Aspirin® Migräne: Anwendung, Wirkung und wichtige Hinweise

Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die sich durch wiederkehrende, oft sehr starke Kopfschmerzen auszeichnet. Eine effektive Behandlung kann die Häufigkeit und Schwere von Anfällen vermindern. Aspirin® Migräne ist ein rezeptfreies Arzneimittel, das zur Akutbehandlung von Migräneanfällen eingesetzt werden kann.

Wann kann Aspirin® Migräne zum Einsatz kommen?

Aspirin® Migräne kann bei Migräneanfällen mit und ohne Aura eingenommen werden. Rund 15 bis 20 Prozent aller Migränepatienten bemerken eine sogenannte Aura-Phase, die sich durch neurologische Störungen wie Sprachprobleme, das Sehen von Lichtblitzen oder Lähmungserscheinungen äußern kann. In der Regel geht die Aura-Phase den Migränekopfschmerzen voraus und kann bis zu 60 Minuten andauern. Aspirin® Migräne ist für Jugendliche ab 16 Jahren und Erwachsene geeignet.

Dosierung und Einnahme

Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft empfiehlt für die Akutbehandlung einer Migräneattacke eine Dosierung von 1000 Milligramm des Wirkstoffs Acetylsalicylsäure. Daher sollten Sie immer zwei Aspirin® Migräne Brausetabletten gleichzeitig und rechtzeitig, also bei Einsetzen der ersten Beschwerden, einnehmen.

Die empfohlene Dosis beträgt:

  • Jugendliche ab 16 Jahren und Erwachsene:
    • Einzeldosis: 2 Brausetabletten
    • Tagesgesamtdosis: 6 Brausetabletten

Für die Einnahme lösen Sie 2 Brausetabletten in einem Glas Wasser vollständig auf und trinken Sie im Anschluss das Glas sofort aus. Die Einzeldosis von Aspirin® Migräne kann, falls erforderlich, in Abständen von 4-8 Stunden bis zu 3-mal täglich eingenommen werden. Mehr zur Einnahme und möglichen Nebenwirkungen können Sie der Packungsbeilage entnehmen.

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Was ist Acetylsalicylsäure (ASS)?

Acetylsalicylsäure, auch bekannt als ASS oder unter dem Markennamen Aspirin®, ist eines der meistverwendeten frei verkäuflichen Schmerzmittel. Es gehört zur Gruppe der nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) und wirkt analgetisch (schmerzlindernd), antipyretisch (fiebersenkend) und antiphlogistisch (entzündungshemmend).

Anwendungsgebiete

Typische Anwendungsgebiete von Acetylsalicylsäure sind leichte bis mäßige Schmerzen verschiedenster Ursache. Als Hemmstoff der Blutgerinnung wird Acetylsalicylsäure in niedrigen Dosierungen und als Dauerbehandlung auch zur Sekundärprophylaxe von Herzinfarkten oder Thrombosen eingesetzt.

Wirkmechanismus

Der Wirkmechanismus der Acetylsalicylsäure beruht auf einer irreversiblen Hemmung von Cyclooxygenase-Enzymen, die an der Prostaglandinsynthese beteiligt sind. Dadurch wird die körpereigene Produktion verschiedener Prostaglandine blockiert. Prostaglandine sind wichtige Botenstoffe, die zum einen an Entzündungsprozessen mitwirken und zum anderen mit den Schmerzrezeptoren interagieren. Eine Hemmung der Prostaglandinsynthese durch Acetylsalicylsäure führt folglich zu einer Hemmung von Entzündungsprozessen und einer verminderten Schmerzwahrnehmung.

Acetylsalicylsäure hemmt darüber hinaus bei wesentlich geringeren Dosierungen die Thrombozytenaktivierung. Die Blockierung der Thrombozyten-Cyclooxygenase durch Acetylierung führt zu einer Inhibition der Thromboxan-A2-Synthese. Das von Thrombozyten freigesetzte Thromboxan A2 ist eine aktivierende Substanz mit prothrombotischen Eigenschaften. Es stimuliert die Aktivierung neuer Thrombozyten und erhöht die Thrombozytenaggregation. Durch die irreversible Hemmung der TXA2-Synthese wird die Blutgerinnung inhibiert.

