Armplexusanästhesie: Erfahrungen, Verfahren und Überlegungen

Die Armplexusanästhesie ist eine Regionalanästhesie-Technik, bei der gezielt Nervenbündel betäubt werden, die Arm und Schulter versorgen. Sie wird häufig bei Operationen im Bereich von Schulter, Arm, Unterarm, Handgelenk und Fingern eingesetzt. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die Armplexusanästhesie, einschließlich des Verfahrens, der Anwendungsbereiche, möglicher Risiken und Komplikationen sowie persönlicher Erfahrungen von Patienten. Die Beschreibung der Eingriffe wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt. Es kann sich jedoch nur um einen Überblick handeln, der keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Zur weitergehenden Information dienen das persönliche Arzt-Gespräch bzw. die Webseiten der Leistungserbringer.

Was ist eine Armplexusanästhesie?

Bei der Plexusanästhesie werden gezielt bestimmte Nervenbündel betäubt, die z.B. Arm und Schulter oder das Bein versorgen. Die Plexusanästhesie eignet sich insbesondere für Operationen an der Schulter und am Arm. Am häufigsten wird die Plexusanästhesie im Bereich des Armes und der Schulter vorgenommen. Bei einer Plexusanästhesie wird ein bestimmtes empfindungsleitendes Nervengeflecht, der sogenannte Armplexus (Plexus brachialis), betäubt. Der Armplexus sorgt für Gefühl und somit auch für Schmerzempfinden in den Armen und im Schulterbereich. Der Plexus brachialis verläuft von der unteren Halswirbelsäule durch die Achselhöhle zum Arm. Die Nerven, die für Gefühl und damit auch für Schmerzempfinden in Arm und Schultern sorgen, ziehen von der unteren Halswirbelsäule durch die Achselhöhle zum Arm, wo sie sich in Einzelnerven aufteilen. Ihr Anästhesist schaltet nur das Schmerzempfinden in Ihrem Arm oder Ihrer Schulter aus. Das Nervengeflecht, das die Schulter bzw. den Arm versorgt, wird durch Einspritzen eines Lokalanästhetikums vorübergehend betäubt. Sie bleiben bei Bewusstsein, verspüren hingegen aber keinen Schmerz.

Das Verfahren der Armplexusanästhesie

Um die richtige Stelle zu finden, wird ein sogenannter Nervenstimulator verwendet, der schwache, nicht schmerzhafte Stromstöße aussendet. Der Anästhesist verwendet einen Nervenstimulator, um das entsprechende Nervengeflecht zu finden. Er wird mit der Injektionsnadel verbunden und sendet schwache elektrische Impulse aus. Alternativ kann die Ortung des zu betäubenden Nerven auch mittels Ultraschall erfolgen. Sehr elegant, und zunehmend verbreitet, ist die Ultraschall-gestützte-Nervenblockade. Liegt die Nadel dann an der richtigen Stelle in unmittelbarer Nähe des Nerven, kommt es dadurch zu Zuckungen im Nervenversorgungsgebiet (z.B. Hand oder Fuß). Durch den Strom werden unwillkürliche Muskelzuckungen ausgelöst wodurch Ihrem Anästhesisten die richtige Lage der Nadel angezeigt wird. Dort wird nun das örtliche Betäubungsmittel (Lokalanästhetikum) injiziert und die Nadel wieder entfernt. Die Injektion ist nicht schmerzhafter als eine andere Injektion z.B. in eine Vene oder in einen Muskel. Allerdings kann es sein, dass man mit der (relativ stumpfen) Kanüle, dn nerven berührt. Dass kann ein Kribbeln, Zucken (evtl. auch andere unangenehme) Empfindungen in dem Nerven verursachen. Vergleichbar einem Stoß im Bereich des Ellbogens am sog. "Musikantenknochen".

Nach 10 bis 20 Minuten ist das Versorgungsgebiet der Nerven absolut empfindungslos, Sie spüren für mehrer Stunden in diesem Bereich nichts mehr und können Arm oder Bein nicht bewegen. Wenn die Betäubung wirkt, spüren Sie den Arm nicht mehr. Evtl. kann es sein, dass Sie spüren, jemand ist an Ihrem Arm zu Gange. Je nach dem Wirkungsprofil des verwendeten Lokalanästhetikums hält der Effekt einer Plexusanästhesie zwischen 2 und 5, ggfs. auch länger an. Die Betäubung hält mehrere Stunden an, Sie bleiben bei Bewusstsein und verspüren keinen Schmerz. Die Betäubung hält für viele Stunden nach der Operation an. In dieser Zeit kann der Arm aktiv nur wenig bewegt werden. Beim Aufstehen sollte somit der Arm mit der anderen Hand noch etwas unterstützt werden.

