Nüsse sind kleine Kraftpakete, die zahlreiche gesundheitliche Vorteile bieten. Sie liefern essentielle Nährstoffe wie pflanzliches Eiweiß, gesunde Fette, Ballaststoffe, wichtige Vitamine und Mineralien. Besonders hervorzuheben ist ihr Beitrag zur Herzgesundheit, zur Gehirnfunktion und zur Stärkung des Immunsystems. Doch welche Nüsse sind besonders gut für unser Gehirn? Dieser Frage gehen wir im Folgenden auf den Grund.
Walnüsse: Der Klassiker für das Gehirn
Walnüsse gelten als besonders gesund und sind vielseitig einsetzbar - als Snack oder Zutat beim Backen. Im Herbst haben sie Saison und enthalten viele Nährstoffe, die für den Körper wichtig sind. Walnüsse bereichern eine ausgewogene, gesunde Ernährung und sind besonders wertvoll.
Nährwerte und Vorteile der Walnuss
Die Kalorien in der Walnuss stammen vornehmlich aus dem reichlich enthaltenen Fett. Die Walnuss ist sogar die Nusssorte mit den meisten Omega-3-Fettsäuren. Dies sind essentielle Fettsäuren, die der Körper nicht selbst bilden kann und zwingend über die Nahrung aufnehmen muss. Besonders gut sollen Walnüsse für die Gesundheit des Herzens sein. Beispielsweise wirkt sich die in Walnüssen enthaltene Alpha-Linolensäure positiv auf den Cholesterinspiegel aus. Walnüsse zeigen laut Quarks in Versuchen auch positive Effekte auf den Insulinstoffwechsel und die Gefäßfunktion bei Menschen mit Diabetes Typ 2.
Walnüsse sind von ihren Nährwerten her also eine gute Wahl für einen bewussten Genuss: Die Kerne machen lange satt und liefern Mineralien, Vitamine und vor allem viele gute Fette. Es gibt gute Gründe, häufig Walnüsse zu essen. Die Kerne machen lange satt und liefern Mineralien, Vitamine und vor allem viele gute Fette.
Walnüsse und Herzgesundheit
Die in Walnüssen enthaltene Alpha-Linolensäure wirkt sich positiv auf den Cholesterinspiegel aus. Studien zeigen, dass Walnüsse positive Effekte auf den Insulinstoffwechsel und die Gefäßfunktion bei Menschen mit Diabetes Typ 2 haben können.
Lesen Sie auch: Bewegung für den Geist
Tipps zum Kauf und Verzehr von Walnüssen
Kaufe möglichst Walnüsse aus der Region, denn kurze Lieferketten schonen das Klima. Achte außerdem auf ein Bio-Siegel, um die umweltschonenderen Anbauweisen der ökologischen Landwirtschaft zu unterstützen.
Haselnüsse: Vielseitige Nährstofflieferanten
Haselnüsse stecken voller gesunder Fette, Vitamine, Mineral- und sekundären Pflanzenstoffen. Dieses einzigartige Nährstoffprofil bewirkt vielseitige gesundheitliche Vorteile. Obwohl ein Haselnuss-Snack mit reichlich Kalorien einhergeht, wirken sich der hohe Vitamin-E-Gehalt sowie die enthaltenden ungesättigten Fettsäuren positiv auf das Herz und Gehirn aus.
Nährwerte und Vorteile der Haselnuss
Im Vergleich zu Pistazien, Mandeln und Erdnüssen haben Haselnüsse die höchste Energiedichte. Dies haben die Nüsse ihrem hohen Fettanteil (ca. 60 Prozent) zu verdanken, den man nicht direkt verteufeln sollte, da es sich hier hauptsächlich um einfach- und mehrfach ungesättigte Fettsäuren handelt. Neben diesen „gesunden Fetten“, bringen die Haselnüsse mit einem Anteil von ca. 12 Prozent zusätzlich reichlich Protein mit, was gerade für Vegetarier und Veganer interessant sein kann.
Neben den Makronährstoffen bieten Haselnüsse auch ein unglaubliches Mikronährstoffprofil: Kalzium, Magnesium, Zink, Eisen, Kupfer, Selen, B-Vitamine und Vitamin E sind enthalten. Gerade letzteres sticht bei der Haselnuss gegenüber den anderen Nüssen heraus. Dabei kann eine Portion von ca.
