Apoplex Pflegeplanung bei Sprachstörungen: Ein umfassender Leitfaden

Ein Schlaganfall kann das Leben einer Person von einer Sekunde zur anderen verändern. Im Handumdrehen können alltägliche Aufgaben plötzlich zu großen Herausforderungen werden. In solchen Momenten ist eine sorgfältige Pflegeplanung unerlässlich, um den Betroffenen bestmöglich zu unterstützen und wieder zu mehr Lebensqualität zu verhelfen. Die Pflege von Schlaganfallpatienten ist sehr komplex und von Patient zu Patient individuell. Mehrere Faktoren, wie z. B. die Ausprägung und Schwere des vorangegangenen Schlaganfalls sind dafür der Grund. Am wichtigsten ist es jedoch, einem Schlaganfallpatienten mit viel Verständnis, Geduld und Respekt entgegenzutreten. Viele Patienten müssen die einfachsten Dinge wieder von vorne lernen und benötigen dafür einige Zeit. Vorhandene Ressourcen, so klein sie auch sein mögen, sollten zudem unbedingt genutzt werden und nicht im Keim erstickt werden, weil Ungeduld oder Zeitdruck eine gute Pflege unmöglich machen.

Die Schlaganfall-Pflegeplanung konzentriert sich grundsätzlich auf drei zentrale Aspekte:

  • Medizinische Versorgung: Die kurz- und langfristige medizinische Betreuung und Rehabilitation ist essenziell. Schließlich geht es darum, mögliche Folgeschäden zu minimieren und die Gesundheit des Patienten bestmöglich zu fördern.
  • Alltagsgestaltung: Selbst einfache alltägliche Tätigkeiten können nach einem Schlaganfall zur Herausforderung werden. Hier gilt es, die richtigen Hilfsmittel zu finden und den Alltag so angenehm wie möglich zu gestalten.
  • Psychologische Unterstützung: Ein Schlaganfall kann zu starker emotionaler Belastung führen. Professionelle psychologische Betreuung kann dabei helfen, diese neuen Herausforderungen besser zu bewältigen.

Was ist ein Schlaganfall? Ursachen und Folgen

Ein Schlaganfall, auch Apoplex, Hirninfarkt, zerebraler Insult oder Gehirnschlag genannt, ist eine ernste Erkrankung, die auftritt, wenn die Blutversorgung zu Teilen des Gehirns plötzlich unterbrochen wird. Dies kann zu einer Beschädigung des Gehirngewebes führen und langfristige Auswirkungen auf das Leben der betroffenen Person haben. Er ist mit jährlich 250.000 Fällen in Deutschland -neben dem Herzinfarkt- eine der am meisten auftretenden Akuterkrankungen und die dritthäufigste Todesursache.

Es gibt zwei Haupttypen von Schlaganfällen:

  • Ischämischer Schlaganfall: Dies ist die häufigste Form. Er geschieht, wenn ein Blutgerinnsel den Blutfluss zu einem Teil des Gehirns blockiert. Akute Durchblutungsstörung, durcheinen thrombotischen Gefäßverschluß einer beliebigen hirnversorgenden Arterie bei einer vorliegenden Gefäßverkalkung (Arteriosklerose)einer arteriellen Embolie, hervorgerufen durch ein losgelöstes Blutgerinnsel einer verkalkten Arterie, welches durch den Blutstrom ins Gehirn verschleppt wurdeeiner Embolie aus dem Herzen (häufig beim Vorhofflimmern)
  • Hämorrhagischer Schlaganfall: Dieser Typ tritt auf, wenn ein Blutgefäß im Gehirn platzt oder reißt, was zu einer Blutung ins Gehirn führt. Gehirnblutung (ca.

Schlaganfälle können eine Vielzahl von körperlichen und kognitiven Auswirkungen haben, darunter:

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  • Lähmungen oder Schwäche auf einer Körperseite (Hemiplegie, Hemiparese), mehr oder weniger vollständig mit z.B.: mit Muskellähmung (Faszialislähmung), zurückgezogener Schulter, innenrotierten Arm, gebeugten Fingern usw. Achtung!
  • Sprach- und Sprechprobleme (Aphasie)
  • Gedächtnis- und Verständnisschwierigkeiten
  • Emotionale Probleme
  • Das Pusher-Syndrom, bei dem die Körpermitte verschoben ist und der Patient aktiv zur gelähmten Seite drückt.