Verschiedene Zugangswege

Eine Plexusanästhesie kann man im Berich der Achselhöhle machen oder im Bereich des Schlüsselbeins. Bei Eingriffen an Hand, Unterarm oder Ellenbeuge wird das örtliche Betäubungsmittel in der Regel in die Achselhöhle oder unmittelbar unter bzw. über unter das Schlüsselbein eingespritzt. Bei Eingriffen an Schulter oder Oberarm wird das Lokal-anästhetikum meist unter oder über das Schlüsselbein bzw. am Hals eingespritzt.

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Mit der axillären Plexusanästhesie betäubt Ihr Anästhesist das Nervengeflecht in der Achselhöhle, sodass eine Operation an Hand, Unterarm und Ellenbogen schmerzfrei durchgeführt werden kann. Das Nervengeflecht besteht dort aus 4 Nerven: Dem N. Medianus, dem N. Radialis, dem N. Ulnaris und dem N.

Alternativen zur Plexusanästhesie

Für die Betäubung stehen eine Vollnarkose, eine Plexusanästhesie oder eine intravenöse Lokalanästhesie als Möglichkeiten zur Verfügung. Man kann - wenn man in Blutleere operiert - statt einer Plexusanästhesie auch eine sog. IV-Regional-Anästhesie (oder BIER-Block) machen. Dann wird in den ausgewickelten abgebundenen Arm - ggf. auch nur Unterarm - ein Lokalanästhestetikum in die Vene gespritzt. Für beide Techniken gibt es Vor- und Nachteile. Auch für den Operateur ist das Vorgehen unterschiedlich.

Anwendungsbereiche der Armplexusanästhesie

Eine Plexusanästhesie im Bereich des Armes eignet sich bei allen Eingriffen im Bereich der Schulter, des Unterarmes, des Handgelenks und der Finger. Dies kann z.B. die Operation des Karpaltunnelsyndroms, des schnellenden Finger oder auch die Versorgung eines Unterarmbruches sein. Die Plexusanästhesie im Bereich des Beines kann z.B.

Beispiele für Operationen

  • Karpaltunnelsyndrom
  • Schnellender Finger
  • Versorgung eines Unterarmbruches
  • Handoperation

Vorteile der Armplexusanästhesie

Der Vorteil gegenüber der Vollnarkose besteht vor allem darin, dass die möglichen Nachteile der Vollnarkose vermieden werden (Müdigkeit, Übelkeit u. Würde ich immer bevorzugen, weils die schonenste Variante ist und man alles mitbekommt. Glücklicherweise habe ich keine Probleme damit (allein letztes Jahr drei: Unterleib, Becken, Handgelenk). Zum Glück kann man es sich ja bei kleineren Ops oft aussuchen. Ich bevorzuge immer das Wachbleiben.

Möglichkeit der Sedierung

Falls Sie sich durch die Atmosphäre im Operationssaal gestört fühlen und lieber schlafen möchten, ist dies mit einer zusätzlichen so genannten Sedierung möglich. Falls Sie doch etwas Angst vor dem Eingriff haben und nicht unbedingt alles genau mitbekommen wollen, besteht meist die Möglichkeit, zusätzlich ein Schlafmittel injiziert zu bekommen. Auf Ihren Wunsch kann Ihr Anästhesist Ihnen zu jeder Zeit ein Schlafmittel verabreichen, so dass Sie während der Operation „vor sich hin dösen“, wenn Sie möchten. Wenn ein Eingriff in Plexusanästhesie durchgeführt wird, so reicht das ja im grunde aus. Man muss keineswegs irgendein Beruhigungsmittel oder ähnliches dazu geben.

