Angst vor Hirntumor während der Schwangerschaft: Ursachen, Symptome und Behandlung

Die Diagnose eines Hirntumors kann eine beängstigende Erfahrung sein, besonders während der Schwangerschaft. Die Sorge um die eigene Gesundheit und die des ungeborenen Kindes kann überwältigend sein. Dieser Artikel soll Informationen über Hirntumoren, ihre Symptome, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten liefern, insbesondere im Zusammenhang mit einer Schwangerschaft.

Hirntumoren: Ein Überblick

Hirntumoren sind Wucherungen von Zellen im Gehirn. Sie können gutartig (nicht-kanzerös) oder bösartig (kanzerös) sein. Gutartige Tumoren wachsen in der Regel langsam und breiten sich nicht auf andere Teile des Körpers aus. Bösartige Tumoren können schnell wachsen und sich auf andere Teile des Gehirns oder des Körpers ausbreiten.

Es ist wichtig zu beachten, dass Hirntumoren im Vergleich zu anderen Erkrankungen selten sind. Im Jahr 2020 erkrankten in Deutschland etwa 7.300 Menschen an einem bösartigen Tumor des zentralen Nervensystems. Weitaus häufiger sind Migräne und Spannungskopfschmerzen.

Ursachen von Hirntumoren

Die genauen Ursachen von Hirntumoren sind oft unbekannt. Einige Risikofaktoren, die mit der Entwicklung von Hirntumoren in Verbindung gebracht werden, sind:

  • Genetische Faktoren: Einige genetische Syndrome können das Risiko für Hirntumoren erhöhen.
  • Bestrahlung: Eine frühere Strahlentherapie des Kopfes kann das Risiko für Hirntumoren erhöhen.
  • Chemikalien: Die Exposition gegenüber bestimmten Chemikalien, wie z. B. Vinylchlorid, kann das Risiko für Hirntumoren erhöhen.

Symptome von Hirntumoren

Die Symptome eines Hirntumors können je nach Größe, Lage und Wachstumsgeschwindigkeit des Tumors variieren. Einige häufige Symptome sind:

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  • Kopfschmerzen: Neu auftretende, anhaltende oder sich verschlimmernde Kopfschmerzen, die im Liegen zunehmen und nachts oder in den frühen Morgenstunden auftreten, können ein Anzeichen sein. Diese Kopfschmerzen lassen sich oft nur schwer mit herkömmlichen Schmerzmitteln lindern.
  • Übelkeit und Erbrechen: Insbesondere morgendliche Übelkeit, obwohl nichts gegessen wurde, kann auf einen erhöhten Hirndruck hindeuten.
  • Sehstörungen: Verschwommenes Sehen, Doppeltsehen oder Gesichtsfeldausfälle können auftreten, wenn der Tumor die Sehbahn beeinträchtigt.
  • Neurologische Ausfälle: Lähmungserscheinungen, Taubheitsgefühle, Sprachstörungen, Zuckungen oder Kribbeln können auf einen Hirntumor hindeuten.
  • Krampfanfälle: Ein neu auftretender epileptischer Krampfanfall, insbesondere bei Kindern, kann ein frühes Symptom sein.
  • Hormonelle Störungen: Tumoren der Hypophyse können hormonelle Ungleichgewichte verursachen, die den Schlaf-Wach-Rhythmus, das Körperwachstum oder die Sexualität beeinträchtigen.
  • Gedächtnisprobleme: Kognitive Beeinträchtigungen wie Aufmerksamkeitsstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten und Vergesslichkeit können auftreten.
  • Veränderungen der psychischen Gesundheit: Depressionen, Teilnahmslosigkeit, Angst oder Persönlichkeitsveränderungen können durch einen Hirntumor verursacht werden.
  • Schwindel, Schwerhörigkeit oder Ohrenpfeifen (Tinnitus) sind weitere mögliche Symptome.
  • Bei Kindern: Ein vergrößerter Kopf (Hydrozephalus) kann bei Babys und Kleinkindern mit Hirntumoren auftreten.

Es ist wichtig zu beachten, dass die meisten dieser Symptome unspezifisch sind und auch bei vielen anderen Erkrankungen auftreten können. Wenn jedoch mehrere Symptome gleichzeitig auftreten und sich mit der Zeit verschlimmern, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Hirntumoren während der Schwangerschaft

Die Diagnose eines Hirntumors während der Schwangerschaft stellt eine besondere Herausforderung dar. Die Behandlung muss sorgfältig geplant werden, um sowohl die Gesundheit der Mutter als auch die des ungeborenen Kindes zu berücksichtigen.

Einige Hirntumoren, wie z. B. Meningeome, können während der Schwangerschaft aufgrund hormoneller Veränderungen schneller wachsen. Es ist jedoch auch möglich, dass sich das Wachstum eines bestehenden Meningeoms während der Schwangerschaft nicht verändert.

