Altes Oberschenkel Gehirn Definition: Ein umfassender Überblick über Myopathien, Polyneuropathien, Dystonien, Lewy-Body-Demenz, Muskelatrophie, Morbus Perthes, Radiusköpfchenfraktur, Fußfehlstellungen, Skoliose, Sarkopenie, Narben im Gehirn, Lähmungserscheinungen und ALS

Myopathien, Polyneuropathien, Dystonien, Lewy-Body-Demenz, Muskelatrophie, Morbus Perthes, Radiusköpfchenfraktur, Fußfehlstellungen, Skoliose, Sarkopenie, Narben im Gehirn, Lähmungserscheinungen und ALS sind neurologische Erkrankungen, die verschiedene Bereiche des Körpers betreffen und oft mit erheblichen Einschränkungen verbunden sind. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über diese Erkrankungen, ihre Symptome, Ursachen, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten.

Myopathie: Muskelschwäche und Muskelschwund

Weltweit sind 2-5 % der Menschen von einer erworbenen oder erblichen Myopathie betroffen, in Deutschland gibt es etwa 500.000 Myopathie-Patienten. Eine Muskelerkrankung (Myopathie) zeichnet sich durch das Auftreten von muskulärer Schwäche und Muskelschwund aus. Beide können dauerhaft oder nur vorübergehend sein. Die Schwäche kann zum Beispiel das Gehen betreffen und zeigt sich in einem hinkenden Gangbild. Häufig ist auch zu beobachten, dass die Arme nicht mehr über den Kopf angehoben werden können. Die reduzierte Kraft kann sich auch als Störung der Fingerfertigkeit oder der Fußheberkontrolle präsentieren. Erschwerend kann im Verlauf der Muskelschwund lokal oder generalisiert auftreten.

Ursachen und Risikofaktoren

Es handelt sich oft um eine genetische Veranlagung, aber es gibt auch erworbene Formen einer Myopathie, wie zum Beispiel eine Muskelentzündung. Ein eindeutiges Risikoprofil besteht bei den erblichen Formen einer Myopathie. Autoimmunerkrankungen, Stoffwechselstörungen, Medikamente, aber auch chronischer Alkoholkonsum können das Auftreten einer Myopathie verursachen und verstärken.

Diagnose und Therapie

Eine Myopathie kann in aller Regel durch die körperliche Untersuchung eines Neurologen festgestellt werden. Es existieren verschiedene Medikamente für erworbene und auch bereits für einige erbliche Myopathien. Je nach Form der Erkrankung gibt es aber medikamentöse Therapieoptionen für die individuellen Beschwerden des Patienten. Die Therapie wird durch einen erfahrenen Neurologen individuell auf die Patientenbedürfnisse ausgerichtet. Eine Myopathie kann nicht-medikamentös und medikamentös behandelt werden.

Polyneuropathie: Schädigung des peripheren Nervensystems

Unter dem Begriff „Polyneuropathien“ wird eine Gruppe von Erkrankungen zusammengefasst, bei denen es zu Schädigungen des peripheren Nervensystems kommt. Infolge dieser Schädigungen ist die Funktion der betroffenen Nerven gestört. Weil mehrere Nerven beziehungsweise ganze Nervenstrukturen betroffen sind, spricht man von Polyneuropathie (griechisch poly = viel, mehrere). Rund fünf bis acht Prozent der erwachsenen Bevölkerung sind von Neuropathien betroffen. Dabei steigt die Rate mit zunehmenden Alter.

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Symptome

Zu den Symptomen einer Polyneuropathie (PNP) gehören Empfindungsstörungen, Missempfindungen wie Kribbeln, Brennen und „Ameisenlaufen“ sowie Schmerzen in den betroffenen Körperbereichen, häufig in den Beinen. Auch Störungen des Berührungs-, Schmerz- oder Temperaturempfindens können auftreten.