Haselnüsse und Herz-Kreislauf-Gesundheit
Wie bereits erwähnt, sind Haselnüsse reich an ungesättigten Fettsäuren, die erwiesenermaßen den Cholesterinspiegel senken und somit Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen können. Eine klinische Studie aus dem Jahr 2013 mit 21 Teilnehmenden, die an erhöhten Cholesterinwerten litten, konnte zum Beispiel zeigen, dass eine vierwöchige Haselnuss-reiche Diät (18 bis 20 Prozent der täglichen Energie aus Haselnüssen) diverse kardiovaskuläre Risikomarker, wie LDL und HDL, verbessern konnte.
Lesen Sie auch: Gehirnverstopfung: Symptome und Therapie
Haselnüsse als Nervennahrung
Nicht umsonst sind Nüsse generell als Nervennahrung bekannt. Dies haben sie wieder einmal den Omega-3-Fettsäuren, aber auch dem hohen Vitamin E Gehalt, Niacin (Vitamin B3) und Magnesium zu verdanken. Etwas unbekannter ist hingegen das sogenannte Lecithine, welches der Gruppe der Phospholipide angehört. Dies sind wichtige Botenstoffe für das Gehirn, die dafür sorgen, dass Nervensignale weitergeleitet werden, indem sie die Hülle der Nervenzellen stabilisieren.
Haselnüsse und Gewichtsmanagement
Entgegen den Erwartungen führt eine hohe Zufuhr von Haselnüssen nicht automatisch zu einer Gewichtszunahme, trotz ihrer hohen Energiedichte. Dies bestätigte eine Studie mit 24 Teilnehmenden, die über sechs Wochen täglich 40 Gramm Haselnüsse zu sich nahmen.7 Ganz im Gegenteil wird sogar vermutet, dass sie aufgrund der vielen Ballaststoffe sogar bei der Gewichtsregulierung unterstützen können, da sie für ein länger anhaltendes Sättigungsgefühl sorgen.
Tipps zum Verzehr von Haselnüssen
Generell wird empfohlen, Haselnüsse mit Schale zu essen, da diese einerseits die Haltbarkeit der Nüsse erhöhen. Zudem enthält die Schale einen Großteil der Nährstoffe, weshalb bspw. eine Röstung eher nicht empfohlen wird, wenn man alle Vorteile der Haselnuss genießen möchte. Schließlich enthalten Haselnüsse Allergene, die nicht nur bei Menschen mit Nussallergie milde bis schwere Reaktionen herbeiführen können.
Macadamias: Die Königin der Nüsse
Macadamias frisch aus der Schale sind nicht nur super lecker, sondern auch super gesund! Sie enthalten viele einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren (auch bekannt als "gute Fette"); erstere können helfen, den Cholesterinspiegel zu senken. Außerdem beinhalten sie zahlreiche Mineralien, Vitamine und Ballaststoffe, weshalb die Königin der Nüsse auch als Superfood bezeichnet wird.
Nährwerte und Vorteile der Macadamia
Die Macadamia enthält besonders viel Vitamin B1, welches am Energiestoffwechsel der Körperzellen beteiligt ist. Dieses Vitamin hilft, Energie zu gewinnen und zu speichern, sowie das Herzmuskelgewebe und die Nerven zu stärken. Eine Handvoll Macadamias decken schon 1/3 des Tagesbedarfs! Auch reichlich enthalten in der Macadmia ist das Vitamin B6. Dieses Vitamin ist essentiell für die Bildung von Botenstoffen des Nervensystems, Fettstoffwechsels und Immunsystems. Vitamin B6 ist für über 100 Stoffwechselprozesse im Körper unabkömmlich.
Lesen Sie auch: Vorbeugung von Alzheimer
Das "Anti-Aging" Vitamin ist so reichhaltig in der Nuss vorhanden, dass 100 g Macadamias ca 12% des Tagesbedarfs decken. Vitamin E hilft dabei, Falten vorzubeugen, sorgt für gesundes Haar und verhindert, dass freie Radikale die Körperzellen angreifen. Macadamias enthalten viele Ballaststoffe, die gut für die Verdauung sind, da sie mitverantwortlich für einen schnellen Abtransport von Gift-und Schadstoffen aus dem Körper sind. Außerdem sorgen die Ballaststoffe für eine langanhaltende Sättigung. Erstaunlich: 100 g Macadamias decken über 50% des Tagesbedarfs an Ballaststoffen - Deine Verdauung wird es Dir danken, wenn Du die Macadamia in Deine Ernährung integrierst!
