Eine Sehnerventzündung (Optikusneuritis) ist eine Entzündung des Sehnervs, der für die Übertragung visueller Informationen vom Auge zum Gehirn verantwortlich ist. Diese Entzündung kann das Sehvermögen beeinträchtigen und zu einer plötzlichen Verschlechterung der Sicht führen. Die Erkrankung betrifft meist junge Erwachsene zwischen 18 und 50 Jahren, wobei Frauen häufiger betroffen sind als Männer. Sie sollte ernst genommen werden, da sie sehr häufig ein Anzeichen für Multiple Sklerose (MS) ist.
Was ist eine Sehnerventzündung?
Die Sehnerventzündung, auch Optikusneuritis oder Neuritis nervi optici genannt, ist eine entzündliche Erkrankung des Sehnervs. Der Sehnerv erfüllt eine zentrale Aufgabe beim Prozess des Sehens. Das menschliche Auge wandelt mit seinen Sinneszellen Lichtstrahlen in Nervensignale um, die vom Auge über die Sehbahn an das Gehirn weitergeleitet werden. Das Gehirn verarbeitet die Nervenimpulse zu Bildern. Der Sehnerv ist der erste Abschnitt der Sehbahn. Er zweigt im hinteren Bereich des Augapfels von der Netzhaut (Retina) ab.
Ursachen einer Sehnerventzündung
Im Gegensatz zu anderen Entzündungen im Bereich des Auges wie Bindehautentzündung oder Hornhautentzündung wird eine Entzündung des Sehnervs nicht durch Bakterien oder Viren ausgelöst, sondern durch die Immunabwehr. Das bedeutet, dass körpereigene Abwehrzellen in einer Autoimmunreaktion eigenes Gewebe, in diesem Fall Fasern des Sehnervs, angreifen und die Entzündung auslösen.
Eine Sehnervenentzündung geht häufig mit einer systemischen Autoimmunerkrankung einher, die mehrere Organe und Bereiche des Körpers betrifft. Dies kann zum Beispiel ein systemischer Lupus erythematodes sein. Sehr viel häufiger tritt eine Sehnervenentzündung jedoch im Zusammenhang mit einer Multiplen Sklerose auf.
Optikusneuritis und Multiple Sklerose
Multiple Sklerose (MS) ist eine Autoimmunerkrankung des zentralen Nervensystems, die sehr unterschiedliche Symptome hervorrufen kann. Die Beziehung zwischen Sehnerventzündung und MS ist sehr eng: Etwa die Hälfte aller MS-Betroffenen hatte zuvor eine Sehnerventzündung und bei etwa 15 bis 20 Prozent der MS-Patienten und -Patientinnen markiert eine Sehnerventzündung den ersten MS-Schub. Während hier also die Sehnerventzündung und der Ausbruch der MS zusammenfallen, liegen bei anderen Betroffenen Jahre zwischen der Entzündung des Sehnervs und der späteren MS.
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Nichtsdestotrotz besteht auch dann ein Zusammenhang, den die Statistik verdeutlicht: Die Wahrscheinlichkeit, zehn Jahre nach einer Sehnerventzündung an MS zu erkranken, liegt bei etwa 40 Prozent und 40 Jahre nach der Entzündung bei etwa 60 Prozent. Das Risiko ist abhängig davon, ob es zum Zeitpunkt der ersten Sehnerventzündung bereits weitere Auffälligkeiten gibt, die in Richtung einer MS hindeuten.
Symptome einer Sehnerventzündung
Meist ist eine Sehnerventzündung einseitig, das heißt, sie betrifft nur ein Auge. Das erste Anzeichen der Erkrankung sind normalerweise Schmerzen, vor allem wenn das Auge beim Wechsel der Blickrichtung bewegt wird. Diese Schmerzen treten meist plötzlich auf. Innerhalb von Stunden bis Tagen kommt es zu einer deutlichen Sehverschlechterung des betroffenen Auges.
Betroffene beschreiben ihren Seheindruck dann als:
- unscharf oder nebelartig
- kontrastarm
- dunkler
Außerdem werden Farben als schmutzig und blass wahrgenommen.
Üblicherweise nimmt die Sehschärfe nach dem Beginn der Sehverschlechterung noch einige Tage weiter ab und erreicht nach etwa ein bis zwei Wochen ihren Tiefpunkt. Danach bessert sich das Sehvermögen wieder. Mehr als die Hälfte der Menschen mit einer Sehnerventzündung erreicht auch ohne Behandlung nach zwei Monaten wieder eine normale Sehschärfe, nach einem halben Jahr sind es fast alle.
