Alkohol nach einer Gehirnoperation: Risiken und Empfehlungen

Ein ästhetischer Eingriff kann eine aufregende und nachhaltige Erfahrung sein, erfordert aber auch eine Zeit der Genesung. Viele Patienten fragen sich, wann sie nach einer Operation zu den Annehmlichkeiten und dem Genuss im Alltag zurückkehren und beispielsweise wieder Alkohol trinken können, beziehungsweise wie lange dies Wundheilung oder die Gesundheit nach einer Narkose beeinflusst. Die Antwort ist komplex und hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dieser Artikel beleuchtet die Risiken des Alkoholkonsums nach einer Gehirnoperation und gibt Empfehlungen für eine sichere Genesung.

Einführung

Operationen sind eine körperliche Belastung und sollten deshalb grundsätzlich nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Insbesondere bei komplexen chirurgischen Eingriffen, die unter Vollnarkose durchgeführt werden, ist es wichtig, den Organismus so gut wie möglich auf die Belastung vorzubereiten und ihn während dieser zu unterstützen. Es ist wichtig, sich um die Wundheilung zu kümmern und den Körper bei der Genesung zu unterstützen. Dabei kann jedoch sowohl die Wundheilung durch Alkohol verlangsamt, als auch die Erholung nach einer Narkose negativ beeinflusst werden.

Die Risiken des Alkoholkonsums nach einer Operation

Beeinträchtigung der Wundheilung

Alkohol ist bekannt für seine blutverdünnenden Eigenschaften. Dies bedeutet, dass er die Blutgefäße erweitern und das Blutungsrisiko erhöhen kann. Nach einer Operation ist eine stabile Blutversorgung jedoch ganz entscheidend für die Wundheilung. Darüber hinaus kann Alkohol das Immunsystem beeinträchtigen, was ebenfalls die Wundheilung beeinflusst. Ein geschwächtes Immunsystem kann die Abwehr gegen Infektionen reduzieren und die Narbenbildung negativ beeinflussen.

Negative Auswirkungen auf die Erholung nach der Narkose

Nach einer Narkose können einige Patienten noch Stunden oder sogar Tage lang benommen sein. Viele Medikamente werden durch die Leber verstoffwechselt. Dasselbe gilt auch für Alkohol. Alkohol nach der Narkose würde diese Benommenheit verstärken und kann das Risiko von Nebenwirkungen erhöhen. Dazu gehören Schwindel, Übelkeit und Koordinationsprobleme.

Komplikationen bei chronischem Alkoholkonsum

Insbesondere Menschen mit einem chronischen Alkoholkonsum, also Personen, die täglich Alkohol trinken, müssen aufgrund ihres Konsums in allen operativen Phasen mit Komplikationen rechnen. Ärzte gehen davon aus, dass bereits drei Flaschen Bier oder zwei Gläser Wein pro Tag ausreichen, um Schwierigkeiten im Zusammenhang mit einer Operation hervorzurufen.

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Als toxische Substanz schädigt Alkohol den menschlichen Organismus auf viele verschiedene Arten. Allein der Abbau von Ethanol greift die Leber an und verbraucht zahlreiche Energiereserven. Anderenfalls steht der Organismus bereits von vornherein unter Stress, was unter anderem zu Schwierigkeiten bei der Anästhesie führen kann. So besteht bei einer normalen Dosierung des Narkosemittels bei Alkoholkonsumenten das Risiko für ein frühzeitiges Erwachen. Entsprechend muss die Dosierung erhöht werden, was den Organismus zusätzlich belastet.

Darüber hinaus wird bei Menschen, die regelmäßig große Mengen Alkohol trinken, die Immunleistung verringert. Die blutgerinnungshemmende Wirkung des Alkohols kann während des Eingriffs zu Blutungen führen, welche die Operation erschweren. Darüber hinaus wird bei Menschen, die regelmäßig Alkohol trinken, auf lange Sicht das Herz-Kreislauf-System in Mitleidenschaft gezogen. Weil Alkohol eine ähnliche Wirkung wie blutverdünnende Medikamente besitzt, kann ein jahrelanger hoher Alkoholkonsum die Blutgerinnung auch nach der OP beeinflussen. Zudem ist die Wundheilung gestört, weshalb Nachblutungen und Infektionen häufiger auftreten. Noch riskanter ist es, wenn Patienten nicht nur regelmäßig große Mengen Alkohol zu sich nehmen, sondern außerdem noch rauchen.