Paranüsse: Selenquelle mit Vorsicht zu genießen
Paranüsse haben einen hohen Fettanteil, beim Verzehr nimmt man deshalb verhältnismäßig viele Kalorien auf. Es handelt sich jedoch überwiegend um ungesättigte Fettsäuren, die teilweise entzündungshemmend wirken und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken können. Paranüsse enthalten viel pflanzliches Eiweiß, Vitamine und Mineralstoffe. Vor allem wegen ihres hohen Selengehalts werden Paranüsse immer wieder als gesund angepriesen.
Selen und seine Bedeutung für den Körper
Selen ist ein wichtiger Bestandteil vieler Enzyme im Körper. Das sind komplexe Eiweißmoleküle, die im Körper wichtige Funktionen übernehmen. Ein paar Beispiele:
- Selen hilft dabei, Zellen vor schädlichen Verbindungen (sogenannten freien Radikalen) zu schützen, die unter anderem durch Nikotin, Alkohol oder bei intensiver Sonneneinstrahlung gebildet werden.
- Selenhaltige Enzyme spielen eine wichtige Rolle bei der Herstellung von Schilddrüsenhormonen, die wiederum an zahlreichen Vorgängen im Körper beteiligt sind.
- Selen trägt dazu bei, dass das Immunsystem richtig funktioniert.
Radioaktivität in Paranüssen: Vorsicht geboten
Nahrungsmittel enthalten natürlicherweise radioaktive Stoffe, sogenannte Radionuklide. In Paranüssen aber kommen diese, insbesondere Radium, in deutlich erhöhtem Maße vor. Das liegt daran, dass Paranuss-Bäume über ihr weit verzweigtes und feines Wurzelsystem vermehrt Radionuklide aus dem Boden aufnehmen.
Das in Paranüssen enthaltene, radioaktive Radium kann, ähnlich wie Kalzium, in Knochen und Zähne eingelagert werden. Daher empfiehlt das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), dass Kinder, Schwangere und stillende Mütter auf Paranüsse verzichten sollten. Weil Kinder das Radium in wachsende Knochen einlagern, kann es zu einer erhöhten Strahlendosis kommen.
Empfohlene Verzehrmenge von Paranüssen
Was „maßvoll“ bedeutet, muss laut BfS jeder und jede ein Stück weit selbst abschätzen. Ab und zu - also nicht täglich - eine Handvoll Paranüsse zu essen, ist völlig in Ordnung.
Selenquellen neben Paranüssen
Selen kommt nicht nur in Paranüssen, sondern beispielsweise in Fleisch, Fisch und Eiern vor. Auch pflanzliche Lebensmittel können einen erhöhten Selengehalt aufweisen, etwa Brokkoli, Weißkohl, Knoblauch, Zwiebeln, Pilze, Hülsenfrüchte und Spargel. Der Gehalt an Selen variiert dabei je nach Anbaugebiet. So sind die Böden in Europa selenärmer als etwa in den USA.
Natürlich gibt es auch Nahrungsergänzungsmittel mit Selen. Grundsätzlich sollten Vitamine und Mineralstoffe über die normale Nahrung aufgenommen werden. Angesichts der vielen Lebensmittel, in denen Selen vorkommt, dürfte es meist nicht nötig sein, zu Nahrungsergänzungsmitteln zu greifen. In manchen Fällen, etwa bei Menschen, die eine Dialyse brauchen, Essstörungen oder Krankheiten, die die Nährstoffaufnahme im Darm beeinträchtigen, kann eine Ergänzung sinnvoll sein. Das sollte man allerdings unbedingt mit Arzt oder Ärztin besprechen. Denn zu viel Selen kann schaden.
Glückshormone und Ernährung: Was wirklich hilft
Sogenannte Neurotransmitter, also Botenstoffe im Gehirn, bestimmen, wie wir uns fühlen. Es gibt einige von ihnen, die täglich unseren Körper fluten und im Zusammenspiel unsere Laune beeinflussen.
Die wichtigsten Glückshormone
- Dopamin: Das Motivationshormon Dopamin wird beispielsweise ausgeschüttet, wenn wir neue Aufgaben angehen, überrascht werden oder uns auf etwas Positives freuen.
