Berit Jordan Neurologie Heidelberg: Spezialisierte neurologische Versorgung im Überblick

Die Neurologische Klinik des Universitätsklinikums Heidelberg bietet unter der Leitung von Priv.-Doz. Dr. med. Berit Jordan eine umfassende ambulante und stationäre Versorgung im Bereich der Neurologie. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf seltenen und/oder komplexen neurologischen Krankheitsbildern.

Ambulante Spezialfachärztliche Versorgung (ASV) in der Neurologie

Seit 2021 ist die Neurologische Klinik Heidelberg Teil der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung (ASV). Die ASV ist ein Angebot für Patientinnen mit seltenen und/oder komplexen Krankheitsbildern, die eine besondere Expertise erfordern. Das ASV-Team der Neurologischen Klinik Heidelberg besteht aus Neurologinnen mit spezieller Expertise und Mitgliedern anderer Fachrichtungen. Durch dieses interdisziplinäre Netzwerk können Patient*innen umfassend untersucht und diagnostiziert werden.

Die Versorgung in der ASV betrifft immer nur die Erkrankung, auf deren Behandlung das jeweilige ASV-Team spezialisiert ist. Auch Beschwerden, die in direktem Zusammenhang mit der Behandlung in der ASV stehen (zum Beispiel Nebenwirkungen der Behandlung) werden dort behandelt.

Schwerpunkte der ASV an der Neurologischen Klinik Heidelberg

Ein wichtiger Schwerpunkt der ASV an der Neurologischen Klinik Heidelberg liegt auf neuromuskulären Erkrankungen.

Das Spektrum der neuromuskulären Erkrankungen umfasst:

  • Erkrankungen der Nerven (Polyneuropathien, Nervenentzündungen)
  • Erkrankungen der Muskulatur (Muskelentzündungen, erbliche Myopathien)
  • Neuromuskuläre Übertragungsstörungen (Myasthenia gravis, Lambert-Eaton-Syndrom)
  • Degenerative Erkrankungen, wie die amyotrophe Lateralsklerose (ALS) oder spinale Muskelatrophie.

Erstdiagnostik und Behandlung in der ASV

Patientinnen mit Verdacht auf eine dieser Erkrankungen können sich zur Erstdiagnostik an die Neurologische Klinik Heidelberg wenden. Auch Patientinnen mit bereits diagnostizierten Erkrankungen oder noch nicht hinreichend eingeordneten Beschwerden können hier behandelt werden. Für eine Behandlung in der ASV ist eine Überweisung von einem niedergelassenen Facharzt/Fachärztin erforderlich, der/die nicht zwingend Neurolog*in sein muss.

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Terminvereinbarung und Kontaktdaten

Eine Terminvereinbarung ist möglich, sobald die Zuweisungsunterlagen (Überweisungsschein, ggf. Vorbefunde) vorliegen. Die ASV-Sprechstunde befindet sich im Gebäude O im 2. Stock (Fahrstuhl vorhanden) unmittelbar neben der Infusionsambulanz der Tagesklinik. Der Anmeldebereich befindet sich rechts vom Eingangsbereich.

Die Sprechstunde ist am Dienstag und Mittwoch von 9 bis 14 Uhr unter der Telefonnummer 0331 241-46052 erreichbar. Zu anderen Zeitpunkten kann eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter hinterlassen werden.

Das Gebäude O befindet sich unmittelbar am Innenhof am Eingangsbereich zur Kinderklinik und grenzt somit an die Parkmöglichkeiten an. Es ist sowohl von der Berliner Straße als auch der Zufahrt von der Gutenbergstraße kommend direkt erreichbar.

Weitere Angebote der Neurologischen Klinik Heidelberg

Neben der ASV bietet die Neurologische Klinik Heidelberg ein breites Spektrum an weiteren Leistungen an.

Amyotrophe Lateralsklerose (ALS)

Ein Forschungsschwerpunkt der Neurologischen Klinik Heidelberg liegt auf der Amyotrophen Lateralsklerose (ALS). Wissenschaftler der Universitäten Ulm und Umeå haben Mutationen entdeckt, die die familiäre Form der tödlichen Nervenkrankheit Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) auslösen können. Unter den nun gefundenen Veränderungen im KIF5A-Gen ist der bisher am häufigsten bei Patienten nachgewiesene genetische Faktor, der zur Entstehung einer ALS beiträgt. Diese Ergebnisse bestätigen die Annahme, dass der neurodegenerativen Erkrankung ein Zusammenspiel mehrerer Gendefekte zugrunde liegt.

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ALS ist eine komplexe und derzeit unheilbare neurodegenerative Erkrankung, die zum Untergang der motorischen Nervenzellen und somit zu stetig fortschreitenden Lähmungen führt. Die relativ seltene Krankheit - etwa drei von 100 000 Personen sind jährlich neu betroffen - wurde durch prominente Patienten wie den Physikprofessor Stephen Hawking und die „Ice Bucket Challenge“ im Sommer 2014 bekannter. In der Regel führt ALS innerhalb von drei bis fünf Jahren nach Krankheitsbeginn zum Tod. Unterschieden wird die sporadische Variante von der erblich bedingten („familiären“) Form, die nur etwa 10 Prozent der Erkrankungen ausmacht. In beiden Fällen ist die Krankheitsentstehung noch nicht genau verstanden. Zwar konnten Wissenschaftler dank jüngster Fortschritte in der DNA-Sequenzierungstechnologie mehrere Gene identifizieren, deren Mutation eine Prädisposition für ALS darstellt.

