Viele Menschen fürchten sich davor, an Alzheimer zu erkranken. Die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste Form der Demenz und betrifft schätzungsweise 1,84 Millionen Menschen in Deutschland. Dieser Artikel beleuchtet die Unterschiede zwischen einem Alzheimer-Gehirn und einem normalen Gehirn, die Ursachen, Symptome, Diagnose und Präventionsmöglichkeiten.
Einführung
Demenz ist ein Oberbegriff für verschiedene Krankheitsbilder, die mit einem Verlust der geistigen Fähigkeiten einhergehen. Alzheimer ist eine spezifische Form der Demenz, die durch das Absterben von Nervenzellen im Gehirn gekennzeichnet ist. Im Laufe der Zeit führt dies zu einem fortschreitenden Verlust der kognitiven Fähigkeiten wie Gedächtnis, Denken, Sprache und Orientierung.
Was passiert im Alzheimer-Gehirn?
Amyloid-Plaques und Tau-Fibrillen
Im Gehirn von Alzheimer-Patienten kommt es zu charakteristischen Veränderungen, die sich von einem gesunden Gehirn unterscheiden. Alois Alzheimer vermutete bereits vor fast 120 Jahren Amyloid-Plaques und Tau-Fibrillen im Gehirn seiner Patientin Auguste Deter als Ursache der „Krankheit des Vergessens“.
- Beta-Amyloid-Ablagerungen: Ein Kennzeichen der Alzheimer-Erkrankung sind Ablagerungen des Proteins Beta-Amyloid im Gehirn. Diese Ablagerungen bilden Plaques zwischen den Nervenzellen, die die Kommunikation zwischen den Zellen stören können. Es ist wichtig zu beachten, dass auch gesunde ältere Personen Beta-Amyloid-Ablagerungen im Gehirn aufweisen können. Eine Studie aus Dallas hat gezeigt, dass mit dem Alter die Beta-Amyloid-Ablagerungen zunehmen, aber ältere Personen sich stark in der Menge der Ablagerungen unterscheiden. Die Menge der Ablagerungen hing auch mit der kognitiven Leistung zusammen. Je mehr Ablagerungen gemessen wurden, desto geringer waren die Leistungen der Verarbeitungsgeschwindigkeit, des logischen Schlussfolgerns und des kurzfristigen Aufnehmens und Verarbeitens von Informationen. Interessant ist, dass ein Fünftel der Studienteilnehmerinnen und Studienteilnehmer trotz normaler kognitiver Leistungsfähigkeit eine erhöhte Menge an Beta-Amyloid-Ablagerungen aufwiesen. Zurzeit gibt es noch einige offene Fragen bezüglich der Ursachen der Alzheimer- Erkrankung. Symptom - und nicht eine Ursache - für die Erkrankung sein. Ein nächster Schritt wäre es, zu untersuchen, ob Personen mit mehr Ablagerungen ein erhöhtes Risiko für das Entwickeln einer Alzheimer-Krankheit aufweisen. Dafür wären Längsschnittstudien nötig, in denen man Beta-Amyloid und die kognitive Leistungsfähigkeit mehrmals bei den gleichen Personen über die Zeit messen würde. Falls diese Ablagerungen ein frühes Vorzeichen einer späteren Alzheimer-Erkrankung wären, so könnte man bereits früh mit präventiven Maßnahmen beginnen.
- Tau-Fibrillen: Im Inneren der Nervenzellen befindet sich das Tau-Protein, das für die Stabilität und den Nährstofftransport verantwortlich ist. Bei Alzheimer-Patienten ist das Tau-Protein chemisch verändert, wodurch es seine Funktion nicht mehr erfüllen kann und sich zu Fibrillen verknäult. Dies führt zum Zusammenbruch der Zellstruktur und letztendlich zum Absterben der Nervenzelle.
- Verlust von Nervenzellen: Durch die Ablagerungen und Veränderungen der Proteine kommt es zu einem fortschreitenden Verlust von Nervenzellen im Gehirn. Dies führt zu einer Schrumpfung des Gehirns um bis zu 20 %. Das Absterben der Nervenzellen führt zudem zur Bildung von Eiweißablagerungen im Gehirn.