- Serotonin: Serotonin dagegen ist ein Botenstoff, der ausgeglichen und zufrieden macht. Wir produzieren ihn, wenn wir sozial interagieren - oder uns als Gewinner fühlen.
- Oxytocin: Das Kuschelhormon Oxytocin wiederum entsteht bei angenehmer körperlicher Berührung.
- Endorphine: Endorphine sind quasi vom Körper selbst produzierte Opioide.
Einfluss auf Glückshormone nehmen
Die erfreuliche Antwort lautet: Ja, das geht. Wer nun auf ein Wundermittel hofft, wird allerdings enttäuscht. Auch wenn es um Glückshormone geht, begegnet man altbekannten Methoden, um die man in Gesundheitsfragen eigentlich nie herumkommt: Bewegung und Sport zum Beispiel.
Wer sich Ziele setzt, egal ob privat oder beruflich, und darauf hinarbeitet, kann ebenfalls die Dopamin-Produktion ankurbeln. Oder: schöne Unternehmungen planen. „Dopamin wird in Erwartung von Positivem ausgeschüttet“ sagt Friederike Fabritius, „also schon vorher, wenn man eine Handlung plant“.
Ein ebenfalls wichtiger Faktor ist ausreichend guter Schlaf. Wer chronisch unter Schlafmangel leidet, hat es laut Fabritius schwer, Glückshormone zu produzieren.
Ernährung und Glückshormone
Von einigen Nahrungsmitteln wissen wir, dass sie dem Menschen nicht guttun und die Laune dämpfen. Dazu zählen laut dem Mediziner stark verarbeitete Lebensmittel mit gesättigten Fettsäuren oder Zucker. Fast Food ist also auch schlecht für die Stimmung.
Man kann sich aber auch einen gegenteiligen Effekt zunutze machen. Lebensmittel wie Soja, Cashewnüsse, Bananen, Datteln, Avocados, Hülsenfrüchte, Haferflocken, oder Mozzarella enthalten L-Tryptophan. Diese essenzielle Aminosäure, die der Körper nicht selbst herstellen kann, helfe dabei, den Serotonin-Spiegel zu normalisieren.
Auch fermentierte Lebensmittel wie Sauerkraut, Joghurt, Kimchi oder Kombucha gehören auf den Tisch. Grund: Im Darm werden viele Botenstoffe hergestellt und die Ernährung wirkt sich auf diese Vorgänge aus.
Omega-3-Fettsäuren: Wichtig für Gehirn und Körper
Omega-3-Fettsäuren beeinflussen die Gesundheit positiv. Aber hochdosiert in Form von Kapseln können sie das Risiko für Vorhofflimmern (eine Herzrhythmusstörung) erhöhen.
Was sind Omega-3-Fettsäuren?
Omega-3-Fettsäuren gehören zu den langkettigen, mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Dazu zählt unter anderem die alpha-Linolensäure (ALA), die eine lebensnotwendige Fettsäure darstellt. ALA kann der Körper nicht selbst bilden, sie muss daher über die Nahrung aufgenommen werden.
Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) sind ebenfalls wichtige Omega-3-Fettsäuren. Sie können im Körper, außer bei Säuglingen, in geringem Maße aus ALA hergestellt werden. Während EPA die direkte Ausgangssubstanz für die Bildung von biologisch wirksamen Substanzen ist (vielfältige Effekte unter anderem auf Blutdruck, Immunsystem und Entzündungsreaktionen), hat DHA überwiegend Zellmembranwirkungen (Bestandteil von Biomembranen der Körperzellen mit Bedeutung für Gehirn- und Sehfunktionen).
Quellen für Omega-3-Fettsäuren
Eine gute Nahrungsquelle für EPA und DHA ist fettreicher Meeresfisch wie zum Beispiel Hering, Thunfisch oder Lachs. Für Veganer:innen eignen sich EPA- und DHA-reiche Öle aus verschiedenen Mikroalgen (z.B. Schizochytrium, Ulkenia). ALA ist vor allem in einigen pflanzlichen Ölen (beispielsweise Lein-, Walnuss- und Rapsöl), Nüssen, grünem Blattgemüse (z.B. Feldsalat), Leinsamen und Chia-Samen enthalten. Allerdings muss der Körper die in pflanzlichen Ölen enthaltene Omega-3-Fettsäure ALA erst in die aktive Form umwandeln. Dies geschieht jedoch nur in sehr geringem Maße.
