Alzheimer ist eine fortschreitende neurodegenerative Erkrankung, die sich durch Gedächtnisverlust, kognitive Beeinträchtigungen und Verhaltensänderungen auszeichnet. Obwohl die genauen Ursachen noch nicht vollständig verstanden sind, spielen Alter, Genetik und Umweltfaktoren eine wesentliche Rolle. Eine aktuelle Studie von Zhang et al. (2022) hebt hervor, dass Entzündungen im Gehirn ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Alzheimer spielen können, wobei spezifische Moleküle, die an Entzündungsreaktionen beteiligt sind, bei Alzheimer-Patienten erhöht sind.
Ursachen von Alzheimer
Die Ursachen von Alzheimer sind vielfältig und komplex. Zu den Hauptfaktoren gehören:
- Alter: Das Alter ist einer der größten Risikofaktoren für Alzheimer.
- Genetik: Eine familiäre Vorgeschichte von Alzheimer kann das Risiko erhöhen. Bei Personen mit einer familiären Vorgeschichte von früh einsetzender Alzheimer-Krankheit können Gentests in Betracht gezogen werden.
- Umweltfaktoren: Umweltfaktoren spielen eine Rolle, obwohl ihre genaue Auswirkung noch erforscht wird.
- Entzündungen im Gehirn: Eine aktuelle Studie von Zhang et al. (2022) zeigt, dass auch Entzündungen im Gehirn eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Alzheimer spielen können. Die Forscher identifizierten spezifische Moleküle, die an Entzündungsreaktionen beteiligt sind, und zeigten, dass diese Moleküle bei Alzheimer-Patienten erhöht sind.
Symptome und Diagnose von Alzheimer
Die Symptome von Alzheimer entwickeln sich langsam und verschlechtern sich im Laufe der Zeit. Die frühesten Anzeichen sind meist Gedächtnisstörungen, wie Schwierigkeiten, sich an kürzlich erlernte Informationen oder Ereignisse zu erinnern. Eine genaue Diagnose ist entscheidend für eine angemessene Behandlung und Unterstützung.
Symptome
- Gedächtnisstörungen (Schwierigkeiten, sich an kürzlich erlernte Informationen oder Ereignisse zu erinnern).
- Wortfindungsstörungen.
- Orientierungsprobleme.
- Schwierigkeiten beim Gehen oder plötzliches Nicht-mehr-Laufen-Können.
- Unsicherer und schwankender Gang.
- Grobmotorische Einschränkungen und Schwierigkeiten bei der Koordination.
- Eingesunkene Körperhaltung.
- Teilnahmsloser Gesichtsausdruck.
- Verlust der Feinmotorik (Schwierigkeiten beim Essen mit Messer und Gabel, An- und Ausziehen von Kleidung, Waschen und Zähneputzen).
- Harn- und/oder Stuhlinkontinenz.
- Schluckstörungen (Dysphagien).
- Gestörter Schlaf-Wach-Rhythmus.
- Unruhe und Verwirrung.
- Erhöhte Infektanfälligkeit.
- Probleme mit Schmerzen, die nicht erkannt werden, weil die betroffene Person sich nicht bemerkbar machen kann.
Diagnose
Die Diagnose von Alzheimer umfasst verschiedene Schritte:
Anamnese: Die Einschätzung eines engen Familienmitglieds oder Freundes über die Symptome und deren Auswirkungen auf den Alltag ist hilfreich. Besonders wichtig sind dabei frühere oder aktuelle Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Erkrankungen der Hirngefäße, Bluthochdruck und Diabetes.
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Körperliche und neurologische Untersuchung: Ein Arzt führt eine körperliche Untersuchung durch, um festzustellen, ob Durchblutungsstörungen vorliegen. Ebenso wichtig ist der neurologische Status, der die Koordination, Motorik, den Tastsinn und den Gleichgewichtssinn umfasst.
Laboruntersuchungen: Bluttests können helfen, andere mögliche Ursachen für Gedächtnisverlust und Verwirrung auszuschließen, wie Schilddrüsenerkrankungen oder Vitaminmangel.
