Alzheimer-Krankheit: Ursachen, Symptome und Behandlungsansätze

Die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste Form der Demenz und betrifft vor allem ältere Menschen. Charakteristisch sind fortschreitende Gedächtnisstörungen, Orientierungsprobleme und Persönlichkeitsveränderungen durch das Absterben von Nervenzellen. Die Erkrankung verläuft in verschiedenen Stadien und ist in über 97 % der Fälle nicht erblich bedingt. Schätzungen zufolge ist die Alzheimer-Demenz mit einem Anteil von circa 60 bis 65 Prozent die häufigste irreversible Demenzform.

Was ist die Alzheimer-Krankheit?

Die Alzheimer-Krankheit ist eine fortschreitende neurodegenerative Erkrankung des Gehirns und mit 60 bis 80 % die häufigste Form einer Demenz. Benannt nach dem deutschen Neurologen Alois Alzheimer, der sie 1906 erstmals beschrieb, führt sie zu einem langsamen, aber stetigen Verlust kognitiver Fähigkeiten. Das Kennzeichen der Erkrankung ist das fortschreitende Absterben von Nervenzellen und deren Verbindungen.

Im Gehirn von Alzheimer-Kranken finden sich typische Eiweißablagerungen: die sogenannten Beta-Amyloid-Plaques und Tau-Fibrillen. Diese "Eiweißmüllhaufen" lagern sich um die Nervenzellen herum ab, schädigen sie und führen schließlich zu deren Absterben, was zum charakteristischen Gehirnabbau führt. Bei Alzheimer-Erkrankten beobachtet man zwischen den Nervenzellen vermehrt harte, unauflösliche Ablagerungen (Plaques). Im Inneren der Zellen wiederum kommt es zu einer chemischen Veränderung der sogenannten Tau-Fibrillen. Sie sind eigentlich wichtig für die Zellstruktur und den Nährstofftransport. Darüber hinaus ist weniger Acetylcholin im Gehirn von Alzheimer-Betroffenen vorhanden.

Die Begriffe Alzheimer und Demenz werden oftmals synonym verwendet. Dabei gilt: Demenz ist ein Oberbegriff für etwa 50 verschiedene neurophysiologische Erkrankungen, von denen Morbus Alzheimer lediglich eine ist, wenn auch die häufigste.

Ursachen und Risikofaktoren

Die Ursachen der Alzheimer-Demenz sind bislang noch nicht ausreichend erforscht. Bekannt ist aber eine Reihe von Veränderungen im Gehirn, die bei Menschen mit Alzheimer-Demenz auftreten. So kommt es bei der Demenz zu einem Absterben von Nervenzellen und der Zerstörung ihrer Verbindung untereinander. Darüber hinaus werden Eiweißablagerungen im Gehirn (Plaques beziehungsweise Fibrillen) sowie die Verminderung eines für das Gedächtnis wichtigen Botenstoffs (Acetylcholin) beobachtet. Diese Veränderungen geben aber noch keine Auskunft darüber, warum die Demenz entsteht.

Lesen Sie auch: Informationen für Alzheimer-Patienten und Angehörige

Sicher ist, dass es zu einem fortschreitenden Absterben von Nervenzellen im Gehirn kommt. Dies scheint mit der Ablagerung bestimmter Eiweiße in der Umgebung der Zellen zusammenzuhängen. Diese Eiweiße sollen die Funktionsfähigkeit der Nervenzellen behindern. Im Gehirn von Menschen mit Alzheimer lagern sich schädliche Proteine wie Amyloid-beta ab.

Für Alzheimer gibt es verschiedene Risikofaktoren. Je mehr sie bei einer Person vorliegen, desto wahrscheinlicher tritt die Krankheit bei ihr auf. Genetische Faktoren als alleinige Ursache liegen nur in weniger als zwei Prozent der Fälle vor. Insgesamt betrachtet spielen sie daher bei der Entstehung von Alzheimer eine untergeordnete Rolle.

Je älter die Menschen werden, umso größer ist bei ihnen das Risiko für das Auftreten von Demenzerkrankungen. Das Alter ist der wichtigste Risikofaktor für Alzheimer. Die meisten Betroffenen sind älter als 80 Jahre, nur in seltenen Fällen beginnt die Krankheit vor dem 65. Lebensjahr. Bei Menschen zwischen 65 und 69 Jahren liegt die Wahrscheinlichkeit zu erkranken bei knapp zwei Prozent, bei 75- bis 79-Jährigen bei mehr als sieben Prozent und bei über 90-Jährigen bei etwa 40 %.