Vorteile von Omega-3-Fettsäuren
Omega-3-Fettsäuren sind in kleinen Mengen lebensnotwendig. Sie verbessern die Fließeigenschaften des Blutes, hemmen die Blutgerinnung, wirken Blutdruck senkend, entzündungshemmend und beeinflussen den Triglycerid-Stoffwechsel positiv. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hält daher 0,5 Prozent Omega-3-Fettsäuren (ALA) bezogen auf die tägliche Kalorienaufnahme für angemessen. Das entspricht bei einem Erwachsenen (2400 Kilokalorien) etwa 1,3 Gramm ALA, enthalten in einem Esslöffel Rapsöl.
Nahrungsergänzungsmittel mit Omega-3-Fettsäuren
Nahrungsergänzungsmittel, die Omega-3-Fettsäuren enthalten, wie beispielsweise Fischöl- oder Leinöl-Kapseln, werden häufig damit beworben, einen normalen Cholesterin- und Triglyceridspiegel im Blut und einen normalen Blutdruck zu erhalten. Dafür ist eine tägliche Aufnahme von 2 oder 3 Gramm nötig.
Gleichzeitig sollen Omega-3-Fettsäuren zu einer normalen Gehirnfunktion, Sehkraft und Herzfunktion beitragen. Hierfür müssen täglich 250 Milligramm aufgenommen werden. Diese gesundheitsbezogenen Aussagen sind wissenschaftlich geprüft und vom Gesetzgeber erlaubt. Allerdings müssen die Produkte dafür eine vorgeschriebene Mindestmenge dieser Fettsäuren enthalten.
Worauf Sie bei der Verwendung von Omega-3-Fettsäure-haltigen Produkten achten sollten
Bei der Kennzeichnung der Inhaltsstoffe muss lediglich der Gesamtgehalt an Omega-3-Fettsäuren pro Tagesdosis angegeben werden, ohne dass zwischen ALA, EPA und DHA unterschieden werden muss. Dies macht einen Vergleich der Gehalte von Nahrungsergänzungsmittel nahezu unmöglich. Ausnahme: Das Produkt wird direkt mit "mit DHA" o. ä. beworben, dann muss auch der DHA-Gehalt in der Nährwerttabelle genannt sein.
Bei der Verwendung von Nahrungsergänzungsmitteln mit Omega-3-Fettsäuren sind Neben- und Wechselwirkungen nicht ausgeschlossen - auch wenn diese anders als bei Arzneimitteln nicht genannt werden müssen! Die zusätzliche Einnahme von EPA und DHA (kombiniert) in Dosen von 5 Gramm pro Tag sowie von EPA (einzeln) mit bis zu 1,8 Gramm am Tag, geben laut eines Gutachtens der europäischer Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA) von 2012 für Erwachsene keinen Anlass für Sicherheitsbedenken.
Aufgrund der genannten Risiken empfiehlt das BfR, Höchstmengen für Omega-3-Fettsäure-Produkte festzulegen, die es bisher leider nicht gibt. Laut BfR sollten pro Tag sogar nicht mehr als 1,5 Gramm Omega-3-Fettsäuren aus allen Quellen (inklusive Lebensmittel wie Fisch, Margarine, Nüsse) aufgenommen werden.
Den Tagesbedarf über die Nahrung decken
Grundsätzlich gilt, dass gesunde Menschen bei einer vollwertigen und ausgewogenen Ernährung genügend Omega-3-Fettsäuren aufnehmen. Statt ohne ärztlichen Rat zu Omega-3-Fettsäure-haltigen Nahrungsergänzungsmitteln zu greifen, sollten Sie ein- bis zweimal pro Woche eine Portion Fisch, bevorzugt (fettreicher) Seefisch essen und je nach Geschmack Lein-, Walnuss-, Raps- oder Sojaöl verwenden. Auch kleine Mengen Walnüsse oder Mandeln täglich sind zu empfehlen.
Veganer:innen können zur Deckung ihres Omega-3-Fettsäurebedarfs ihre Ernährung mit EPA- und DHA-reichen Ölen aus Mikroalgen (Schizochytrium, Ulkenia) ergänzen.
