse.

Zwangsgedanken

Wiederkehrende Gedanken, Triebe oder Bilder, die zu einem bestimmten Zeitpunkt während der Störung als unerwünscht empfunden werden und bei den meisten Menschen erheblichen Leidensdruck verursachen. Die Person versucht oft, solche Gedanken, Triebe oder Bilder durch andere Gedanken oder Handlungen zu unterdrücken (d. h. durch einen Zwang zu ersetzen).

Zwangshandlungen

Sich wiederholende Verhaltensweisen oder mentale Handlungen, zu denen sich die Person als Reaktion auf eine Besessenheit getrieben fühlt.

Angststörungen und ihre Auswirkungen

Angst ist eine natürliche Reaktion des Körpers, die uns in Gefahrensituationen schützt. Doch bei Menschen, die unter Angststörungen leiden, werden diese Reaktionen häufig ohne realen Anlass ausgelöst, was den Alltag erheblich beeinträchtigen kann. Angststörungen zählen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Laut Studien sind etwa 15-20 % der Menschen in Deutschland mindestens einmal in ihrem Leben betroffen. Diese Störungen treten in unterschiedlichen Formen auf, wie beispielsweise Panikstörungen, generalisierte Angststörungen oder spezifische Phobien.

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Die Verbindung zwischen Psyche und Verdauung

Die Verbindung zwischen Psyche und Verdauung ist schon lange bekannt, wird jedoch oft unterschätzt. Das sogenannte „Bauchhirn“ - ein komplexes Nervengeflecht im Magen-Darm-Trakt - steht in ständigem Austausch mit dem zentralen Nervensystem. Angststörungen sind komplexe Erkrankungen, die sich sowohl auf die Psyche als auch auf den Körper auswirken. Sie zeigen sich in vielfältigen psychischen und körperlichen Beschwerden, die individuell unterschiedlich ausgeprägt sein können und haben häufig erhebliche Auswirkungen auf die Verdauung, da das Nervensystem von Gehirn und Darm eng miteinander verbunden ist. Der Darm wird oft als „zweites Gehirn“ bezeichnet, da er über ein eigenständiges Nervensystem, das sogenannte enterische Nervensystem (ENS), verfügt. Die Kommunikation zwischen Gehirn und Darm erfolgt über die sogenannte Darm-Hirn-Achse, ein bidirektionales System, das über Nervenbahnen wie den Vagusnerv, Hormone und Immunzellen funktioniert. Wenn der Körper Stress wahrnimmt - sei es durch Angst, Sorgen oder äußere Belastungen -, aktiviert das Gehirn die Stressreaktion. Die Verbindung zwischen Psyche und Verdauung kann schnell zu einem Teufelskreis führen: Angst oder Stress verursachen Verdauungsprobleme, die wiederum das Gefühl von Kontrollverlust und Hilflosigkeit verstärken. Verdauungsprobleme, die durch Angststörungen ausgelöst werden, treten oft in Zusammenhang mit stressigen oder belastenden Situationen auf und sind häufig begleitet von weiteren Symptomen wie innerer Unruhe, Herzrasen oder Schlafstörungen. Unbehandelte Angststörungen können zu chronischen Verdauungsbeschwerden wie einem Reizdarmsyndrom führen, da der anhaltende Stress sich negativ auf die Darmflora und die Funktion des Verdauungstrakts auswirkt.