Auswirkungen auf das Gehirn

Bilder vom Inneren des Kopfes haben schon vor einiger Zeit belegt: Alkohol schädigt auf Dauer die Hirnzellen. Allerdings waren entsprechende Veränderungen in der Hirnstruktur bislang bei chronisch starkem Alkoholkonsum beobachtet worden. Jetzt zeigt sich: Auch wer mäßig, aber regelmäßig trinkt kann sich nicht entspannt zurücklehnen - selbst mäßige Mengen an Alkohol schädigen das Gehirn, wenn sie häufig konsumiert werden.

Das entdeckte ein Forschungsteam um Reagan Wetherill von der Perelman School of Medicine in Philadelphia. Dazu hatte man Daten von 36.678 gesunden Erwachsenen im Alter von 40 bis 69 Jahren ausgewertet. Diese waren in der UK Biobank-Studie hinterlegt - einer umfassenden Sammlung gesundheitlicher Daten von Briten.

Sie belegen, dass das Gehirnvolumen bei regelmäßigem Alkoholkonsum insgesamt abnahm, was insbesondere die Graue Substanz betraf. Diese setzt sich aus den Zellkörpern der Nervenzellen zusammen. Auch zeigte sich eine schlechtere Vernetzung der Nervenzellen über die Nervenfortsätze, welche die weise Substanz des Gehirns bilden.

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Für ihre Analyse werten die Forschenden Bilder aus dem Magnetresonanztomographen (MRT) aus. Der Zustand der Nervenzellen ließ sich über die sogenannte Diffusions-Tensor-Bildgebung beurteilen. Störungen auf der Ebene der Nervenzellen konnten die Forschenden zudem per „Neurite orientation dispersion and density imaging“ (NODDI) nachweisen.

Das Ergebnis: Bei Personen, die ein bis zwei Gläser Alkohol täglich konsumierten, entsprachen die Veränderungen einer vorzeitigen Alterung des Gehirns um ein bis zwei Jahre. Wer täglich 2 bis 3 Gläser Alkohol trank, zeigte eine vorzeitige Alterung des Gehirns um etwa 3,5 Jahre.

Der Alkohol scheint sich auf weite Regionen des Gehirns auszuwirken. Die Forschenden fanden Veränderungen in 125 von 139 untersuchten Hirnregionen. Einige Areale waren jedoch stärker betroffen, darunter:

  • der Frontallappen (präfrontaler Cortex). Er steuert die Motorik, gilt aber auch als Sitz der Persönlichkeit.
  • bestimmte Teile des Temporallappens (Schläfenlappen), in dem unter anderem Sprachfähigkeiten und Gedächtnis beheimatet sind.
  • die Insula (Insel), die an der Wahrnehmung von Geschmack und Geruch, aber auch an der Entstehung von Ekel wesentlich beteiligt ist.
  • das Kleinhirn (Cerebellum), das unter anderem das vegetative Nervensystem reguliert.
  • der Hippocampus (Zwischenhirn), der für das Überführen neuer Informationen ins Langzeitgedächtnis und für das Abrufen von Erinnerungen zuständig ist.

Je mehr Alkohol die Teilnehmenden regelmäßig tranken, desto stärker waren die Schäden an den Nervenverbindungen und desto mehr Hirnsubstanz ging verloren. Als hoher Konsum wurden für Frauen drei Gläser Alkohol oder mehr am Tag festgelegt, für Männer vier Gläser oder mehr.

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Das hängt vor allem auch mit den Medikamenten zusammen, die frisch operierte Patienten häufig einnehmen müssen.