Mentaler Status und neuropsychologische Tests: Der Arzt kann einen kurzen Test zum mentalen Status durchführen, um Gedächtnis und andere Denkfähigkeiten zu bewerten. Ausführlichere Tests können detailliertere Informationen über die geistige Leistungsfähigkeit liefern, die mit Personen ähnlichen Alters und Bildungsstandes verglichen werden können. Medizinische Demenztests dienen der Beurteilung der geistigen Leistungsfähigkeit. Dabei werden bestimmte geistige Leistungsbereiche, wie Gedächtnis und die Konzentrationsfähigkeit getestet.
Bildgebung des Gehirns: Gehirnscans werden normalerweise verwendet, um sichtbare Veränderungen im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen als Alzheimer festzustellen, die ähnliche Symptome verursachen könnten, wie Schlaganfälle, Traumata oder Tumoren.
- MRT (Magnetresonanztomographie): Die MRT verwendet Radiowellen und ein starkes Magnetfeld, um detaillierte Bilder des Gehirns zu erzeugen. Obwohl sie eine Schrumpfung bestimmter Gehirnregionen, die mit Alzheimer in Verbindung stehen, zeigen können, dienen MRT-Scans auch dazu, andere Erkrankungen auszuschließen.
- CT-Untersuchung (Computertomographie): Eine CT-Untersuchung, eine spezialisierte Röntgentechnik, erzeugt Querschnittsbilder des Gehirns.
- PET (Positronenemissionstomographie): Positronenemissionstomographie (PET) kann Bilder der Krankheitsprozesse im Gehirn einfangen. Während eines PET-Scans wird ein schwach radioaktiver Tracer in das Blut injiziert, um ein bestimmtes Merkmal im Gehirn sichtbar zu machen.
- Fluorodeoxyglucose (FDG)-PET: Diese Scans zeigen Bereiche des Gehirns, in denen Nährstoffe schlecht verwertet werden.
- Amyloid-PET: Diese Bildgebung kann die Belastung durch Amyloid-Ablagerungen im Gehirn messen.
Biomarker: In besonderen Fällen können auch andere Tests verwendet werden, um Amyloid und Tau im Liquor zu messen. Forscher arbeiten daran, Tests zu entwickeln, die biologische Anzeichen von Krankheitsprozessen im Gehirn messen können. Diese Tests, einschließlich Bluttests, könnten die Genauigkeit bei der Diagnosestellung verbessern und es ermöglichen, die Krankheit zu diagnostizieren, bevor Symptome auftreten. Eine Studie von Jack et al. (2021) zeigt, dass die Verwendung von Biomarkern im Gehirn, wie Amyloid-β und Tau-Proteinen, eine entscheidende Rolle bei der Früherkennung von Alzheimer spielen kann. Die Autoren betonen, dass solche Biomarker dazu beitragen können, das Risiko einer Alzheimer-Erkrankung bei noch nicht betroffenen Personen abzuschätzen und die Diagnose bei bereits erkrankten Personen zu bestätigen (5).
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Gentests: Gentests werden für die meisten Menschen, die auf Alzheimer untersucht werden, nicht empfohlen. Bei Personen mit einer familiären Vorgeschichte von früh einsetzender Alzheimer-Krankheit kann dies jedoch in Betracht gezogen werden.
Atembeschwerden als Begleiterscheinung von Alzheimer
Atembeschwerden können bei Alzheimer-Patienten auftreten und verschiedene Ursachen haben. Es ist wichtig, die Ursachen zu identifizieren, um eine angemessene Behandlung zu gewährleisten.
Ursachen von Atembeschwerden
- Lungenerkrankungen: Infektionen der Lunge bis hin zu Lungenentzündungen, die mit Luftnot einhergehen können.