Genetische Zusammenhänge

Psychische Erkrankungen können wichtige molekulare Gemeinsamkeiten aufweisen, die sich in den aktuellen diagnostischen Kategorien nicht widerspiegeln. Psychiatrische Erkrankungen wie Schizophrenie und bipolare Störungen treten familiär gehäuft auf. Eine internationale Studie untersuchte die genetischen Zusammenhänge zwischen diesen Störungen und anderen Erkrankungen des Gehirns. Die Studie beschäftigte sich mit der Frage, wie genetische Variation mit der Entstehung von Hirnerkrankungen zusammenhängt. Für die aktuelle Studie haben internationale Konsortien ihre Daten zusammengeführt, um die genetischen Muster von 25 psychiatrischen und neurologischen Erkrankungen zu untersuchen. Mit Hilfe von genomweiten Assoziationsstudien an insgesamt 265.218 Patienten und 784.643 Kontrollen ermittelten die Forscher das Ausmaß der genetischen Überlappungen zwischen den einzelnen Erkrankungen. Die Ergebnisse zeigten weitreichende genetische Überschneidungen bei verschiedenen psychischen Erkrankungen, insbesondere zwischen der Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivitätsstörung (ADHS), der bipolaren Störung, der schweren Depression und der Schizophrenie. Darüber hinaus weisen die Daten eine starke Überlappung zwischen Magersucht (Anorexia nervosa) und der Zwangsstörung (OCD) sowie zwischen OCD und dem Tourette-Syndrom auf. Nach Ansicht der Wissenschaftler deutet die ausgeprägte genetische Überlappung zwischen den psychiatrischen Störungen darauf hin, dass die aktuellen klinischen Diagnosekriterien die zugrunde liegende Biologie nicht genau widerspiegeln. So könnte beispielsweise ein einziger Mechanismus, der die Menge eines Proteins im Gehirn reguliert, sowohl das unaufmerksame Verhalten bei ADHS als auch die gestörte Funktion bei schizophrenen Störungen beeinflussen. Langfristig könnte die weitere Erforschung dieser genetischen Zusammenhänge dazu beitragen, die Diagnose und Therapie von Patienten mit neuropsychiatrischen Erkrankungen zu verbessern.

Behandlung von OCD

Wirksamkeitsgeprüfte Behandlungen sind kognitive Verhaltenstherapie - insbesondere Exposition mit Reaktionsmanagement (ERP) - sowie selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRIs). Beide gelten als Standardtherapien mit solider Evidenzbasis. Die kognitive Verhaltenstherapie einschließlich Expositionen und Reaktionsmanagement ist die Therapie der ersten Wahl. Patienten können aber auch von einer Kombinationsbehandlung aus kognitiver Verhaltenstherapie und Medikamenten profitieren. In der stationären Behandlung oder bei schweren Fällen wird häufig direkt zu Beginn diese Kombination eingesetzt, weil der Leidensdruck so hoch ist oder weil man schnell Behandlungserfolge erzielen möchte. Einige Betroffene nehmen aber auch nach erfolgreicher Verhaltenstherapie dauerhaft Medikamente, weil sie die Zwangssymptome darüber hinaus reduzieren. Hilfreich kann eine medikamentöse Therapie insbesondere auch dann sein, wenn Patienten wegen ihrer Zwangserkrankungen zusätzliche Depressionen entwickelt haben. Die gegen Zwangserkrankungen verschriebenen Antidepressiva (SSRI als erste Wahl, Clomipramin als zweite Wahl) helfen, die Symptome von Depressionen sowie Angst- und Zwangsstörungen zu reduzieren. Bei knapp der Hälfte der mit SSRI behandelten Betroffenen von Zwangsstörungen kommt es zu einem Rückgang der Zwangssymptome, wobei die Wirkung insgesamt nur mäßig ausgeprägt ist. Im Vergleich dazu reduziert eine alleinige kognitive Verhaltenstherapie einschließlich Expositionen und Reaktionsmanagement die Zwangssymptome im Durchschnitt um 50-70%.

Medikamentöse Behandlung

Bei Zwangserkrankungen werden in erster Linie bestimmte Antidepressiva verschrieben - sogenannte Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI). Diese Medikamente wirken, wie der Name schon sagt, bei Depressionen, aber auch bei Zwangs-, Angst- und Panikstörungen. SSRI verstärken die Effekte des Serotonins im Gehirn. Dabei erhöhen sie nun nicht direkt das Serotonin, sondern sie sorgen dafür, dass Serotonin in diesen Regionen weniger stark wieder aufgenommen wird - daher auch der Name Serotonin-Wiederaufnahmhemmer. Infolgedessen liegt in diesen Gehirnregionen nun wieder mehr Serotonin vor und es kommt über mehrere Wochen zu verschiedensten Anpassungen im Gehirn. Daher setzt die Wirkung von SSRI auch erst nach einigen Wochen ein: Bei Depressionen sieht man oft schon eine Wirkung ca. 2-4 Wochen nach Beginn der Einnahme. Bei Zwangsstörungen setzt die Wirkung in der Regel erst nach ca. 6-8 Wochen ein. Als Medikamente der ersten Wahl sollen laut Behandlungsleitlinie SSRI verschrieben werden. Diese SSRI werden in Deutschland unter den Namen Citalopram, Escitalopram, Fluoxetin, Fluvoxamin, Paroxetin und Sertralin vertrieben.

