Alzheimer Gesellschaft Mannheim: Informationen, Angebote und Engagement für ein besseres Leben mit Demenz

Die Alzheimer-Krankheit ist eine der größten Herausforderungen unserer alternden Gesellschaft. Allein in Deutschland leben über eine Million Menschen mit dementiellen Erkrankungen, und Prognosen sagen voraus, dass sich diese Zahl bis 2050 verdoppeln könnte. Die Alzheimer Gesellschaft Mannheim - Selbsthilfe Demenz e.V. hat sich zum Ziel gesetzt, Betroffenen und ihren Angehörigen vor Ort umfassende Hilfe und Unterstützung anzubieten.

Die Alzheimer-Gesellschaft Mannheim: Hilfe vor Ort

Die Alzheimer Gesellschaft Mannheim - Selbsthilfe Demenz e.V. ist eine wichtige Anlaufstelle für Menschen mit Demenz und ihre Familien in Mannheim und Umgebung. Die Gründungsmitglieder der Gesellschaft sehen es als ihre Aufgabe, ihr Know-how, ihr Engagement und ihre Kraft zur Verfügung zu stellen, um Bürger über die Krankheit "Alzheimer" und ihre Folgen zu informieren.

Angebote und Leistungen

Die Alzheimer Gesellschaft Mannheim bietet ein breites Spektrum an Leistungen an, darunter:

  • Information und Aufklärung: Die Gesellschaft informiert die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Mannheim und der Umgebung über die Krankheit "Alzheimer" und ihre Folgen.
  • Schulungen für pflegende Angehörige: Es werden Schulungen in verschiedenen Stufen für pflegende Angehörige angeboten.
  • Leitfaden für Betroffene und Angehörige: Die Gesellschaft veröffentlicht einen Leitfaden für an Alzheimer Erkrankte und deren Angehörige.
  • Unterstützung für Hilfsbedürftige: Besonders hilfsbedürftige, an Alzheimer erkrankte Bürgerinnen und Bürger werden beispielsweise im Bereich dementengerechtes Wohnen, Ernährung, Alltagshilfen für zu Hause sowie im Bereich rechtlicher Aspekte unterstützt.

Um ihre Projekte zu realisieren und den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Mannheim helfen zu können, ist die Alzheimer Gesellschaft Mannheim auf tatkräftige Hilfe angewiesen. Sie bittet um Unterstützung, um an Alzheimer erkrankten Mitbürgerinnen und Mitbürgern und deren Familienangehörigen zu helfen. Werden Sie Mitglied in der Alzheimer Gesellschaft Mannheim - Selbsthilfe Demenz e.V. oder unterstützen Sie die Gesellschaft mit einer Spende.

Angehörigengruppen

Ein wichtiger Bestandteil der Arbeit der Alzheimer Gesellschaft Mannheim sind die Angehörigengruppen. In diesen Gruppen stärken sich Angehörige gegenseitig in vertrauensvoller Atmosphäre und schaffen einen sicheren Raum, um anhaltende Probleme zu besprechen. Es werden wertvolle Informationen und Erfahrungen über die unterschiedlichen Krankheitsbilder und -verläufe ausgetauscht, Rat gegeben und bei Fragen zur häuslichen Betreuung, zur ärztlichen Versorgung sowie zur Begleitung im Pflegeheim zur Verfügung gestanden. Die Teilnahme ist kostenfrei.

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Die offene Selbsthilfegruppe trifft sich jeden 1. Mittwoch im Monat von 10:00 bis 12:00 Uhr unter der Leitung von Frau Sabine Schulz (Telefon: 0621 744864) in Räumen der Christuskirche, 68161 Mannheim, Werderplatz 6.

Unterstützung zu Hause

Viele alte Menschen wünschen sich, so lange wie möglich zu Hause bleiben zu können. Die Beratungsstelle VIVA unterstützt Menschen in ihrem Anliegen, zuhause zu bleiben. Die Unterstützung umfasst Gespräche, Klärungen persönlicher Konfliktsituationen, Beistand im Umgang mit Behörden und Institutionen sowie Organisation und Bereitstellung konkreter Hilfeleistungen, die in einem fachlich fundierten Rahmen erbracht werden.

Die Beratung wird kostenlos angeboten, um den Zugang niedrigschwellig zu gestalten. Ziel des Vereins ist es, alten, insbesondere altersverwirrten Menschen ein Leben in ihrer eigenen vertrauten Umgebung zu ermöglichen, da gerade dort ihre Orientierungsfähigkeit und Eigenaktivität langfristig am besten erhalten werden kann und nach einem Krankenaufenthalt die größeren rehabilitativen Effekte möglich sind.