Auch wenn die Ursachen der Alzheimer-Demenz noch nicht hinreichend bekannt sind, lässt sich aus entsprechenden Studien ableiten, dass neben nicht veränderbaren Faktoren (wie Alter, Geschlecht und Genetik) und Vorerkrankungen auch Verhaltensweisen und Lebensumstände das Risiko beeinflussen, daran zu erkranken. Das Risiko sinkt beispielsweise durch körperliche Aktivität und ausgewogene Ernährung, geistige Aktivität und soziale Teilhabe. Durch einen anderen Lebensstil kann man ebenfalls viele beeinflussbare Risikofaktoren für das Auftreten von Alzheimer minimieren.

Neuere Untersuchungen weisen zudem auf ein erhöhtes Risiko durch folgende Faktoren hin: Übergewicht, Bluthochdruck, Rauchen, übermäßigen Alkoholkonsum, Diabetes, schwere Kopfverletzungen, Infektionen, Depression, chronischer Stress sowie das Vorliegen einer Hör- oder Sehminderung, erhöhte Cholesterinwerte.

Lesen Sie auch: Kinder-Alzheimer: Ein umfassender Überblick

Es gibt bestimmte Genvarianten, die das Risiko für Alzheimer erhöhen. Dazu zählt vor allem der sogenannte ApoE4-Genotyp. Studien deuten darauf hin, dass Männer ein höheres Alzheimer-Risiko haben als Frauen. Weitere Risikofaktoren sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, hoher Blutdruck und hohe Cholesterinwerte. Eine gesunde Lebensweise mit ausgewogener Ernährung, ausreichend körperlicher Aktivität und geistiger Stimulation kann das Risiko für eine Alzheimer-Demenz verringern.

Von den empfohlenen Impfungen zur Vorbeugung von Entzündungen im Gehirn scheint vor allem die Impfung gegen Herpes Zoster (Gürtelrose) gute Ergebnisse zu erzielen. Laut einer im April 2025 im Fachmagazin "Nature" veröffentlichten Studie sank das Demenz-Risiko mit der Impfung um etwa 20 Prozent. Ein internationales Forschungsteam analysierte Gesundheitsdaten von 280.000 älteren Menschen, die in Wales an einem Impfprogramm teilgenommen hatten. Der Schutzeffekt schien bei Frauen größer zu sein als bei Männern. Größere Gewissheit könnte eine große randomisierte, kontrollierte Studie bringen.

Symptome und Verlauf

Die Alzheimer-Demenz ist eine fortschreitende Erkrankung, die nicht aufgehalten werden kann. Sie verläuft stadienhaft, wobei nicht bei allen Betroffenen alle Symptome vorkommen. Die Symptome entwickeln sich in der Regel langsam und verschlechtern sich zunehmend über mehrere Jahre. Zu Beginn kann der Verlauf ganz schleichend, nahezu unmerklich sein. Die Alzheimer-Krankheit kann bei jedem etwas unterschiedlich verlaufen. Man geht bei Alzheimer von einer durchschnittlichen Erkrankungsdauer von 12 bis 24 Jahren aus.

Charakteristisch ist ihr schleichender, nahezu unmerklicher Beginn. Anfangs treten leichte Gedächtnislücken und Stimmungsschwankungen auf, die Lern- und Reaktionsfähigkeit nimmt ab. Hinzu kommen erste Sprachschwierigkeiten. Die Menschen mit Demenz benutzen einfachere Wörter und kürzere Sätze oder stocken mitten im Satz und können ihren Gedanken nicht mehr zu Ende bringen. Örtliche und zeitliche Orientierungsstörungen machen sich bemerkbar. In diesem Stadium nehmen die Menschen mit Demenz bewusst die Veränderungen wahr, die in ihnen vorgehen.