Die Prognose der Überlebenden ist sehr unterschiedlich: ca. 30% der Patienten haben keine oder kaum bleibende Schäden, ca. 30% der Patienten sind deutlich behindert, der Rest bleibt pflegebedürftig.

Wichtiger Hinweis: Ein Hirninfarkt kann sich durch sogenannte transitorische ischämische Attacken (TIA) ankündigen! Das sind vom Patienten oder durch seine Angehörigen über Monate, Wochen, Tage oder Stunden bemerkbare Vorläufer des eigentlichen Gehirnschlages. Sie verursachen Symptome eines Schlaganfalls, die unerwartet kommen, nur kurze Zeit andauern und dann wieder vollständig verschwinden.

Risikofaktoren

Stell dir vor, dein Gehirn ist wie ein Computer, der plötzlich vom Strom abgeschnitten wird. Genau das passiert beim Apoplex - die Nervenzellen bekommen keinen Sauerstoff mehr und sterben ab. Die Zahlen sind krass: Etwa 15% aller Todesfälle gehen auf einen Schlaganfall zurück.

Dein Gehirn wird von drei wichtigen Arterien versorgt. Es gibt Risikofaktoren, die du beeinflussen kannst: Übergewicht, Rauchen, zu viel Alkohol, hoher Cholesterinspiegel, Diabetes und Bluthochdruck. Was du nicht ändern kannst: Dein Geschlecht, deine Gene und dein Alter. Ein Cerebri-media-Infarkt ist der häufigste Schlaganfall. Hier merkst du dir: Rechte Gehirnhälfte kaputt = linke Körperseite gelähmt und umgekehrt.

Anzeichen eines Schlaganfalls

Es ist wichtig, die Anzeichen eines Schlaganfalls zu erkennen. Dazu gehören plötzliche Schwäche oder Taubheitsgefühl im Gesicht, Arm oder Bein (besonders auf einer Körperseite), Verwirrung, Schwierigkeiten beim Sprechen oder Verstehen, Sehprobleme, Schwindel und ein plötzlicher, starker Kopfschmerz. Bei Auftreten dieser Symptome sollte sofort medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden - jede Minute zählt, um die Auswirkungen eines Schlaganfalls zu minimieren.

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Der Weg der Genesung: Erste Schritte nach einem Schlaganfall

Die ersten Tage nach einem Schlaganfall sind entscheidend für die langfristige Gesundheit und das Wohlbefinden des Patienten. Ziel ist es, weitere Hirnschäden zu minimieren und den Erholungsprozess so schnell wie möglich zu starten.

Unmittelbar nach einem Schlaganfall ist schnelles Handeln gefragt. Der Patient wird in der Regel in ein Krankenhaus eingeliefert, wo Ärzte sofort mit der Behandlung beginnen. Diese umfasst in der Regel Medikamente, um das Blutgerinnsel aufzulösen und den Blutfluss im Gehirn wiederherzustellen (bei einem ischämischen Schlaganfall) oder die Blutung zu stoppen (bei einem hämorrhagischen Schlaganfall).

Nach der akuten Phase beginnt die Rehabilitation, die darauf abzielt, verlorene Fähigkeiten wiederzuerlangen und neue Wege zu finden, um mit verbleibenden Herausforderungen umzugehen. Dies kann Folgendes umfassen:

  • Physiotherapie: um Bewegung und Koordination zu verbessern
  • Ergotherapie: um Alltagsaufgaben zu erleichtern
  • Logopädie: um Schluck- und Kommunikationsprobleme zu behandeln

Die Familie und das Pflegepersonal spielen in dieser frühen Phase eine entscheidende Rolle. Ihre Unterstützung und Ermutigung können einen großen Unterschied machen. Es ist wichtig, Geduld zu haben, denn die Erholung von einem Schlaganfall kann langsam und ungleichmäßig verlaufen.

