Heisere Stimme und Alzheimer-Demenz: Ursachen, Diagnose und Behandlung

Die zwischenmenschliche Kommunikation beruht maßgeblich auf Sprache. Sprach- und Sprechstörungen können die sprachliche Kommunikationsfähigkeit beeinträchtigen, nachdem die Sprachentwicklung im Kindesalter abgeschlossen ist. Eine heisere Stimme kann ein Symptom verschiedener Erkrankungen sein, einschließlich neurologischer Erkrankungen wie Alzheimer-Demenz. Dieser Artikel untersucht die Ursachen für Heiserkeit im Zusammenhang mit Alzheimer-Demenz, die verschiedenen Arten von Sprach- und Sprechstörungen, Diagnosemethoden und Behandlungsansätze.

Sprach- und Sprechstörungen: Ein Überblick

Sprach- und Sprechstörungen umfassen ein breites Spektrum von Beeinträchtigungen, die die Fähigkeit, Sprache zu verstehen oder zu produzieren, beeinflussen. Zu den Hauptkategorien gehören:

  • Dysarthrie: Eine Störung der Bewegungsabläufe, die für die Stimmerzeugung notwendig sind. Dies betrifft Atmung, Stimmgebung, Sprechmelodie, Sprechtempo und Lautbildung. In der schwersten Ausprägung, Anarthrie/Aphonie, verlieren Betroffene ihre Stimme vollständig.
  • Aphasie: Eine Störung im Gebrauch der Sprache nach abgeschlossener Sprachentwicklung. Aphasien können Sprechen, Schreiben, Verstehen und Lesen betreffen.
  • Sprechapraxie: Eine Störung der Planung von Sprechbewegungen ohne motorisches Defizit, die die Lautbildung und Artikulation beeinträchtigt.

Ursachen für Sprach- und Sprechstörungen bei neurologischen Erkrankungen

Neurologische Erkrankungen wie Alzheimer-Demenz, Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma (SHT) und Parkinson können zu Sprach- und Sprechstörungen führen. Plötzlich auftretende Sprech- oder Sprachstörungen können ein Hinweis auf einen Schlaganfall sein.

  • Alzheimer-Demenz: Diese Erkrankung kann Aphasie verursachen, wobei die Sprache im Verlauf der Krankheit weniger ausdrucksstark wird und schließlich ganz verschwindet.
  • Schlaganfall: Durchblutungsstörungen im Gehirn, insbesondere in der linken Hirnhälfte, können zu Aphasie und Dysarthrie führen.
  • Schädel-Hirn-Trauma (SHT): Ein SHT kann Störungen verursachen, die Atmung und Stimmbildung betreffen.
  • Parkinson-Krankheit: Fast alle Parkinson-Patienten entwickeln früher oder später eine Sprechstörung/Dysarthrie.

Heisere Stimme bei Alzheimer-Demenz

Eine heisere Stimme kann bei Menschen mit Alzheimer-Demenz auftreten und verschiedene Ursachen haben:

  • Altersbedingte Stimmbandatrophie (Presbyphonie): Die Stimmbänder sind schlaff und dünn, was zu einer hauchigen, heiseren Stimme führt.
  • Schluckstörungen (Dysphagie): Beeinträchtigen das koordinierte Zusammenspiel von Sensibilität, Nervenimpulsen und Muskulatur, was sich auf die Stimme auswirken kann.
  • Neurologische Veränderungen: Die Alzheimer-Demenz selbst kann die neurologischen Prozesse beeinflussen, die für die Stimmproduktion verantwortlich sind.
  • Mangelnde Ansprache: Sehr häufig beobachtet man die Altersstimme bei alleinstehenden Personen mit wenig Ansprache.

Diagnose von Sprach- und Sprechstörungen

Die Diagnose von Sprach- und Sprechstörungen umfasst verschiedene Schritte:

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  1. Anamnese: Erhebung der Krankengeschichte, einschließlich auslösender Ereignisse, Begleitsymptome und bekannter Erkrankungen.
  2. Körperliche Untersuchung: Beurteilung des Allgemein- und Ernährungszustands, Untersuchung von Mund und Rachen auf Auffälligkeiten.
  3. Neurologische Untersuchung: Prüfung von Zungenbewegung, Muskelzuckungen und anderen neurologischen Funktionen.
  4. Sprachliche Beurteilung: Beurteilung des spontanen Sprachverhaltens, Durchführung von Tests wie das Benennen von Gegenständen und das Ausführen geschriebener Aufforderungen.
  5. Weitere Untersuchungen: Bluttests, Bildgebung (z. B. MRT) zur Abklärung der Ursache der Sprachstörung.