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Erhöhtes Risiko für Herzrhythmusstörungen

Auch einzelne Episoden mit exzessivem Konsum können Herzrhythmusstörungen begünstigen. Dieses Phänomen ist landläufig als Holiday-Heart-Syndrom bekannt. Eine erhöhte Aufnahme von Alkohol innerhalb kurzer Zeit, auch als "Binge Drinking" bekannt, wirkt sich nicht nur auf das Gehirn aus, sondern beeinflusst auch das Herz. Dieses Phönomen wird auch als "Holiday-Heart-Syndrom" bezeichnet.

Auch Münchner Wissenschaftler hatten die Folgen von kurzzeitig erhöhtem Alkoholkonsum bereits vor längerer Zeit bei Besuchern des Oktoberfestes näher untersucht. Sie hatten dazu über 3.000 Besucher des Oktoberfests mit kleinen EKG-Geräten ausgestattet, die ihre Herzrhythmusveränderungen aufzeichneten. Fast ein Drittel der Teilnehmenden zeigte danach Auffälligkeiten, meist harmlos in Form eines schnellen Herzschlags.

In der Folgestudie "MunichBREW 2", wurde das Phänomen bei 202 jungen Partygängern (Durchschnittsalter rund 30 Jahre) auch während der Erholungsphase nach dem eigentlichen Alkoholkonsum untersucht. Keiner hatte zuvor Herzrhythmusstörungen. Der Alkoholkonsum wurde stündlich protokolliert und der Alkoholpegel gemessen. Außerdem trugen die Probanden ein professionelles Dreikanal-Langzeit-EKG, das genauere Analysen ermöglicht und über die „Trinkphase“ hinaus für rund 48 Stunden den Herzrhythmus protokollierte.

Die Teilnehmer tranken im Durchschnitt 3 Einheiten Bier, 2 Einheiten Wein und 4 Einheiten Spirituosen sowie 2 Einheiten Longdrinks. Die EKG-Auswertung ergab, dass mit der Alkoholmenge die Herzfrequenz und damit auch die Häufigkeit von Tachykardien (schnellem Herzschlag mit mehr als 100 Schlägen pro Minute) zunahmen. Das Herz wies zudem nicht nur während der „Trinkphase“ einen deutlichen Anstieg der Herzfrequenz auf durchschnittlich 97 Schläge pro Minute auf, sondern war auch in der Erholungsphase nach dem Alkoholkonsum weiterhin gestresst war und Herzrhythmusstörungen traten auch noch Stunden nach dem Trinken auf. Bei zehn Probanden wurden merkliche Arrhythmien festgestellt.

Das Interessante: Als die Forscher die Teilnehmer nach rund sieben Jahren zu einer Nachkontrolle einluden, berichtete etwa ein Fünftel von ihnen von wiederkehrenden Symptomen wie Herzklopfen und erhöhter Herzfrequenz. Diese Ergebnisse zeigen nach Ansicht der Wissenschaftler, dass schon ein einzelner Alkoholexzess das Herz beeinträchtigen kann. Wer regelmäßig trinkt - wenn auch nur kleine Mengen - erhöht die Gefahr deutlich, Vorhofflimmern zu entwickeln.

Erhöhtes Schlaganfallrisiko

Der Zusammenhang zwischen Alkohol und dem Schlaganfall-Risiko wird noch immer unterschätzt. Weit verbreitet ist die Meinung, dass ein Gläschen in Ehren der Herz-Kreislauf-Gesundheit nicht schaden kann. In mehreren Studien wurde bereits nachgewiesen, dass leichter bis mäßiger Alkoholkonsum das Schlaganfall-Risiko senken kann. Dies gilt aber nur für den Hirninfarkt, also den Schlaganfall, der durch mangelnde Durchblutung der Hirngefäße entsteht. Das Risiko für eine Hirnblutung nimmt jedoch mit steigendem Alkoholkonsum zu.

Für gesunde Menschen ohne genetisches oder erworbenes Risiko gilt der Konsum von Alkohol als risikoarm, wenn er im folgenden Rahmen bleibt:

  • Für Frauen liegt der Grenzwert zwischen 10 bis 12 Gramm reinem Alkohol täglich. Das entspricht in konkreten Mengen: 0,3 Liter Bier, 0,15 Liter Wein oder Sekt.
  • Für Männer liegt der Grenzwert zwischen 20 bis 24 Gramm reinem Alkohol täglich. Das entspricht in konkreten Mengen: 0,5 Liter Bier, 0,25 Liter Wein oder Sekt.

