Demenz ist ein Thema, das viele Menschen betrifft, sei es direkt oder indirekt. In Schleswig-Holstein leben über 66.000 Menschen mit Demenz. Für Betroffene, ihre Familien, Freunde und Nachbarn bedeutet dies oft einschneidende Veränderungen in allen Lebensbereichen. Die Alzheimer Gesellschaft Plön setzt sich dafür ein, die Lebenssituation von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen zu verbessern. Ein wichtiger Baustein dieser Arbeit ist das "Beratungsmobil Demenz", das im Kreis Plön unterwegs ist.
Das Beratungsmobil Demenz: Mobile Hilfe vor Ort
Das Beratungsmobil Demenz ist ein Projekt der Alzheimer Gesellschaft Schleswig-Holstein e.V. / Selbsthilfe Demenz in Kooperation mit dem Kompetenzzentrum Demenz in Schleswig-Holstein. Es handelt sich um ein Modellprojekt, das vom Ministerium für Soziales, Jugend, Familie, Senioren, Integration und Gleichstellung des Landes Schleswig-Holstein sowie dem Spitzenverband der Pflegekassen gefördert wird. Die Alzheimer Gesellschaft Schleswig-Holstein e.V. beteiligt sich zusätzlich mit Spendenmitteln der NDR-Benefizaktion „Hand in Hand für Norddeutschland“.
Ziel des Beratungsmobils ist es, eine wohnortnahe und unkomplizierte Beratung für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen anzubieten, insbesondere in ländlichen Regionen, wo der Zugang zu Beratungsangeboten oft erschwert ist. Denn gerade in ländlichen Regionen sind die Wege oft zu weit, um persönliche und professionelle Beratungsangebote in Anspruch nehmen zu können. Hier schafft das Beratungsmobil Demenz der Alzheimer Gesellschaft SH e.V. Abhilfe.
Einsatz im Kreis Plön
Von September 2022 bis April 2023 war das Beratungsmobil Demenz regelmäßig im Kreis Plön unterwegs. „Wir haben schnell geeignete Standorte für den Beratungsbus im Kreis Plön finden können. Unser Projekt- und Netzwerkpartner, der Pflegestützpunkt im Kreis Plön, hat uns dabei sehr unterstützt und auch auf der Verwaltungsebene des Kreises wurden uns viele Türen geöffnet“, freut sich Anne Brandt vom Verein Alzheimer Gesellschaft SH, Selbsthilfe Demenz.
Die Standorte wurden so gewählt, dass sie für möglichst viele Menschen gut erreichbar sind. Das Beratungsmobil hielt an folgenden Orten:
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- Selent: Dorfplatz, jeden 1. und 3.
- Wankendorf: Kirchtor 18, jeden 4.
- Lütjenburg: Rathausvorplatz, Oberstrasse 7, jeden 2.
- Schönberg: Fußgängerzone Knüll, 24217 Schönberg jeden 1.
- Klausdorf: am Dorfplatz, jeden 2.
- Raisdorf: REWE Parkplatz, Bahnhofstrasse 4-8, jeden 4.
Angebotene Leistungen
Das Beratungsmobil Demenz bietet eine individuelle, kostenfreie und vertrauliche Beratung durch qualifizierte Fachkräfte. Zur Beratung können alle Personen kommen, die Fragen und Anliegen zu den Themen Vergesslichkeit und Demenz haben. Viele Fragen zum Thema Demenz tauchen bereits lange vor einer eventuellen Diagnosestellung auf, z.B. wenn erste Anzeichen von Gedächtnisstörungen auftreten. Mit einer entsprechenden Diagnose umzugehen, gestaltet sich sowohl für Betroffene als auch für das Umfeld häufig als sehr herausfordernd.
Die Beratung ist darauf ausgerichtet, Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen psychosozial und wohnortnah zu begleiten. Es werden Informationen und Unterstützung zu folgenden Themen angeboten:
- Krankheitsbild Demenz
- Umgang mit Demenz im Alltag
- Entlastungsmöglichkeiten für Angehörige
- Finanzielle Hilfen und rechtliche Fragen
- Wohnformen und Betreuungsmöglichkeiten
Das Beratungsmobil ist mit einer Rollstuhlrampe ausgestattet, so dass auch bei eingeschränkter Mobilität eine Beratung stattfinden kann. Es sind Sitzplätze für drei Personen vorhanden. Eine Heizung sorgt dafür, dass die Beratung auch in der kalten Jahreszeit möglich ist.
