Aspirin, bekannt für seine schmerzlindernden und entzündungshemmenden Eigenschaften, ist ein weit verbreitetes Medikament. Viele Menschen greifen bei Kopfschmerzen, Muskelschmerzen oder Fieber schnell zu einer Aspirin-Tablette. Doch was passiert wirklich im Körper, nachdem man eine solche Tablette eingenommen hat? Und welche Auswirkungen hat Aspirin auf die Leistungsfähigkeit und das Gehirn? Dieser Artikel beleuchtet die vielfältigen Aspekte von Aspirin, von seiner Wirkungsweise bis hin zu potenziellen Risiken und Nebenwirkungen, insbesondere im Kontext von sportlicher Betätigung und kognitiver Leistungssteigerung.
Die Wirkungsweise von Aspirin im Körper
Der Hauptwirkstoff in Aspirin ist Acetylsalicylsäure (ASS). Kay Brune, Pharmakologe und Toxikologe, erklärt am Beispiel einer Brausetablette, wie ASS im Körper wirkt. Nachdem die Brausetablette in Wasser aufgelöst und getrunken wurde, beginnt die Acetylsalicylsäure ihre Reise durch den Körper.
Der Weg der Acetylsalicylsäure
Es ist wichtig zu wissen, dass ASS relativ hoch dosiert sein muss, da nur ein geringer Teil der ursprünglichen Menge (etwa 0,5 Prozent) tatsächlich die geschädigte Körperregion erreicht, beispielsweise bei einer Prellung. Der Großteil des Wirkstoffs wird vorher abgebaut.
Abbauprozesse im Magen
Enzyme im Magen spalten einen Teil der Acetylsalicylsäure in Salicylsäure und Essigsäure auf. Diese beiden Säuren sind unwirksam und können den Magen-Darm-Trakt angreifen, insbesondere die Zellen der Magenwand. Dies kann zu leichten Magenbeschwerden und Mikroblutungen führen, die für gesunde Menschen meist unproblematisch sind. Empfindliche Personen können jedoch mit Magenschmerzen reagieren. Bei regelmäßiger Einnahme von Aspirin können sogar chronische Schäden entstehen.
Beeinflussung der Blutgerinnung
ASS stört die Blutgerinnung, indem es verhindert, dass sich die Blutplättchen zusammenballen. Dies führt dazu, dass Wunden langsamer heilen. Nach etwa 20 Minuten entfaltet die Acetylsalicylsäure ihre schmerzlindernde Wirkung.
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Die Rolle der Prostaglandine
Beim Zerfall von Gewebe entstehen Botenstoffe, die Prostaglandine. Diese bedingen eine Entzündung, wodurch das Gewebe rot wird, anschwillt und schmerzhaft wird. Nerven melden den Gewebeschaden an das Gehirn, das daraufhin ebenfalls Botenstoffe, darunter Prostaglandine, produziert. Diese verstärken die Empfindlichkeit der Schmerzrezeptoren und die Schmerzwahrnehmung. Schmerz ist somit ein wichtiges Warnsymptom, das den Körper schützt.
Blockierung der Prostaglandin-Bildung
ASS setzt hier an, indem es die Bildung der Prostaglandine blockiert. Wenn weniger Prostaglandin vorhanden ist, sind die Schmerzrezeptoren weniger erregbar. ASS gelangt über die Blutgefäße auch ins Gehirn, insbesondere ins Rückenmark, wo es ebenfalls die Bildung von Prostaglandinen verhindert und die Empfindlichkeit des geschädigten Gewebes normalisiert.
Auswirkungen auf andere Organe
Nach 30 Minuten haben viele Körperzellen die Wirkstoffe aus der Aspirin-Brausetablette aufgenommen, nicht nur im Gehirn und im geschädigten Gewebe, sondern auch in Blut, Nieren und Magen. Dies kann die Funktion dieser Organe beeinträchtigen. ASS behindert das Enzym Cyclooxygenase, das für die Bildung von Prostaglandinen verantwortlich ist. Dies führt einerseits zu weniger Schmerz, andererseits wird jedoch auch die heilende Wirkung der Prostaglandine gehemmt, die als Schutzstoffe für viele Organe dienen.
Elimination und Nachwirkungen
Nach 45 Minuten sind die wichtigsten Ereignisse abgeschlossen und die Elimination der Abbauprodukte von ASS beginnt. Die Zellen, die den Wirkstoff aufgenommen haben, erholen sich, mit Ausnahme der Blutplättchen, die den Wirkstoff nicht wieder ausscheiden können. Diese sind dauerhaft geschädigt, was in den Tagen nach der Einnahme von ASS zu vermehrtem Blutungsrisiko führen kann.