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Es gibt Erkrankungen des Auges, die mit einer Sehverschlechterung einhergehen, und solche, die mit Schmerzen verbunden sind. Tritt beides zusammen auf, spricht das für eine Optikusneuritis. Die Kombination von einseitigen Schmerzen und einseitiger Sehverschlechterung ist typisch für eine Entzündung des Sehnervs.
Weitere Symptome können sein:
- Verschwommenes Sehen: Betroffene können eine plötzliche Verschlechterung des Sehvermögens erleben. Das Sehen kann unscharf oder verschwommen erscheinen.
- Verlust des Farbsehens: Ein auffälliges Symptom ist der Verlust der Fähigkeit, Farben korrekt wahrzunehmen. Dies betrifft oft das Erkennen von Rot-Grün-Kontrasten.
- Zentrale Gesichtsfeldverluste: Ein zentrales Gesichtsfeld, das in der Mitte des Blickfeldes liegt, kann beeinträchtigt sein, was zu einem "tunnelartigen" Blickwinkel führt.
- Sehverschlechterung beim Bewegen des Auges: Das Sehvermögen kann sich beim Bewegen des Auges verschlimmern, wodurch Augenbewegungen schmerzhaft sein können.
- Augenschmerzen: Einige Betroffene können Schmerzen oder Unbehagen rund um das betroffene Auge verspüren, insbesondere wenn sie es bewegen.
- Blendungsempfindlichkeit: Lichtempfindlichkeit oder Blendungsempfindlichkeit können auftreten, insbesondere bei hellem Licht.
- Kontrastverlust: Die Fähigkeit, Unterschiede zwischen hellen und dunklen Bereichen zu erkennen, kann beeinträchtigt sein.
Diagnose einer Sehnerventzündung
Wenn Sie unter Augenschmerzen leiden und/oder eine Sehverschlechterung bemerken, sollten Sie zügig eine augenärztliche Praxis aufsuchen. Ein Augenarzt oder eine Augenärztin wird insbesondere dann eine Sehnerventzündung vermuten, wenn Sie sowohl Schmerzen als auch eine Sehverschlechterung haben.
Wenn folgende Merkmale zutreffen, gilt die Diagnose einer Sehnerventzündung als wahrscheinlich:
- Erkrankungsalter zwischen 18 und 50 Jahren
- Einseitigkeit
- Bewegungsschmerz
- plötzlicher Beginn der Beschwerden und selbstständige Besserung
Ist dies nicht der Fall, kann es sich auch um eine seltene Sonderform der Sehnerventzündung handeln.
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Untersuchungen und Diagnose
Um die Diagnose "Sehnerventzündung" stellen zu können, befragt Ihr Arzt Sie zunächst ausführlich zur Krankheitsgeschichte (Anamnese). Dabei stellt er Ihnen unter anderem folgende Fragen:
- Wann hat sich Ihr Sehen verschlechtert?
- Bereiten Ihnen Augenbewegungen Schmerzen?
- Ist das Sehen auf einer Seite schlechter als auf der anderen?
- Waren Sie in der letzten Zeit erkältet oder hatten Sie Fieber?
- Hatte ein Familienmitglied von Ihnen bereits ähnliche Symptome?
- Leiden Sie an einer Grunderkrankung (z.B. Multipler Sklerose, Lupus erythematodes)?
- Ist in Ihrer Familie ein Fall von Multipler Sklerose bekannt?
- Ist Ihnen schwindelig oder haben Sie Schwächen Ihrer Muskulatur bemerkt?
- Rauchen Sie, trinken Sie Alkohol oder nehmen Sie regelmäßig Medikamente ein?
- Sind die Beschwerden bei Wärme stärker (zum Beispiel,wenn Sie ein Bad nehmen, in der Sauna sitzen oder Sport machen)?
- Nehmen Sie Lichtblitze wahr?
Anschließend folgen verschiedene Augenuntersuchungen:
- Bestimmung der Sehschärfe: Mithilfe einer in bestimmten Abstand angebrachten Buchstaben- oder Zahlentafel wird Ihre Sehschärfe bestimmt. Sie ist bei einer Sehnerventzündung gemindert. Die Niedrigkontrast-Sehschärfe ist in der akuten Phase stark beeinträchtigt und erholt sich langsamer als der Visus und das Gesichtsfeld.