Im weiteren Krankheitsverlauf werden die Symptome unübersehbar, spätestens jetzt müssen Beruf und Autofahren aufgegeben werden. Bei alltäglichen Tätigkeiten wie Körperpflege, Toilettengang oder Essen und Trinken sind die Betroffenen zunehmend auf die Unterstützung anderer Personen angewiesen. Im Spätstadium sind Menschen mit Demenz vollkommen auf Pflege und Betreuung durch andere Personen angewiesen. Familienmitglieder werden nicht mehr erkannt, eine Verständigung mit Worten ist unmöglich. Vermehrt treten körperliche Symptome wie Gehschwäche und Schluckstörungen auf. Die Kontrolle über Blase und Darm nimmt ab. Vereinzelt kann es auch zu epileptischen Anfällen kommen. Bettlägerigkeit erhöht die Gefahr von Infektionen.

Lesen Sie auch: Alzheimer und Demenz im Vergleich

Insbesondere bei Menschen mit einem hohen Bildungsstand fällt die Erkrankung im ersten Stadium häufig nicht auf, da sie mit ihrem Wissen Symptome erfolgreich kaschieren können. Eine zunehmende Vergesslichkeit setzt ein, dabei ist vor allem das Kurzzeitgedächtnis betroffen. Jedoch ist ein selbständiges Leben noch weitestgehend möglich. Bei Behördenangelegenheiten muss oft bereits Hilfe in Anspruch genommen werden. Zeitliche und örtliche Orientierung haben stark nachgelassen. Einkaufen, Kochen, Saubermachen und Körperhygiene lassen zunehmend nach. Eine sichere Selbstversorgung ist nicht mehr gegeben. Die Betroffenen benötigen viel Unterstützung im täglichen Leben. Nun geht auch die Persönlichkeit der Betroffenen mehr und mehr verloren. Angehörige werden nicht mehr erkannt. Der Tag-Nacht-Rhythmus ist nicht mehr intakt. Die Kontrolle von Körperfunktionen geht verloren. Koordination von Bewegungen und körperliche Kraft lassen stark nach, sodass es häufiger zu Stürzen kommen kann.

Stadien der Alzheimer-Krankheit

Die Alzheimer-Krankheit entwickelt sich schleichend und durchläuft verschiedene Stadien. Der Prozess des Nervenzellabbaus beginnt bereits viele Jahre vor den ersten spürbaren Alzheimer-Symptomen. Die Krankheit Alzheimer lässt sich anhand der Ausbreitung der Proteinablagerungen im Gehirn und der emotionalen, sozialen und kognitiven Beeinträchtigungen in Stadien einteilen.

  1. bis 2. Die ersten Ablagerungen bilden sich im Gehirn.
  2. bis 4. Die Ablagerungen breiten sich weiter aus und betreffen insbesondere den Hippocampus und die Amygdala.
  3. bis 6. Die letzten Stadien beschreiben die fortgeschrittene Demenz mit Ablagerungen im Frontal-, Parietal- und Temporallappen.

Zusätzlich zu dieser Einteilung kann eine Unterteilung in Stadien stattfinden, die den Verlauf von Alzheimer mit Blick auf die Beeinträchtigungen der Betroffenen beschreiben:

  • Leichte kognitive Beeinträchtigung: In diesem Stadium werden die ersten Einschränkungen des Kurzzeitgedächtnisses sichtbar (Amnesie).
  • Leichtgradige Demenz: Zu den Symptomen gehören die Apraxie, sensorische Aphasie und Agnosie. Hier bemerken die Patientinnen und Patienten zunehmend ihre Beeinträchtigungen. Viele versuchen diese in dieser Phase zu verbergen.
  • Mittelschwere Demenz: Die Beeinträchtigungen nehmen stark zu und die Betroffenen können ihrem Alltag nicht mehr ohne Hilfe nachgehen. Neben den Alltagsfähigkeiten lässt das Langzeitgedächtnis nach, wodurch sie sich nicht mehr an ihr Alter oder die Namen von Bezugspersonen erinnern können, ebenso wie die Sprechfähigkeit (motorische Aphasie).
  • Schwere Demenz: Im letzten Stadium kommen zusätzlich die Apathie, Bettlägerigkeit, Inkontinenz sowie Inappetenz (fehlender Appetit) zum Krankheitsbild hinzu.

Die durchschnittliche Krankheitsdauer beträgt neun Jahre, wovon jedes Stadium circa drei Jahre andauert.