Stellungnahme des Herstellers
Der Hersteller von Aspirin betont, dass eine aktuelle Untersuchung frühere Studienergebnisse bestätigt, wonach ASS bei kurzzeitiger Anwendung im Rahmen der Selbstmedikation gut verträglich ist. Unerwünschte Ereignisse seien gering im Vergleich zu Placebo und Aspirin habe sich in dieser Analyse als vergleichbar gut verträglich wie Ibuprofen oder Paracetamol erwiesen. Bezüglich der Nebenwirkungen wird auf die Packungsbeilage verwiesen.
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Abbau und blutverdünnende Wirkung
Nach vier bis acht Stunden ist die ASS im Körper wieder abgebaut, die blutverdünnende Wirkung hält jedoch vier Tage an. Daher ist es wichtig, vor Operationen auf andere Schmerzmittel auszuweichen. Als Alternative empfiehlt Brune Ibuprofen oder Diclofenac in Flüssiggelkapseln, die schnell wirken, aber ebenfalls Magen- und Nierenschäden verursachen können. Die Schädigung der Blutplättchen ist irreversibel.
Aspirin und Sport: Ein riskantes Zusammenspiel
Viele Sportler greifen zu Schmerzmitteln, um Muskelkater und Gelenkschmerzen zu verhindern oder zu lindern. Dies kann jedoch fatale gesundheitliche Folgen haben.
Wirkungsweise von Schmerzmitteln
Aspirin und Ibuprofen unterdrücken den Schmerz bereits am Entstehungsort, indem sie die Herstellung von Prostaglandinen hemmen. Paracetamol hingegen greift nicht direkt am Entstehungsort ein, sondern blockiert die Schmerzreizweiterleitung im Rückenmark. Opioide, die bei starken Schmerzen eingesetzt werden, sind rezeptpflichtig und haben eine euphorisierende Wirkung.
Suchtpotenzial von Schmerzmitteln
Schmerzmittel können süchtig machen, insbesondere bei häufigem Gebrauch. Anzeichen für eine Schmerzmittelsucht sind das Bedürfnis, das Arzneimittel weiterhin einzunehmen, das Nichteinhalten der Einnahmevorgaben oder die eigenmächtige Erhöhung der Dosierung, das Aufsuchen verschiedener Ärzte zur Rezeptbeschaffung oder die heimliche Einnahme der Medikamente.
Schmerzmitteleinnahme unter Sportlern
Eine Studie aus dem Jahr 2020 ergab, dass jede vierte weibliche und jeder fünfte männliche Sportler im Alter von 18-20 Jahren Schmerzmittel einnimmt. Bei Marathonveranstaltungen ist es sogar die Hälfte der Freizeitsportler. Eine Umfrage beim Bonner Marathon zeigte, dass jeder zweite Läufer vor dem Start Medikamente einnahm, um Muskel- und Gelenkschmerzen vorzubeugen, obwohl nur wenige Starter bereits vor dem Start Schmerzen hatten. Trotz Warnungen vor dem unkritischen Schmerzmittelkonsum änderte sich das Einnahmeverhalten kaum. Mehr als die Hälfte der Sportler, die Schmerzmittel genommen hatten, litten unter Nebenwirkungen im Magen-Darm-Bereich und an den Nieren.
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Nebenwirkungen von Schmerzmitteln beim Sport
Die Einnahme von Schmerzmitteln vor oder während des Sports kann schwerwiegende Folgen haben:
- Gefahr für die Nieren: Durch die ständigen Erschütterungen beim Laufen und den Flüssigkeits- und Salzverlust stehen die Nieren ohnehin schon unter Stress. Schmerzmittel wie Ibuprofen können die Nieren zusätzlich schädigen, da sie die Produktion von Prostaglandinen hemmen, die den Blutfluss in der Niere erhöhen und zur besseren Ausscheidung von Schadstoffen führen.
- Belastung für den Magen: Während sportlicher Betätigung wird der Magen-Darm-Trakt unterversorgt, da das Blut und der Sauerstoff in den Muskeln benötigt werden. Schmerzmittel, die die Produktion schleimhautschützender Hormone hemmen, können Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Blutungen oder Krämpfe verursachen.