Auswahl des SSRI

Vielleicht stellst du dir die Frage, warum es nun verschiedene SSRI für die Behandlung von Zwängen gibt. Der Grund ist, dass Patienten sehr unterschiedlich auf die verschiedenen SSRI reagieren können. Generell gibt es zwei verschiedene Skalen: Wirksamkeit und Verträglichkeit. Man kann vorab nie sagen, wie gut ein Medikament bei einem individuellen Patienten wirkt und wie gut er es von den Nebenwirkungen oder in Kombination mit anderen Medikamenten verträgt. Es gibt daher eine breite Auswahl. Im Zweifel muss der Patient zusammen mit dem behandelnden Arzt über einen längeren Zeitraum ausprobieren, welches Medikament ihm am besten hilft.

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Wichtige Fragen zur medikamentösen Behandlung

  • An wen muss ich mich wenden? Antidepressiva müssen von einem Arzt verschrieben werden. Deine erste Anlaufstelle für deine Entscheidung sollte dein Hausarzt sein. Viele Hausärzte verschreiben auch Antidepressiva - im Idealfall solltest du dich aber an einen Psychiater überweisen lassen, der Erfahrung mit der Behandlung von Zwangsstörungen hat.
  • Welche Dosis sollte ich einnehmen? Für Zwänge liegt die verschriebene Dosis von SSRI häufig höher als bei anderen psychischen Erkrankungen, bei denen SSRI eingesetzt werden. Nicht selten liegt die Dosis bei der maximal zugelassenen Dosis - manchmal sogar darüber.
  • Wie lange dauert es bis die Medikamente wirken? Es kursieren Gerüchte, SSRI würden sofort wirken. Wie oben beschrieben, bewirkt die Einnahme von SSRI jedoch im Gehirn einen längerfristigen Änderungsprozess, weswegen die Wirkung erst verzögert, also mehrere Wochen nach Beginn der Einnahme, eintritt. Wichtig ist, dass man erst 12 Wochen nach Beginn der Einnahme final beurteilen sollte, ob das Medikament wirkt. Mit Zwangsstörungen unerfahrene Ärzte kommen häufig schon nach wenigen Wochen zu dem Fehlschluss, ein Medikament würde nicht wirken und setzen es anschließend ab.
  • Wie lange muss ich Medikamente einnehmen? SSRI können prinzipiell über viele Jahre hinweg eingenommen werden und gelten als gut verträglich. Sie müssen nicht ein Leben lang eingenommen werden - erst recht nicht dann, wenn ein Patient von einer parallelen Verhaltenstherapie profitieren konnte. Wie lange du Medikamente einnehmen möchtest, hängt in erster Linie von deiner Entscheidung ab, sollte aber immer in Abstimmung mit deinem Arzt (und Psychotherapeuten) erfolgen.
  • Wie setzt man die Medikamente wieder ab? Weil SSRI einen längerfristigen Anpassungsprozess im Gehirn bewirken, müssen sie auch in kleinen Schritten über einen längeren Zeitraum von mehreren Monaten abgesetzt werden - sonst kann es zu unangenehmen Nebenwirkungen kommen.
  • Wie werden die Medikamente eingenommen? Wenn du eine medikamentöse Therapie, z.B. mit SSRI, bei deiner Zwangsstörung wünscht, sollten SSRI wegen der langen Zeit bis zum Wirkungseintritt nicht erst bei Bedarf eingenommen werden, sondern kontinuierlich.