Mit einer von zwei hauptamtlichen BeraterInnen angeleiteten und von Fachleuten regelmäßig fortgebildeten Gruppe von hauswirtschaftlichen Helferinnen wird die häusliche Versorgung sichergestellt, bei Bedarf in Kooperation mit geeigneten Pflegediensten. Der Arbeitsansatz der biographischen Begleitung hat sich als sinnvoll und erfolgreich erwiesen. In Krisensituationen ist eine relativ zügige und adäquate Hilfestellung möglich, die den weiteren Einsätzen anderer professioneller Helfer zu mehr Effizienz verhelfen. Dieser Ansatz unterstützt auch Angehörige, die für die Betreuung eines altersverwirrten Menschen ebenfalls Gesprächsmöglichkeiten und einen professionellen Beistand benötigen, der sie darin unterstützt, die wichtigsten Handlungsstränge wie Finanzierung, Versorgungsstruktur und Entlastungsmöglichkeiten zu klären. Die Langfristigkeit des Beratungsangebotes beinhaltet auch die Begleitung bis zum Tod zu Hause.

Die Beratungsstelle besteht seit 1989 und wurde 1995 unter der Trägerschaft von VIVA weitergeführt. Finanziert wird die Beratungsstelle aus Eigenmitteln durch Fortbildungsveranstaltungen, durch Projektgelder der Schraderstiftung und natürlich durch Spenden.

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Früherkennung und personalisierte Vorbeugung der Alzheimer-Demenz

Seit 2022 engagiert sich die Alzheimer Gesellschaft Rheinland-Pfalz zusammen mit dem ISPG Mannheim für die Früherkennung und personalisierte Vorbeugung der Alzheimer Demenz.

Bedeutung von Früherkennung und Vorbeugung

Bei Alzheimer Demenz geht nicht nur das Gedächtnis verloren, sondern auch die Orientierung, die Sprache, das Verstehen, Planen und Lernen, die Alltagsfertigkeiten. Mit dem Fortschreiten der Erkrankung werden Betroffene immer hilfloser und sind schließlich vollständig auf Betreuung und Pflege angewiesen.

Trotz intensiver Forschung gibt es bislang noch kein Heilmittel gegen die Alzheimer Demenz. Andererseits sind viele Risikofaktoren für die Alzheimer Krankheit bekannt und fast 45% der Erkrankungen könnten durch eine gesunde Lebensweise vermieden werden. Solange es kein Heilmittel gibt, kommt der Früherkennung und Vorbeugung der Alzheimer Demenz eine besondere Bedeutung zu.

Das Demenzvorsorgeprojekt am ISPG Mannheim

Das Institut für Studien zur psychischen Gesundheit (ISPG) in Mannheim unter der Leitung von Prof. Dr. Georg Adler untersucht bereits seit vielen Jahren im Rahmen des Demenzvorsorgeprojekts den Zusammenhang zwischen der Anzahl individueller Risikofaktoren und der geistigen Leistungsfähigkeit von teilnehmenden Personen.

Menschen mit einem erhöhten Risiko für die Alzheimer Demenz werden in einem zweijährigen Programm an einen gesünderen Lebensstil herangeführt. Die Alzheimer Gesellschaft Rheinland-Pfalz e.V. ermöglicht die Teilnahme gesetzlich Versicherter (ab 50 J.) am Früherkennungs- und Gedächtnisvorsorgeprogramm KogifitPlus am ISPG Mannheim. Jährlich nehmen ca. 200 Menschen, die sich aus unterschiedlichen Gründen Sorgen um ihr Gedächtnis machen, das Vorsorgeangebot wahr. Auch für das Programm zur personalisierten Vorbeugung der Alzheimer Demenz wollen wir möglichst vielen Menschen mit ersten subjektiven Gedächtnisstörungen oder einem erhöhten Risiko für die Alzheimer Krankheit eine Teilnahme ermöglichen.