Ursachen und Risikofaktoren

Diabetes mellitus Typ 2 und Alkoholmissbrauch gehören zu den häufigsten Ursachen für eine Polyneuropathie. Warum bekommt man eine Polyneuropathie? Für diese gibt es viele mögliche Auslöser. Mit am häufigsten verursachen Diabetes mellitus Typ 2 und chronischer Alkoholmissbrauch die Nervenschäden. Beide Faktoren zusammen sind für fast die Hälfte aller Neuropathien verantwortlich. Alkoholische Polyneuropathie: Symptome Die alkoholische Polyneuropathie entwickelt sich in der Regel langsam. Die meisten Erkrankten beschreiben Nervenstörungen in den Beinen. Sie leiden unter Schmerzen, Missempfindungen und Sensibilitätsstörungen. Auch Muskelschwund und schwere Muskelerschlaffungen (Paresen) können auftreten. Möglicherweise führen die durch die Polyneuropathie bedingten Schmerzen in den Beinen zu Schwierigkeiten, richtig zu stehen und zu Gangunsicherheit.

Verlauf

Meistens beginnen die Symptome in den Füßen oder Händen. Bleibt die Neuropathie unbehandelt, werden die Symptome meist intensiver. Eine sensomotorische Polyneuropathie beginnt meistens in den Zehen, Füßen und Beinen. Hände und Arme sind seltener beziehungsweise später betroffen. Als Erstes fällt in der Regel in einem strumpf- oder handschuhförmig begrenzten Areal das Vibrationsempfinden aus. Ärztinnen und Ärzte können das im Rahmen einer klinischen Untersuchung testen. Später beklagen die Betroffenen beispielsweise brennende Missempfindungen auf der Fußsohle („burning feet“), schmerzende Muskelkrämpfe im Oberschenkel oder in der Wade und dumpfe oder stechende Schmerzen in der Leiste oder am vorderen Oberschenkel. Oft verstärken sich die Beschwerden in der Nacht.

Diagnose

Einer umfassenden Anamnese und körperlichen Untersuchungen folgen Untersuchungen mit speziellen Geräten zur Beurteilung von Nervenschädigungen sowie Bluttests und - bei Bedarf - eine weiterführende Diagnostik. Anamnese Neben dem oftmals charakteristischen Beschwerdemuster gibt die Krankengeschichte entscheidende Hinweise auf die Ursache einer Polyneuropathie. Darum ist ein ausführliches Arztgespräch ein wichtiger Teil der Diagnostik. Ist beispielsweise seit Jahren ein Diabetes mellitus bekannt und wurden bereits andere Komplikationen wie diabetesbedingte Augenerkrankungen diagnostiziert? Dann ist die Wahrscheinlichkeit einer diabetesbedingten Polyneuropathie gegeben.

Therapie

Die Therapie der Polyneuropathie richtet sich nach ihrer Ursache. Sind die Nervenschäden wegen einer anderen Grunderkrankung entstanden, gilt es zuerst, diese zu behandeln. Bei der diabetischen Polyneuropathie ist beispielsweise eine konsequente Blutzuckereinstellung entscheidend. Je besser die Werte langfristig eingestellt sind, desto eher lässt sich die Nervenschädigung stoppen. Patientinnen und Patienten mit Polyneuropathie sollten Alkohol möglichst meiden. Das gilt auch, wenn die Nervenschäden nicht durch übermäßigen Alkoholkonsum entstanden sind. Nervenschmerzen sind individuell mit Medikamenten behandelbar.

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Hereditäre motorisch-sensible Neuropathie (HMSN)

Typische Symptome der HMSN sind Muskelschwäche beziehungsweise Lähmungen (Paresen) in den Extremitäten und Muskelschwund (Atrophie), meist beginnend in Fuß und Unterschenkel. Die Unterschenkel verlieren aufgrund des Muskelabbaus an Masse und es kommt zu sogenannten Storchenbeinen. Auch die oberen Extremitäten können betroffen sein, insbesondere die kleinen Handmuskeln. Aufgrund zahlreicher beteiligter Nerven können Empfindungs- sowie Durchblutungsstörungen (sensorische, autonome, vegetative Störungen) auftreten. Die HMSN sind die am häufigsten auftretenden erblichen neurologischen Erkrankungen, die in unterschiedlichen Ausprägungen bereits 1886 von Jean-Martin Charcot, Pierre Marie und Howard Tooth (daher auch Charcot-Marie-Tooth-Erkrankung) sowie 1893 von Déjérine und Sottas beschrieben wurden.