Arten von Aphasie

Je nachdem, welche Hirnregionen im Sprachnetzwerk beeinträchtigt sind, lassen sich verschiedene Formen der Aphasie unterscheiden:

  • Broca-Aphasie (motorische Aphasie): Betroffene können vieles verstehen, aber schwer sprechen.
  • Wernicke-Aphasie (sensorische Aphasie): Betroffene haben oft eine verworrene Sprache ohne inhaltlichen Zusammenhang und verstehen ihr Gegenüber nur teilweise oder gar nicht.
  • Amnestische Aphasie: Die Kommunikationsfähigkeit ist weitgehend erhalten, aber Betroffene finden oft nicht das richtige Wort.
  • Globale Aphasie: Betroffene können sich sprachlich kaum äußern und verstehen ihr Gegenüber oft gar nicht.
  • Leitungsaphasie: Schwere Störung des Nachsprechens bei leicht eingeschränktem Sprachverständnis.
  • Transkortikale Aphasie: Eine weitere Sonderform der Aphasie.

Dysarthrie und Sprechapraxie

  • Dysarthrie: Die Sprachmuskulatur ist geschwächt, verlangsamt, verkrampft oder arbeitet unkoordiniert.
  • Sprechapraxie: Schwierigkeiten, die gewünschten Laute flüssig auszusprechen, angestrengtes, stockendes und verlangsamtes Sprechen.

Behandlung von Sprach- und Sprechstörungen

Die Behandlung von Sprach- und Sprechstörungen hängt von der zugrunde liegenden Ursache ab und richtet sich nach den individuellen Zielsetzungen und Fähigkeiten der Betroffenen.

  • Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie (Logopädie): Verbessert die Sprachfähigkeiten und hilft bei der Wiederherstellung der Kommunikationsfähigkeit.
  • Medikamentöse Therapie: Einige Medikamente zeigen bei einer Aphasie nach einem Schlaganfall Wirksamkeit.
  • Chirurgische Eingriffe: In seltenen Fällen kommt eine Operation infrage (z. B. bei Tumoren).
  • Unterstützende Maßnahmen: Ablenkungen reduzieren, Gesagtes wiederholen, Angehörige einbinden und Unterstützung suchen.

Altersassoziierte Veränderungen im HNO-Bereich

Mit zunehmendem Alter treten verschiedene Veränderungen im HNO-Bereich auf, die die Stimme und das Sprechen beeinflussen können:

  • Muskelabbau: Der muskuläre Tonus des Rachengewebes lässt nach.
  • Gewichtszunahme: Kann zu einem engeren Schlund führen und Schlafapnoe verursachen.
  • Altersschwerhörigkeit (Presbyakusis): Beeinträchtigt das Hörvermögen und kann die akustische Raumwahrnehmung einschränken.
  • Rhinitis senilis (Alterstropfnase): Veränderung der Nasenschleimhaut führt zu vermehrter Sekretproduktion.
  • Presbyosmie (altersbedingte Riechminderung): Abnahme der Riechrezeptoren in der Nasenschleimhaut.
  • Presbyphonie (Altersstimme): Hauchige und heisere Stimme aufgrund von Stimmbandatrophie.

Prävention und Management altersassoziierter HNO-Probleme

  • Schutz vor Lärmexposition: Vermeidung von lauten Umgebungen.
  • Vermeidung von Ohrverletzungen: Schutz der Ohren vor Verletzungen.
  • Regelmäßige Hörtests: Früherkennung von Hörverlust.
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr: Vermeidung von Dehydration.
  • Vermeidung von Tabakkonsum und übermäßigem Alkoholkonsum: Prävention von Kopf-Hals-Tumoren.
  • Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen: Früherkennung und Behandlung von HNO-Erkrankungen.
  • Gesunde Ernährung: Unterstützung der allgemeinen Gesundheit und des Immunsystems.
  • Stimmtraining: Anleitung zu optimaler und druckfreier Benutzung der Stimme.

Ernährung bei Demenz

Menschen mit Demenz haben oft einen erhöhten Kalorien- und Flüssigkeitsbedarf, können aber meist nicht mehr selbst für ihre Ernährung sorgen. Folgende Aspekte sind wichtig:

  • Angenehme Mahlzeiten: Gestaltung der Mahlzeiten in einer angenehmen Atmosphäre.
  • Berücksichtigung von Schluckproblemen: Anpassung der Konsistenz der Nahrung.
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr: Regelmäßiges Anbieten von Getränken.
  • Appetitanregung: Ansprechend dargereichte Speisen und Einbeziehung in die Speisenzubereitung.
  • Gemeinsame Mahlzeiten: Essen in Gesellschaft fördert die Nahrungsaufnahme.
  • Energiereiche Zwischenmahlzeiten: Ausgleich einer zu geringen Kalorienaufnahme.
  • Palliative Beratung: Ethische Abwägung bei künstlicher Ernährung.

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