Botox gegen Migräne: Nebenwirkungen und Auswirkungen auf die Mimik

Botox, ein Begriff, der oft mit Schönheitsbehandlungen in Verbindung gebracht wird, hat sich auch als wirksame Therapie bei chronischer Migräne etabliert. Dieser Artikel beleuchtet die Anwendung von Botox bei Migräne, mögliche Nebenwirkungen und die Auswirkungen auf die Mimik.

Botox - Eine Begriffserklärung

„Botox ist der Name eines Präparates, ein Eigenname so wie Uhu oder Tempo“, erklärt Dr. Alexandra Ogilvie. Die Münchner Dermatologin behandelt seit 25 Jahren Patientinnen und Patienten, ist Ärztin in Zulassungsstudien und war vier Jahre Vizepräsidentin der Deutschen Gesellschaft für Ästhetische Botulinum- und Filler-Therapie. „Es steht für eines von mehreren in Deutschland zugelassenen Präparaten, die Botulinumtoxin enthalten.“ Ursprünglich stammt das Nervengift aus dem Bakterium Clostridium botulinum und wird in hochgereinigter und stark verdünnter Form seit Jahrzehnten medizinisch und im Bereich des Anti-Aging eingesetzt.

Was ist Botox und wie wirkt es?

Botox, oder Botulinumtoxin Typ A, ist ein Nervengift, das in der Medizin und Kosmetik eingesetzt wird. Es unterbricht vorübergehend die Übertragung von Nervenimpulsen auf die Muskulatur. Im ästhetischen Bereich wird es genutzt, um mimische Falten zu reduzieren, indem es die Muskeln entspannt, die für die Faltenbildung verantwortlich sind. Bei der Behandlung von Migräne wird Botox in bestimmte Muskeln im Kopf-, Nacken- und Schulterbereich injiziert, um die Überaktivität von Nervenzellen im Hirnstamm zu unterbinden, die als Ursache für Migräneattacken gelten.

Anwendung von Botox bei Migräne

Seit 2011 ist Botulinumtoxin A in Deutschland zur Behandlung chronischer Migräne zugelassen. Es wird prophylaktisch eingesetzt, um die Häufigkeit und Intensität von Migräneattacken zu reduzieren. Eine Migräne gilt als chronisch, wenn ein Patient an mindestens 15 Tagen im Monat unter Kopfschmerzen leidet, davon an mindestens acht Tagen unter Migräne. Botox ist für diese Patienten eine Option, wenn andere vorbeugende Medikamente nicht ausreichend wirken oder nicht vertragen werden.

Ablauf der Behandlung

Vor der Behandlung erfolgt ein ausführliches Beratungsgespräch mit einem spezialisierten Facharzt, um die Ursachen der Kopfschmerzen abzuklären und ein individuelles Therapieschema zu erstellen. Bestimmte Dosen an Botulinumtoxin A (zwischen 155 und 195 Einheiten) werden mit feinen Kanülen in die entsprechenden Muskeln injiziert. Die Behandlung dauert in der Regel nicht länger als 20 Minuten.

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Wirksamkeit der Botox-Therapie

Eine erfolgreiche Therapie zeigt sich optimalerweise in einer Abnahme der Migräne-Frequenz sowie -Intensität. Eine Wirkung tritt bereits nach der ersten Therapie ein, sofern der Patient auf Botox anspricht. Bei regelmäßiger Anwendung im 3-Monats-Turnus im ersten Jahr können die Migräne- und Kopfschmerzattacken in ihrer Häufigkeit und Ausprägung reduziert werden. Im zweiten Jahr kann der Behandlungsturnus auf alle vier Monate angepasst werden, wenn der Patient gut auf die Therapie anspricht.

Kosten der Behandlung

Die Kosten für eine Migränebehandlung mit Botox belaufen sich meist pro Sitzung auf circa 600 Euro, abhängig von den benötigten Injektionseinheiten. Unter bestimmten Voraussetzungen beteiligen sich die Krankenkassen an den Kosten.

Mögliche Nebenwirkungen von Botox

Wie bei jeder Therapie können auch bei Botox Nebenwirkungen auftreten. Nicht selten können in den ersten Tagen nach der Therapie Schmerzen an der Injektionsstelle, Kopfschmerzen, Schwindel, Nackenschmerzen, Muskelschwäche oder auch Übelkeit auftreten.

