Die Parkinson-Krankheit ist eine neurodegenerative Erkrankung, die die motorischen Fähigkeiten beeinträchtigt. Trotz dieser Herausforderung haben viele bemerkenswerte Frauenrechtlerinnen bedeutende Beiträge geleistet und sich für Gleichberechtigung und soziale Gerechtigkeit eingesetzt. Dieser Artikel beleuchtet das Leben und die Leistungen einiger dieser inspirierenden Frauen.
Betty Hirsch (1873 - 1957): Pionierin der Blindenerziehung
Betty Hirsch wurde am 15. Januar 1873 in Hamburg geboren. Im Alter von 12 Jahren erlitt sie eine Augenerkrankung, die schließlich zu ihrer vollständigen Erblindung mit 17 Jahren führte. Entschlossen, nicht als hilflos angesehen zu werden, begann sie eine Ausbildung an der Preußischen Blindenanstalt in Berlin-Steglitz.
Engagement für Kriegsblinde und Büroberufe
Während des Ersten Weltkriegs erkannte Betty Hirsch den Bedarf an spezifischer Unterstützung für Kriegsblinde. 1914 eröffnete sie in Berlin die erste Schule für Kriegsblinde, mit dem Ziel, sie so auszubilden, dass sie in ihre alten Berufe zurückkehren oder neue finden konnten. Sie setzte sich dafür ein, dass die Männer Arbeitsplätze in Fabriken erhielten und schulte blinde Landwirte in Schlesien, um ihre Arbeit wieder aufnehmen zu können. Weitsichtig erkannte sie das Potenzial von Büroberufen für Blinde und bildete Männer und Frauen als Phono- und StenotypistInnen, MaschinenschreiberInnen und TelefonistInnen aus.
Auslandsreisen und späte Anerkennung
In den 1920er Jahren unternahm Betty Hirsch Auslandsreisen, um über ihre Arbeit zu berichten. In den USA traf sie Helen Keller und wurde vom amerikanischen Präsidenten als "deutsche Helen Keller" begrüßt. Nach einer Zeit des Exils in England kehrte sie nach Deutschland zurück und erlebte an ihrem 80. Geburtstag noch einmal große öffentliche Aufmerksamkeit. Betty Hirsch starb am 8. März 1957, kurz nachdem sie ihre Lebenserinnerungen beendet hatte.
Dorothy Hodgkin-Crowfoot: Nobelpreisträgerin trotz rheumatoider Arthritis
Dorothy Crowfoot wurde am 12. Mai 1910 in Kairo geboren und wuchs in England auf. Schon früh entwickelte sie ein Interesse an Chemie und insbesondere an der Strukturanalyse von Kristallen.
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Pionierarbeit in der Röntgenstrukturanalyse
Dorothy Crowfoot studierte Chemie und Kristallographie am Somerville College in Oxford und begeisterte sich für die damals noch junge Wissenschaft der Biochemie. In Cambridge arbeitete sie in einer Forschungsgruppe und erarbeitete gemeinsam mit dem Wissenschaftler Bernal die Grundlagen für die Röntgenstrukturanalyse biologisch bedeutsamer Substanzen wie Penicillin und Vitamin B12. Sie war "von der Idee besessen, dass es möglich sein müsste, durch die Röntgenstrukturanalyse fast ohne Hilfe anderer physikalischer oder chemischer Beobachtungen die chemische Formel einer Verbindung exakt zu ermitteln."
Herausforderungen durch rheumatoide Arthritis
Nach ihrer Rückkehr nach Oxford unterrichtete Dorothy Crowfoot am Somerville College und forschte im Rahmen eines Stipendiums an Insulin. 1937 promovierte sie und heiratete den Historiker Thomas H. Hodgkin. Ein Jahr später erkrankte sie an entzündlichem Gelenkrheuma, was ihre Arbeit jedoch nicht beeinträchtigte. Trotz der Verwachsungen ihrer Gelenke und der schweren schmerzhaften Erkrankung blieb sie ihrer Arbeit und der Wissenschaft treu. Eine ihrer Teamkollegen beschrieb ihre Arbeit stolz: „Trotz ihrer schrecklich verkrüppelten Finger und Handgelenke war sie so gut wie jeder im Labor und besser als die meisten.“
Nobelpreis für Chemie
Dorothy Hodgkin-Crowfoot erhielt 1964 den Nobelpreis für Chemie für ihre Entwicklung der Röntgenstrukturanalyse und ihre Anwendung zur Aufklärung der Strukturen wichtiger biochemischer Substanzen. Sie war die dritte Frau, die diesen Preis erhielt. Ihre Arbeit revolutionierte das Verständnis komplexer Moleküle und trug maßgeblich zur Entwicklung neuer Medikamente und Therapien bei.