Nebenwirkungen und Ängste

Nach regelmäßiger Einnahme verschwinden die meisten Nebenwirkungen wieder. Die einzige Ausnahme sind sexuelle Einschränkungen, bei denen eine Besserung häufig erst nach einer Reduktion der Dosis oder beim Absetzen des Medikaments eintritt. Um Nebenwirkungen gering zu halten, wird die Dosis in der Regel zu Beginn der Einnahme niedrig gehalten und anschließend je nach Verträglichkeit weiter gesteigert. Solltest du Nebenwirkungen feststellen, dann teile sie immer deinem behandelnden Arzt mit. Manche Betroffene vertragen ein bestimmtes SSRI nur schlecht. In diesem Fall kann der Arzt entscheiden, auf ein anderes SSRI auszuweichen, das vielleicht besser verträglich ist. Allerdings sollte auch nicht zu früh gewechselt werden, weil Nebenwirkungen üblich sind und der gewünschte Effekt erst mehrere Wochen nach Beginn der Einnahme eintritt.

Viele Betroffene von Zwangsstörungen haben starke Ängste, Medikamente einzunehmen. In diesem Fall sei erstmal gesagt, dass du damit nicht allein bist und diese Bedenken üblich sind. Zudem wird auch niemand gezwungen, Medikamente zu nehmen. Als Betroffener hat man selbst immer das letzte Wort darüber, welche Behandlung man wahrnehmen möchte. In jedem Fall gilt, dass du alle deine Bedenken gegenüber deinem Arzt und deinem Therapeuten erwähnen solltest. Beide haben sehr viel Erfahrung mit Patienten, die Medikamente nehmen, und können zu deinen Bedenken konkrete Aussagen machen.

Abhängigkeit und Persönlichkeitsveränderung

Ein Suchtverhalten, wie beispielsweise bei einer Substanzabhängigkeit, ist bei der Einnahme von Antidepressiva nicht zu befürchten. Konkret heißt das, dass man keinen Drang entwickelt, diese Medikamente zu nehmen, wie ihn beispielsweise Drogenabhängige kennen. Zudem entwickelt man keine Toleranz gegenüber den Medikamenten, weswegen keine Dosissteigerungen über die Zeit notwendig sind. SSRI sind ganz klar abzugrenzen von Beruhigungsmitteln, wie Benzodiazepinen. Benzodiazepine haben eine beruhigende, angstlösende, schlaffördernde Wirkung, die sehr schnell einsetzt. Benzodiazepine haben ein hohes Suchtpotential und damit auch das Potential zur Abhängigkeit und zum Missbrauch. Sie werden von Ärzten daher nur für kurze Zeiträume und sehr kontrolliert eingesetzt.

Betroffene haben häufig die Befürchtung, dass SSRI die eigene Persönlichkeit verändern könnten oder dass man abstumpft. Für beide Aussagen gibt es keinen Nachweis. Während der Einnahme von SSRI bleibt man „man selbst".

CBD als Ergänzung?

Zur gezielten Wirksamkeit von CBD bei OCD gibt es bislang nur wenige und kleine Studien; robuste, randomisiert-kontrollierte Daten fehlen. Etwas besser ist die (frühe) Evidenzlage für allgemeine Angst: Reviews und kleinere Human-Daten deuten auf ein mögliches anxiolytisches Potenzial hin, erfordern jedoch weitere hochwertige Forschung. Präklinische Modelle zu zwanghaftem Verhalten liefern ergänzende, aber nicht direkt übertragbare Hinweise.

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Das Endocannabinoid-System (ECS) trägt zur Regulation von Stimmung, Stressreaktionen und Schlaf bei. CBD interagiert indirekt mit dem ECS und kann unter anderem Serotonin-5‑HT1A-Rezeptoren modulieren - ein Mechanismus, der in Modellen mit angstlösenden Effekten in Verbindung gebracht wird. Diese Zusammenhänge sind Gegenstand laufender Forschung; Kausalitäten sind nicht abschließend geklärt.