Forscher der Ulmer Universitätsklinik für Neurologie (Rehabilitations- und Universitätskliniken Ulm) und der schwedischen Universität Umeå verglichen das Erbgut von 426 ALS- Patienten, die mindestens einen weiteren erkrankten Verwandten hatten, mit einer gesunden Kontrollgruppe (mittels sogenannter „Gesamt-Exom-Sequenzierung“). Die Wissenschaftler um Professor Jochen Weishaupt und Professor Peter Andersen konnten bei ALS-Patienten drei so genannte Spleißstellen-Mutationen in der C-terminalen Domäne des Gens KIF5A identifizieren, die zu einem Funktionsverlust des entsprechenden Gens führen. Bei drei untersuchten Familien war die Vererbung der Krankheit über mehrere Generationen hinweg an eine solche Mutation gekoppelt. Darüber hinaus fanden die Autoren bei etlichen Patienten mit familiärer ALS eine Anreicherung des Einzelnukleotid-Polymorphismus (Single Nucleotide Polymorphism/SNP) rs113247976, der ebenfalls das KIF5A-Gen betrifft.

„Bei sechs Prozent der familiären ALS-Patienten konnten wir diesen Polymorphismus nachweisen und wiederum 50 Prozent von ihnen hatten mindestens eine Mutation in einem anderen bekannten ALS-Gen. Dies deutet darauf hin, dass bei der Krankheitsvererbung oft mehrere Gendefekte zusammenwirken“, erklären Professor Weishaupt und der Erstautor Dr. David Brenner.

Das KIF5A-Gen ist der Bauplan für ein Protein, das am Transport von Substanzen im Axon einer Nervenzelle beteiligt ist. Die Studienergebnisse unterstreichen also die Bedeutung von intrazellulären Transportprozessen bei der ALS-Krankheitsentstehung. Zudem sind weitere neurologische Erkrankungen mit unterschiedlichen Veränderungen im KIF5A-Gen assoziiert (hereditäre spastische Paraplegie, Charcot-Marie-Tooth-Krankheit Typ 2, Neonatal intractable myoclonus).

„Zusammenfassend fügt diese Studie KIF5A zu einer stetig wachsenden Liste von Genen hinzu, die ALS verursachen, und sie erweitert das Spektrum von Mutationen in diesem Gen“, betont Professor Albert Ludolph, Ärztlicher Direktor der Ulmer Universitätsklinik für Neurologie. Die hohe Prävalenz des SNP KIF5A rs113247976 bei familiären ALS-Patienten befeuere zudem die Hypothese eines Zusammenspiels verschiedener Gendefekte in einem Patienten.

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Amyloidose-Zentrum Heidelberg

Die Neurologische Universitätsklinik ist Teil des Amyloidose-Zentrums Heidelberg. Jedes Jahr erkranken ca. 800 Menschen in Deutschland an Leichtketten-Amyloidose: Bei ihnen lagern sich körpereigene, aber veränderte Eiweiße kontinuierlich als winzige Eiweißfäden (Amyloidfibrillen) im gesamten Körper ab. Diese Ablagerungen können nicht gelöst oder abgebaut werden und schädigen auf Dauer die Organe. Im Amyloidose-Zentrum Heidelberg arbeiten Spezialisten aus fünfzehn Fachbereichen interdisziplinär zusammen. So profitieren die Patienten von einer gezielten und fächerübergreifenden Diagnostik, Beratung und Behandlung, abgestimmt auf den individuellen Krankheitsverlauf. Das Zentrum bietet mit der Expertise und den technischen Möglichkeiten eines Krankenhauses der Maximalversorgung das gesamte Spektrum an Untersuchungen und Therapien bei Amyloidose an. Rund 500 Patienten stellen sich jährlich neu im Zentrum vor. Erster Anlaufpunkt ist die Amyloidose-Ambulanz.

Das Behandlungsspektrum umfasst u.a.:

  • Normaldosierte Chemotherapie oder Hochdosis-Chemotherapie mit anschließender Transplantation von Blutstammzellen bei Leichtketten-Amyloidose
  • Herz-Transplantation bei verschiedenen Amyloidoseformen
  • Medikamentöse Behandlung bei AA-Amyloidose
  • Medikamentöse Therapie und Lebertransplantation bei erblicher Transthyretin-Amyloidose.

Unterstützend werden die einzelnen Organstörungen behandelt.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Die Neurologische Klinik Heidelberg arbeitet eng mit anderen Fachbereichen des Universitätsklinikums Heidelberg zusammen, um eine umfassende Versorgung der Patient*innen zu gewährleisten. Dazu gehören unter anderem:

  • Amyloidose-Ambulanz und Abteilung für Hämatologie, Onkologie, Rheumatologie, Medizinische Universitätsklinik
  • Abteilung für Kardiologie, Angiologie und Pneumologie, Medizinische Universitätsklinik
  • Nierenzentrum des Universitätsklinikums Heidelberg
  • Abteilung für Gastroenterologie, Infektionskrankheiten und Vergiftungen, Medizinische Universitätsklinik
  • Zentrum für interstitielle & seltene Lungenerkrankungen, Thoraxklinik
  • Abteilung für Allgemeine, Viszerale und Transplantationschirurgie, Chirurgische Universitätsklinik
  • Universitätsklinik für Herzchirurgie
  • Institut für Humangenetik
  • Abteilung Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Radiologische Universitätsklinik
  • Abteilung Neuroradiologie
  • Abteilung Nuklearmedizin, Radiologische Universitätsklinik
  • Universitäts-Augenklinik
  • Pathologisches Institut
  • Universitäts-Kinderklinik

Forschung

Die Neurologische Klinik Heidelberg engagiert sich in der Forschung, um die Diagnostik und Therapie neurologischer Erkrankungen kontinuierlich zu verbessern. Schwerpunkte sind dabei unter anderem die Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) und die Amyloidose.

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