- Reduzierter Acetylcholinspiegel: Acetylcholin ist ein wichtiger Neurotransmitter, der für die Signalübertragung zwischen Nervenzellen verantwortlich ist. Bei Alzheimer-Patienten ist die Konzentration von Acetylcholin im Gehirn reduziert, was die Kommunikation zwischen den Nervenzellen weiter beeinträchtigt.
Fehlfunktionen der Gliazellen
Neben den Ablagerungen von Amyloid und Tau kommen Fehlfunktionen bestimmter Zellen als mögliche Auslöser der Alzheimer-Krankheit in Frage. Im Fokus stehen hier insbesondere die Gliazellen, die etwa 90 Prozent aller Gehirnzellen ausmachen. Aufgabe der Gliazellen ist es, die Nervenzellen im Gehirn zu schützen und zu unterstützen, damit die Signalübertragung - und damit unser Denken und Handeln - reibungslos funktioniert. An der Signalübertragung selbst sind Gliazellen nicht beteiligt. Mikrogliazellen spielen eine wichtige Rolle im Immunsystem unseres Gehirns. Wie eine Gesundheitspolizei sorgen sie dafür, dass schädliche Substanzen wie Krankheitserreger zerstört und abtransportiert werden. Astrozyten sind Gliazellen mit gleich mehreren wichtigen Aufgaben, unter anderem versorgen sie das Gehirn mit Nährstoffen, regulieren die Flüssigkeitszufuhr und helfen bei der Regeneration des Zellgewebes nach Verletzungen. Astrozyten stehen im Verdacht, an der Verbreitung der giftigen Amyloid-beta-Oligomere und Tau-Fibrillen beteiligt zu sein.
Vaskuläre Prozesse
Sind Gefäßprozesse bei der Alzheimer-Krankheit wichtig? Wir wissen bereits, dass im Spätverlauf der Alzheimer-Krankheit nicht mehr die genetische Risikoausstattung, sondern Gefäßkrankheitsprozesse die entscheidenden Faktoren einer weiteren Verschlechterung bis zum Versterben sind. Eine neue Studie belegt nun, warum dies so ist, und gibt Anlass zur Annahme, dass dies ein in seiner Bedeutung bisher unterschätzter Krankheitsprozess sein kann. Forscherinnen konnten entlang der arterio-venösen Gefäßachse verschiedene Zelltypen identifizieren, die ihre genetische Proteineigenschaften im Verlauf von Arterien, über Arteriolen (kleinste Arterien) zu den Venen abändern. Dieses Kontinuum ist selbstverständlich auch in Mäusen bekannt. Neu ist aber, dass sich spezifische Marker im Vergleich Maus-Mensch deutlich unterscheiden, z. B. ist das Thrombose fördernde Von-Willebrand-Gen bei Mäusen nur in Venen, bei uns Menschen aber im gesamten Gefäßsystem präsent. Bestimmte Zellen (Perizyten) waren überraschenderweise bei Menschen ebenso in den Venen, nicht nur in Arteriolen, aufzufinden und zudem dort mit erheblichen Unterschieden im genetischen Expressionsmuster. Dies deutet darauf hin, dass der Stoffwechselaustausch im gesamten Gefäßverlauf - wir besitzen ca. 60.000 km Gefäße im Gehirn - von hoher Bedeutung ist. Dies bedeutet jedoch auch, dass bisherige Mäuse kein passendes Modell in der Untersuchung der Gefäßprozesse bei Alzheimer waren, ja bisherige Erkenntnisse deswegen mit Fragenzeichen zu versehen sind. Ein weiteres Ergebnis war, dass es in Alzheimer-Gehirnen bei Verstorbenen zu einem drastischen Verlust (ca. 50 %) dieser spezifischen Gefäßzelltypen kommt und in diesen Zellen eine besondere Ausprägung vieler Risikogene für Alzheimer (30 von 45 untersuchten) auffällig und bisher nicht bekannt war. Hieraus kann gefolgert werden, dass gefäßbedingte Störungen der Nahrungsversorgung und Abtransport verbrauchter Stoffwechselprodukte einen wichtigeren Stellenwert im Verlauf der Alzheimer-Krankheit darstellen als bisher vermutet. Zum Guten leitet sich hieraus gleichwohl plausibel ab, lebenslang für eine gute Durchblutung im Gehirn zu sorgen.
