Bella Donna Globuli: Dosierung und Anwendung bei Migräne und Kopfschmerzen

Viele Menschen leiden unter regelmäßigen Kopfschmerzen oder Migräne. Wer nicht sofort zu Schmerzmitteln greifen möchte, kann homöopathische Präparate in Betracht ziehen. Die Homöopathie bietet eine Vielzahl von Mitteln zur Behandlung von Kopfschmerzen und Migräne, wobei Belladonna eines der bekanntesten ist. Dieser Artikel beleuchtet die Anwendung und Dosierung von Belladonna Globuli, insbesondere im Zusammenhang mit Migräne.

Vielfalt der Kopfschmerzen und homöopathische Behandlung

Kopfschmerzen können sich sehr unterschiedlich äußern: stechend, brummend oder pochend. Ebenso vielfältig sind die homöopathischen Arzneien, die zur Bekämpfung eingesetzt werden. In der Homöopathie wird jede Krankheitsausprägung individuell behandelt, wobei die natürlichen Heilkräfte des Körpers aktiviert werden sollen. Homöopathische Präparate eignen sich sowohl zur Prävention als auch zur Behandlung akuter Beschwerden.

Belladonna: Das Mittel aus der Tollkirsche

Belladonna ist ein homöopathisches Mittel, das aus der schwarzen Tollkirsche (Atropa belladonna) gewonnen wird. In der Homöopathie gilt das Ähnlichkeitsprinzip: Gleiches wird mit Gleichem geheilt. Das bedeutet, dass ein Stoff, der in hoher Dosis bestimmte Symptome auslöst, in homöopathischer Verdünnung (Potenzierung) die Selbstheilungskräfte des Körpers anregen und zur Überwindung der Beschwerden beitragen kann.

Anwendungsgebiete von Belladonna

Belladonna wird traditionell bei einer Vielzahl von Beschwerden eingesetzt, darunter:

  • Mandelentzündungen (Angina tonsillaris)
  • Fieber
  • Harnblasenentzündungen
  • Brustentzündungen
  • Gelenkentzündungen
  • Grippale Infekte
  • Nasennebenhöhlenentzündungen (Sinusitis)
  • Ohrenschmerzen, Mittelohrentzündungen (Otitis media)
  • Kopfschmerzen
  • Krampfhafte Magen-Darm-Beschwerden
  • Rückenschmerzen
  • Sonnenstich
  • Sonnenbrand
  • Verbrennungen
  • Hautinfektionen
  • Zahnschmerzen
  • Bluthochdruck

Es gibt auch Erkrankungen, bei denen Belladonna unter ärztlicher Kontrolle zusätzlich zur schulmedizinischen Behandlung gegeben werden kann, wie z.B. eitrige Mandelentzündung, Blinddarmentzündung, Scharlach, Masern, Mumps, Fieberkrämpfe, Grippe, Hirnhautentzündung und Hepatitis.

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Typische Symptome für die Wahl von Belladonna

Bestimmte Symptome und Beschwerden weisen darauf hin, dass Belladonna als homöopathisches Mittel geeignet sein könnte:

  • Große Empfindlichkeit gegen Licht, Geräusche, Berührung, Erschütterung
  • Erkrankungen beginnen plötzlich und sehr heftig
  • Schmerzen kommen und gehen plötzlich
  • Hohes Fieber, teilweise mit Halluzinationen
  • Klopfende, pulsierende Kopfschmerzen, die sich durch jede Erschütterung verschlimmern
  • Heißes, rotes Gesicht
  • Erweiterte Pupillen
  • Trockener Mund, aber kein Durst
  • Sichtbar pulsierende Halsschlagader im Fieber
  • Halsschmerzen besonders beim Schlucken
  • Erbrechen
  • Krampfartige Schmerzen
  • Kalte Hände und Füße, besonders im Fieber
  • Oft auf der rechten Körperseite schlimmer

Die Beschwerden werden oft besser im Schatten, in dunklen Räumen, beim Rückwärtsbiegen des Nackens oder im Sitzen. Sie werden schlimmer bei Bewegung, bei Sonnenhitze, durch Berührung und Erschütterung, bei Licht und bei Lärm.

Belladonna bei Migräne

Migräne ist eine schwere Erkrankung, die oft mit starken, einseitigen Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen sowie Licht- und Lärmempfindlichkeit einhergeht. Homöopathische Mittel können in der Migränebehandlung eine unterstützende Rolle spielen.

Wann ist Belladonna bei Migräne angezeigt?

Belladonna kann bei Migräne hilfreich sein, wenn folgende Symptome vorliegen:

  • Plötzlich auftretende, heftige Kopfschmerzen
  • Pochende oder bohrende Schmerzen, oft über den Augen lokalisiert
  • Verschlimmerung der Schmerzen durch Lärm, Erschütterungen, Bücken oder Kopfbewegungen
  • Empfindliche Kopfhaut
  • Rotes, heißes Gesicht

Dosierung von Belladonna Globuli bei Migräne

Die Dosierung von Belladonna Globuli hängt von der Potenz und der Akuität der Beschwerden ab.

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  • Belladonna D6: Bei akuten Beschwerden stündlich fünf Globuli, bei Besserung dreimal täglich.
  • Belladonna D12: Bei akuten Beschwerden stündlich fünf Globuli, bei Besserung dreimal täglich.
  • Belladonna C30: Bei starken Kopfschmerzen einmalig, eventuell am nächsten Tag wiederholen.