Dystonie: Bewegungsstörungen durch Muskelanspannungen

Dystonien sind Bewegungsstörungen, die im Gehirn verursacht werden. Die Symptome einer Dystonie äußern sich durch unwillkürliche und anhaltende Muskelanspannungen, also Verkrampfungen, die zu ungewöhnlichen Körperhaltungen (z.B. des Kopfes oder der Gliedmaßen) und zu unkontrollierbaren Bewegungen (z.B. Verkrampfungen der Augenlider) führen. Hierbei können auch wichtige Körperfunktionen wie etwa das Sehen, Sprechen oder Essen teils stark beeinträchtigt sein. In Deutschland sind laut der Deutschen Dystonie Gesellschaft etwa 160.000 Krankheitsfälle beschrieben, darunter auch viele Kinder und Jugendliche.

Ursachen und Diagnose

Eine Dystonie kann aufgrund eines plötzlichen Ereignisses auftreten oder aufgrund einer chronischen Krankheit entstehen. In jedem Fall ist jedoch das Gehirn betroffen. Die Bewegungsstörung kann, je nachdem welche Bewegungszentren im Gehirn betroffen sind, einzelne oder mehrere Körperregionen umfassen. Wie es zu dem Auftreten der neurologischen Erkrankung kommt, ist nicht immer bekannt. Primäre Dystonien: Die Dystonie tritt unabhängig von einem Ereignis oder einer weiteren Erkrankung auf. Sekundäre Dystonie: Eine Ursache ist vorhanden (z.B. Medikamente, Verletzung im Gehirn). Die Ursache der Dystonie ist an ein Ereignis (z.B. an ein Schädel-Hirn-Trauma), eine Stoffwechselstörung oder eine neurologische Begleiterkrankung (z.B. Parkinson) gebunden. Man spricht dann auch von einer symptomatischen Dystonie. Leider werden die Symptome von Dystonien vom Umfeld der Betroffenen häufig irrtümlich als psychische Störung wahrgenommen und nicht ernstgenommen. Nach der Diagnose sollte das Umfeld daher aufgeklärt werden, um eine Stigmatisierung zu vermeiden. Ein offener Umgang mit dem alltäglichen Umfeld kann die Lebensqualität der Betroffenen enorm steigern.

Lewy-Body-Demenz: Neurodegenerative Erkrankung mit vielfältigen Symptomen

Die Lewy-Body-Demenz - auch Lewy-Körperchen-Demenz oder Lewy-Körper-Demenz genannt - ist eine Form der neurodegenerativen Demenzen. Das bedeutet: Bestimmte Bereiche im Gehirn werden nach und nach geschädigt. In Deutschland leben etwa 1,8 Millionen Menschen mit einer Demenzerkrankung (Stand: 2024) - schätzungsweise zwischen 5 bis 10 Prozent davon mit einer Lewy-Körper-Demenz, was zwischen 90.000 bis 180.000 Menschen entspricht.

Ursachen und Diagnose

Wie es zu den Eiweißablagerungen kommt, ist noch nicht vollständig geklärt. Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass genetische Veränderungen eine Rolle spielen können. Die Diagnose einer Lewy-Körperchen-Demenz ist schwierig - denn viele Symptome ähneln denen von Alzheimer oder Parkinson. Trotzdem gibt es heute gute Möglichkeiten, die Erkrankung bereits zu Lebzeiten mit hoher Wahrscheinlichkeit zu erkennen.

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Symptome

Im Verlauf einer Lewy-Körperchen-Demenz kann sich das Verhalten von Betroffenen verändern. Bei Lewy-Body-Demenz stehen früh kognitive und psychische Symptome im Vordergrund - wie zum Beispiel Halluzinationen und geistige Leistungsschwankungen. Die Diagnose ist schwierig, da viele Symptome auch bei Alzheimer oder Parkinson vorkommen.