Das Risiko für einen Schlaganfall steigt bei Frauen ab einer Alkoholmenge von 20 Gramm pro Tag deutlich an. Bei Männern steigt das Risiko ab 40 Gramm pro Tag. Diese Menge entspricht einer halben Flasche Wein, einem Liter Bier oder fünf Schnäpsen.

Post-operative kognitive Defizite

Sinkt der Blutdruck zu stark, wird das Gehirn weniger durchblutet. Patienten können dann nach der Narkose unter einem post-operativen Delir oder post-operativen kognitiven Defiziten leiden. Das heißt, sie haben vielleicht Wortfindungsstörungen, Erinnerungsstörungen oder Konzentrationsschwierigkeiten. In der Regel geht das innerhalb eines halben Jahres wieder vorbei. Für die Patienten und ihre Angehörigen ist das aber natürlich trotzdem sehr beunruhigend. Die fremde Umgebung im Krankenhaus oder eine Neigung zum Alkohol können diese post-operativen Defizite noch verstärken - vor allem allem bei Patienten, die bereits Symptome einer beginnenden Demenz zeigen oder allgemein zu Verwirrtheit tendieren.

Empfehlungen für den Alkoholkonsum nach einer Operation

Die genaue Zeitspanne, in der es wieder sicher sein kann, Alkohol nach einer Narkose oder einem Eingriff zu trinken, variiert je nach Art des Eingriffs und individuellen Faktoren. Als Faustregel sollten Sie jedoch etwa zwei Wochen warten, bevor Sie Alkohol konsumieren. Auch nach dieser Zeit bleibt es ratsam, Alkohol in Maßen zu trinken, wenn Sie sich entscheiden, wieder einen Drink zu genießen.

Patienten sollten grundsätzlich versuchen, vor einem operativen Eingriff möglichst mehrere Tage keinen Alkohol zu sich zu nehmen. Im Idealfall ist die komplette Woche vor der Operation alkoholfrei. Bei Patienten, die ohnehin einen eher moderaten Alkoholkonsum pflegen, ist dies in der Regel nicht problematisch. Menschen mit einer Suchterkrankung hingegen können nicht von heute auf morgen auf alkoholische Getränke verzichten.

Damit die Wunde möglichst schnell heilt und Patienten keine Komplikationen zu erwarten haben, sollte in den ersten Tagen nach dem Eingriff möglichst komplett auf Alkoholika verzichtet werden. Die genauen Empfehlungen sind von der Schwere des Eingriffs und dem allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten abhängig. Im besten Fall ist es aber ratsam, mindestens eine Woche zu warten.

Daher sollten Alkoholiker oder Patienten, die regelmäßig viel Alkohol trinken, unbedingt ausführlich mit dem behandelnden Arzt sowie gegebenenfalls auch mit dem Anästhesisten über dieses Thema sprechen. Bei einem Alkoholmissbrauch ohne Abhängigkeit sollte die Trinkmenge bewusst reduziert werden; helfen kann dabei ein Trinktagebuch.

Alkohol und Hirnschäden: Eine langfristige Perspektive

Auch wer täglich nur ein Glas Alkohol konsumiert, ist vor Hirnschäden nicht gefeit: Sowohl graue als auch weiße Hirnsubstanz nehmen in vielen Arealen Schaden.

Schon eine Flasche Bier am Tag lässt die graue sowie die weiße Substanz im Gehirn schrumpfen, wenn Sie über einen langen Zeitraum regelmäßig konsumieren. Bei der grauen Substanz handelt es sich um die Großhirnrinde (oder Cortex), die rund 20 Milliarden Nervenzellkörper beherbergt. Im Inneren des Großhirns befinden sich ihre Zellfortsätze (Axone), die aufgrund ihrer helleren Farbe weiße Substanz genannt werden. Beide Substanzen sind wesentliche Bestandteile des zentralen Nervensystems und steuern nahezu alle Hirnfunktionen. Ohne sie kann das Gehirn nicht normal arbeiten. Die Veränderungen, die Alkohol in den Gehirnsubstanzen verursacht, sind jedoch nicht linear: Je mehr man trinkt, desto schneller schrumpft das Gehirn. Ein Beispiel: Erhöht eine 50-jährige Person ihren täglichen Alkoholkonsum von einem 0,25l Glas Bier auf eine 0,5l Flasche Bier, entsprechen die Veränderungen im Gehirn einer Alterung von zwei Jahren.