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Symptome der Alzheimer-Krankheit
Die Alzheimer-Krankheit kann bei jedem etwas unterschiedlich verlaufen. Man geht bei Alzheimer von einer durchschnittlichen Erkrankungsdauer von 12 bis 24 Jahren aus. Die Symptome entwickeln sich in der Regel langsam und verschlechtern sich zunehmend über mehrere Jahre. Zu Beginn kann der Verlauf ganz schleichend, nahezu unmerklich sein. Ein typisches Frühsymptom sind Probleme mit dem Kurzzeitgedächtnis, das heißt, man kann sich an kurz zurückliegende Ereignisse nicht mehr erinnern. Weitere Symptome sind Schwierigkeiten, Entscheidungen zu treffen, Dinge zu planen und zu organisieren.
Die Alzheimer-Krankheit verändert das Gehirn auf vielfältige Weise, aber bis heute ist nicht klar, welche Ursachen die Krankheit letztlich auslösen. Dies liegt zum einen daran, dass die Alzheimer-Krankheit sehr komplex ist, zum anderen aber auch daran, dass es sich zunächst um eine stumme Krankheit ohne Symptome handelt. Treten irgendwann Symptome auf, lässt sich nicht mehr feststellen, wo die Krankheit begonnen hat. Die Forschung geht davon aus, dass die für Alzheimer typischen molekularen Prozesse im Gehirn Jahre oder Jahrzehnte vor dem Auftreten der ersten Symptome beginnen. Selbst eine angeborene Erkrankung ist möglich.
Zu den häufigsten Symptomen gehören:
- Gedächtnisprobleme / Vergesslichkeit: Eines der Hauptsymptome einer beginnenden Alzheimer-Erkrankung ist eine Beeinträchtigung des Kurzzeitgedächtnisses, die sich auf das tägliche Leben auswirkt. Diese Vergesslichkeit äußert sich beispielsweise darin, dass wichtige Termine vergessen, der Herd nicht ausgeschaltet oder der Alltag nur mit Hilfe von Merkzetteln bewältigt werden kann. Normale altersbedingte Veränderung: Namen oder Termine werden kurzfristig vergessen, später aber wieder erinnert. Menschen mit einer (Alzheimer) Demenz vergessen häufig, erinnern sich nicht mehr und stellen immer wieder die gleichen Fragen, obwohl sie die Antwort schon (mehrfach) erhalten haben.
- Schwierigkeiten beim Planen und Problemlösen: Den Betroffenen fällt es schwer, sich über einen längeren Zeitraum zu konzentrieren oder etwas vorausschauend zu planen und umzusetzen. Sie brauchen für vieles mehr Zeit als zuvor. Probleme tauchen beispielsweise beim Kochen oder Backen nach bekannten Rezepten, beim Umgang mit Zahlen oder beim Bezahlen von Rechnungen auf. Normale altersbedingte Veränderung: Zerstreutheit, wenn viele Dinge gleichzeitig zu tun sind.
- Probleme mit gewohnten Tätigkeiten: Alltägliche Handlungen werden plötzlich als große Herausforderung empfunden.
- Verwirrung bezüglich Zeit und Ort: Betroffene können sich nicht mehr daran erinnern, welcher Tag ist oder wo sie sich gerade befinden.
- Schwierigkeiten beim Erkennen von Bildern und räumlichen Beziehungen: Viele Menschen mit Alzheimer-Demenz haben große Schwierigkeiten, Bilder zu erkennen und räumliche Dimensionen zu erfassen.
- Sprachprobleme: Vielen Menschen mit Demenzerkrankungen fällt es schwer, einem Gespräch zu folgen und sich aktiv daran zu beteiligen. Sie verlieren den Faden, verwenden unpassende Füllwörter oder haben Wortfindungsprobleme.