Therapie

Eine Lewy-Körperchen-Demenz ist bisher leider nicht heilbar. Die Behandlung zielt darauf ab, Symptome zu lindern - mit Medikamenten und nicht-medikamentösen Maßnahmen. Zur Behandlung der Lewy-Body-Demenz kommen verschiedene Medikamente infrage - je nach Symptomen und Krankheitsverlauf. Bei Lewy-Body-Demenz können sogenannte Cholinesterasehemmer zum Einsatz kommen. Doch bei Menschen mit einer Lewy-Körperchen-Demenz ist Vorsicht geboten: Viele reagieren überempfindlich auf diese Medikamente. Bei der Lewy-Body-Demenz können auch nicht-medikamentöse Maßnahmen sinnvoll sein. Ziel ist es, die geistigen Fähigkeiten zu fördern, den Alltag zu strukturieren und das Wohlbefinden zu verbessern. Menschen mit Lewy-Körper-Demenz sind oft sehr empfindlich gegenüber Stress, Lärm oder Reizüberflutung.

Muskelatrophie: Rückbildung von Muskelgewebe

Atrophe Muskeln besitzen weniger Volumen als normale Muskulatur und entwickeln in der Regel weniger Kraft. Die Atrophie bezeichnet eine Rückbildung von Körpergewebe, der verschiedene Auslöser vorausgehen können. So ist der Gewebeschwund - beispielsweise der Muskulatur - ein physiologischer Vorgang des Alterungsprozesses. Aber auch verschiedene Erkrankungen genetischer und traumatischer Herkunft bzw. Verletzungen, Vergiftungen (Intoxikationen) oder Nährstoffmangel können die Schrumpfung des Gewebes auslösen. Meist geht ein Funktionsverlust oder eine Funktionsminderung des betroffenen Organs mit dem Gewebeschwund einher. Die Behandlung der Atrophie richtet sich nach der zugrundeliegenden Ursache.

Morbus Perthes: Durchblutungsstörung des Hüftkopfes

Bei Morbus Perthes handelt es sich um eine juvenile Osteochondrose, die vorwiegend Jungen um das 6. Lebensjahr betrifft. Betroffene Kinder haben vor allem beim Einwärtsdrehen und Abspreizen der Hüfte Schmerzen. Dies macht sich häufig durch ein Schonhinken bemerkbar. Im gesunden Zustand versorgen zahlreiche Gefäße das Knochengewebe des Oberschenkelkopfes mit Nährstoffen. Aufgrund der Durchblutungsstörung bei Morbus Perthes wird der Hüftkopf nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgt. Es kommt zu einer Hüftkopfnekrose. Im schlimmsten Fall kann der Knochen unter der Knorpelfläche des Hüftgelenkes einbrechen. Bei Morbus Perthes kommt es zu einem Absterben des Knochengewebes im Hüftkopf. Grund dafür ist eine Durchblutungsstörung, wodurch der Knochen nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgt wird. Die Ursachen der Erkrankung des Hüftgelenks sind weitestgehend unbekannt.

Radiusköpfchenfraktur: Bruch des Radiusköpfchens im Ellenbogen

Eine der häufigsten Verletzungen im Bereich des Ellenbogens ist der Bruch des Radiusköpfchens (Radiusköpfchenfraktur). Oftmals geht diese Verletzung glimpflich aus und nur ein Teil des Radiusköpfchens (Caput radii), das mit dem Oberarmknochen eine gelenkige Verbindung bildet, bricht. Ein Großteil der Gelenkfläche des Radiusköpfchens und damit die Funktion im Gelenk bleiben erhalten. In diesem Fall stellt sich für den Orthopäden meist eine klare Indikation für eine konservative Behandlung. Bei der Einschätzung wann ein Bruch konservativ, also ohne Operation, behandelt wird und wann ein operativer Eingriff erfolgen sollte, hilft dem Ellenbogenspezialisten die Einteilung nach Mason. Die Mason-Klassifikation beschreibt die Anzahl der Bruchfragmente und das Ausmaß der Verschiebung. Daran orientiert sich in Folge die konservative und operative Versorgung.

