Der Begriff "Brummschädel" wird umgangssprachlich, besonders in Österreich, oft in der Schweiz, gelegentlich in Süddeutschland und Mitteldeutschland als Synonym für Kopfschmerz verwendet. Kopfschmerzen sind ein weit verbreitetes Phänomen, das viele Menschen betrifft. Sie können in unterschiedlicher Intensität und Form auftreten und verschiedene Ursachen haben. In diesem Artikel werden wir uns eingehend mit Kopfschmerzen, Migräne und deren Unterscheidung befassen.
Was sind Kopfschmerzen?
Kopfschmerz ist ein Schmerz, der in der oberen Region des Kopfes spürbar ist. Es gibt verschiedene Arten von Kopfschmerzen, die sich in ihren Symptomen, Ursachen und Behandlungen unterscheiden.
Kollokationen:
- Mit Adjektivattribut: chronischer, halbseitiger Kopfschmerz; bohrender, hämmernder, stechender Kopfschmerz; quälende Kopfschmerzen
- Als Akkusativobjekt: Kopfschmerzen auslösen, bekommen, hervorrufen; den Kopfschmerz lindern
- In Präpositionalgruppe/-objekt: an, unter Kopfschmerzen leiden; über Kopfschmerzen klagen; gegen Kopfschmerz helfen; ein Mittel gegen Kopfschmerzen
- In Koordination: Kopfschmerz und Erbrechen, Fieber, Migräne, Schwindel, Übelkeit
- Mit Prädikativ: Kopfschmerz ist ein Symptom für, die Folge von etw.
- Als Aktivsubjekt: Kopfschmerzen plagen jmdn., treten auf, lassen nach
- In vergleichender Wort-/Nominalgruppe: Symptome, Nebenwirkungen wie Kopfschmerz
Beispiele:
- ein leichter, starker, bohrender, anhaltender Kopfschmerz
Kopfschmerzen können viele Ursachen haben, wie z.B. Überbelastung oder zu wenig Flüssigkeit.
Migräne: Mehr als nur Kopfschmerzen
Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die sich von gewöhnlichen Kopfschmerzen unterscheidet. Sie ist durch wiederkehrende, anfallsartige Kopfschmerzen gekennzeichnet, die von weiteren Symptomen begleitet sein können. Migräne ist keine Folge eines stressigen Lebens, sondern eine eigenständige primäre Erkrankung und nie das Symptom einer anderen Erkrankung! Betroffene sind weder arbeitsunwillig, psychisch krank noch suchen sie nach Aufmerksamkeit.
Symptome der Migräne:
- Meist einseitige, stechende, hämmernde, pulsierende Kopfschmerzen
- Übelkeit und Erbrechen
- Licht- und Geräuschempfindlichkeit
- Aura (visuelle oder neurologische Störungen vor oder während des Anfalls)
Die chronische Migräne ist kein simpler Kopfschmerz, sondern einer der schlimmsten Schmerzzustände, die Menschen heimsuchen. Sie zählt zu den schwersten Behinderungen, insbesondere von Frauen. So bestehen nicht nur die typischen meist einseitigen, stechenden, hämmernden, pulsierenden Kopfschmerzen - nein, der gesamte Körper ist in Mitleidenschaft gezogen.
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Ursachen von Kopfschmerzen und Migräne
Die genauen Ursachen von Kopfschmerzen und Migräne sind noch nicht vollständig geklärt. Es wird angenommen, dass verschiedene Faktoren eine Rolle spielen können:
- Genetische Veranlagung: Migräne tritt häufig familiär gehäuft auf.
- Hormonelle Veränderungen: Besonders bei Frauen können hormonelle Schwankungen, z.B. während des Menstruationszyklus, Migräneattacken auslösen.
- Stress: Stress kann sowohl Kopfschmerzen als auch Migräne begünstigen.
- Ernährung: Bestimmte Nahrungsmittel oder Getränke (z.B. Alkohol, Käse, Schokolade) können bei manchen Menschen Kopfschmerzen oder Migräne auslösen.
- Umweltfaktoren: Wetterumschwünge, Lärm oder grelles Licht können ebenfalls eine Rolle spielen.
- Gehirnaktivität: Migräne wird mit Veränderungen der Gehirnaktivität in Verbindung gebracht, insbesondere mit einer vorübergehenden Erweiterung von Blutgefäßen im Gehirn, die sich danach schnell wieder erweitern.
Diagnose und Behandlung
Die Diagnose von Kopfschmerzen und Migräne erfolgt in der Regel durch eine ausführliche Anamnese und körperliche Untersuchung. In manchen Fällen können weitere Untersuchungen wie eine Magnetresonanztomographie (MRT) des Gehirns erforderlich sein, um andere Ursachen auszuschließen.