- Verlegen von Gegenständen: Menschen, die an Alzheimer erkrankt sind, verlieren oft Dinge oder legen sie an ungewöhnliche Orte. Sie können gedanklich nicht mehr zurückverfolgen, wo sie etwas hingelegt haben. Verlegt jemand einen Gegenstand wie z.B. seinen Schlüssel, ist das gesunde Gehirn in der Lage ihn zu finden, indem es Schritt für Schritt zurückdenkt. Menschen mit Alzheimer/Demenz erinnern sich nicht an das letzte Mal, als sie ihre Schlüssel in der Hand hielten. Oder sie stricken sich ihre eigene Geschichte, wie sie die Schlüssel verloren haben könnten. Ein Betroffener kann auch Dinge an völlig ungeeignete Plätze "aufräumen", z. B. ein Bügeleisen in die Tiefkühltruhe oder eine Armbanduhr in die Zuckerdose - und wird sie nicht wiederfinden.
- Verminderte Urteilsfähigkeit: Betroffene können Situationen nicht mehr richtig einschätzen oder treffen unangebrachte Entscheidungen. Auch ein gesunder Erwachsener kann für einen Moment unpassende Entscheidungen treffen.
- Rückzug aus sozialen Aktivitäten: Viele Menschen mit Alzheimer verlieren ihre Eigeninitiative und gehen immer weniger ihren Hobbys, sozialen oder sportlichen Aktivitäten nach.
- Stimmungsschwankungen: Starke Stimmungsschwankungen ohne erkennbaren Grund können eine Folge einer Alzheimer-Erkrankung sein.
Diagnose der Alzheimer-Krankheit
Bei zunehmenden Gedächtnisstörungen wenden Sie sich am besten zunächst an Ihre Hausarztpraxis. In der Regel wird dann zunächst die bisherige Erkrankungsvorgeschichte erheben. Dann findet eine körperliche Untersuchung und eine neuropsychologische Testung statt. Wenn eines oder mehrere dieser Anzeichen bei Ihnen oder einem Familienmitglied wiederholt auftreten, sollten Sie ärztlichen Rat einholen. So können Sie frühzeitig Hilfe bekommen, wenn es sich um eine beginnende Alzheimer-Krankheit oder eine andere Form der Demenz handelt.
Risikofaktoren und Prävention
Für Alzheimer gibt es verschiedene Risikofaktoren. Je mehr sie bei einer Person vorliegen, desto wahrscheinlicher tritt die Krankheit bei ihr auf. Bei den beeinflussbaren Risikofaktoren viel tun können. Durch einen anderen Lebensstil kann man ebenfalls viele beeinflussbare Risikofaktoren für das Auftreten von Alzheimer minimieren.
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Einige Faktoren wie das fortschreitende Alter und eine genetische Prädisposition sind somit nicht beeinflussbar. Je später sich im Alter eine Alzheimer-Erkrankung entwickelt, desto unwahrscheinlicher ist eine Vererbung die Ursache. Bei ersten Anzeichen empfiehlt sich ein Beratungsgespräch mit einem Arzt.
Orthomolekulare Medizin zur Demenz-Prävention
Ein vielversprechender Weg liegt in der orthomolekularen Medizin. Durch gezielten Einsatz von Vitaminen, Mineralstoffen und anderen Mikronährstoffen lässt sich die Gehirngesundheit aktiv unterstützen - und das Risiko für Demenz nachweislich senken. Studien zeigen: Bestimmte Nährstoffe und Lebensstilfaktoren können nicht nur das Fortschreiten einer beginnenden Demenz verlangsamen, sondern auch präventiv wirken - vor allem, wenn sie frühzeitig und individuell abgestimmt eingesetzt werden. Die orthomolekulare Medizin wurde in den 1960er Jahren vom zweifachen Nobelpreisträger Linus Pauling geprägt. Der Begriff bedeutet wörtlich „die richtigen Moleküle“ - gemeint ist die Versorgung des Körpers mit optimalen Konzentrationen natürlicher Mikronährstoffe (Vitamine, Mineralien, Aminosäuren, Fettsäuren etc.), um Gesundheit zu erhalten und Krankheiten vorzubeugen. Besonders in der Prävention und Behandlung chronischer Erkrankungen - einschließlich neurodegenerativer Krankheiten - setzt die orthomolekulare Medizin auf hochwertige Vitalstoffe in teils hohen Dosierungen, stets unter individueller Anpassung an den Bedarf des Patienten.