Parallel zur Rehabilitation beginnt die Planung für die Langzeitpflege. Hierbei wird evaluiert, welche Art von Unterstützung der Patient benötigt - sei es zu Hause, in einer Pflegeeinrichtung oder durch ambulante Pflegedienste. In diesem Zusammenhang spielt auch die Auswahl der passenden Pflegehilfsmittel eine wichtige Rolle, beispielsweise Pflegebetten, spezielle Matratzen oder pflegegerechte Möbel. Unternehmen wie tecfor care bieten hier eine Vielzahl an Lösungen, die individuell an die Bedürfnisse des Patienten angepasst werden können.

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Pflegeplanung im Detail

Die Pflegeplanung nach einem Schlaganfall kann eine Herausforderung sein - sie erfordert eine sorgfältige Betrachtung der Bedürfnisse des Betroffenen, der verfügbaren Ressourcen und der Wünsche und Anforderungen des Patienten und seiner Familie. Dieser Plan soll dazu beitragen, die bestmögliche Betreuung und Lebensqualität für den Patienten sicherzustellen.

Zunächst ist es wichtig, die individuellen Bedürfnisse und Ziele des Patienten zu identifizieren. Dies kann eine Bewertung der körperlichen und kognitiven Fähigkeiten, der emotionalen Verfassung und der täglichen Aktivitäten einschließen. Dabei sollten folgende Punkte berücksichtigt werden:

  • Aktivitäten des täglichen Lebens: Wie unabhängig kann der Patient essen, sich kleiden, sich bewegen, seine persönliche Hygiene bewältigen und soziale Interaktionen führen?
  • Gesundheitliche Bedenken: Welche medizinischen Bedingungen hat der Patient? Benötigt er Medikamente oder unterstützende Therapien?
  • Soziale Unterstützung: Werden Freunde und Familie in der Lage sein, Unterstützung zu leisten?

Sobald ein umfassendes Bild der Bedürfnisse des Patienten vorliegt, können Ziele für die Pflege festgelegt werden. Dies kann die Verbesserung der Mobilität, die Förderung der Unabhängigkeit oder die Bewältigung spezifischer gesundheitlicher Herausforderungen sein.

Die Beteiligung des Patienten und seiner Familie an der Erstellung der Pflegeplanung kann zur Akzeptanz und Bindung an den Plan beitragen. Es ist wichtig, die Ziele und Maßnahmen der Pflege in regelmäßigen Abständen zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen.

Spezifische Aspekte der Pflegeplanung

  • Aphasie: Aphasie ist eine zentrale Sprachstörung, die das Sprechen, das Lesen, das Verstehen und das Schreiben beeinträchtigt. Die Person selbst ist nicht betroffen.
  • Dysphagie (Schluckstörung): betrifft fast alle Schlaganfall-Patienten am Anfang. Das Schluckzentrum im Hirnstamm ist gestört.
  • Hemiplegie: Halbseitenlähmung arm- oder beinbetont (Hemiplegie, Hemiparese) mehr oder weniger vollständig mit z.B.: mit Muskellähmung (Fasziallähmung), zurückgezogener Schulter, innenrotierten Arm, gebeugten Fingern usw. Achtung!
  • Fazialisparese: Lähmung des Gesichtsnervs.
  • Neglectphänomen: Der Betroffene nimmt eine Körperseite oder einen Teil des Raumes nicht wahr.
  • Pusher-Syndrom: Der Bewohner schiebt die weniger betroffene Seite in Richtung der mehr betroffenen Seite.