Pharmakokinetik

  • Resorption: Acetylsalicylsäure wird nach oraler Einnahme rasch und vollständig aufgenommen. Ein Teil wird bereits in der Darmschleimhaut enzymatisch zu Salicylsäure hydrolysiert. Die maximale Konzentration im Plasma wird für Acetylsalicylsäure nach 10-20 Minuten, für Salicylsäure nach 0,3 bis 2 Stunden erreicht.
  • Verteilung: Salicylsäure verteilt sich im gesamten Körper, einschließlich Liquor und Synovialflüssigkeit. Die Substanz ist plazentagängig und geht in die Muttermilch über. Die Plasmaproteinbindung ist konzentrationsabhängig: 49-70 % bei Acetylsalicylsäure, 66-98 % bei Salicylsäure.
  • Metabolismus: Acetylsalicylsäure wird schnell zu Salicylsäure umgewandelt. Salicylsäure wird weiter zu mehreren Metaboliten abgebaut, darunter Salicylursäure, Salicylphenolglukuronid, Salicylacetylglukuronid und Gentisinsäure.
  • Elimination: Die Ausscheidung erfolgt hauptsächlich renal. Die Halbwertszeit von Acetylsalicylsäure beträgt nur wenige Minuten. Die Eliminationshalbwertszeit von Salicylsäure steigt dosisabhängig von 2 auf bis zu 30 Stunden.

Dosierung

Je nach Indikation ist die Standarddosierung sehr unterschiedlich. Übliche Einzeldosierungen für Erwachsene sind:

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  • 100 mg zur Blutverdünnung (1 x täglich als Dauerbehandlung)
  • 300 - 1000 mg als Analgetikum (mehrmals täglich in Abständen von 4-8 Stunden)
  • 1000 mg bei Migräne

Die Tagesmaximaldosis beträgt in der Regel 3000 mg.

Nebenwirkungen

Im Folgenden sind die Nebenwirkungen von Acetylsalicylsäure nach ihrer Häufigkeit aufgelistet:

  • Häufig: Gastrointestinale Beschwerden wie Sodbrennen, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfälle, erhöhte Blutungsneigung.
  • Gelegentlich: Überempfindlichkeitsreaktionen wie Hautreaktionen.
  • Selten: Schwerwiegende Blutungen wie z. B. cerebrale Blutungen, Hämolyse und hämolytische Anämie (bei Patienten mit schwerem Glukose-6-Phosphat-Dehydrogenasemangel), Blutungen wie z.B. Nasenbluten, Zahnfleischbluten, Hautblutungen oder Blutungen des Urogenitaltraktes mit einer möglichen Verlängerung der Blutungszeit, Überempfindlichkeitsreaktionen des Respirationstrakts, des Gastrointestinaltrakts und des kardiovaskulären Systems, vor allem bei Asthmatikern (mögliche Symptome sind: Blutdruckabfall, Anfälle von Atemnot, Rhinitis, verstopfte Nase, anaphylaktischer Schock oder Quincke-Ödeme), Kopfschmerzen, Schwindel, gestörtes Hörvermögen, Ohrensausen (Tinnitus) (kann Anzeichen einer Überdosierung sein), mentale Verwirrung (kann Anzeichen einer Überdosierung sein), Sehstörungen (kann Anzeichen einer Überdosierung sein), Somnolenz (kann Anzeichen einer Überdosierung sein), Gastrointestinale Ulcera, die sehr selten zur Perforation führen können, Gastrointestinale Blutungen, die sehr selten zu einer Eisenmangelanämie führen können, Gastrointestinale Entzündungen, Thrombozytopenie, Granulozytose, hämorrhagische Vaskulitis, Überempfindlichkeitsreaktionen wie schwere Hautreaktionen (bis hin zu Erythema exsudativum multiforme), Menorrhagie, Reye-Syndrom.
  • Sehr selten: Erhöhungen der Leberwerte, Hypoglykämie.
  • Nebenwirkungen mit unbekannter Häufigkeit: Nierenfunktionsstörungen und akutes Nierenversagen (insbesondere bei gewohnheitsmäßiger Einnahme), Leberschädigungen, hauptsächlich hepatozellulär, intrakranielle Blutungen, Urtikaria, Angioödem, Hyperurikämie, Hypoglykämie.

Acetylsalicylsäure soll bei Kindern und Jugendlichen mit fieberhaften Erkrankungen nur auf ärztliche Anweisung und nur dann angewendet werden, wenn andere Maßnahmen nicht wirken, da die Gefahr eines lebensbedrohlichen Reye-Syndroms besteht.