- Herzprobleme: Schmerzmittel können den Blutdruck erhöhen und somit das Risiko für Herzinfarkt oder Hirnschlag erhöhen, insbesondere bei Bluthochdruckpatienten.
- Hyponatriämie: Bei Einnahme von Schmerzmitteln während eines Marathons oder Ultralaufs scheint das Risiko für eine Hyponatriämie zu steigen, die zu einer lebensbedrohlichen Schwellung des Gehirns führen kann.
Was tun bei Schmerzen?
Professor Brune rät davon ab, Schmerzmittel pauschal zu verteufeln, betont aber, dass Sportler die Nebenwirkungen sowohl kurzfristiger hoher Dosen als auch niedriger Dosierungen über einen längeren Zeitraum nicht unterschätzen sollten. Wer schon vor dem Lauf unter starken Gelenkschmerzen leidet, sollte nicht mitlaufen. Schmerzmittel sollten, wenn überhaupt, erst nach dem Lauf eingenommen werden, wenn der Kreislauf zur Ruhe gekommen ist und ausreichend Flüssigkeit getrunken wurde.
Empfehlungen für Sportler im Umgang mit Schmerzmitteln
- Verzichten Sie vor und während des Trainings und Wettkampfs auf Schmerzmittel.
- Befragen Sie bei Nierenerkrankungen, Bluthochdruck oder anderen internistischen Krankheiten immer Ihren Arzt, bevor Sie ein Schmerzmittel einnehmen.
- Nehmen Sie keine Schmerzmittel auf nüchternen Magen ein.
- Nehmen Sie Schmerztabletten immer mit reichlich Flüssigkeit ein.
- Überschreiten Sie nie die tägliche Höchstdosis eines Medikaments.
- Nehmen Sie zusätzlich zum Schmerzmittel magenschützende Protonenpumpenhemmer ein, wenn Sie älter als 55 Jahre sind, häufiger Magenprobleme haben oder ein Schmerzmittel über einen längeren Zeitraum einnehmen.
- Sprechen Sie langfristige Schmerzmitteleinnahmen immer mit Ihrem Arzt ab.
- Kombinieren Sie NSAR-Schmerzmittel nicht miteinander.
- Greifen Sie nach einer akuten Verletzung maximal für drei Tage zur Maximaldosis eines Schmerzmittels und fahren Sie die Dosis dann wieder herunter.
Aspirin und die vermeintliche Leistungssteigerung des Gehirns
Der Begriff "Hirndoping" bezieht sich auf die Einnahme von Substanzen zur Steigerung der kognitiven Leistungsfähigkeit, oft ohne medizinische Notwendigkeit. Aspirin wird in diesem Zusammenhang selten direkt genannt, da seine Wirkung eher auf die Schmerzlinderung und Entzündungshemmung abzielt. Allerdings stellt sich die Frage, ob die Einnahme von Aspirin oder anderen Schmerzmitteln indirekt zu einer Leistungssteigerung führen kann, indem sie Schmerzen unterdrückt und somit ein längeres oder intensiveres Training ermöglicht.
Die Problematik des Hirndopings
Viele Menschen greifen im Wettbewerb um gute Noten und Leistungen am Arbeitsplatz zu vermeintlich leistungssteigernden Substanzen. Methylphenidat (Ritalin) gilt als Wundermittel, von dem sich gesunde Menschen eine gesteigerte Wachheit und Konzentration beim Lern- und Arbeitsmarathon erhoffen. Studien zeigen jedoch, dass die Einnahme solcher Substanzen zahlreiche Nebenwirkungen haben kann, wie Kopfschmerzen, emotionale Abstumpfung bis hin zu Persönlichkeitsveränderungen und Abhängigkeit. Zudem gibt es Hinweise darauf, dass sich die Leistungen bei längerer Einnahme von Ritalin oder Vigil verschlechtern können.
Ethische und gesellschaftliche Aspekte
Die vielfältigen Aspekte des „Hirndopings“ zeigen, wie wichtig es ist, mögliche Folgen des lebenswissenschaftlichen Fortschritts mit einem gesellschaftlichen Diskurs zu begleiten. Dieser muss die ethischen, rechtlichen und sozialen Dimensionen neuer Entwicklungen öffentlich ausleuchten.