Hochverarbeitete Lebensmittel: Eine Gefahr für die Gesundheit
Tiefkühlpizza, Burger-Patties, Knuspermüsli - solche Lebensmittel sind lecker, praktisch und allgegenwärtig. Doch was nach bequemer, schneller Mahlzeit aussieht, kann der Gesundheit langfristig schaden. Die zunehmend von hochverarbeiteten Lebensmitteln dominierte Ernährung trage zum weltweiten Anstieg von Fettleibigkeit, Diabetes und psychischen Erkrankungen bei.
Was sind hochverarbeitete Lebensmittel?
Hochverarbeitete Lebensmittel sind Nahrungsmittel, die besonderes viele Verarbeitungsschritte durchlaufen haben. Um beim Paradebeispiel der Tiefkühlpizza zu bleiben: Das Mehl sind gemahlene, oft noch gesiebte Getreidekörner, der Käse ist weiterverarbeitete, gesalzene Milch. Salami besteht aus stark weiterverarbeitetem und gesalzenem Fleisch, die Tomaten sind passiert. Und meist ist die Pizza auch schon vorgebacken. Ursprüngliche Zutaten oder gar rohes Gemüse sind quasi nicht mehr vorhanden.
Typische Merkmale hochverarbeiteter Lebensmittel
- In die Bestandteile zerlegen und neu zusammenmischen
- Billige Zutaten wie etwa Glukose-Fruktose-Sirup
- Verzehrfertig oder müssen nur zusammengerührt, kurz gekocht oder in den Backofen geschoben werden
- Hohe Energiedichte
- Besondere Textur
Auswirkungen hochverarbeiteter Lebensmittel auf die Gesundheit
Den Lancet-Autoren zufolge zeigen dutzende Studien, dass eine Ernährung mit vielen hochverarbeiteten Lebensmitteln mit übermäßigem Essen, schlechter Nährstoffqualität - zu viel Zucker und ungesunde Fette, zu wenig Ballaststoffe und Proteine - und einer höheren Belastung durch schädliche Chemikalien und Zusatzstoffe einhergeht. Dadurch werde das Risiko für zahlreiche chronische Erkrankungen erhöht, darunter Fettleibigkeit, Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Depressionen.
Wie hochverarbeitete Lebensmittel den Appetit steigern
Wie verarbeitete Lebensmittel wohl den Appetit steigern, deutet auch eine Studie an, in der hochverarbeitete direkt mit unverarbeiteten Lebensmitteln verglichen wurden. Sie lief nur vier Wochen, umfasste lediglich 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Und war methodisch doch so gut gemacht, dass sie eine gewisse Aussagekraft besitzt. Jeweils zehn Menschen wurden einer der beiden Ernährungsformen zugeteilt, nach zwei Wochen wurde gewechselt.
Beide Nahrungen enthielten pro Gewichtsmenge genau gleich viele Kalorien und dieselbe Menge an Salz, Zucker und Ballaststoffen. Die Teilnehmenden durften so viel essen, wie sie wollten.
Doch von der hochverarbeiteten Nahrung nahmen sie täglich rund 500 Kilokalorien mehr zu sich, legten um 0,9 Kilogramm zu. Das spiegelte sich auch in der Messung von Appetithormonen wider. Wer Hochverarbeitetes aß, aß schneller - und damit zugleich mehr. Das könnte das Risiko für Übergewicht erhöhen.
Wie man hochverarbeitete Lebensmittel im Alltag erkennt
Tendenziell gilt: Je weniger man die ursprünglichen Bestandteile erkennt, desto stärker ist ein Lebensmittel verarbeitet. E-Nummern und beispielsweise Konservierungsstoffe müssen nicht nur schlecht sein, immerhin gewährleisten sie oft, dass die Lebensmittel genießbar bleiben und nicht so schnell verderben.
Die Mittelmeerküche: Ein Vorbild für die Herzgesundheit
Ein weltweiter Ländervergleich in den 50er-Jahren zeigte: Nirgendwo leben die Menschen länger und gesünder als auf der Mittelmeerinsel Kreta, hier sterben die wenigsten an Herzinfarkt.
Vielmehr bilden pflanzliche Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Brot, Nudeln, Reis, Kartoffeln, Hülsenfrüchte und Nüsse die Basis des Speiseplans. Fleisch kommt selten auf den Tisch, dafür mehr Fisch. Olivenöl ersetzt Butter und Sahne. Daher enthält die Inselkost wenig gesättigte, aber viel ungesättigte Fette, außerdem reichlich Ballaststoffe.
tags: #apothekenumschau #diese #nusssorten #starken #das #gehirn