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Ablauf des Programms zur personalisierten Vorbeugung

Vor Studienbeginn werden zunächst am ISPG Mannheim eine Reihe von Voruntersuchungen durchgeführt:

  • Erhebung von körperlichen Vorerkrankungen
  • Blutuntersuchung (ApoE-e4, LDL-Cholesterin, Homocystein, HbA1c, Vitamin D, Homocystein)
  • Medikation
  • Familienanamnese
  • Erhebung beeinflussbarer Risikofaktoren (Übergewicht/ Adipositas, Bluthochdruck, Diabetes, Hypercholesterinämie, Hyperhomozysteinämie, Rauchen, Alkohol, Fitness, Schlafstörungen, Ernährungsgewohnheiten, Vitamin D Status)
  • Erhebung des aktuellen Gedächtniszustands durch Tests (Checkliste für kognitive Blackouts, Clinical Dementia Rating, Mini Mental State Examination (MMSE/SIDAM), Merkfähigkeits- und Aufmerksamkeitstest (MAT), Repeatable Battery for the Assessment of Neuropsychological Status (RBANS))

Während der zweijährigen Studie folgen weitere Untersuchungen (z.B. der Schlafqualität) und Behandlungen (z.B. Vitamin D-Mangel) sowie eine individuelle Beratung zu den bestehenden Risikofaktoren. Im Anschluss werden gezielte und personalisierte Maßnahmen zur Beeinflussung der Risikofaktoren empfohlen. Dabei ist es wichtig, dass z.B. das Fitnessprogramm an die körperlichen Möglichkeiten des Teilnehmers angepasst wird. Neben den Empfehlungen zur körperlichen Aktivierung und Ernährungsumstellung erhalten die Teilnehmer auch eine Anleitung zum Gedächtnistraining für zu Hause. Alle Maßnahmen werden von den Teilnehmern genau protokolliert.

Die Teilnehmer werden bei der Umstellung der Lebensgewohnheiten intensiv begleitet:

  • Alle 6 Wochen werden durch Beratungsgespräche die Erfolge der Maßnahmen und das persönliche Wohlbefinden besprochen sowie Vitalparameter wie Blutdruck, Blutwerte, Körpergewicht, körperliche Fitness bestimmt.

Die Rolle des ApoE-e4-Gens

Die Teilnehmer erfahren nach den Voruntersuchungen, ob sie ApoE-e4-Träger (genetischer Risikofaktor) sind. Das Vorhandensein des E4-Allels ist mit einem zwei- bis dreifach erhöhten Risiko für die Alzheimer Demenz verbunden. Etwa 25% der Bevölkerung sind Träger des e4-Allels. Dieses Wissen ist mit der Sorge verbunden, selbst an Alzheimer Demenz erkranken zu können. Die Aufnahme in das Studienprogramm wird in diesem Fall mit Erleichterung und großer Motivation honoriert, aktiv etwas zur Senkung des persönlichen Risikos beitragen zu können.

Motivation und Erfolgsgeschichten

Die Teilnehmer der Studie zur Vorbeugung der Alzheimer Demenz werden ebenfalls viele (geliebte aber ungesunde) Lebensgewohnheiten aufgeben und durch einen gesünderen Lebensstil ersetzten. Um dies durchzuhalten, werden sie von erfahrenen Psychologen begleitet und gecoacht. Um ihre Ziele zu erreichen lernen die Teilnehmer z.B. die SMART-Methode, d.h. die Ziele sollen spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch und terminiert sein.

Herr H. (68), Januar 2025

Herr H. erfuhr über einen Fernsehbericht im SWR von der Möglichkeit einer Gedächtnisvorsorgeuntersuchung am ISPG Mannheim. Da sein Vater und weitere nahe Verwandte an Alzheimer Demenz erkrankt waren, war er besorgt, dass dies ein erster Hinweis darauf sein könnte, dass diese Krankheit auch bei ihm losgeht.

Die medizinische Untersuchung am ISPG ergab, dass er Träger des Risikogens ApoE4 ist. Weiterhin waren Homocystein und Cholesterin erhöht sowie der Vitamin D-Spiegel erniedrigt. Er schlief sehr schlecht, hatte eine leichte Schlafapnoe und fühlte sich tagsüber oft müde.

Die Ärzte am ISPG ermutigten ihn, abzunehmen und wieder mehr Sport zu machen. Sein Tag beginnt nun mit einer Stunde auf dem Hometrainer. Vom Rehasport hat er sich einige Übungen für die Beweglichkeit abgeguckt, die ihm guttun. Diese Übungen macht er 5-6-mal in der Woche und er fährt gerne Fahrrad. Tatsächlich hat sich sein Cholesterinwert durch den Sport schon verbessert. Gegen das erhöhte Homocystein nimmt er mit Erfolg Folsäure ein und der Wert hat sich inzwischen normalisiert.

Das Gedächtnistraining, das er im Rahmen des Präventionsprogramms regelmäßig machen soll, fällt ihm schwer. Insgesamt merkt er durch dieses Training aber schon eine leichte Verbesserung der Gedächtnisleistung.