Symptome im Überblick

  • Gedächtnisprobleme: Ein charakteristisches Frühsymptom der Alzheimer-Demenz ist das Vergessen von zeitnahen Ereignissen, das Kurzzeitgedächtnis kann soeben Gehörtes nicht weiterverarbeiten. Zunehmende Vergesslichkeit, Orientierungsprobleme und der Verlust alltäglicher Fähigkeiten können erste Anzeichen einer Alzheimer-Erkrankung sein.
  • Veränderungen im Denkvermögen: Bei einer Alzheimer-Demenz treten kognitive Beeinträchtigungen auf - zum Beispiel nimmt die Fähigkeit zu denken, zu planen und zu urteilen ab.
  • Wortfindungsprobleme: Es kann zu Wortfindungsstörungen (Aphasie) kommen. Dabei fällt es schwer, Worte zu finden oder sich flüssig auszudrücken.
  • Desorientierung: Menschen mit Alzheimer können sowohl zeitlich als auch räumlich desorientiert sein.
  • Probleme bei Alltagsaufgaben und Selbstversorgung: Alltägliche Aktivitäten wie Anziehen, Körperpflege, sichere Mobilität oder Kochen und Essen können Betroffenen plötzlich schwerfallen.
  • Veränderungen im Verhalten und der Persönlichkeit: Eine Alzheimer-Demenz kann bei den Betroffenen zu Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, Aggressivität und sozialem Rückzug führen.

Diagnostik

Vor dem Start einer Behandlung muss zunächst die Diagnose gestellt werden. Es gibt verschiedene Erkrankungen und Umstände, die eine ähnliche Symptomatik auslösen, wie die Alzheimer-Demenz. Viele davon kann man sehr gut behandeln, sodass die Symptome wieder vollständig verschwinden können. Keine der Untersuchungen ist beweisend für eine Alzheimer-Erkrankung. Andere Demenzursachen können jedoch ausgeschlossen oder behandelt werden. Wenn nach einem halben Jahr die Symptome fortbestehen und keine andere Erklärung gefunden wurde, kann die Diagnose Alzheimer-Demenz gestellt werden.

Oftmals wird Alzheimer-Demenz erst diagnostiziert, wenn bereits deutliche Symptome auftreten sind. In der Regel ist das Gehirn dann schon stark geschädigt und Betroffenen leben durchschnittlich nur noch weniger als zehn Jahre - auch wenn der Verlauf sehr individuell ist. Eine frühzeitige Diagnose soll nicht nur die Behandlungsmöglichkeiten verbessern. Betroffene und ihre Familien könnten rechtzeitig geeignete Unterstützung beim Umgang mit der Erkrankung suchen.

Die Diagnostik umfasst heute neben der klinischen Untersuchung und neuropsychologischen Tests auch moderne Biomarker-Verfahren. In der Regel wird dann zunächst die bisherige Erkrankungsvorgeschichte erheben. Dann findet eine körperliche Untersuchung und eine neuropsychologische Testung statt.

Standardisierte Tests helfen dabei, die geistigen Leistungen und Fähigkeiten eines Menschen einzuschätzen. Dabei ist es wichtig, zu prüfen, wie gut Betroffene noch ihren Alltag bewältigen können. Besonders bekannt sind dabei Kurztests wie der Mini-Mental-Status-Test (MMST), der Montreal Cognitive Assessment Test (MoCA) oder der DemTect, der speziell zur Demenz-Erkennung entwickelt wurde.

Shulmann-Uhrentest

Beim Uhren-Zeichen-Test nach Shulmann handelt es sich um einen Schnell-Test, um dementielle Erkrankungen festzustellen.

  • Auswertung des Tests: Es gibt ein Punktesystem von eins bis sechs, welche nach verschiedene Kriterien wie korrektes Eintragen eines Ziffernblatts und korrekte Zeigereinstellung vergeben werden. Wie im Schulnotensystem bedeutet ein Punkt hier alles wurde korrekt gezeichnet, bei vier Punkten finden sich schon deutliche Einschränkungen wie fehlende Ziffern im Ziffernblatt, falsche Zahlen (>12) oder deutlich verschobene Abstände zwischen den Stundenzahlen.

Besonders wichtig sind Untersuchungen des Nervenwassers (Liquor), in dem sich charakteristische Eiweißveränderungen nachweisen lassen. Blutuntersuchungen helfen, andere Ursachen der Symptome wie zum Beispiel Infektionen, Vitaminmangel oder eine Schilddrüsenunterfunktion auszuschließen. Bluttests zur Alzheimer-Diagnostik sind noch nicht als alleinige Diagnosemethode geeignet. Bildgebende Verfahren wie die Magnetresonanztomographie (MRT) können typische Schrumpfungen bestimmter Gehirnbereiche sichtbar machen, während spezielle PET-Scans Amyloid-Ablagerungen bereits früh erkennen können.