Fußfehlstellungen: Plattfuß, Hohlfuß und Charcot-Marie-Tooth

Der Plattfuß und der Hohlfuß unterscheiden sich in der Stellung des Fußlängsgewölbes. Beim Plattfuß ist das Fußlängsgewölbe abgesenkt. Beim Hohlfuß ist das Fußlängsgewölbe deutlich angehoben, der Rist des Fußes ist besonders stark gewölbt. Eine häufig auftretende Fußfehlstellung bei Patienten mit Charcot-Marie-Tooth ist der Hohlfuß. Die Charcot-Marie-Tooth-Erkrankung (auch hereditäre motorisch-sensible Neuropathie Typ 2) ist eine seltene genetisch bedingte Erkrankung des peripheren Nervensystems.

Skoliose: Fehlstellung der Wirbelsäule

Eine Skoliose ist eine angeborene oder aufgrund von degenerativen Prozessen oder Erkrankungen erworbene Fehlstellung der Wirbelsäule. Zu den Ursachen zählen beispielsweise Krankheiten wie Osteoporose oder Spondylarthrose. Die seitliche Verkrümmung mit gleichzeitiger Verdrehung der Wirbelsäule kann den Bereich der Brustwirbelsäule, der Lendenwirbelsäule oder den Übergang dieser beiden Abschnitte betreffen. Fortgeschrittene Fehlstellungen sind meist sehr schmerzhaft und äußern sich durch muskuläre Verspannungen.

Sarkopenie: Übermäßiger Muskelabbau im Alter

Im fortgeschrittenen Alter lässt bei jedem Menschen Kraft und Beweglichkeit nach. Bei einigen fällt dieser Kraftverlust drastisch aus. Dahinter kann sich eine Erkrankung verbergen: Sarkopenie - der übermäßige Abbau von Muskeln. Fachleute schätzen, dass jede und jeder zehnte über 60-Jährige und sogar fast 50 Prozent der über 80-Jährigen in Deutschland darunter leiden. Die Folgen sind gravierend: Betroffene wirken gebrechlich, ihre Mobilität und ihre Lebensqualität sind eingeschränkt und das Risiko für Stürze, Knochenbrüche und Pflegebedürftigkeit steigt deutlich.

Ursachen und Risikofaktoren

Es gibt eine Reihe von Risikofaktoren, die zu einem krankhaften Muskelschwund führen können. Dazu gehören: Bewegungsmangel: Wer sich wenig bewegt, verliert schneller Muskeln. Mangelernährung: Besonders Eiweißmangel kann die Muskulatur schwächen. Chronische Erkrankungen: Herzschwäche, COPD, Niereninsuffizienz, Krebs oder Diabetes beschleunigen den Prozess.

Was kann man gegen Sarkopenie tun?

Mit gezieltem Training, ausgewogener Ernährung und bewusster Lebensgestaltung können wir den Muskelabbau verlangsamen - und teilweise sogar umkehren. Die wichtigste Maßnahme gegen Muskelschwund ist Training. Und das sollte möglichst regelmäßig absolviert und in den Alltag integriert werden. Der Mediziner rät zu einer Kombination folgender Trainingsformen: Krafttraining, Ausdauertraining und Balanceübungen.

Narben im Gehirn: Gliose als Folge von Schädigungen

Unter einer Narbe versteht man generell eine Art Ersatzgewebe, das im Rahmen einer Wundheilung entsteht. Bei Hautnarben verschließen Fibroblasten, also Bindegewebszellen, die verletzte Stelle. Sie sorgen so dafür, dass keine Keime durch die äußere Barriere eindringen. Eine Narbe im Hirn, eine so genannte Gliose, besteht dagegen aus Gliazellen. Es handelt sich dabei um das Stützgewebe des Gehirns, das die Nervenzellen einbettet und bei der Reizweiterleitung unterstützt. Es ist von der Konsistenz her derber als normales Hirngewebe und lässt sich in der Magnetresonanztomografie in der Regel gut abgrenzen. Ist Hirngewebe geschädigt - beispielsweise nach einem Schlaganfall, nach Schädelverletzungen, Entzündungen, oder auch durch Erkrankungen wie Morbus Alzheimer oder Multiple Sklerose - wird eine Vermehrung der stützenden Gliazellen angeregt.