Behandlungsmöglichkeiten:
- Schmerzmittel: Bei leichten bis mittelschweren Kopfschmerzen können rezeptfreie Schmerzmittel wie Paracetamol oder Ibuprofen helfen. Bei Migräne können spezielle Migränemittel (Triptane) eingesetzt werden.
- Vorbeugende Medikamente: Bei häufigen oder schweren Migräneattacken können vorbeugende Medikamente wie Betablocker, Antidepressiva oder Antiepileptika eingesetzt werden.
- Nicht-medikamentöse Therapien: Entspannungstechniken, Akupunktur, Physiotherapie oder eine Verhaltenstherapie können ebenfalls hilfreich sein.
- CGRP-Antikörper: MSVV CGRP-Antikörper.
Umgang mit Kopfschmerzen und Migräne im Alltag
Betroffene lieben und brauchen frische Luft und gehen hinaus, so oft es möglich ist. Gemäßigter Ausdauersport kann prophylaktisch wirken und wird auch oft betrieben in schmerzfreien Zeiten. Während einer Attacke ist sportliche Betätigung nicht möglich. Viele sind bettlägerig und fühlen sich schwer krank.
Tipps für den Alltag:
- Regelmäßiger Tagesablauf: Achten Sie auf einen regelmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmus und regelmäßige Mahlzeiten.
- Stressmanagement: Lernen Sie Entspannungstechniken und bauen Sie Stress ab.
- Ausreichend Flüssigkeit: Trinken Sie ausreichend Wasser über den Tag verteilt.
- Gesunde Ernährung: Vermeiden Sie Trigger-Nahrungsmittel und achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung.
- Bewegung: Regelmäßige Bewegung kann Kopfschmerzen und Migräne vorbeugen.
- Pausen: Planen Sie Pausen ein.
- Körper abkühlen: den Körper abkühlen sowie frisches Wasser trinken.
Was man vermeiden sollte
Tipps dieser Art sind zwar gut gemeint, für Betroffene aber eher ein Ärgernis, denn hilfreich. Würde man einem Patienten mit Beinbruch raten, sich ein Hobby zu suchen, um damit die Heilung zu beschleunigen? Wenn es denn so einfach wäre. Natürlich wird man die Attacke behandeln, doch meist bestehen ja nicht nur der Schmerz, sondern weitere schwer behindernde Zustände wie oben beschrieben. Zudem wirkt nicht jede Tablette zuverlässig und ausreichend gut, mit einer einzigen Tablette ist es meist auch nicht getan.
- Diäten sind wirkungslos. Wichtig ist vielmehr eine vollwertige Mischkost, die ausreichend Kohlenhydrate enthalten sollte.
- Allergien als Ursache: Migräne ist eine eigenständige neurologische Erkrankung, die nicht durch Allergien bedingt ist. Auch besteht keine Vergiftung im Körper, nichts muss ausgeleitet, entschlackt oder entsäuert werden.
- Pauschale Ratschläge: Wenn Du dies oder jenes nicht versuchst, kann man Dir auch nicht helfen. Solche oder ähnliche Tipps und Fragen helfen keinem Betroffenen. Haben Sie sich auch schon solche Rat-“Schläge” anhören dürfen? Kennen Sie mehr? Teilen Sie diesen Beitrag.
Spezialisierte Hilfe
Für Menschen, die unter häufigen und starken Kopfschmerzen oder Migräne leiden, kann es sinnvoll sein, sich an einen Spezialisten zu wenden. Die Neurologisch-verhaltensmedizinische Schmerzklinik Kiel unter der Leitung von Prof. Dr. med. Dipl. Psych. Hartmut Göbel bietet spezielle Therapien für Migräne mit und ohne Aura, Migräne-Komplikationen, chronische Spannungskopfschmerzen, Kopfschmerz bei Medikamentenübergebrauch, Clusterkopfschmerz, Nervenschmerz (neuropathischer Schmerz), Rückenschmerz und andere Formen chronischer Schmerzerkrankungen an.
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Aufnahmeformalitäten:
- Ihr behandelnder Arzt stellt eine Verordnung von Krankenhausbehandlung aus.
- Bitten Sie Ihren Arzt, die Aufnahme-Checkliste auszufüllen.
- Füllen Sie den Schmerzkalender und den Schmerzfragebogen aus.
- Senden Sie alle Unterlagen und zusätzlich Kopien aller relevanter Arztbriefe, Röntgenbilder etc. an die auf der Aufnahme-Checkliste angegebene Anschrift.
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