- Schluckstörungen (Dysphagien): Bei Demenzkranken im fortgeschrittenen Stadium ist oftmals die neurologische Steuerung jener Muskeln einschränkt, die am Schluckvorgang beteiligt sind. Schluckstörungen, sogenannte Dysphagien, treten daher im Zuge einer Demenz sehr oft auf. Die Folge: Betroffene verschlucken sich häufig, was das Risiko für eine Lungenentzündung (Aspirationspneumonie) erhöht.
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Frühere oder aktuelle Herz-Kreislauf-Erkrankungen können zu Atembeschwerden führen.
- Angst und Unruhe: Angst kann ebenfalls Unruhe auslösen. Die engmaschige Begleitung durch vertraute Personen, Berührungen und Massagen oder auch Musik können sehr beruhigend wirken und Medikamente verzichtbar machen.
- Infekte: Das Immunsystem der Menschen mit Demenz ist geschwächt. Insbesondere in der Phase der fortgeschrittenen Demenz erleben die Betroffenen immer wieder Infekte, die mit Fieber verbunden sein können. Häufig sind es Infekte der Lunge bis hin zu Lungenentzündungen, die mit Luftnot einhergehen können. Auch Harnwegsinfekte kommen häufig vor und können starke Schmerzen auslösen.
- Schlafapnoe: Eine aktuelle Studie von Zhang et al. (2022) zeigt, dass bei den Personen mit Amyloid-Plaques diejenigen, die auch eine schwerere Schlafapnoe hatten, eher ein geringeres Hirnvolumen im medialen Temporallappen einschließlich des Hippocampus aufwiesen, was auf einen Verlust von Gehirnzellen hindeuten könnte.
Maßnahmen zur Linderung von Atembeschwerden
Es gibt verschiedene Maßnahmen, die zur Linderung von Atembeschwerden bei Alzheimer-Patienten ergriffen werden können:
- Medizinische Behandlung: Die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt wird gegebenenfalls eine Sauerstofftherapie verschreiben, wenn ein deutlicher Sauerstoffmangel im Blut vorliegt. Dies kann etwa bei einer zusätzlichen chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) der Fall sein. Die Belastung durch eine ausgetrocknete Nasenschleimhaut mit schmerzhaften Verletzungen wird bei dem Entscheidungsprozess mit einbezogen. Wird sich für eine Sauerstoffgabe entschieden, ist eine gute Pflege der Nasenschleimhaut mit Nasencremes erforderlich.
- Nicht-medikamentöse Maßnahmen:
- Kühle Luftzufuhr: Eine einfache Maßnahme zur Linderung der Luftnot ist ein kühler Luftzug im Mund-Nasen-Wagenbereich. Dies kann etwa durch geöffnete Fenster, einen (Hand-)Ventilator in der Nähe oder Handfächer geschehen.
- Aufrechte Körperposition: Auch eine aufrechte Körperposition, zum Beispiel durch Höherstellung des Kopfteils, kann die Atmung erleichtern. Zusätzlich können die Arme zur Unterstützung der Atmung seitlich vom Körper gut abgestützt werden, etwa durch eine Sitzposition in einem Sessel mit Armlehnen oder stabilen Kissen unter den Unterarmen.
- Atemstimulierende Einreibung: Sie können diese Kraft auch dazu einsetzen, um Atemnot zu lindern. Möglich ist beispielsweise eine leichte und atemstimulierende Einreibung. Diese Massage benötigt nicht viel Zeit, bringt aber erstaunliche Erfolge. Verstärken können Sie den Effekt, indem Sie aromatische Öle einsetzen.
- Medikamentöse Behandlung: Bei starker Luftnot und ausbleibender Wirkung anderer medikamentöser und nicht-medikamentöser Behandlungen kann Morphin niedrig dosiert angewendet werden. Eine engmaschige Beobachtung hilft eventuelle Nebenwirkungen rasch zu erkennen. Die verordnende Ärztin, der verordnende Arzt oder das Pflegepersonal können hier gut unterstützen. Die Sorge vor einer Minderung der Atmung, auch Atemdepression genannt, ist bei niedriger Morphin-Dosierung unbegründet. Eine eventuelle Reduzierung der Atemfrequenz ist ein gewollter Effekt, die oder der Betroffene verspürt dabei eine Erleichterung der Atmung.