Maßnahmen zur Unterstützung

  • Kommunikation: Geduld, Zeit und Verständnis sind die Quintessenz einer erfolgreichen Zusammenarbeit. Ist der Patient in seiner Sprache und / oder seinem Sprachverständnis eingeschränkt, sind auch hier Geduld, Zeit und Verständnis die Quintessenz einer erfolgreichen Zusammenarbeit.
    • Sprich in einer normalen Lautstärke mit dem Patienten.
    • Bilde einfache Sätze mit korrekter Grammatik.
    • Stelle Ja/Nein-Fragen, wenn möglich.
    • Vermeide Schachtelsätze.
    • Wichtige Sätze werden ggf. wiederholt.
    • Gib dem Patienten Zeit, zu antworten.
    • Nimm ihnen nie das Wort aus dem Mund!
    • Auf Augenhöhe sprechen, Zeit lassen, ja/nein-Fragen stellen.
    • Wichtig ist: Alle Pflegeschritte erklären und keine "stumme Pflege" machen. Die Patienten verstehen oft mehr, als sie ausdrücken können.
  • Lagerung:
    • Achte auf eine korrekte Lagerung, um Kontrakturen und Schmerzen zu vermeiden.
    • Das Gewicht nicht nur auf das Schultergelenk, sondern auch auf Schulterblatt und Oberarm verteilen.
    • Das betroffene Bein vor jeder Lagerung in die normale Mittelstellung bringen.
    • Bei Seitenlagerung erst die Beine aufstellen lassen, dann drehen.
    • Beim Pusher-Syndrom: Gegendruck mit Kissen geben, den Nachtschrank auf die betroffene Seite stellen und Therapieblöcke zum Ausgleich verwenden.
  • Ernährung:
    • Achte auf eine weiche Konsistenz der Nahrung bei Schluckstörungen.
    • Der Oberkörper sollte gerade sein, der Kopf leicht nach vorne geneigt.
    • Reiche die Nahrung sorgfältig an und entferne den Löffel behutsam aus dem Mund.
    • Sorge für eine ruhige Umgebung während der Nahrungsaufnahme.
  • Körperpflege:
    • Sorge für eine ruhige Umgebung während der Körperpflege.
    • Halte die benötigten Utensilien in Reichweite.
    • Beziehe den Patienten so weit wie möglich in die Körperpflege ein.
    • Wasche immer mit der weniger betroffenen Seite, beginnend mit der mehr betroffenen Seite.

Autonomie und Würde

Die Wiedererlangung von Autonomie und die Wahrung der Würde sind zentrale Aspekte in der Pflege nach einem Schlaganfall. Sie tragen nicht nur dazu bei, dass der Patient sein Leben trotz der neuen Herausforderungen als erfüllend empfindet, sondern sie stärken auch sein Selbstbewusstsein und seine Motivation, aktiv an der eigenen Genesung mitzuwirken.

Ein erster Schritt zur Förderung der Autonomie besteht darin, dem Patienten so viel Kontrolle wie möglich über seinen Alltag zu lassen. Das kann folgendermaßen erreicht werden:

  • Selbstbestimmung bei der Tagesgestaltung: Dazu gehört, dass der Patient selbst entscheiden kann, wann er aufstehen, essen oder Besuch empfangen möchte.
  • Beteiligung an Entscheidungen: Der Patient sollte aktiv in Entscheidungen über seine Pflege und Behandlung eingebunden werden.
  • Nutzung von Hilfsmitteln: Moderne Hilfsmittel können dazu beitragen, dass der Patient alltägliche Aufgaben selbst ausführen kann.

Gleichzeitig ist es wichtig, die Würde des Patienten zu achten. Im Kontext der Schlaganfall-Pflege bedeutet dies:

  • Respekt vor der Privatsphäre: So sollte beispielsweise beim Umziehen oder bei der Körperpflege so viel Privatsphäre wie möglich gewahrt werden.
  • Anerkennung als Individuum: Der Patient sollte nicht nur als Pflegefall, sondern als Person mit eigenen Wünschen, Interessen und Gefühlen gesehen werden.
  • Förderung von Selbstwertgefühl: Der Patient sollte ermutigt werden, seine Fähigkeiten und Fortschritte zu erkennen und wertzuschätzen.

Aphasie: Die zentrale Sprachstörung nach einem Schlaganfall

Aphasie ist eine Störung der Sprache und der sprachbezogenen Fähigkeiten, die durch eine Schädigung der Sprachzentren im Gehirn verursacht wird. Die Ursache für Aphasie ist oft mit Schädigungen in spezifischen Bereichen des Gehirns verbunden, die für die Sprachproduktion, Sprachverarbeitung und das Sprachverständnis verantwortlich sind. Die Symptome von Aphasie können je nach Art, Ausmaß und Ort der Hirnschädigung variieren. Zu den häufigen Symptomen gehören Schwierigkeiten beim Sprechen, Verstehen, Lesen oder Schreiben.