Fallbeispiele

  • Eine junge Mutter erhielt in der 25. Schwangerschaftswoche die Diagnose eines faustgroßen Tumors im Kopf. Nach einigen Wochen des Wartens wurde der Tumor operativ entfernt, nachdem das Kind per Kaiserschnitt zur Welt gebracht wurde.
  • Eine ausländische Jungmedizinerin hatte ein Meningeom, das während ihrer Schwangerschaft um etwa 50 % gewachsen war. Sie entschied sich nach der Geburt ihres Kindes für eine Operation, um das Meningeom entfernen zu lassen.

Umgang mit Ängsten

Die Diagnose eines Hirntumors während der Schwangerschaft kann zu erheblichen Ängsten führen. Es ist wichtig, sich Unterstützung von Familie, Freunden und Fachleuten zu suchen. Einige Strategien, die helfen können, mit Ängsten umzugehen, sind:

  • Informationen sammeln: Informieren Sie sich umfassend über Hirntumoren, ihre Behandlungsmöglichkeiten und die möglichen Auswirkungen auf die Schwangerschaft.
  • Professionelle Hilfe suchen: Ein Therapeut oder Berater kann Ihnen helfen, Ihre Ängste zu bewältigen und Strategien zur Stressbewältigung zu entwickeln.
  • Entspannungstechniken anwenden: Meditation, Yoga oder andere Entspannungstechniken können helfen, Stress abzubauen und das Wohlbefinden zu fördern.
  • Sich auf positive Aspekte konzentrieren: Versuchen Sie, sich auf die positiven Aspekte Ihres Lebens zu konzentrieren, wie z. B. Ihre Familie, Freunde und Interessen.
  • Mit anderen Betroffenen austauschen: Der Austausch mit anderen Frauen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben, kann hilfreich sein.

Behandlung von Hirntumoren

Die Behandlung von Hirntumoren hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter die Art, Größe, Lage und Wachstumsgeschwindigkeit des Tumors sowie der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten. Einige gängige Behandlungsoptionen sind:

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  • Operation: Die mikrochirurgische Resektion ist oft die bevorzugte Behandlungsmethode bei Meningeomen. Ziel ist es, den Tumor möglichst vollständig zu entfernen, wobei das umliegende Gewebe geschont wird.
  • Strahlentherapie: Die Bestrahlung kann eingesetzt werden, wenn eine Operation nicht möglich ist oder der Tumor nicht vollständig entfernt werden konnte. Es gibt verschiedene Arten der Strahlentherapie, darunter die stereotaktische Radiochirurgie und die fraktionierte Strahlentherapie.
  • Chemotherapie: Eine Chemotherapie wird bei Meningeomen seltener eingesetzt, da diese Tumoren oft nicht sehr empfindlich auf chemotherapeutische Medikamente reagieren. Sie kann jedoch in bestimmten Fällen helfen, das Tumorwachstum zu verlangsamen oder die Symptome zu lindern.

Behandlung während der Schwangerschaft

Die Behandlung von Hirntumoren während der Schwangerschaft erfordert eine sorgfältige Abwägung der Risiken und Vorteile für Mutter und Kind. In einigen Fällen kann es möglich sein, die Behandlung bis nach der Entbindung zu verschieben. In anderen Fällen kann eine sofortige Behandlung erforderlich sein, um die Gesundheit der Mutter zu schützen.

Die Wahl der Behandlungsmethode hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter die Art des Tumors, das Stadium der Schwangerschaft und der allgemeine Gesundheitszustand der Mutter. Operationen können während der Schwangerschaft durchgeführt werden, wobei bestimmte Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden müssen, um das ungeborene Kind zu schützen. Strahlentherapie und Chemotherapie werden in der Regel während der Schwangerschaft vermieden, da sie schädliche Auswirkungen auf das Kind haben können.

Meningeome: Eine besondere Betrachtung

Meningeome sind Tumoren, die von den Hirnhäuten ausgehen, den Membranen, die das Gehirn und das Rückenmark umgeben. Sie sind meist gutartig und wachsen langsam. Meningeome können jedoch Symptome verursachen, wenn sie auf das Gehirn oder die Nerven drücken.

Behandlung von Meningeomen

Die Behandlung von Meningeomen hängt von der Größe, Lage und Wachstumsgeschwindigkeit des Tumors ab. Einige Meningeome erfordern möglicherweise keine sofortige Behandlung, sondern können durch regelmäßige MRT-Untersuchungen überwacht werden. Andere Meningeome müssen operativ entfernt oder bestrahlt werden.

Meningeome und Schwangerschaft

Wie bereits erwähnt, können Meningeome während der Schwangerschaft aufgrund hormoneller Veränderungen schneller wachsen. Es ist wichtig, dass Frauen mit Meningeomen während der Schwangerschaft engmaschig von einem Arzt überwacht werden.

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Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Es ist wichtig, einen Arzt aufzusuchen, wenn Sie eines der oben genannten Symptome eines Hirntumors bemerken, insbesondere wenn Sie schwanger sind. Ein Arzt kann eine gründliche Untersuchung durchführen und feststellen, ob weitere Untersuchungen erforderlich sind.

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