Wechselwirkungen

Ein erhöhtes Blutungsrisiko besteht, wenn Acetylsalicylsäure zusammen mit folgenden Arzneimitteln angewendet wird:

  • Antikoagulantien/Thrombolytika (z.B. Warfarin, Heparin)
  • Thrombozytenaggregationshemmer (z.B. Ticlopidin, Clopidogrel)
  • Nichtsteroidale Antiphlogistika/Analgetika

In Kombination mit folgenden Mitteln besteht ein erhöhtes Risiko für gastrointestinale Nebenwirkungen, wie z.B. gastrointestinale Ulcera und Blutungen:

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  • Andere nicht-steroidale Antiphlogistika
  • Systemische Glukokortikoide
  • Alkohol
  • Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Inhibitoren (z.B. Sertralin und Paroxetin)

Bei folgenden Arzneimitteln ist eine Wirkungsverstärkung durch Acetylsalicylsäure möglich:

  • Digoxin: Erhöhung der Plasmakonzentration
  • Antidiabetika: Verstärkung der hypoglykämischen Wirkung
  • Methotrexat: Verminderung der Ausscheidung und Verdrängung aus der Plasmaproteinbindung durch Salicylate
  • Valproinsäure: Verdrängung aus der Plasmaproteinbindung durch Salicylate

Eine Abschwächung der Wirkung folgender Arzneimittel ist möglich:

  • Diuretika (in Dosierungen ab 3 g Acetylsalicylsäure pro Tag und mehr)
  • Antihypertensiva wie z. B. ACE-Hemmer, Angiotensin-II-Antagonisten, Kalziumkanalblocker (in Dosierungen ab 3 g Acetylsalicylsäure pro Tag und mehr)
  • Urikosurika (z.B. Probenecid, Benzbromaron)

Kontraindikationen

Acetylsalicylsäure ist kontraindiziert bei:

  • Überempfindlichkeit gegen Acetylsalicylsäure oder andere Salicylate
  • Asthmaanfällen in der Vergangenheit, die durch Salicylate oder Substanzen mit ähnlicher Wirkung, wie z.B. nicht-steroidale Antiphlogistika, ausgelöst wurden
  • Akuten gastrointestinalen Ulcera, Magen-Darm-Blutungen
  • Hämorrhagischer Diathese, Blutgerinnungsstörungen wie Hämophilie und Thrombozytopenie
  • Leber- und Nierenversagen
  • Schwerer, nicht eingestellter Herzinsuffizienz
  • Kombination mit Methotrexat in einer Dosierung von 15 mg oder mehr pro Woche
  • Letztes Trimenon der Schwangerschaft

Schwangerschaft und Stillzeit

Niedrige Dosierungen (unter 100mg/d) scheinen zur beschränkten geburtshilflichen Anwendung unter Spezialüberwachung unbedenklich zu sein. Bei Dosierungen über 100mg/d kann eine Hemmung der Prostaglandinsynthese die Schwangerschaft und/oder die embryonale/fetale Entwicklung ungünstig beeinflussen. Einnahme von Inhibitoren der Prostaglandinsynthese in der Frühschwangerschaft kann zu einem erhöhten Risiko für Fehlgeburten und für Fehlbildungen führen, das wahrscheinlich mit der Dosis und der Anwendungsdauer zunimmt. Tierexperimentelle Studien zeigten Reproduktionstoxizität.

Der Wirkstoff darf während des 1. und 2. Trimenons der Schwangerschaft nicht gegeben werden, außer dies ist eindeutig notwendig. Sollte er dennoch angewendet werden, so ist die Dosis so gering und die Behandlungsdauer so kurz wie möglich zu halten. Während des 3. Trimenons der Schwangerschaft ist Acetylsalicylsäure kontraindiziert.

Acetylsalicylsäure und seine Abbauprodukte gehen in geringen Mengen in die Muttermilch über. Nachteilige Wirkungen auf den Säugling sind bisher nicht bekannt. Daher ist bei gelegentlicher Anwendung der empfohlenen Dosis eine Unterbrechung des Stillens nicht erforderlich. Bei längerer Anwendung bzw. Einnahme höherer Dosen sollte jedoch abgestillt werden.

Verkehrstüchtigkeit

Acetylsalicylsäure hat keinen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.

