Brennen am Solarplexus: Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten

Oberbauchbeschwerden sind ein weit verbreitetes Problem, das viele Menschen betrifft. Sie können vielfältige Ursachen haben, von harmlosen Verdauungsstörungen bis hin zu ernsthaften Erkrankungen. Ein brennendes Gefühl im Bereich des Solarplexus, auch Sonnengeflecht genannt, ist ein spezifisches Symptom, das auf verschiedene zugrunde liegende Probleme hindeuten kann. Dieser Artikel beleuchtet die möglichen Ursachen für Brennen am Solarplexus, die begleitenden Symptome, Diagnoseverfahren und Behandlungsansätze.

Was ist der Solarplexus?

Der Solarplexus (Plexus solaris) ist ein komplexes Nervengeflecht, das sich am Hinterrand der Bauchhöhle, etwa auf Höhe des ersten Lendenwirbelkörpers, befindet. Er liegt hinter dem Magen und kurz unterhalb des Brustbeins. Der Solarplexus ist ein wichtiger Bestandteil des autonomen Nervensystems, das unbewusste Körperfunktionen wie Atmung, Verdauung und Herzfrequenz steuert. Er besteht im Wesentlichen aus zwei Nervengeflechten: dem Plexus mesentericus superior und dem Plexus coeliacus. Diese Nervengeflechte regulieren gemeinsam die Funktion der Bauchorgane und die Blutgefäße im Bauchraum. Auch die parasympathischen Fasern des Nervus vagus fließen in den Solarplexus ein.

Der Solarplexus reguliert die Funktion der Bauchorgane und der Blutgefäße in der Bauchhöhle, indem er Informationen von und zum Gehirn verschaltet und weiterleitet. Er beeinflusst unter anderem die Sekretion der intestinalen Drüsen und die Darmmotilität.

Ursachen für Brennen am Solarplexus

Brennen am Solarplexus kann verschiedene Ursachen haben, die von Verdauungsproblemen bis hin zu psychischen Belastungen reichen. Hier sind einige der häufigsten Ursachen:

Funktionelle Dyspepsie ("Reizmagen")

Bei einer funktionellen Dyspepsie treten Oberbauchbeschwerden ohne erkennbare organische Ursachen auf. Betroffene leiden typischerweise unter Schmerzen, Völlegefühl, frühem Sättigungsgefühl, Druckgefühl, Sodbrennen, Übelkeit und Erbrechen. Stress und psychische Probleme können die Symptome verstärken. Es wird geschätzt, dass 10-20 % der deutschen Bevölkerung an Oberbauchbeschwerden leiden, wobei Frauen etwas häufiger betroffen sind als Männer.

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Magenschleimhautentzündung (Gastritis)

Eine Entzündung der Magenschleimhaut kann ebenfalls zu Oberbauchbeschwerden mit Schmerzen, Übelkeit und Erbrechen führen. Häufige Ursachen für eine Gastritis sind eine Infektion mit Helicobacter pylori, die Einnahme von Schmerzmitteln (NSAR) oder Alkoholmissbrauch.

Magengeschwür

Magengeschwüre treten häufiger bei Menschen über 60 Jahre, Rauchern oder Personen mit früheren Magengeschwüren auf. Typische Symptome sind Oberbauchbeschwerden, die nach der Nahrungsaufnahme stärker oder schwächer werden, sowie nächtliche Schmerzen. Ein erhöhtes Risiko besteht auch bei langfristiger Einnahme von nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Diclofenac. Auch im Zwölffingerdarm (Duodenum) kann sich ein Geschwür entwickeln.

Gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD)

Die Refluxkrankheit, auch Sodbrennen genannt, tritt häufiger bei übergewichtigen Personen oder während der Schwangerschaft auf. Typische Symptome sind Sodbrennen, brennende Schmerzen hinter dem Brustbein bzw. in der Magengegend, saures Aufstoßen sowie Husten.