Auswirkungen auf die Mimik

Da das Botox® u.a. auch in die Stirn und Schläfen injiziert wird, kann in diesem Bereich die für die Ästhetik nützliche „entspannende“ Wirkung der Muskeln auftreten. Es kann vorkommen, dass das Augenlid oder die Braue aufgrund der Muskel-entspannenden Wirkung absinkt. Die Dosis, die zur Migräne-Prophylaxe in die Stirn injiziert wird, ist geringer als die Dosis, die zur kosmetischen Behandlung eingesetzt wird. Häufig beeinträchtigt die Botox-Therapie die Stirnmimik nicht wesentlich, einige Patienten haben jedoch tatsächlich anschließend eine glattere Stirn. Die Lidschwäche dagegen ist in den Zulassungs-Studien bei 3,3 Prozent der Patienten aufgetreten.

Kontraindikationen

In bestimmten Fällen darf Botox nicht eingesetzt werden: beispielsweise, wenn der Patient an einer Erkrankung leidet, die die neuromuskuläre Übertragung beeinflusst, wie z.B. die Myasthenia gravis oder wenn der Patient eine bekannte Unverträglichkeit gegenüber Botulinumtoxinen hat. Auch bei Infektionen oder Entzündungen der spezifischen Hautareale, autoimmunologischen Muskelerkrankungen sowie in Schwangerschaft und Stillzeit ist von einer Behandlung abzusehen. Menschen, die Gerinnungshemmer einnehmen oder aber unter Blutgerinnungsstörungen leiden, sollten genau besprechen, ob eine Botox-Injektion in ihrem Fall in Frage kommt.

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Botox in der Ästhetischen Medizin

In der Ästhetischen Medizin wird Botox® hauptsächlich zur Faltenbehandlung und Hautglättung verwendet, wodurch die Mimik ein wenig reduziert wird. Eigentlich reicht schon eine Mittagspause - und nach der Behandlung braucht es weder Abdeckstift noch große Sonnenbrille. Dafür gibt es gegen ein paar Nadelpiekser auf Wunsch eine faltenfreie Stirn, eine geglättete Zornesfalte, knitterfreie Augen und so manches mehr. Botox belegt in Deutschland einen Spitzenplatz unter den Beauty-Behandlungen - neben Oberlidstraffungen und Hyaluronunterspritzungen. Laut Zahlen der Internationalen Fachgesellschaft für Ästhetisch Plastische Chirurgie (ISAPS) wurden 2023 in der ästhetischen Medizin mehr als 420.000 Faltenbehandlungen in Deutschland mit dem Nervengift Botulinumtoxin durchgeführt. Dabei sind Termine mit nicht-qualifizierten Behandlerinnen oder Behandlern oder Eingriffe aufgrund medizinischer Beschwerden - etwa bei chronischer Migräne, Muskelspasmen oder übermäßigem Schwitzen - nicht eingerechnet. Ob Menschen tatsächlich nur faltenfrei hübsch sind und was die Verbreitung von geglätteten Gesichtern mit unserem Empfinden von Schönheit macht, steht auf einem anderen Blatt.

Unterscheidung zu Hyaluron

Hyaluronsäure ist ein körpereigener Stoff, der etwa im Gelenkknorpel oder im Bindegewebe der Haut vorkommt. Die für kosmetische Zwecke verwendete Hyaluronsäure wird gentechnisch gewonnen und wird vom Körper gut aufgenommen. Sie kann als Gel in die Haut gespritzt werden und sorgt dort für Volumen und Feuchtigkeit. So können Falten von innen „aufgepolstert“ werden. „Hyaluronsäure ist ideal, um Volumen und Feuchtigkeit in bestimmten Gesichtsbereichen wiederherzustellen und so statische Falten wie die Nasolabial- oder Marionettenfalten zu glätten“, erklärt Dr. Ulrike Poliza, Hautärztin in Hamburg. Mit statischen Falten sind Gesichtsfalten gemeint, die unabhängig von der Gesichtsmuskulatur sind.