Wichtige Anwendungshinweise

Folgende Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen sind bei der Anwendung von Acetylsalicylsäure zu beachten:

  • Überempfindlichkeitsreaktionen: Bei bekannter Überempfindlichkeit gegen andere Schmerz- oder Rheumamittel ist besondere Vorsicht geboten.
  • Wechselwirkungen mit anderen NSAR: Nichtsteroidale Antirheumatika wie Ibuprofen oder Naproxen können die plättchenhemmende Wirkung von Acetylsalicylsäure abschwächen. Vor gleichzeitiger Einnahme ist eine ärztliche Rücksprache erforderlich.
  • Allergien und Atemwegserkrankungen: Bei allergischer Vorgeschichte, Asthma bronchiale, Heuschnupfen, Nasenpolypen oder chronischen Atemwegserkrankungen besteht ein erhöhtes Risiko für Unverträglichkeitsreaktionen.
  • Antikoagulanzientherapie: Bei gleichzeitiger Einnahme blutgerinnungshemmender Medikamente besteht ein erhöhtes Blutungsrisiko.
  • Magen-Darm-Erkrankungen: Vorsicht ist geboten bei bestehenden oder zurückliegenden Magen- oder Darmgeschwüren sowie Blutungen.
  • Leber- oder Nierenfunktionsstörung: Bei eingeschränkter Organfunktion, insbesondere der Niere, sowie bei reduzierter Durchblutung besteht ein erhöhtes Risiko für Nierenschädigungen.
  • Operationen: Acetylsalicylsäure kann die Blutungsneigung erhöhen. Vor operativen Eingriffen ist daher eine Absprache mit dem Arzt erforderlich.
  • Glukose-6-Phosphat-Dehydrogenasemangel: Bei Patienten mit dieser seltenen Enzymstörung kann es unter der Behandlung zu Hämolyse oder hämolytischer Anämie kommen. Das Risiko steigt bei hohen Dosen, Fieber oder Infektionen.
  • Gichtanfälle: In niedriger Dosierung kann Acetylsalicylsäure die Harnsäureausscheidung verringern und einen Gichtanfall auslösen.
  • Anwendung bei Kindern und Jugendlichen: Bei fieberhaften Erkrankungen sollte Acetylsalicylsäure nur auf ärztliche Anweisung eingesetzt werden.

Alternativen und ergänzende Maßnahmen

Neben Acetylsalicylsäure gibt es weitere Schmerzmittel, die bei Migräne eingesetzt werden können, wie z.B. Ibuprofen, Paracetamol oder Triptane. Bei leichten Migräneattacken können auch Kombinationen aus einem Medikament gegen Übelkeit (z.B. Metoclopramid oder Domperidon) und einem Schmerzmittel (Acetylsalicylsäure, Ibuprofen, Naproxen, Paracetamol oder Phenazon) hilfreich sein.

Zusätzlich zur medikamentösen Behandlung können auch nicht-medikamentöse Maßnahmen wie Entspannungstechniken, Akupunktur oder eine Verhaltenstherapie zur Linderung von Migränebeschwerden beitragen.

Bedeutung der Selbstmedikation und ärztliche Beratung

Akute Kopfschmerzen werden häufig im Rahmen der Selbstmedikation behandelt. Nationale und internationale Leitlinien empfehlen Acetylsalicylsäure (ASS) als Mittel der ersten Wahl. Es ist jedoch wichtig, die Anwendungsempfehlungen und Warnhinweise zu beachten und bei häufigen oder sehr starken Kopfschmerzen einen Arzt aufzusuchen.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Bei Migräne und anderen primären Kopfschmerzarten sollten Sie sich so schnell wie möglich in fachärztliche Behandlung begeben. Ein Arztbesuch ist ratsam, wenn:

  • Die Kopfschmerzen sehr stark sind oder plötzlich auftreten
  • Die Kopfschmerzen häufig auftreten
  • Begleitsymptome wie Übelkeit, Erbrechen, Sehstörungen oder neurologische Ausfälle auftreten
  • Die Kopfschmerzen trotz Selbstmedikation nicht besser werden
  • Sie unter Vorerkrankungen leiden oder andere Medikamente einnehmen

Innovative Galenik für schnelle Wirkung

Eine schnelle und effektive Schmerzlinderung ist für viele Patienten wichtig. Acetylsalicylsäure in einer neuen, schnell freisetzenden Galenik beschleunigt den Wirkeintritt und reduziert möglicherweise auch medikamenteninduzierte gastrointestinale unerwünschte Ereignisse. Diese Tabletten enthalten den Wirkstoff in mikronisierter Form sowie eine Brausekomponente, was zu einer schnelleren Auflösung und Absorption führt.

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