Alzheimer-Demenz ist eine komplexe neurodegenerative Erkrankung, bei der über Jahrzehnte schleichend Gehirnzellen (Neuronen) absterben und geistige Fähigkeiten verloren gehen. Typisch sind Eiweißablagerungen im Gehirn - Beta-Amyloid-Plaques außerhalb der Zellen und Tau-Fibrillen innerhalb der Neuronen. Diese Veränderungen gehen mit chronischen Entzündungsreaktionen, oxidativem Stress, Störungen im Energiestoffwechsel und Synapsenverlust einher. Viele Faktoren tragen dazu bei, dass diese Pathologie entsteht: Genetische Veranlagung (z.B. APOE4-Gen), ein höheres Lebensalter, aber auch Lebensstil und Umweltfaktoren. Durch positive Einflussnahme auf Ernährung, Bewegung, Schlaf, Stress und Nährstoffversorgung lassen sich die schädlichen Prozesse im Gehirn abschwächen.
Wichtigste Mikronährstoffe zur Demenz-Prävention:
- B-Vitamine (B₆, B₁₂, Folsäure): Schützen Nervenzellen, senken Homocystein und beugen Hirnatrophie vor.
- Omega-3-Fettsäuren (DHA/EPA): Entzündungshemmende „Brain Food“-Fette, essentiell für Hirnmembranen und Synapsen.
- Vitamin D: Hormonähnliches „Sonnenvitamin“, wichtig für Immunfunktion und Schutzmechanismen im Gehirn.
- Antioxidantien (Vitamin C, E, Selen): Neutralisieren freie Radikale im energiehungrigen Gehirn.
- Magnesium: Wichtig für die Signalübertragung zwischen Gehirnzellen und Gedächtnisbildung.
- Zink & Selen: Spurenelemente, essentiell für Wachstum und Reparatur von Nervenzellen.
- Coenzym Q10 & L-Carnitin: Unterstützen die Mitochondrien (Kraftwerke der Zelle).
- Lithium (Spurenelement): In sehr kleinen Mengen essentiell fürs Gehirn.
Weitere präventive Maßnahmen
- Körperliche Aktivität: Regelmäßige Bewegung fördert die Durchblutung des Gehirns und kann das Risiko für Alzheimer senken.
- Geistige Aktivität: Fordern Sie Ihr Gehirn heraus, indem Sie lesen, Rätsel lösen oder neue Fähigkeiten erlernen.
- Soziale Kontakte: Pflegen Sie soziale Kontakte und bleiben Sie aktiv in Ihrer Gemeinde.
- Gesunde Ernährung: Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und gesunden Fetten.
- Vermeidung von Risikofaktoren: Vermeiden Sie Rauchen, übermäßigen Alkoholkonsum und Übergewicht.
Behandlung der Alzheimer-Krankheit
In Deutschland sind derzeit zur Behandlung der Alzheimer-Krankheit vier Wirkstoffe zugelassen. Wenn zusätzlich eine Depression oder Verhaltensänderungen auftreten, können auch diese behandelt werden. Die Amyloid-Antikörper binden an die Amyloid-Ablagerungen im Gehirn und helfen, diese abzuräumen. Lecanemab muss derzeit alle 2 Wochen als Infusion verabreicht werden. Des Weiteren sind regelmäßige MRT-Sicherheitskontrollen erforderlich (aktuelles MRT vor Beginn der Therapie und dann vor der 5., 7. und 14. Um die geistigen Leistungen und Alltagsfähigkeiten zu stärken, gibt es viele therapeutische Behandlungswege. Damit lassen sich auch Verhaltensstörungen abschwächen und das Wohlbefindens verbessern.