- Test der Pupillenreaktion: Danach leuchtet Ihr Arzt abwechselnd mit einer kleinen Lampe in Ihre Augen und beobachtet die Reaktion Ihrer Pupillen. Normalerweise verengen sich beide Pupille gleich stark, egal, auf welches Auge der Arzt den Lichtkegel richtet. Bei einer Retrobulbärneuritis liegt jedoch oft ein sogenannter relativer afferenter Pupillendefekt (RAPD) vor. Das bedeutet, dass der Sehnerv des betroffenen Auges die eingehenden Lichtsignale nicht so gut ins Gehirn leitet wie der andere Sehnerv. In der Folge verengen sich beide Pupillen weniger, wenn der Arzt das Licht auf das erkrankte Auge richtet, und stärker, wenn er ins gesunde Auge leuchtet.
- Prüfung der Augenbeweglichkeit: Außerdem überprüft der Arzt die Beweglichkeit Ihrer Augen. Dazu sollen Sie etwa seinem Finger oder einem Stift ausschließlich mit dem Blick folgen (nicht mit dem ganzen Kopf) und angeben, ob die Augenbewegungen Sie schmerzen oder Sie Doppelbilder sehen.
- Bestimmung des Gesichtsfeldes: Als nächstes wird Ihr Gesichtsfeld getestet. Das ist der Bereich der Umwelt, den die Augen sehen können, ohne dass Sie Ihren Kopf bewegen. Das Gesichtsfeld kann grob mit den Fingern des Untersuchers überprüft werden. Dabei bewegt der Arzt seinen Finger in verschiedene Richtungen vor Ihrem Augen, und Sie müssen Sie Bescheid sagen, sobald Sie den Finger in Ihrem Gesichtsfeld sehen beziehungsweise nicht mehr sehen. Mit einem sogenannten Perimeter kann die Gesichtsfeldüberprüfung genauer durchgeführt werden. Dabei blinken verschiedene Lichtpunkte auf, die Sie in Ihrem Gesichtsfeld erkennen sollen. Bei einer Sehnerventzündung liegt häufig eine Einschränkung des Gesichtsfeldes im zentralen Bereich vor (Zentralskotom).
- Untersuchung des Augenhintergrundes: Anschließend spiegelt der Arzt Ihren Augenhintergrund (Funduskopie oder Fundoskopie). Dafür leuchtet er mit einem Augenspiegel (Ophthalmoskop) in Ihre Augen. So kann er die Netzhaut beurteilen. Er achtet dabei unter anderem auf Veränderungen der Blutgefäße und jener Stelle, an der der Sehnerv das Auge verlässt (Papille). Bei einer Retrobulbärneuritis ist die Funduskopie normalerweise unauffällig. Nur in etwa 30 Prozent der Fälle ist die Papille verändert. Dagegen ist bei einer Papillitis die Papille typischerweise gerötet und geschwollen.
- Prüfung der Farbwahrnehmung: Auch Ihre Farbwahrnehmung wird getestet. Bei einer typischen Neuritis nervi optici ist vor allem die Farbsättigung für Rot abgeschwächt.
- Test der Sehnervleitung: Mithilfe von visuell evozierten Potenzialen (VEP) kann die Leitungsgeschwindigkeit des Sehnervs überprüft werden. Bei dieser Messmethode werden Elektroden an Ihrem Kopf angebracht. Nach der Reizung Ihres Sehnervs durch das Zeigen von Bildern, wird über die Elektroden gemessen, welche Signale wie schnell über den Sehnerv im Gehirn ankommen. Bei einer Entzündung des Sehnervs sind die Messwerte häufig verändert.
Zusatzdiagnose Multiple Sklerose
Bei der Diagnose einer Sehnerventzündung ist die Frage nach der Ursache sehr wichtig. Es besteht ein enger Zusammenhang mit der MS. Ihr Augenarzt oder Ihre Augenärztin wird es daher nicht bei dieser Diagnose belassen, sondern Sie an eine Facharztpraxis für Neurologie (Nervenheilkunde) überweisen. Dort wird untersucht, ob der Entzündung des Sehnervs eine MS zugrunde liegt oder ein erhöhtes MS-Risiko besteht.
Eine wichtige Untersuchung ist die Magnetresonanztomographie (MRT). Sie kann nicht nur die Entzündung des Sehnervs direkt sichtbar machen, sondern auch typische Veränderungen im Gehirn, die auf eine bestehende MS oder ein erhöhtes MS-Risiko hinweisen. Weitere Laboruntersuchungen können sich anschließen, insbesondere bei einem erstmaligen Auftreten oder einem untypischen Krankheitsbild.