Es ist ratsam, die Dosierung mit einem Homöopathie-Experten abzustimmen.

Weitere homöopathische Mittel bei Migräne

Neben Belladonna gibt es noch weitere homöopathische Mittel, die bei Migräne in Frage kommen können, abhängig von den individuellen Symptomen:

  • Sanguinaria: Bei Migräne, bei der die Schmerzen vom Hinterkopf bis in die rechte Gesichtshälfte ziehen, begleitet von Erbrechen und Gesichtsröte. Dosierung: Sanguinaria D6, dreimal täglich fünf Globuli.
  • Cyclamen: Bei Migräne, die mit Augenflimmern und Doppeltsehen beginnt, melancholischer Stimmung und Besserung durch Bewegung. Dosierung: Cyclamen D6, dreimal täglich fünf Globuli.
  • Iris versicolor: Bei Augenflimmern und Sehstörungen während einer Ruhephase. Dosierung: Iris versicolor D6, dreimal täglich fünf Globuli. Als Akutdosierung vier- bis fünfmal täglich einnehmen.
  • Cimicifuga racemosa: Bei Migräne in den Wechseljahren, begleitet von Schwindel und stechenden Augenschmerzen.
  • Spigelia D6: Bei Kopfschmerzen, die vorwiegend linksseitig auftreten und mit Gesichts- und Augenschmerzen einhergehen. Dosierung: dreimal täglich fünf Globuli, als Akutdosierung am ersten Tag vier- bis fünfmal einnehmen.
  • Gelsemium D6: Bei Kopfschmerzen, die vom Nacken ausgehen und Sehstörungen mit sich bringen können. Dosierung: stündlich fünf Globuli, bis eine Besserung eintritt, in Folge dreimal täglich.
  • Nux vomica D6: Bei Spannungskopfschmerzen, schmerzendem Nacken und Übelkeit. Dosierung: stündlich fünf Globuli, nach Eintreten einer Besserung dreimal täglich fünf Globuli als Präventionsmaßnahme.
  • Haplopappus D3: Bei Kopfschmerzen und Schwarzwerden vor den Augen aufgrund von Kreislaufschwäche. Dosierung: dreimal täglich fünf Globuli.
  • Ignatia D12: Bei Kopfschmerzen, die durch akute emotionale Ereignisse ausgelöst werden und mit Magenkrämpfen einhergehen. Dosierung: zweimal täglich fünf Globuli.

Schüssler Salze bei Migräne

Auch Schüssler Salze können begleitend zur Migränebehandlung eingesetzt werden. Besonders geeignet ist Magnesium phosphoricum (Schüssler Salz Nr. 7), das entspannend und schmerzlindernd wirken kann. Oft werden auch die Salze Nr. 7, 8 und 11 kombiniert.

Anwendungshinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Die angegebenen Dosierungen und Potenzen sind Richtwerte und sollten bei Bedarf von einem Homöopathie-Experten angepasst werden.
  • Bei der Einnahme eines homöopathischen Arzneimittels kann es zu einer vorübergehenden Verschlimmerung der Beschwerden kommen (Erstverschlimmerung). In diesem Fall sollte die Einnahme unterbrochen und ein Arzt oder Heilpraktiker konsultiert werden.
  • Die Wirkung eines homöopathischen Mittels kann durch allgemein schädigende Faktoren in der Lebensweise und durch Reiz- und Genussmittel ungünstig beeinflusst werden.
  • Bei länger anhaltenden oder sich verschlimmernden Beschwerden sollte immer ein Arzt aufgesucht werden, um die Ursache abzuklären. Dies gilt besonders für Erkrankungen von Babys und Kindern.
  • Komplexmittel werden in der Regel nicht empfohlen, da die homöopathische Behandlung sehr individuell ist und das jeweils passende Mittel sorgsam ausgewählt werden sollte.

Belladonna für Babys und Kinder

Wenn ein Kind eine akute Erkrankung hat, bei der Belladonna-Globuli helfen sollen, zeigt es oft folgende Symptome:

  • Stark gerötetes Gesicht
  • Rote Lippen, Zahnfleisch und Zunge
  • Glasige Augen mit geweiteten Pupillen
  • Hohes Fieber
  • Heißer Kopf, aber kalte Arme und Beine
  • Trockener Mund, Zunge, Kehle und Nase
  • Trockene Haut
  • Kein Durst oder Verlangen nach saurer Limonade oder Zitronensaft
  • Plötzlich auftretende und verschwindende Schmerzen
  • Unruhe, Unkonzentriertheit und Verwirrtheit
  • Halluzinationen und Albträume

Bei hohem Fieber des Kindes sollte immer ein Arzt konsultiert werden.

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Dosierung für Kinder

  • Säuglinge bis zum 1. Lebensjahr: Ein Drittel der Erwachsenendosis (nach Rücksprache mit einem Arzt oder Homöopathen).
  • Kleinkinder bis zum 6. Lebensjahr: Die Hälfte der Erwachsenendosis.
  • Kinder zwischen dem 6. und 12. Lebensjahr: Zwei Drittel der Erwachsenendosis.

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