Behandlungsmöglichkeiten für Alzheimer
Obwohl es derzeit keine Heilung für Alzheimer gibt, können verschiedene Behandlungsmöglichkeiten dazu beitragen, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.
Medikamentöse Therapie
Seit diesem Jahr stehen zwei Antikörper zur ursächlichen Behandlung der frühen Alzheimer-Demenz zur Verfügung. Ursächlich bedeutet: Sie bauen aktiv Amyloid-Plaques ab. Das sind Eiweißablagerungen im Hirn, die bei der Entstehung der Krankheit eine zentrale Rolle spielen.
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Nicht-medikamentöse Therapieansätze
Nicht-medikamentöse Therapieansätze, wie kognitive Verhaltenstherapie, Ergotherapie und Physiotherapie, können ebenfalls dazu beitragen, die Symptome von Alzheimer zu bewältigen und die Lebensqualität der Betroffenen zu erhalten. Eine aktuelle Studie von Bahar-Fuchs et al. (2021) hat gezeigt, dass kognitive Stimulationstherapie, eine strukturierte Gruppentherapie, die auf kognitiven und sozialen Aktivitäten basiert, das Wohlbefinden und die kognitiven Funktionen bei Personen mit leichter bis mittelschwerer Alzheimer-Demenz verbessern kann (7).
Prävention
In Bezug auf die Prävention von Alzheimer gibt es einige Lebensstiländerungen, die das Risiko einer Erkrankung verringern können. Dazu gehören eine gesunde Ernährung, regelmäßige körperliche Aktivität, geistige Aktivität und soziale Interaktion. Eine Studie von Kivipelto et al. (2021) hat gezeigt, dass eine multidomain-Intervention, die auf Ernährung, körperliche Aktivität, kognitive Stimulation und vaskuläre Risikofaktoren abzielt, das Risiko einer kognitiven Beeinträchtigung bei älteren Erwachsenen verringern kann (8).
Vaskuläre Demenz
Vaskuläre Demenz ist nach der Alzheimer-Krankheit die häufigste Demenzerkrankung. Sie wird durch eine Schädigung der Blutgefäße im Gehirn verursacht, wodurch die Versorgung mit Nährstoffen und Sauerstoff eingeschränkt wird.
Ursachen
- Schlaganfälle, die eine Hirnarterie verschließen.
- Stille Schlaganfälle.
- Arterienverkalkung (Arteriosklerose).
- Bluthochdruck.
Symptome
Je nach Ursache können die Symptome plötzlich, schleichend oder schrittweise auftreten. Die Symptome können sehr unterschiedlich sein und hängen von der Art der Schädigung im Gehirn ab und davon, wo sie entstanden ist.
Diagnose
- Ärztliches Gespräch über die persönliche Krankengeschichte.
- Körperliche Untersuchung, um festzustellen, ob Durchblutungsstörungen vorliegen.
- Bildgebende Verfahren wie CT (Computertomographie) oder MRT (Magnetresonanztomographie).
- Untersuchung des Herz-Kreislauf-Systems, also Blutdruck, Herzgeräusche und Herzgröße.
- Neurologischer Status, der die Koordination, Motorik, den Tastsinn und den Gleichgewichtssinn umfasst.
- Medizinische Demenztests zur Beurteilung der geistigen Leistungsfähigkeit.
Behandlung
Eine vaskuläre Demenz ist nicht heilbar. Ziel der Therapie ist es, weiteren Schäden vorzubeugen und eine Verschlimmerung der Beschwerden aufzuhalten, beziehungsweise zu verlangsamen.
- Behandlung von Durchblutungsstörungen im Gehirn mit blutverdünnenden Medikamenten.
- Behandlung von Bluthochdruck, erhöhtem Cholesterinspiegel und erhöhtem Blutzucker.