Bei einer erstmals aufgetretenen typischen Sehnerventzündung entwickelt der Patient im Verlauf der nächsten fünf Jahre in etwa 30 Prozent der Fälle eine Multiple Sklerose (MS). Um sie zu diagnostizieren, werden eine Kernspintomografie (Magnetresonanztomografie, MRT) des Kopfes und der Wirbelsäule gemacht. Außerdem ist eine Liquorpunktion notwendig: Dabei wird über eine dünnen Hohlnadel eine Probe der Gehirn-Rückenmarksflüssigkeit (Liquor) aus der Lendenwirbelsäule entnommen und auf Entzündungszeichen hin untersucht, die für eine MS sprechen können.
Bei einer atypischen Sehnerventzündung können andere Krankheiten ursächlich sein. Deshalb wird häufig Blut abgenommen, um es auf verschiedene Krankheitserreger oder Antikörper hin zu untersuchen.
Abgrenzung zu anderen Krankheiten
Der Arzt muss auch untersuchen, ob nicht eine andere Erkrankung vorliegt, die ähnliche Symptome wie eine Sehnerventzündung hervorrufen. Zu diesen Differenzialdiagnosen zählt unter anderem die Stauungspapille. Sie entsteht, wenn der Hirndruck ansteigt und verursacht ähnliche Krankheitszeichen, schränkt in der Regel aber das Sehen nicht im gleichen Maße ein wie eine Optikusneuritis.
Auch Vergiftungen etwa mit Alkohol kann sich wie eine Sehnerventzündung darstellen.
Behandlung einer Sehnerventzündung
Die Schmerzen im Auge und die Sehverschlechterung bessern sich in der Regel auch ohne Behandlung, was ja gerade ein Merkmal der Sehnerventzündung ist. Es gibt Medikamente, die die Erholung des Sehvermögens beschleunigen oder das Rückfallrisiko verringern können. Das ist ein wichtiger Aspekt, denn das Rückfallrisiko bei einer Sehnerventzündung kann hoch sein. Wie Ihr Augenarzt oder Ihre Augenärztin die Entzündung konkret behandelt, ist eine individuelle Entscheidung. Häufig wird eine kurzzeitige hochdosierte Kortisontherapie angewendet.
Die Behandlung der Optikusneuritis zielt darauf ab, die Entzündung des Sehnervs zu reduzieren, die Symptome zu lindern und mögliche Sehverluste zu minimieren. Die Behandlung hängt von der zugrunde liegenden Ursache der Neuritis ab, kann aber folgende Ansätze umfassen:
- Symptomatische Behandlung: Je nach den auftretenden Symptomen können auch spezifische Behandlungen erforderlich sein. Zum Beispiel können Schmerzmittel oder Augentropfen zur Linderung von Schmerzen oder trockenen Augen verschrieben werden.
- Kortikosteroide: Entzündungshemmende Medikamente wie Kortikosteroide werden häufig eingesetzt, um die Sehnerventzündung zu reduzieren. Sie können oral eingenommen oder als intravenöse Infusion verabreicht werden.
- Plasmapherese: In schweren Fällen kann eine Plasmapherese in Betracht gezogen werden. Dabei wird Blutplasma aus dem Körper entfernt, gereinigt und dann wieder in den Körper zurückgeführt. Diese Methode kann dazu beitragen, schädliche Antikörper, Entzündungsmediatoren und andere Toxine aus dem Blutkreislauf zu entfernen, um das Immunsystem zu modulieren und die Gesundheit zu fördern.
- Immunsuppressiva: In einigen Fällen können andere immunsuppressive Medikamente verschrieben werden, um das Immunsystem zu unterdrücken und die Entzündung zu kontrollieren.
- Rehabilitation: Nach einer Sehnerventzündung kann die Sehkraft beeinträchtigt sein. Eine visuelle Rehabilitation, die von einem Optometristen oder Orthoptisten durchgeführt wird, kann helfen, die verbleibende Sehkraft zu maximieren und dem Patienten bei der Anpassung an mögliche Sehveränderungen zu unterstützen.