Alternativen zum Hirndoping
Es gibt durchaus Alternativen zum Hirndoping und natürliche Hausmittel, die in Prüfungen und Klausuren helfen. Natürlicher Traubenzucker wirkt schnell und gibt dem Körper und Gehirn einen sofortigen Energie-Kick. Viel trinken - vor allem Mineralwasser oder leicht gesüßter Tee - versorgt den Körper mit Flüssigkeit. Vollkornprodukte und Haferflocken enthalten langkettige Kohlenhydrate, die dem Gehirn über lange Zeit viel Energie liefern. Ebenfalls gut wirken Nüsse und Bananen. Das beste und gesündeste Mittel ist ohnehin eine strukturierte Prüfungsvorbereitung.
Aspirin Protect: Vorbeugung von Herzinfarkt und Schlaganfall
Aspirin Protect enthält den Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS) in niedriger Dosierung. Dieser hemmt das Zusammenkleben von Blutplättchen und wirkt so der Entstehung von Blutgerinnseln entgegen, die Herzinfarkt und Schlaganfall verursachen können.
Anwendungsgebiete von Aspirin Protect
Aspirin Protect wird angewendet zur:
- Vorbeugung von Schlaganfällen nach überstandenem Schlaganfall und bei Vorläuferstadien (TIA)
- Vorbeugung von Blutgerinnselbildung in den Herzkranzgefäßen nach überstandenem Herzinfarkt
- Vorbeugung von arteriellen Thrombosen nach gefäßchirurgischen Eingriffen
- Vorbeugung von kardiovaskulären Ereignissen bei Patienten mit Diabetes mellitus und hohem kardiovaskulären Risiko
Gegenanzeigen von Aspirin Protect
Aspirin Protect darf nicht eingenommen werden bei:
- Allergie gegen Acetylsalicylsäure, andere Salicylate oder sonstige Bestandteile des Arzneimittels
- Asthmaanfällen oder Überempfindlichkeitsreaktionen auf bestimmte schmerzlindernde Arzneimittel
- Akuten Magen-Darm-Geschwüren
- Gesteigerter Blutungsneigung
- Schwerer Leber- oder Nierenschwäche
- Schwerer Herzmuskelschwäche
- Gleichzeitiger Einnahme von Methotrexat in hoher Dosierung
- Gleichzeitiger Einnahme von Gerinnungshemmern in hoher Dosierung
- Den letzten 3 Monaten der Schwangerschaft
- Hyperoxalurie
Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln
Die Wirkung verschiedener Arzneimittel kann bei gleichzeitiger Behandlung mit Aspirin Protect beeinflusst werden. Besondere Vorsicht ist geboten bei der Kombination mit:
- Methotrexat
- Blutgerinnungshemmenden Arzneimitteln
- Anderen schmerz- und entzündungshemmenden Arzneimitteln
- Bestimmten Arzneimitteln zur Behandlung von Depressionen (Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer)
- Bestimmten Arzneimitteln zur Behandlung der Herzmuskelschwäche und zur Behandlung bestimmter Herzrhythmusstörungen (Digoxin)
- Bestimmten Arzneimitteln gegen Gicht
- Arzneimitteln gegen Zuckerkrankheit
- Bestimmten Arzneimitteln zur Entwässerung und Blutdrucksenkung (Diuretika)
- Arzneimitteln, die Kortison oder kortisonähnliche Substanzen enthalten
- Bestimmten Arzneimitteln gegen Bluthochdruck und/oder Herzmuskelschwäche („ACE-Hemmer“, Aldosteronantagonisten)
Anwendung und Dosierung von Aspirin Protect
Die übliche Dosis für Erwachsene beträgt 1 x täglich 100 mg (1 Filmtablette Aspirin Protect 100 mg). Die magensaftresistenten Filmtabletten sollen unzerkaut, vorzugsweise mindestens 30 Minuten vor der Mahlzeit, mit reichlich Wasser eingenommen werden. Aspirin Protect 100mg Filmtabletten werden üblicherweise als Langzeitvorsorge angewendet.
Nebenwirkungen von Aspirin Protect
Wie alle Arzneimittel kann auch Aspirin Protect Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen. Häufige Nebenwirkungen sind Beschwerden im Magen-Darm-Bereich wie Sodbrennen, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen. Gelegentlich treten Überempfindlichkeitsreaktionen wie Hautreaktionen auf. Seltene Nebenwirkungen sind Überempfindlichkeitsreaktionen des Atemtrakts, des Magen-Darm-Trakts und des Herz-Kreislauf-Systems, schwere Hautreaktionen, Magen-Darm-Entzündung, Magen-Darm-Geschwüre, Magen-Darm-Blutung. Sehr seltene Nebenwirkungen sind Blutzuckerabfall.
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