Lähmungserscheinungen: Ursachen und Therapie

Wer an Lähmungserscheinungen leidet, ist nicht mehr in der Lage, einzelne oder gar mehrere Muskeln zu bewegen. Verliert ein Betroffener diese Fähigkeit vollständig, sprechen Mediziner von einer sogenannten Paralyse. Bei einer teilweisen Einschränkung, ist dagegen von einer Parese oder Teillähmung die Rede. Allgemein geht solchen Lähmungserscheinungen eine Nervenschädigung oder Verletzung beziehungsweise Störung des Rückenmarks oder Gehirns voraus. Die Ursache der Lähmungen herauszufinden, kann sehr schwierig sein. Deswegen ist es bei auftretenden Symptomen wichtig, baldmöglichst einen Arzt aufzusuchen.

Ursachen

Verschiedene Gründe als Auslöser solcher Schädigungen sind möglich. Vitamin-B12-Mangel: Das Vitamin B12 ist beteiligt am Aufbau der Schutzhülle (Myelinscheide) unserer Nerven. Herrscht im Körper ein Mangel davon, kann diese Hülle beschädigt werden, was in erster Linie zu Empfindungsstörungen wie Kribbeln oder Taubheitsgefühlen bis hin zu Lähmungserscheinungen führt. Bandscheibenvorfall: Die Bandscheiben liegen zwischen den Wirbeln und fungieren sozusagen als Stoßdämpfer unserer Wirbelsäule. Reißt die Ummantelung der Bandscheibe, wodurch der gallertartige Kern im Inneren heraustritt, kann es passieren, dass der Bandscheibenkern auf das Rückenmark drückt und verschiedene Beschwerden hervorruft. Auch hier können Lähmungen die Folge sein. Schlaganfall: Bei einem Schlaganfall kommt es zu einer Durchblutungsstörung in unserem Gehirn, wodurch die Nervenzellen im dahinterliegenden Bereich absterben und folglich keine Signale mehr senden können. Die Auswirkungen hängen von der betroffenen Stelle im Gehirn ab. Häufig kommt es zu Lähmungen einer Körperhälfte oder zu Teillähmungen der Arme oder Beine.

Therapie

Eine einheitliche Therapieform gibt es bei Lähmungen nicht. Da die Gründe der Bewegungseinschränkung unterschiedlich sind, muss die Behandlung immer individuell auf den Patienten abgestimmt werden. Ist zum Beispiel eine Infektion der Auslöser der Lähmungserscheinungen, wird der verursachende Erreger bekämpft. Die Lähmungen gehen dann, in den meisten Fällen, wieder zurück. Eine Unterstützung durch Physiotherapie ist in allen Fällen sinnvoll. Dadurch soll die Mobilität verbessert und der Abbau der Muskulatur verhindert werden.

Amyotrophe Lateralsklerose (ALS): Degenerative Erkrankung der motorischen Nervenzellen

Die Amyotrophe Lateralsklerose, kurz ALS, ist eine neurodegenerative Erkrankung, die eine ganz bestimmte Gruppe von Nervenzellen betrifft: die motorischen Nervenzellen, auch Motoneuronen genannt. Sie befinden sich in Gehirn und Rückenmark und sind für die Steuerung der Muskeln zuständig. Die Motoneuronen werden durch die Krankheit zerstört. Die Folge sind fortschreitende Muskellähmungen. In Deutschland gibt es derzeit etwa 8.000 bis 9.000 Patienten; im Jahr erkranken hierzulande etwa 2.500 Menschen neu an der ALS. Meist erkranken Menschen im Alter zwischen 60 und 80 Jahren.

Symptome

Kennzeichnend für ALS ist eine fortschreitende Muskellähmung, die sich unterschiedlich bei den Erkrankten zeigen kann. Häufig beginnt sie an Armen und Händen, in der Regel zunächst nur auf einer Seite, wo sie sich häufig durch Schwierigkeiten beim Greifen oder Schreiben bemerkbar macht. Genauso häufig sind zuerst die Beine betroffen.

Therapie

Eine Behandlung, die das Fortschreiten der ALS aufhalten oder die Krankheit heilen könnte, gibt es bislang nicht. Die Erkrankung verläuft stets tödlich. Die Therapie zielt daher vorrangig darauf ab, Beschwerden zu lindern und mit geeigneten Hilfsmitteln den Alltag zu erleichtern.

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