Für ihn ist die Teilnahme am Programm zur Demenz-Prävention ein Gewinn. Die Regelmäßigkeit tut ihm gut, und die Verbesserung seiner Fitness und der Cholesterin- und Homocystein-Werte motivieren weiterzumachen. Die regelmäßigen Gedächtnistests am ISPG geben ihm Sicherheit, das beruhigt sehr.

Herr D., August 2024

Herr D. (67) nimmt ebenfalls an dem Programm zur personalisierten Vorbeugung der Alzheimer Demenz am ISPG Mannheim teil. Demenzerkrankungen treten in seiner Familie gehäuft auf.

Er ist sehr positiv eingestellt und ihm ist es wichtig zu wissen, ob seine Gedächtnisleistung noch altersgerecht ist, welche Risikofaktoren für eine Demenz er hat und was er tun kann, um einer Demenzerkrankung vorzubeugen.

Neben dem Risikogen ApoE4 sind der Homocystein-Spiegel, sein Übergewicht und Bewegungsmangel Risikofaktoren. Sein Prädiabetes, der hohe Cholesterinspiegel und Bluthochdruck werden bereits behandelt.

Dem Übergewicht hält er erfolgreich „FdH - Friss die Hälfte“ entgegen und hat damit seit Programmstart im Sommer 2023 schon 8 kg abgenommen. Zusätzlich achtet er auf seinen Zuckerkonsum. Der Prädiabetes wird ärztlich überwacht, und gegen den hohen Homocysteinspiegel nimmt er Folsäure ein. Schwerer fällt es ihm, etwas gegen den Bewegungsmangel zu tun.

Insgesamt fühlt er sich aber schon viel fitter als zu Programmbeginn, der Gewichtsverlust macht sich sehr positiv bemerkbar.

Frau L., März 2024

Frau L. (66) nimmt ebenfalls an dem Programm zur personalisierten Vorbeugung der Alzheimer Demenz am ISPG Mannheim teil. Ihre Mutter erkrankte 2009 an Alzheimer Demenz und sie hat sie über 10 Jahre begleitet. Das war eine harte Zeit und sie hatte oft den Gedanken, ob sie ebenfalls erkranken werde. Subjektiv hat sie das Gefühl, dass ihr Gedächtnis leichte Einschränkungen hat, z.B. fallen ihr häufig Namen nicht ein.

Unterstützung durch Spenden

Die Teilnahme von Herrn H., Herrn D. und Frau L. am Programm zur personalisierten Vorbeugung der Alzheimer Demenz am ISPG Mannheim wurde über Spenden an die Alzheimer Gesellschaft Rheinland-Pfalz e.V. ermöglicht.

Die Alzheimer Gesellschaft Rheinland-Pfalz e.V. ist auf Spenden angewiesen, um ihre Arbeit fortsetzen und möglichst vielen Menschen die Teilnahme an den Programmen zur Früherkennung und Vorbeugung der Alzheimer Demenz ermöglichen zu können.

Engagement für ein besseres Leben mit Demenz

Die Alzheimer Gesellschaften setzen sich auf verschiedenen Ebenen für ein besseres Leben mit Demenz ein. Sie unterstützen und beraten Menschen mit Demenz und ihre Familien, fördern die Forschung und setzen sich für eine bessere Versorgung und Betreuung von Menschen mit Demenz ein.

Der Deutsche Seniorentag

Ein wichtiger Termin für alle, die sich für ein gutes Leben im Alter engagieren, ist der Deutsche Seniorentag. Vom 2. bis 4. April 2025 veranstaltet die BAGSO - Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen den 14. Deutschen Seniorentag im Congress Center Rosengarten in Mannheim. Bundeskanzler Olaf Scholz übernimmt die Schirmherrschaft und wird den Deutschen Seniorentag besuchen.

Drei Tage lang geht es um Themen wie Gesundheit und Pflege, Wohnen, Engagement, Bildung und Digitalisierung, die in Veranstaltungen diskutiert und auf der Messe präsentiert werden. Mit dem Motto „Worauf es ankommt“ setzt der 14. Deutsche Seniorentag ein Zeichen in herausfordernden Zeiten. Er ruft dazu auf, sich auf das zu konzentrieren, was wirklich wichtig ist: im eigenen Leben ebenso wie in Politik und Gesellschaft. Für ein gutes Leben im Alter.

Aktuelle Informationen zur Veranstaltung und zum Fortgang der Planungen finden Sie auf www.deutscher-seniorentag.de.

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