Gallensteine

Gallensteine kommen mit zunehmendem Alter häufiger vor, wobei Frauen dreimal so häufig betroffen sind wie Männer. Typisch sind mehrere Stunden andauernde kolikartige Schmerzen im rechten Oberbauch, die in den Rücken oder die rechte Schulter ausstrahlen können. Oft treten auch Übelkeit und gelegentliches Erbrechen auf.

Herzerkrankungen

Schmerzen im Oberbauch können auch Folge von Durchblutungsstörungen des Herzmuskels sein (Angina pectoris bei koronarer Herzkrankheit). Typisch ist eine Verstärkung nach Anstrengung und Besserung der Beschwerden in Ruhe. Auch Atembeschwerden können auftreten.

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Zwerchfellbruch (Hiatushernie)

Bei einem Zwerchfellbruch verlagern sich Anteile des Magens durch die Lücke im Zwerchfell nach oben, durch die normalerweise nur die Speiseröhre nach unten zieht. Kleine Brüche können zu mäßigen, anhaltenden Beschwerden führen, während größere Brüche sehr schwere Schmerzen verursachen und einen Notfall darstellen. In der Regel ist eine Operation notwendig.

Psychische Faktoren

Stress, Angst und psychische Belastungen können ebenfalls zu Schmerzen und Brennen im Bereich des Solarplexus führen. In manchen Fällen werden die Beschwerden fälschlicherweise als Angina-pectoris-Symptome interpretiert.

Seltene Ursachen

In seltenen Fällen können Krebserkrankungen im Magen (Magenkarzinom) oder in der Speiseröhre (Ösophaguskarzinom) Beschwerden im Oberbauch verursachen. Dies betrifft hauptsächlich ältere Menschen, und die Symptome treten oft erst im fortgeschrittenen Stadium auf. Dazu gehören Schluckbeschwerden, Appetitlosigkeit, Erbrechen und ungewollter Gewichtsverlust.

Warnsymptome

Es gibt verschiedene Warnsymptome, die auf eine ernste zugrunde liegende Ursache hindeuten. Liegen diese vor, ist eine rasche ärztliche Untersuchung wichtig:

  • Erstmaliges Auftreten der Beschwerden im Alter über 40 Jahre
  • Symptome verstärken sich im Lauf der Zeit
  • Nächtliche Beschwerden
  • Fieber
  • Anhaltendes Erbrechen
  • Blutiges Erbrechen (auch schwarzes Blut)
  • Schwarzer Stuhl (Hinweis auf Magenblutung)
  • Unabsichtliche Gewichtsabnahme
  • Schluckbeschwerden

Diagnose

Die Diagnose von Brennen am Solarplexus erfordert eine sorgfältige Anamnese, körperliche Untersuchung und gegebenenfalls weitere diagnostische Maßnahmen.

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Anamnese und körperliche Untersuchung

In einem ausführlichen Gespräch erfasst der Arzt die genauen Beschwerden, deren Dauer, Häufigkeit und Intensität. Bei der körperlichen Untersuchung wird der Bauch abgetastet, um mögliche Schmerzpunkte oder Auffälligkeiten festzustellen.

Laboruntersuchungen

Blutuntersuchungen können Hinweise auf Blutarmut, Entzündungen, Lebererkrankungen u. a. geben. Außerdem wird eine Untersuchung auf Helicobacter pylori empfohlen. Die Bakterien können im Stuhl oder über einen Atemtest nachgewiesen werden. Zusätzlich kann ein Test auf Blut im Stuhl durchgeführt werden.

Bildgebende Untersuchungen

Eine Ultraschalluntersuchung wird durchgeführt, um Erkrankungen im Bereich der Galle und der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) auszuschließen. Mit einer Spiegelung von Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm (Ösophago-Gastro-Duodenoskopie) kann die Schleimhaut auf Veränderungen untersucht werden. Dazu wird das Gastroskop, ein flexibler Schlauch mit einer Kamera und einer Lampe, über die Speiseröhre in den Magen eingeführt. Bei zusätzlichen Reizdarm-Beschwerden kann auch eine Darmspiegelung (Koloskopie) erwogen werden.