- Physiotherapie, Ergotherapie oder Logopädie.
- Musiktherapie, Erinnerungsarbeit und Krankengymnastik.
- Gespräche (kognitive Stimulation) oder Erinnerungsarbeit (autobiographische Arbeit).
- Körperliche Betätigung oder Kunsttherapie.
Frontotemporale Demenz (FTD)
Bei der frontotemporalen Demenz (FTD) handelt es sich um eine eher seltene neurodegenerative Erkrankung. Sie wurde erstmals im Jahr 1892 von dem Prager Neurologen Arnold Pick beschrieben und wird daher auch als Pick-Krankheit bezeichnet.
Die letzte Lebensphase bei Demenz
In den letzten Wochen, Tagen und Stunden können belastende Beschwerden für den Menschen mit fortgeschrittener Demenz auftreten. Diese können meist gemildert oder vorbeugend verhindert werden.
Belastende Symptome
- Schmerzen: Schmerzen treten häufig auf. Die meisten Menschen mit Demenz erleben im Verlauf ihrer Erkrankung Schmerzen. Diese werden bei ihnen jedoch seltener erkannt und mit Schmerzmitteln behandelt als zum Beispiel bei Menschen mit Krebserkrankungen.
- Infekte: Das Immunsystem der Menschen mit Demenz ist geschwächt. Insbesondere in der Phase der fortgeschrittenen Demenz erleben die Betroffenen immer wieder Infekte, die mit Fieber verbunden sein können. Häufig sind es Infekte der Lunge bis hin zu Lungenentzündungen, die mit Luftnot einhergehen können.
- Luftnot: Neben Schmerzen kann Luftnot sehr belastend und ängstigend für die Betroffenen und die Nahestehenden sein. Sie tritt besonders häufig am Lebensende auf und wird oft nicht erkannt.
- Unruhe und Angst: Besonders am Lebensende kann sich eine starke Unruhe entwickeln. Diese kann sich durch starke körperliche Unruhe mit immer wiederkehrenden Bewegungen zeigen.
- Akute Verwirrtheit: Unter einer Demenz kann es neben den Zeichen der Erkrankung zu einer akuten Verwirrtheit kommen. Diese entsteht meist plötzlich und klingt wieder ab.
Sterbeorte
Die meisten Menschen mit Demenz werden zu Hause von den Angehörigen betreut sowie versorgt und haben den Wunsch, auch dort zu sterben. Dieser Wunsch wird fast der Hälfte der Menschen mit Demenz in Deutschland erfüllt.
Todesursachen
Menschen mit fortgeschrittener Demenz versterben an unterschiedlichen Ursachen. Sie können wie andere Menschen auch, an einer Erkrankung versterben, die nicht mit der Demenz in Verbindung steht.
Letzte Lebensphase
In den letzten Lebensmonaten kommt es bei Menschen mit Demenz meist zu einer starken Verschlechterung des Zustandes und zunehmenden Einschränkungen. Oft haben die Betroffene häufige Infekte, die sie weiter schwächen. Sie sind zunehmend abhängig von der Unterstützung anderer.
Sterbephase
Steht der Tod unmittelbar in den nächsten Tagen oder Stunden bevor, können die nachfolgend aufgeführten, typischen Anzeichen auftreten.
- Das Bewusstsein kann sich noch einmal verändern, die Sterbenden sind oft weniger erweckbar oder reagieren weniger auf ihr Umfeld als zuvor.
- Der Herzschlag kann sich erhöhen und der Blutdruck absinken.
- Die Betroffenen können eine blasse oder wächserne Hautfarbe entwickeln.
- Manchmal kann eine Art eingefallenes oder aschfahles Mund-Nase-Dreieck beobachtet werden.
- Es kann auch eine bläulich gemusterte Haut auftreten, meist an den Armen und Beinen.
- Oft fühlen sich die Beine und Arme kühl an.
- Besonders auffällig ist eine veränderte Atmung. Die Betroffenen atmen eventuell langsamer, flacher oder auch unregelmäßiger.
