Die Diagnose Alzheimer verändert das Leben der Betroffenen und ihrer Angehörigen grundlegend. Der Podcast "Aitutaki-Blues" und das Buch von Lukas Sam Schreiber erzählen die bewegende Geschichte einer Mutter und ihres Sohnes, die sich gemeinsam auf eine Reise begeben, um mit der Krankheit umzugehen und neue Perspektiven zu finden.
Die Diagnose und der Wunsch nach Aitutaki
Claudia Schreiber, eine Journalistin und Schriftstellerin, die ihr Leben lang mit ihrem Kopf gearbeitet hat, erkrankt an Alzheimer. Für sie und ihre Söhne bedeutet dies einen schrittweisen Verlust. Ihr jüngerer Sohn, Lukas Sam Schreiber, beschließt, ihre Geschichte aufzuschreiben. Kurz nach der Diagnose erfüllt er ihr einen lang gehegten Traum: eine Reise nach Aitutaki, einer kleinen Insel im Pazifik.
"Aitutaki-Blues": Ein Podcast entsteht
Auf dieser Reise entsteht der Audible-Podcast "Aitutaki-Blues". Lukas lernt seine Mutter auf eine neue Art und Weise kennen und beginnt, die Krankheit besser zu verstehen. Der Podcast wird zu einem Erfolg und berührt viele Menschen. Er zeigt, was eine Alzheimer-Diagnose wirklich bedeutet.
Erfahrungen und Erkenntnisse aus "Aitutaki-Blues"
Der Podcast und das Buch geben Einblicke in die Gefühlswelt von Claudia und Lukas. Sie zeigen die Herausforderungen und Schwierigkeiten, mit denen sie im Alltag konfrontiert sind, aber auch die Momente der Freude und Verbundenheit.
Emotionale Achterbahnfahrt
Die Reise ist emotional und stressig für Lukas. Er kümmert sich rührend um seine Mutter und versucht, das Beste aus der Situation zu machen. Claudia ist verzweifelt, da sie sich ihrer Krankheit bewusst ist und Stück für Stück ihr Gedächtnis verliert.
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Die Krankheit verstehen lernen
Durch die Auseinandersetzung mit der Krankheit lernt Lukas, mit den Einschränkungen und Veränderungen umzugehen. Er erkennt, wie wichtig es ist, im Moment zu leben und die kleinen Dinge zu schätzen.
Die Bedeutung von Erinnerungen
Obwohl die Erinnerungen nach der Reise wieder verblassen, bleiben die Farben, der Gesang und der Geruch von Aitutaki in Claudias Gedächtnis. Lukas erkennt, wie wichtig es ist, Erinnerungen zu schaffen und festzuhalten.
"Die Suche nach dem guten Tod": Ein neuer Podcast
Lukas Sam Schreiber ist auch Host des Stern-Podcasts "Die Suche nach dem guten Tod". Darin beschäftigt er sich mit der Frage, wie ein würdevolles Sterben aussehen kann.
Antworten für die Mutter finden
Für seine Mutter sucht Lukas nach Antworten auf ihre Fragen zum Sterben. Er spricht mit Palliativmedizinern, Psychologen, Juristen, Angehörigen und Menschen, die kurz vor dem Sterben stehen.
Die Realität des Sterbens
Lukas lernt, dass der Tod oft nicht so aussieht, wie man ihn sich vorstellt. Er spricht von Lungenrasseln und anderen unangenehmen Begleiterscheinungen. Dennoch findet er auch Trost und Versöhnung im Umgang mit dem Thema.
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Die Sterbehilfe-Debatte
Lukas setzt sich mit der Sterbehilfe-Situation in Deutschland auseinander. Er stellt fest, dass es für Menschen mit Demenz oft schwierig ist, Sterbehilfe in Anspruch zu nehmen, da ihre Urteilsfähigkeit in Frage gestellt wird.
Ratschläge für Angehörige
Lukas gibt Angehörigen von Menschen mit Demenz den Rat, Zeit zu investieren, miteinander zu sprechen und die Schönheit im Tag zu finden. Er betont, wie wichtig es ist, da zu sein und die Betroffenen nicht allein zu lassen.
Erfahrungen und Erkenntnisse aus "Die Suche nach dem guten Tod"
Der Podcast "Die Suche nach dem guten Tod" bietet wertvolle Einblicke in die Welt des Sterbens und der Palliativmedizin. Er regt dazu an, sich mit der eigenen Endlichkeit auseinanderzusetzen und Vorsorge zu treffen.
Die Angst vor dem Tod
Lukas spricht mit Menschen, die keine Angst vor dem Tod haben, wie Matthias Tidden, der kurz vor seinem assistierten Suizid stand. Er lernt, dass es möglich ist, dem Tod angstfrei entgegenzutreten.
Die Liebe in Zeiten des Sterbens
Lukas spricht mit der Familie Ernst über die Frage, was passiert, wenn das Sterben auf die Liebe fällt. Er lernt, wie sich Körperlichkeit und Anziehung verändern können, wenn jemand pflegebedürftig und dem Tod nahe ist.
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Die Bedeutung der Auseinandersetzung mit dem Tod
Lukas betont, wie wichtig es ist, sich mit dem Tod auseinanderzusetzen, um bewusste Entscheidungen über lebensverlängernde Maßnahmen treffen zu können. Er erinnert daran, dass das Sterben das verbindende Element von allem ist.
Die Rolle der Körber-Stiftung
Die Körber-Stiftung unterstützt den Podcast "Die Suche nach dem guten Tod". Sie möchte den Themen Sterben und Tod das Tabu nehmen und ermutigen, sich mit der eigenen Endlichkeit auseinanderzusetzen. Dazu hat sie die Web-App "Der letzte Tag" entwickelt.
Fazit
Die Geschichte von Claudia und Lukas Sam Schreiber ist berührend und bewegend. Sie zeigt, wie eine Alzheimer-Diagnose das Leben verändern kann und wie wichtig es ist, sich mit der Krankheit auseinanderzusetzen. Die Podcasts "Aitutaki-Blues" und "Die Suche nach dem guten Tod" bieten wertvolle Einblicke und Anregungen für Betroffene, Angehörige und alle, die sich mit den Themen Demenz, Sterben und Tod auseinandersetzen möchten. Sie ermutigen dazu, die Schönheit im Leben zu finden und sich mit der eigenen Endlichkeit zu versöhnen.
Ergänzende Informationen
- Lukas Sam Schreiber: Geboren 1991, Podcastproduzent.
- Claudia Schreiber: Journalistin und Schriftstellerin, erkrankt an Alzheimer.
- Aitutaki: Eine kleine Insel im Pazifik, die Claudia Schreiber schon lange besuchen wollte.
- Audible-Podcast "Aitutaki-Blues": Ein Podcast über die Reise von Claudia und Lukas nach Aitutaki und den Umgang mit der Alzheimer-Erkrankung.
- Stern-Podcast "Die Suche nach dem guten Tod": Ein Podcast über die Frage, wie ein würdevolles Sterben aussehen kann.
- Körber-Stiftung: Eine Stiftung, die sich für die Enttabuisierung der Themen Sterben und Tod einsetzt.
- Web-App "Der letzte Tag": Eine Web-App der Körber-Stiftung, die dazu anregt, sich mit der eigenen Endlichkeit auseinanderzusetzen.
- Telefonseelsorge: Anonyme, kostenlose und rund um die Uhr erreichbare Hilfe bei Suizidgedanken und psychischen Krisen unter (0800) 1110111 und (0800) 1110222.
- Notruf 112: Bei unmittelbarer Suizidgefahr.