Die Beratungen an den Standorten finden jeweils zwischen 10 und 12 Uhr als offene Sprechzeit ohne Anmeldung statt. Von 12.30 bis 16 Uhr stehen die Berater dann für gebuchte Termine zur Verfügung. Die Beratungen finden unter den jeweils geltenden, aktuellen Coronahygienebedingungen statt. Die Anmeldung erfolgt via Homepage (www.demenzberatung-sh.de) oder telefonisch unter 040-609 26 421.
Weitere Unterstützungsangebote im Kreis Plön
Neben dem Beratungsmobil Demenz gibt es im Kreis Plön weitere Anlaufstellen für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen:
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Pflegestützpunkte
Die Mitarbeiter der Pflegestützpunkte informieren Sie zur Auswahl und zum Antrag von Sozialleistungen und anderen Hilfsangeboten. Sie beraten Sie zu den für Sie in Frage kommenden Hilfs- und Unterstützungsangeboten und helfen Ihnen bei der Organisation der benötigten Leistungen.Sie können sich persönlich im Pflegestützpunkt beraten lassen oder auch einfach dort anrufen. Die Mitarbeiterinnen kommen auch zu Ihnen nach Hause.Die einzelnen regionalen Pflegestützpunkte mit Kontaktdaten, Sprechzeiten und eigenem Internetauftritt finden Sie hier.
Pflegeberater der Pflegekassen
Die Pflegeberater Ihrer Pflegekasse, bzw. für Privatversicherte von Compass, sind ebenfalls Ansprechpartner für Sie.
Patientenombudsleute Schleswig-Holstein
Sollten Sie Hilfe und Schlichtung bei Pflegeproblemen benötigen, rufen Sie die Patientenombudsleute an. Hier werden Sie von Expertinnen und Experten beraten. Telefon: 0180 523 53 84 (14 Cent pro Anruf)
Ombudsstelle der Pflegeausbildung Schleswig-Holstein
Hilfestellung für Auszubildende bei Problemen und Konflikten in der Pflegeausbildung
PflegeNotTelefon
Bei Notlagen, Krisen, Beschwerden oder Beratungswünschen steht Ihnen überregional in Schleswig-Holstein außerdem jederzeit das PflegeNotTelefon zur Verfügung: 01802 49 48 47 (6 Cent pro Anruf), Beratung in unterschiedlichen Sprachen möglich.
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Das Kompetenzzentrum Demenz
Das Kompetenzzentrum Demenz ist ein Projekt der Alzheimer Gesellschaft Schleswig-Holstein e.V. / Selbsthilfe Demenz. Es berät, betreibt Öffentlichkeits- sowie Netzwerkarbeit und bietet Fortbildungen an. Seit 2011 und bis 2027 fördern das Ministerium für Soziales, Jugend, Familie, Senioren, Integration und Gleichstellung des Landes Schleswig-Holstein und der Spitzenverband der Pflegekassen das Kompetenzzentrum.
Bedeutung der Arbeit der Alzheimer Gesellschaft
Die Arbeit der Alzheimer Gesellschaft Plön und des Kompetenzzentrums Demenz ist von großer Bedeutung, da sie dazu beiträgt, die Lebensqualität von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen zu verbessern. Durch die Beratungsangebote und die Öffentlichkeitsarbeit wird das Thema Demenz enttabuisiert und das Verständnis für die Bedürfnisse von Betroffenen gefördert.
Landrätin Stephanie Ladwig hob hervor: „Da Demenz häufig noch ein Tabuthema in unserer Gemeinschaft ist, regt dieses Angebot dazu an, sich damit auseinander zu setzen und das Thema an sich heranzulassen“. Auch Nicole Adamczewski vom Pflegestützpunkt im Kreis Plön wirbt für die Nutzung des Beratungsbusses: „Eine mobile Beratung bietet in unserem ländlich geprägten Kreis eine sehr gute Möglichkeit, die Menschen vor Ort gezielt zu erreichen“, unterstreicht sie.
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