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Ein neuer Hoffnungsschimmer?
Als erstes Alzheimer-Medikament gegen das bei Alzheimer sich im Übermaß im Hirn ablagernde Protein β-Amyloid konnte Donanemab in einer Phase-2-Studie erfolgreich das angestrebte klinische Primärziel erreichen: nach 76 Behandlungswochen eine Minderung von 32 % der Abnahme (von 6,86 statt 10,06 Punkten) gemäß der Integrated Alzheimer’s Disease Rating Scale. Wohlbemerkt: Auch bei diesem Medikament wird die Erkrankung nicht geheilt, sondern „nur“ der fortschreitende Abbau der Hirnleistungen gebremst. Dennoch ist es ein Erfolg und belegt die Bedeutung der zuletzt umstrittenen β-Amyloid-Hypothese nach vielen fehlgeschlagenen Studien. Bemerkenswert ist zudem, dass bei zwei Dritteln der Studienteilnehmer die Amyloid-Plaques im Gehirn weitgehend verschwanden und die neurofibrillären Tau-Bündel vermindert werden konnten. Letztere sind es, die aktuell besser als die Amyloidablagerungen mit dem Verlust der Hirnleistungen korrelieren. Das bedeutet: Die Zunahme der Tau-Ablagerungen im Gehirn folgt dem Verlust der Hirnleistungen und dem Fortschreiten der Krankheit.
Weitere gute Nachrichten
Bisher waren keine Daten vorhanden, welche die Wirksamkeit von Acetyl-Cholinesterase-Hemmern (AChEH) im Langzeitgebrauch belegten. Genau dieses Manko war Anlass der Studie, in der Patienten bezüglich Hirnleistungsabbau (MMSE bei Beginn 21,2 Punkte) und Sterberate über fünf Jahre untersucht wurden. Es handelte sich um Patienten des Schwedischen Demenz-Registers, die innerhalb der ersten drei Monate nach Diagnosestellung AChEH erhielten, und solche, die keine AChEH bekamen, Insgesamt waren es 11.652 Patienten mit einem Durchschnittsalter von 81 Jahren, davon 58 % mit Alzheimer und der Rest mit anderen Demenz-Typen. Im Verlauf der fünf Jahre entwickelten 255 Patienten eine schwere Demenz und 6.055 starben. Die Testergebnisse bei den Behandelten waren durchschnittlich signifikant besser (0,13 Punkte im MMSE) bei einem durchschnittlichen Fortschreiten des Abbaus (-1,62 Punkte pro Jahr). Zudem, und das war das Überraschende an der Studie, reduzierte sich bei den Behandelten das Sterberisiko um bemerkenswerte 27 %.
Leben mit Alzheimer
Trotz Alzheimer: Der Mensch bleibt. Wie geht es jetzt weiter? Das ist eine der ersten, oft unausgesprochenen Fragen. Alzheimer verändert das Leben. Aber es nimmt nicht sofort alles, was den Menschen ausmacht. Erinnerungen mögen verblassen, der Alltag sich verändern - doch der Mensch bleibt. Trotz der Diagnose ist ein Leben mit Sinn, Freude und Verbindung möglich. Gerade deshalb ist es wichtig, sich frühzeitig mit der Krankheit auseinanderzusetzen. Kleine Veränderungen im Alltag, Routinen, liebevolle Unterstützung und Geduld helfen dabei, Orientierung zu geben. Wer versteht, was gerade geschieht, kann bewusster handeln. Ein guter Weg ist es, die eigenen Stärken bewusst auszubauen - und mit den Schwächen möglichst gelassen und kreativ umzugehen. Was gut gelingt oder Freude macht, darf und soll intensiviert werden. Gleichzeitig ist es wichtig, mit den Einschränkungen liebevoll umzugehen - nicht als persönliches Scheitern, sondern als Teil der Krankheit. Alzheimer nimmt viel, aber es gibt Wege, Selbstbestimmung zu erhalten und neue Formen von Alltag und Nähe zu gestalten. Dieser Weg ist nicht einfach - aber niemand muss ihn allein gehen.