Forschende arbeiten daher an der Entwicklung sicherer Frühtests, die bereits vor Eintritt der Demenz Hinweise auf die Alzheimer-Krankheit geben, wenn das Gehirn noch nicht stark geschädigt ist. Der sogenannte Precivity-Bluttest aus den USA kann bei ersten Symptomen nachweisen, ob es sich um eine Alzheimer-Demenz handelt, indem er das Verhältnis von zwei Amyloid-Proteinen zueinander ermittelt. Der Elecsys pTau181-Test misst das chemisch veränderte Tau-Protein, das als Alzheimer-Indikator gilt. Beide Bluttests haben inzwischen eine EU-Zulassung.

Behandlungsmöglichkeiten

Noch gibt es keine Heilung für Alzheimer. Zwar kann die Krankheit Alzheimer bis heute nicht geheilt werden, dennoch stehen verschiedene Therapiemöglichkeiten zur Linderung der Symptome zur Verfügung. Die Behandlung kann das Fortschreiten der Erkrankung nicht aufhalten, ist aber geeignet, die Lebensqualität zu verbessern. Heilung ist noch nicht in Sicht - neue Medikamente sollen das Fortschreiten der Erkrankung verzögern. Sie sind aber nicht unumstritten.

Medikamentöse Therapie

Zur Behandlung der Alzheimer-Demenz stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung. Zum einen sogenannte Cholinesterase-Hemmer wie die Wirkstoffe Donepezil, Galantamin oder Rivastigmin, die die Botenstoffe im Gehirn vermehren und dadurch die geistige Leistungsfähigkeit steigern, zum anderen Glutamat-Antagonisten, wie Memantin, die bei weiter fortgeschrittener Demenz eingesetzt werden. Diese Medikamente können Symptome lindern und das Fortschreiten leicht verzögern. Auf den Untergang der Nervenzellen haben diese Mittel aber keinen Einfluss. Häufig leiden Alzheimer-Erkrankte auch an Depressionen, die mit Antidepressiva behandelt werden. Im frühen Stadium kann durch Medikamente, die zum Beispiel dafür sorgen, dass mehr Acetylcholin zur Verfügung steht, die Hirnfunktion unterstützt werden. Solche Medikamente nennt man Cholinesterase-Hemmer. Ein weiteres zugelassenes Medikament ist Memantin, das auf einen anderen Botenstoff wirkt.

Mittlerweile gibt es erste Medikamente, die die schädlichen Prozesse im Gehirn direkt beeinflussen und die Alzheimer-Erkrankung im Entstehungsprozess bremsen sollen. Lecanemab ist ein Antikörper, der die schädlichen Plaques im Gehirn erkennt und zur Beseitigung markiert. In Studien konnte der kognitive Abbau binnen 18 Monaten um 27 % verlangsamt werden. Zwar ist dies noch kein Heilmittel, aber ein wichtiger Durchbruch in der Alzheimer-Therapie.

Der Antikörper-Wirkstoff Lecanemab ist seit 1. September 2025 in Deutschland auf dem Markt. Für den Antikörper Donanemab hat die Europäische Arzneimittelagentur EMA im Juli eine Zulassungsempfehlung erteilt. Einige Antikörper werden als Infusion verabreicht und greifen gezielt an Strukturen an, die im Zusammenhang mit der Erkrankung stehen. Die Amyloid-Antikörper binden an die Amyloid-Ablagerungen im Gehirn und helfen, diese abzuräumen.

So zeigt eine Studie von 2023, dass Donanemab das Fortschreiten der Alzheimer-Erkrankung um 35 Prozent verlangsamen kann. Bereits eingetretene Symptome können nicht beeinflusst werden.

Lecanemab eignet sich nur für eine ganz bestimmte Gruppe von Menschen mit Alzheimer. Nur Menschen im Frühstadium der Alzheimer-Krankheit kommen dafür infrage. Wer das Medikament bekommt, muss medizinisch sehr aufmerksam begleitet werden, weil auch starke Nebenwirkungen möglich sind. Die Behandlung ist aufwendig: Alle 14 Tage ist eine einstündige Infusion nötig. Weitere ähnliche Medikamente sind aber bereits in der Entwicklung. Lecanemab muss derzeit alle 2 Wochen als Infusion verabreicht werden. Des Weiteren sind regelmäßige MRT-Sicherheitskontrollen erforderlich (aktuelles MRT vor Beginn der Therapie und dann vor der 5., 7. und 14.