Weitere Untersuchungen

In einzelnen Fällen sind weitere Untersuchungen zur Abklärung hilfreich, z. B. verschiedene Atemtests zur Diagnose von Kohlenhydratunverträglichkeiten.

Behandlung

Die Behandlung von Brennen am Solarplexus richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache. Ziel der Behandlung ist, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern.

Medikamentöse Behandlung

  • Protonenpumpenhemmer (PPI): Bei funktioneller Dyspepsie oder Refluxkrankheit können PPI die Säurebildung im Magen unterbinden und so Sodbrennen und Oberbauchschmerzen lindern. Für einen Einnahmezeitraum bis zu 14 Tagen stehen in der Selbstmedikation Esomeprazol, Omeprazol und Pantoprazol (jeweils 20 mg) zur Verfügung.
  • Antazida: Bei leichterer Symptomatik können Antazida die Magensäure binden und so akute Beschwerden lindern. Sie werden anderthalb bis zwei Stunden nach einer Mahlzeit und im Abstand von zwei Stunden zu anderen Medikamenten eingenommen.
  • Pflanzliche Präparate: Bestimmte pflanzliche Präparate können ebenfalls lindernd wirken. Verwendet werden u. a. Pfefferminze, Kümmelöl, Bauernsenf, Wermut, Enzian, Angelikawurzel, Kamille und Melisse.

Nicht-medikamentöse Maßnahmen

  • Ernährungsumstellung: Eine Anpassung der Ernährungsgewohnheiten kann bei vielen Betroffenen zu einer deutlichen Verbesserung der Symptome führen. Wichtig ist, lieber vier bis fünf kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt zu essen statt zwei, drei große. Ein hoher Konsum von Fertigprodukten und Fast Food sollte vermieden werden.
  • Vermeidung von Auslösern: Bestimmte Lebensmittel und Getränke können Sodbrennen und Oberbauchbeschwerden verstärken. Dazu gehören fettreiche Speisen, Zitrusfrüchte, Kaffee, Alkohol und kohlensäurehaltige Getränke.
  • Gewichtsreduktion: Übergewicht kann den Druck auf den Magen erhöhen und so Sodbrennen begünstigen. Eine Gewichtsreduktion kann daher die Beschwerden lindern.
  • Rauchstopp: Rauchen kann die Muskelspannung des Schließmuskels am Mageneingang mindern und so Sodbrennen fördern. Ein Rauchstopp ist daher ratsam.
  • Entspannungstechniken: Stress und psychische Belastungen können die Symptome verstärken. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder autogenes Training können helfen, Stress abzubauen und die Beschwerden zu lindern.
  • Körperliche Aktivität: Regelmäßige Bewegung kann die Verdauung fördern und so Oberbauchbeschwerden reduzieren.
  • Schlafposition: Beim Schlafen sollte der Oberkörper etwas höher gelagert werden, um den Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre zu reduzieren.
  • Atemübungen: Spezielle Atemübungen können helfen, das Zwerchfell zu entspannen und so den Druck auf den Magen zu verringern.

Alternative Therapien

  • Aroma-Therapie: Durch Verdampfen oder Räuchern von ätherischen Ölen kann Einfluss auf den Energiefluss genommen werden.
  • Yoga: Yoga kann helfen, den Energiefluss zu fördern und das Solarplexus Chakra zu öffnen.
  • Transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS): Eine Art elektromedizinische Reizstromtherapie, die in Arzt- oder Physiotherapiepraxen oder auch zu Hause angewandt werden kann.

Der Solarplexus in der Chakrenlehre

In der Chakrenlehre wird der Solarplexus als das Manipura Chakra bezeichnet, das dritte der sieben Chakren. Eine Störung des Energieflusses in diesem Chakra kann zu Verdauungsproblemen, Störungen der Bauchspeicheldrüse oder Gallenblasenproblemen führen. Um das Manipura Chakra wieder zu öffnen, werden verschiedene Methoden empfohlen, darunter Aroma-Therapie und Yoga.

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