- Es kann zu einer Rasselatmung kommen.
Nach dem Tod
Eine Ärztin oder ein Arzt muss den Tod bestätigen sowie den Totenschein ausfüllen. Nach dem Tod kann die oder der Verstorbene aufgebahrt werden und die Nahestehenden haben Zeit sich zu verabschieden.
Trauerphase
Der Tod einer oder eines Nahestehenden ist mit tiefen Emotionen verbunden. Einige Menschen erfasst eine große Traurigkeit, die lange anhält. Andere wiederum erleben neben der Trauer auch eine Erleichterung und haben deshalb vielleicht Schuldgefühle.
Erhöhter Hirndruck
Bei erhöhtem Hirndruck herrscht innerhalb des Schädels zu hoher Druck. Ursachen können zum Beispiel Tumore oder Entzündungen sein. Die Symptome reichen von Kopfschmerzen bis Atemstillstand.
Ursachen
- Entzündungen wie Meningitis.
- Blutungen.
- Infarkte.
- Aneurysmen.
- Tumore.
- Erhöhte Nervenwasserproduktion.
Symptome
- Kopfschmerzen.
- Übelkeit.
- Erbrechen.
- Bewusstseinsstörungen.
- Unterschiedlich große Pupillen.
- Sehstörungen.
- Blutdruckanstieg.
- Abfallen der Herzfrequenz.
- Atemstörungen.
Behandlung
Je nach Dringlichkeit stehen dafür Körpergewichtsreduktion, eine Verringerung der Hirnwasser-Neu-Produktion durch Medikamente und das Ablassen von Nervenwasser durch eine oder mehrere Lumbalpunktionen zur Verfügung.
Schlafstörungen und Alzheimer
Schlafstörungen können ein Vorbote für Alzheimer und Demenz sein. Neu ist die Erkenntnis, dass der beginnende Alzheimer müde machen kann. Das liegt daran, dass wach machende Regionen im Gehirn unter Alzheimer und Demenz leiden.
Arten von Schlafstörungen
- Insomnie: Nicht einschlafen oder durchschlafen können, also qualitativ schlecht schlafen.
- Obstruktive Schlafapnoe: Nächtliche Atmungsstörungen. Patienten, die schnarchen und Atemaussetzer haben, die haben zusätzlich einen niedrigen Sauerstoffgehalt.
Auswirkungen von Schlafstörungen
Eine Nacht schlechter Schlaf erhöht die Konzentration der pathologischen Eiweiße im Gehirn. Wenn das nicht regelmäßig so ist, gleicht sich das wieder aus.
Behandlung von Schlafstörungen
Wenn das Gehirn sich entgiften soll, braucht es nun mal mindestens sechs Stunden Schlaf, besser sieben oder acht. Eine Möglichkeit ist, die Ursachen für den schlechten Schlaf zu behandeln. Wenn das alles nicht zutrifft und jemand trotzdem nicht schlafen kann, dann ist der erste Schritt eine Verhaltenstherapie. Wenn alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind, müssen Schlafmittel eingenommen werden. Für schwer schlafgestörte Menschen ist ein guter Schlaf mit Tablette besser als der schlechte Schlaf. Melatonin ist zwar sehr schwach, aber das Mittel der ersten Wahl, vor allem bei älteren Menschen. Denn je älter man ist, umso wahrscheinlicher ist es, dass man bei Schlafstörungen einen Melatoninmangel hat.
Weitere Faktoren, die das Demenzrisiko beeinflussen können
- Ein dauerhaft hoher Ruhepuls: Neue Studien weisen darauf hin, dass der dauerhaft hohe Ruhepuls ein Indiz für (künftige) Krankheiten und so ein verkürztes Leben sein könnte.
- Schwerhörigkeit: Fehlendes Sprachverstehen behindert nicht nur die zwischenmenschliche Kommunikation, sondern kann auch die Entstehung einer Demenz befördern.
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