Die neue Antikörper-Therapie bei Alzheimer-Demenz ist nicht unumstritten. Zum einen ist sie sehr aufwendig: Der Wirkstoff muss den Erkrankten alle zwei bis vier Wochen über die Dauer von zwei Stunden intravenös verabreicht werden. Zum anderen können erhebliche Nebenwirkungen auftreten wie Blutungen und Schwellungen (Ödeme) im Gehirn, die sogar tödlich verlaufen können. Auch die Kosten sind sehr hoch: So wird der Antikörper Lecanemab pro behandelter Person voraussichtlich etwa 20.000 bis 30.000 Euro im Jahr kosten. Hinzu kommen Kosten für die engmaschigen Untersuchungen aufgrund der möglichen Nebenwirkungen.

Nicht-medikamentöse Therapie

Neben der medikamentösen Alzheimer-Behandlung spielen nicht-medikamentöse Therapien eine wichtige Rolle. Dazu gehören geistige und körperliche Aktivierung, Ergotherapie, Musiktherapie und Gehirntraining. Um die geistigen Leistungen und Alltagsfähigkeiten zu stärken, gibt es viele therapeutische Behandlungswege. Damit lassen sich auch Verhaltensstörungen abschwächen und das Wohlbefindens verbessern.

Die richtige Art des Umgangs und eine bedarfsgerechte Gestaltung der Wohnung können das Leben mit der Erkrankung erleichtern. Kleine Veränderungen im Alltag, Routinen, liebevolle Unterstützung und Geduld helfen dabei, Orientierung zu geben. Wer versteht, was gerade geschieht, kann bewusster handeln.

Hilfe für Angehörige

Da nicht nur die Betroffenen, sondern auch deren Angehörige durch die Erkrankung massiven Belastungen ausgesetzt sind, müssen diese ebenfalls Hilfsangebote erhalten. Für pflegende Angehörige ist Beratung und Unterstützung besonders wichtig, da sie oft über Jahre hinweg eine enorme Belastung tragen. Dafür gibt es unter anderem Selbsthilfegruppen. Sollten Angehörige die Pflege selbst übernehmen, kommt zur temporären Entlastung Kurzzeit- oder Verhinderungspflege infrage. Beratung dazu und zu weiteren Angeboten für demenzkranke Menschen bieten die örtlichen Pflegestützpunkte an.

Auch wenn Alzheimer vieles verändert, gibt es vieles, was man selbst in der Hand behalten kann. Struktur gibt Halt. Feste Tagesabläufe, wiederkehrende Rituale und vertraute Umgebungen helfen, sich zu orientieren. Bleiben Sie aktiv - auf Ihre Weise. Bewegung, frische Luft, Musik, gemeinsames Kochen oder einfache Handarbeiten können viel Lebensfreude schenken. Es geht nicht um Leistung, sondern um Teilhabe und Freude an vertrauten Tätigkeiten. Sprechen Sie über Ihre Gefühle. Der Austausch mit vertrauten Menschen, mit Angehörigen oder in Selbsthilfegruppen kann entlasten. Akzeptieren Sie Unterstützung. Hilfe anzunehmen, bedeutet nicht Schwäche - es bedeutet Stärke. Lassen Sie sich nicht entmutigen. Jeder Tag ist neu. Nicht jeder wird einfach sein - aber in vielen steckt ein kostbarer Moment: ein Lächeln, ein vertrauter Blick, ein Augenblick der Nähe. Diese Momente zählen.

Prävention

Obwohl Alzheimer bisher nicht bei allen Menschen verhindert werden kann, deuten Studien darauf hin, dass bestimmte Faktoren das Erkrankungsrisiko senken können. Kann man Alzheimer vorbeugen? Studien zeigen: Ein gesunder Lebensstil mit Bewegung, geistiger Aktivität, sozialem Austausch und gesunder Ernährung kann das Risiko senken. Zu den wichtigsten präventiven Maßnahmen gehören regelmäßige körperliche Bewegung, gesunde Ernährung (insbesondere mediterrane Kost), geistige Aktivität und die Pflege sozialer Kontakte.

tags: #alzheimer #auf #blatt