Behandlungsmöglichkeiten im Zusammenhang mit Multipler Sklerose
Tritt eine Sehnervenentzündung im Rahmen eines MS-Schubs auf, folgt die Behandlung den Richtlinien der MS-Therapie. Hier stehen Arzneimittel zur Verfügung, die beispielsweise Veränderungen im Gehirn begrenzen, die Zahl der MS-Schübe reduzieren und damit den Krankheitsverlauf verlangsamen können. Bei hohem MS-Risiko kann eine solche Therapie bereits nach einer einzigen Sehnervenentzündung sinnvoll sein. Das Ziel ist, weitere Krankheitsschübe zu verhindern. Ihr Arzt wird mit Ihnen gemeinsam entscheiden, ob eine Behandlung nötig ist und welche Medikamente in Frage kommen.
Selbsthilfe - das können Betroffene tun
Das Sehvermögen verschlechtert sich oft bei Anstrengung und Hitze. Schonen Sie sich daher während der akuten Entzündung. Vermeiden Sie Hitze, etwa Saunabesuche.
Warten Sie mit dem Autofahren oder gefährlichen Arbeiten, bis die Entzündung ausgeheilt ist. Das räumliche Sehen kann trotz guter Sehschärfe gestört sein.
Autofahren nach einer Sehnerventzündung
Autofahren erfordert ein hohes Maß an Umsicht. Auch eine Gesichtsfeldeinschränkung erweist sich als Verkehrsrisiko.
Nach einer Sehnerventzündung ist es wichtig, das Sehvermögen ausreichend zu überprüfen, bevor man wieder Auto fährt. Eine Sehnerventzündung kann das Sehvermögen beeinträchtigen und zu Gesichtsfeldausfällen, verminderter Sehschärfe und Problemen mit dem Farbsehen führen. Diese Beeinträchtigungen können die Fähigkeit, sicher Auto zu fahren, erheblich beeinträchtigen.
Gesetzliche Bestimmungen zum Autofahren mit Sehbeeinträchtigung
In Deutschland ist das Autofahren mit einer Sehbehinderung grundsätzlich erlaubt, solange bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Die Sehschärfe beider Augen oder des besseren Auges muss mindestens 0,5 betragen. Wenn man zum Autofahren eine Brille oder Kontaktlinsen benötigt, wird ein entsprechender Vermerk im Führerschein eingetragen.
Auch wenn man auf einem Auge erblindet ist, kann das Autofahren erlaubt sein, wenn bei einer augenärztlichen Untersuchung bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden. Lkw- und Bus-Fahrerlaubnis sind mit nur einem Auge in der Regel nicht möglich.
Auswirkungen von Augenerkrankungen auf das Autofahren
Viele Augenerkrankungen entwickeln sich schleichend und werden von den Betroffenen nicht sofort wahrgenommen. Deshalb sind regelmäßige Kontrollen beim Augenarzt in regelmäßigen Abständen ratsam.
Einige Augenerkrankungen, die das Autofahren beeinträchtigen können, sind:
- Grauer Star (Katarakt): Hierbei trübt sich die Augenlinse, was zu langsam zunehmenden Sehstörungen und starker Blendungsempfindlichkeit führt.
- Grüner Star (Glaukom): Hierbei wird der Sehnerv geschädigt, was zu einer meist langsamen Verminderung des Sehens zunächst nur im peripheren Gesichtsfeld führt.
- Makuladegeneration: Hierbei kommt es zu einem fortschreitenden Sehverlust im zentralen Gesichtsfeld.
- Keratokonus: Hierbei wölbt sich die Hornhaut immer stärker kegelförmig vor und verdünnt sich, was zu verschwommenem und verzerrtem Sehen führt.
Tipps für sicheres Autofahren mit Sehbeeinträchtigung
- Lassen Sie Ihr Sehvermögen regelmäßig von einem Augenarzt überprüfen.
- Tragen Sie beim Autofahren immer Ihre Brille oder Kontaktlinsen, wenn Sie diese benötigen.
- Sorgen Sie für eine funktionierende und richtig eingestellte Beleuchtungsanlage am Auto.
- Reinigen Sie regelmäßig Ihre Scheiben und Scheinwerfer.
- Vermeiden Sie Autofahren bei Dämmerung oder Dunkelheit, wenn Sie unter Dämmerungssehen oder Blendempfindlichkeit leiden.
- Passen Sie Ihre Fahrweise an Ihre Sehbeeinträchtigung an. Fahren Sie langsamer und halten Sie mehr Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug.
- Machen Sie regelmäßige Pausen, um Ihre Augen zu entlasten.
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