CBD kann für manche Menschen eine ergänzende Option zur etablierten OCD‑Behandlung sein, ersetzt diese jedoch nicht. Wenn du es ausprobieren möchtest, starte niedrig, beobachte dich sorgfältig und sprich mit deinem Arzt.

Dosierung und Sicherheit von CBD

Beginne niedrig, z. B. mit 5-10 mg pro Tag für etwa eine Woche, beobachte die Wirkung, und erhöhe langsam je nach Verträglichkeit. CBD gilt als gut verträglich, kann aber Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Mundtrockenheit oder Magen-Darm-Beschwerden verursachen. CBD kann Enzyme des Cytochrom-P450-Systems beeinflussen und dadurch die Wirkung von Medikamenten wie SSRIs, Benzodiazepinen oder Antiepileptika verändern.

Weitere hilfreiche Maßnahmen

Regelmäßige Bewegung hat eine positive Wirkung auf die Psyche und den Verdauungstrakt. Sie fördert die Durchblutung, stärkt die Darmbewegung und hilft, Stress abzubauen. Ein strukturierter Alltag, Atemübungen, regelmäßige Bewegung, Journaling und therapeutische Begleitung können ebenfalls hilfreich sein.

Umgang mit Zwangsstörungen

Zwangsstörungen sind oft ein behindernder Zustand, der aus lästigen aufdringlichen Gedanken besteht, die ein Gefühl des Unbehagens hervorrufen. Um die mit diesen Gedanken verbundene Angst und das Unbehagen zu verringern, kann der Patient Zwänge oder Rituale anwenden. Diese Rituale können persönlich und privat sein, oder sie können andere zur Teilnahme einladen; die Rituale sollen die Gefühle der Zwangsgedanken kompensieren und können eine erhebliche Funktionseinschränkung verursachen. Man spricht nur von einer Zwangsstörung, wenn die Zwangssymptome nicht durch die physiologischen Wirkungen einer Substanz (z. B. einer Droge, eines Medikaments oder eines anderen medizinischen Zustands) entstehen. Die Zwangsstörung setzt ein Vorhandensein von Zwangsgedanken, Zwangshandlungen oder beidem voraus.

Bessere Toleranz von Ungewissheit

Intoleranz von Ungewissheit ist das zentrale Merkmal der Zwangserkrankung. Ständig drängen sich Zweifel und Befürchtungen auf, die dich verunsichern und die du kontrollieren möchtest. Während gesunde Menschen solche Art von Gedanken einfach ziehen lassen können, gelingt das Betroffenen von Zwangserkrankungen nur sehr schwer.

Verbessertes Vollständigkeitsgefühl

Betroffene von Zwangserkrankungen haben ständig das Gefühl, als wäre ihre Sorge und Befürchtung ungelöst, ihre (Zwangs)-Handlung noch nicht oder gar nicht von ihnen selbst abgeschlossen. Bei Betroffenen von Zwangserkrankungen ist dieses Vollständigkeitsgefühl oft aus dem Ruder geraten und sie empfinden ein quälendes Unvollständigkeitsgefühl. Medikamente helfen dabei, dass das Vollständigkeitsgefühl, also auch das Gefühl, eine Handlung abgeschlossen bzw. Zwangsgedanken leichter ziehen lassen.

Distanz zu Zwangsgedanken

Deine Zwangsgedanken haben sicherlich einen großen Einfluss auf dein Wohlergehen. Sie dringen ständig in dein Bewusstsein ein und lösen unangenehme Gefühle und Anspannung aus. Verständlicherweise fühlst du dich daher sehr wenig distanziert von ihnen und du fühlst dich von ihnen direkt bedroht.

Weniger innere Unruhe, Anspannung und Angst

Die gegen Zwänge verwendeten Medikamente werden auch häufig bei Angststörungen eingesetzt. Zwangsstörungen sind generell den Angsterkrankungen sehr ähnlich.

Bei Depressionen: Mehr Antrieb und verbesserte Stimmung

Die gegen Zwänge verwendeten Antidepressiva kommen auch bei der Behandlung von Depressionen zum Einsatz.

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