Es ist normal, dass die Zellstrukturen sich etwa im Alter von 50 Jahren langsam abbauen. Die Blütezeit des Gehirns ist dann in der Regel schon vorbei. Doch, je mehr Alkohol Sie konsumieren, desto schneller bauen sich die Zellstrukturen ab. Die Folgen der Hirnalterung machen sich vor allem durch ein geschwächtes Erinnerungsvermögen bemerkbar. So kann es häufiger dazukommen, dass sie Kleinigkeiten wie Ihren Hausschlüssel vergessen oder immer öfter mehr als einmal auf Ihre Einkaufsliste schauen müssen. Aber der Alkohol beeinträchtigt auch andere kognitive Fähigkeiten: Aufmerksamkeit, Orientierung oder die Geschwindigkeit der Informationsverarbeitung. Jüngere Studien weisen darauf hin, dass regelmäßiger Alkoholkonsum von bereits fünf bis sechs Standardgläsern pro Woche die kognitive Leistungsfähigkeit vermindert.

Im Gehirn verursacht ein regelmäßiger Konsum hoher Alkoholmengen außerdem Veränderungen, die das Risiko einer Demenzerkrankung stark erhöhen. Dabei handelt es sich um eine Krankheit, die eine fortschreitende Abnahme der geistigen Leistungsfähigkeit hervorruft. Betroffene Menschen können dadurch häufig kein selbstbestimmtes Leben mehr führen und sind auf Hilfe im Alltag angewiesen. Studien zeigen, dass sich das Demenzrisiko deutlich erhöht, wenn man regelmäßig viel Alkohol trinkt. Personen ab 45 Jahren, die mehr als 24 Gramm reinen Alkohol (ca. 250 ml Wein) am Tag trinken, sind besonders gefährdet.

Die Rolle von Risikofaktoren

Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Frauen und Personen mit familiärer Vorbelastung, aber auch Raucher, Bluthochdruck-Patienten und Menschen, die übermäßig Alkohol trinken. „Ohne diese Risikofaktoren liegt das jährliche Rupturrisiko bei rund 0,5 bis 1 Prozent. Mehrere Risikofaktoren in Kombination können die Wahrscheinlichkeit einer Ruptur hingegen auf über zehn Prozent erhöhen“, stellt Prof. Dr. med. Veit Braun fest.

Alkoholabhängigkeit und Therapie

Eine Alkoholsucht ist kein akutes medizinisches Problem, das sich mit einer Tablette, einer Injektion oder einer Operation behandeln ließe, sondern eine chronische psychische Störung, die mit Veränderungen im Gehirn einhergeht - dem Suchtgedächtnis. Alkoholkonsum führt zu einer erhöhten Produktion von Endorphinen und Dopamin, wirkt also wie eine Belohnung. Botenstoffe wirken auf Rezeptoren - man fühlt sich euphorisiert, entspannt, angstlösend. Doch das ist nicht ungefährlich. Denn regelmäßiger Alkoholkonsum führt mit der Zeit zu einer Toleranzentwicklung an den Rezeptoren. Das bedeutet, dass immer mehr Alkohol getrunken werden muss, damit jemand die gleiche entspannende Wirkung erleben kann.

Ein dauerhafter Konsum führt zu Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, des Magen-Darm-Trakts, der Leber sowie anderer innerer Organe, aber auch des Gehirns. Ebenso sind psychische Belastungen wie Depressionen, Angst- und Panikstörungen und Psychosen zu erwarten.

Eine Alkoholsucht ist kein unentrinnbares Schicksal, sondern kann durch eine qualifizierte Alkoholtherapie gut unter Kontrolle gebracht werden.

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