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Risiken und Komplikationen

Nicht angewandt werden darf das Verfahren bei einer Allergie gegen Lokalanästhetika. Mögliche Komplikationen sind Blutergüsse und Infektionen im Bereich des Einstichs durch das Eindringen von Keimen. Letzteres lässt sich aber meist durch entsprechende Hygienemaßnahmen vermeiden. Zwar sind die Betäubungsmittel, wenn sie in den Kreislauf geraten, nicht ganz ungefährlich. Bei der Plexusanästhesie ist das aber so gut wie ausgeschlossen. Ebenso wie bei der Allgemeinanästhesie sind schwere Zwischenfälle, z.B. Herz-Kreislauf- bzw. Atemstillstand, äußerst selten. Sie können durch Unverträglichkeitsreaktionen auf die verwendeten Medikamente oder versehentliches Einspritzen des Lokalanästhetikums in ein Blutgefäß ausgelöst werden. Bleibende Nervenschäden, z.B. Lähmungen, als Folge von Blutergüssen oder Nervenverletzungen sind ebenfalls sehr selten.

Was tun, wenn die Plexusanästhesie nicht ausreicht?

Sollte die Wirkung der Plexusanästhesie nicht ausreichen, um Sie schmerzfrei operieren zu können, oder sollten andere Komplikationen auftreten, kann ein Übergang zur Allgemeinanästhesie erforderlich werden. Ist der Effekt der Nervenblockade auch hinsichtlich der Schmerzwahrnehmung nicht ganz vollständig, kann und sollte der Narkosearzt zusätzlich Schmerzmittel, ggfs. auch ein Schlafmittel verabreichen. Nur in sehr wenigen Fällen ist eine Vollnarkose mit Beatmung erforderlich.

Auswirkungen von zu viel Lokalanästhetika im Blutkreislauf

Welche Auswirkungen hat es denn, wenn zuviel Lokalanästhetika in den Blutkreislauf bzw. ins Gehirn gelangen? Kann dies leicht passieren, wenn man am selben Tag an zwei verschiedenen Stellen operiert und für beides lokale Betäubung verwendet werden würde? Damit muss man aber kaum rechnen, wenn nacheinander 2 Eingriffe in örtlicher Betäubung durchgeführt werden. Wenn man allerdings ein örtliches Betäubungsmittel unmittelbar in die Vene spritzt - und diese nicht zuvor abgebunden wurde!

Nach der Operation

Nach dem Eingriff ist der entsprechende Körperteil noch für einige Zeit betäubt. In diesem Zeitraum sollten Sie vorsichtig sein, da Schmerzen als Warnsignal (z.B. Bitte beachten Sie, dass für den Rest des Tages nach einer Plexusanästhesie die Bewegungskoordination des Armes noch beeinträchtigt sein kann. Die sonstige Nachbehandlung hängt von der Art des vorgenommenen Eingriffs ab.

Persönliche Erfahrungen und Perspektiven

Viele Patienten berichten von positiven Erfahrungen mit der Armplexusanästhesie. Schon eine Stunde nach der Operation konnte ich den Arm wieder super bewegen. Das stechen der Plexusanästhesie tat fast weniger weh als eine Spritze beim Zahnarzt. Oder bin ich einfach selcht geeignet für diese Betäubungsform? Oder lag es am Arzt? Ich hatte bisher zwei Regionalanästhesien. Einmal für den Fuß und einmal für den Ellenbogen. Würde ich jederzeit wieder machen lassen. Vollnarkose birgt mehr Risiken. Allerdings darf es dir nichts ausmachen, dass du alles mitbekommst. Das mag nicht jeder. Spritze in die Achselhöhle. Würde ich immer bevorzugen, weils die schonenste Variante ist und man alles mitbekommt. Bei einer Regionalanästhesie merkt man ja wirklich nichts. Ich fragte den Arzt, was er gerade macht.

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Es gibt jedoch auch Patienten, die Bedenken äußern. Ich hab keine Angst vor der OP selbst aber der Gedanke, dass bei einer Betäubung des ganzen Arm dieser stundenlang taub und gefühllos ist, dass ist für mich irgendwie Horror.

Angst vor der Operation

Viele Patienten haben Angst vor der OP dass ich was mitkriege zwischendrin… war beim letzten Mal auch so, da hat die Regionalanästhesie nur an der halben Hand gewirkt.. jetzt hab ich echt Angst… Hier ist es wichtig, daß zwischen Durchführung der Anästhesie und OP-Beginn mindestens 30 Minuten liegen (das Medikament muß auch eine Chance haben, zu wirken!). Der Anästhesist sollte die Qualität und den Umfang der Blockade vor Op-Beginn austesten; ist die Nervenblockade nicht vollständig, kann ggfs. nachgespritzt werden. Manche Patienten verspüren noch die Berührung, aber keinen Schmerz; das ist o.

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