Mythen und Fakten über Botox

In den Medien grassieren täglich Geschichten über "Botoxlippen", die "Botoxsucht der Stars" und "aufgespritzte Gesichter". Für den Experten wirken die Geschichten oft reißerisch und die Redakteure ziemlich ahnungslos, was die echten Fakten betrifft. Unterspritzen mit Hyaluronsäure und Behandlungen mit Botox werden immer mehr gesellschaftsfähig. Schon lange greifen nicht mehr nur Hollywoodstars zur Spritze für die Schönheit. Aber auch um dieses Thema ranken sich jede Menge Halbwahrheiten und Mythen.

  • Mythos: Wer braucht Spritzen? Reines Wasser muss die Quelle ewiger Jugend und Schönheit sein.
    • Fakt: Das klare Nass ist zweifellos wichtig, gesund und versorgt uns mit Feuchtigkeit von innen. Trockenheitsfältchen zeigen sich, der Teint wirkt weniger strahlend und prall. Eine Schauspielerin, die mit Mitte 50 wie 32 aussieht, hat in der Regel andere Maßnahmen ergriffen. Das Mittel erster Wahl, um längerfristig glatter auszusehen, ist heutzutage Botox.
  • Mythos: Botox ist ein gefährliches Gift.
    • Fakt: Tatsächlich handelt es sich beim Botulinum Toxin um einen Stoff, den ein Bakterium produziert. In der Medizin und in der kosmetischen Praxis wird Botox in so stark verdünnt eingesetzt, dass die Anwendung sicher und bewährt ist. Da der Stoff vom Körper wieder abgebaut wird, ist nicht mit einer Anreicherung zu rechnen.
  • Mythos: Bekommt man ein starres und ausdrucksloses Gesicht, wenn man sich immer wieder Botox spritzen lässt?
    • Fakt: Nein, sicher nicht, denn Botox baut sich ab. Die Angst vor einem „Maskengesicht“ rührt hauptsächlich daher, dass anfänglich mit Botox das Gesicht sehr glatt gespritzt wurde. In Europa dosiert man eher so, dass noch eine gewisse Beweglichkeit erhalten bleibt.
  • Mythos: Botox macht süchtig.
    • Fakt: Die Anwendung von Botox macht nicht körperlich abhängig. Es mag sein, dass man sich an sein jugendliches Aussehen gewöhnt und gerne noch glatter aussehen möchte. Mit Sucht nach Botox hat dies nichts zu tun, eher mit der eigenen Einstellung zum Altern und Aussehen.
  • Mythos: Botox wirkt sofort.
    • Fakt: Botox benötigt einige Tage, bis man eine Wirkung erkennen kann.
  • Mythos: Botox kann Lippen aufspritzen.
    • Fakt: Botox ist kein Filler und erzeugt kein Volumen. Wer einen Volumenaufbau wünscht, benötigt einen Filler wie Hyaluronsäure.
  • Mythos: Falten werden tiefer, wenn man mit Botox aufhört.
    • Fakt: Auch dies ist ein Mythos, der überhaupt nicht stimmt - im Gegenteil. Beruhigt man z.B. eine starke Zornesfalte oder Lachfältchen an den Augen mit Botox, werden diese nicht tiefer. Mit der Zeit können sie sich sogar wieder stark bessern und fast verschwinden. Hyaluronsäure regt die hauteigene Kollagenbildung an. Auch wenn sie sich selbst wieder abbaut, bleibt so ein regenerierender Effekt zurück.

Was sollte nach der Migränebehandlung mit Botox® beachtet werden?

Die Migräne Therapie in Hamburg verursacht in der Regel keinerlei Ausfallzeiten. Auch eine spezifische Nachsorge ist nicht erforderlich. Sie sollten lediglich darauf achten, dass Sie den Kopf in den folgenden Stunden aufrecht halten und sich nicht hinlegen. So gehen wir sicher, dass das Botox® in der gewünschten Region verbleibt und wirkt.Weiterhin empfehlen wir, sich für 1 - 2 Tage körperlich zu schonen und auf Sonnenbäder, Sauna- und Solariumgänge zu verzichten. Die Behandlungsstellen sollten nicht massiert werden.

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