Pascale Noa Bercovitch: Vom Unfallopfer zur Aktivistin und Politikerin
Pascale Noa Bercovitch wurde 1967 geboren. Im Alter von 17 Jahren verlor sie bei einem Zugunfall in Frankreich beide Beine. Trotz dieses schweren Schicksalsschlags ließ sie sich nicht entmutigen und wanderte nach Israel aus, wo sie in die Armee eintrat.
Engagement für verwundete Soldaten und Sportler
Während ihrer Zeit in der Armee kümmerte sich Pascale Noa Bercovitch um verwundete Soldaten und übernahm die Rolle eines Peer, um ihnen wieder Mut zu machen. Sie studierte Geschichte und Psychologie in Haifa und begann ihre Karriere als Fernsehjournalistin. Unter anderem begleitete sie die israelische Nationalmannschaft der Schwimmer zu den Paraolympics nach Sydney und drehte eine Dokumentation über deren sportlichen Leistungen.
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Autorin und politische Aktivistin
Pascale Noa Bercovitch schrieb das Buch "Das Lächeln des Delphins", das monatelang auf der Bestsellerliste stand und die Geschichte eines jungen Beduinen und eines Delphins erzählt. Sie kandidierte für die Grünen um einen Platz im israelischen Parlament und setzt sich für die Rechte von Menschen mit Behinderungen ein.
Hilde Schramm: Aufarbeitung der NS-Vergangenheit und Engagement für jüdische Frauen
Hilde Schramm wurde 1936 in Berlin geboren. Sie studierte Germanistik, Latein, Erziehungswissenschaften und Soziologie und promovierte und habilitierte.
Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus
Als Tochter von Albert Speer, einem hochrangigen NS-Funktionär, setzte sich Hilde Schramm früh mit dem Nationalsozialismus auseinander. Eine prägende Erfahrung war der Einfluss ihrer Lehrerin Dora Lux, einer Jüdin, die sich während der NS-Zeit den Anordnungen des Regimes widersetzte.
Engagement für die Opfer des Nationalsozialismus
Hilde Schramm engagiert sich öffentlich für die Interessen der Opfer des Nationalsozialismus und ist Mitbegründerin der Stiftung Zurückgeben, die jüdische Frauen in Kunst und Wissenschaft fördert. 2004 erhielt sie den Moses-Mendelssohn-Preis für ihr Lebenswerk.
Biografie über Dora Lux
Hilde Schramm schrieb die Biografie "Meine Lehrerin, Dr. Dora Lux", in der sie das Leben ihrer Lehrerin nachzeichnet und deren Kampf um Anerkennung und Würde würdigt. Sie zeigt, wie Dora Lux sich den NS-Gesetzen widersetzte und anderen half, obwohl sie selbst gefährdet war.
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Elisabeth Bik: Whistleblowerin für wissenschaftliche Integrität
Elisabeth Bik ist eine niederländische Mikrobiologin, die sich auf bakterielle Genetik und Mikrobiomforschung konzentriert. Bekannt wurde sie jedoch für das Aufdecken von wissenschaftlichem Fehlverhalten in Bezug auf Bildmanipulationen in wissenschaftlichen Publikationen.
Aufdeckung von Bildmanipulationen
Elisabeth Bik überprüfte über 20.000 Paper in den verschiedensten Journalen und entdeckte, dass beinahe jedes 25. Paper manipulierte Western Blots aufwies. Nachdem Briefe an Forscher:innen und Redakteur:innen unbeantwortet blieben, veröffentlichte sie 2016 mit zwei Kollegen ein Paper zum wissenschaftlichen Fehlverhalten und setzt sich für die Sicherstellung der Glaubwürdigkeit wissenschaftlicher Forschungsarbeit ein.
Konsequenzen ihrer Arbeit
Ihre Arbeit hat dazu beigetragen, dass verfälschte oder duplizierte Bilder in Studien zur Behandlung von Alzheimer und Parkinson entdeckt wurden. Ihre Nachforschungen teilt sie unter anderem auf X und ihrem Blog (scienceintegritydigest.com).
Gerda Ahrens: Einsatz für Kindererholung und Verfolgung im Kalten Krieg
Gerda Ahrens engagierte sich nach dem Zweiten Weltkrieg für die Ferienerholung von Kindern und wurde im Kalten Krieg politisch verfolgt.
Engagement für "Frohe Ferien für alle Kinder"
Nach der Befreiung vom Nationalsozialismus wurde Gerda Ahrens Betreuerin und später Vorsitzende des Landesausschusses der Arbeitsgemeinschaft "Frohe Ferien für alle Kinder". Die Arbeitsgemeinschaft organisierte preiswerte Ferienaufenthalte für Kinder, oft in der DDR.
Verbot und Verfolgung
1961 wurde die Arbeitsgemeinschaft verboten und Gerda Ahrens wegen "Vorbereitung zum Hochverrat" angeklagt. Ihr wurde vorgeworfen, den DDR-Behörden die Personalien der jungen Reisenden mitgeteilt zu haben. Sie verlor ihren Arbeitsplatz und wurde politisch verfolgt.
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