Es ist wichtig zu verstehen, dass die geistigen Fähigkeiten des Aphasikers, wie beispielsweise das Denken, Wissen oder Erinnern, weitgehend unbeeinträchtigt sind. Die Aphasie betrifft das Sprachsystem des Betroffenen. Da sich Aphasiker sprachlich nicht mehr so gut mitteilen können, werden sie manchmal als verwirrt angesehen und teils nur noch eingeschränkt in Gespräche einbezogen.

Formen der Aphasie

Aphasien werden unterteilt in flüssige Aphasie und nicht-flüssige Aphasie.

  • Broca-Aphasie (nicht-flüssig): Die betroffene Person kann in der Regel nicht flüssig sprechen. Außerdem ist das Sprechen mit erheblichen Anstrengungen verbunden. Das heißt, es können keine vollständigen Sätze gebildet werden. Ausgesprochen werden nur einzelne Satzbestandteile oder Wörter. Dadurch ist die Möglichkeit, sich auszücken, für den Betroffenen stark eingeschränkt. Das Sprachverständnis ist gut erhalten.
  • Wernicke-Aphasie (flüssig): Die Satzbauteile geraten beim Sprechen durcheinander und Wörter werden verwechselt. So lässt sich der Sinn des Gesagten für den Zuhörenden nur schwer erkennen. Das heißt, der Aphasiker versteht das Gesagte nicht oder nur eingeschränkt. Lesen und schreiben ist für die Betroffenen nicht möglich.
  • Amnestische Aphasie (flüssig): Das vorrangige Symptom ist die Wortfindungsstörung. Die Satzinhalte wiederholen sich oft und es werden Floskeln oder Umschreibungen verwendet, um die Wortfindungsstörung zu überspielen.

Diagnostik und Therapie

Die Aphasie-Diagnostik beginnt in der Akutphase im Krankenhaus und wird von Logopäden, also Sprachtherapeuten, durchgeführt. Viele Patienten haben sind zu Beginn dieser Phase noch schwach und ihr Gesundheitszustand ist instabil. Erst nach etwa sechs Wochen kann eine detaillierte Beurteilung der sprachlichen Fähigkeiten des Betroffenen stattfinden. Dafür stehen unterschiedliche Tests zur Verfügung.

Das übergeordnete Ziel der Aphasie-Therapie ist es, die sprachlichen Fähigkeiten des Patienten wiederherzustellen, zu verbessern oder zu erhalten. Betroffene lernen, die Sprachstörung durch andere Ausdrucksmöglichkeiten wie Gestik oder durch die Zuhilfenahme von Hilfsmitteln zu kompensieren. Entscheidend ist es, dass die Patienten dazu befähigt werden, wieder kommunizieren zu können.

Umgang mit Aphasie im Alltag

  • Kommunikation:
    • Mit entsprechenden Fragen können Sie herausfinden, worüber der Betroffene sprechen möchte. Ein Beispiel: „Geht es um das Thema Urlaub? Meinst Du den Sommerurlaub im letzten Jahr?
    • Wichtig ist, dass Sie ehrlich sind und es dem Betroffenen mitteilen, wenn Sie ihn nicht verstanden haben.
    • Es gibt Hilfsmittel, die es Aphasikern trotz eingeschränkter Sprachfähigkeit ermöglichen, an Gesprächen teilzunehmen.
    • Darüber hinaus gibt es inzwischen eine große Vielfalt an elektronischen Kommunikationshilfen.
  • Hilfsmittel:
    • Bevor sich Aphasiker Hilfsmittel anschaffen, sollten sie einen Antrag auf Kostenübernahme für elektronische oder nicht-elektronische Hilfsmittel beim zuständigen Kostenträger stellen. Dem Antrag muss ein Kostenvoranschlag beigefügt werden.
    • Kommunikationshilfen gibt es inzwischen auch als digitale Anwendungen (Apps) für Smartphones und Tablets. Nicht jede Krankenkasse übernimmt die Kosten für Aphasie-Apps.
  • Selbsthilfegruppen:
    • Es gibt Selbsthilfegruppen, deren Angebote sich speziell an Aphasiker richten. Für viele Betroffene ist es hilfreich, sich in diesem Rahmen über Themen auszutauschen, die sie mit nicht betroffenen Menschen schwierig nur besprechen können.

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