CBD-Tropfen zur Linderung von Nervenschmerzen: Dosierung und Anwendung

Cannabidiol (CBD) hat sich in den letzten Jahren als eine vielversprechende natürliche Option zur Linderung verschiedener Beschwerden etabliert, darunter auch Nervenschmerzen. Im Gegensatz zu Tetrahydrocannabinol (THC) wirkt CBD nicht berauschend und macht nicht abhängig. Stattdessen werden CBD eine Vielzahl von positiven Wirkungen auf die Gesundheit und das Wohlbefinden zugeschrieben. Es soll unter anderem schmerzlindernd und entzündungshemmend wirken, den Schlaf verbessern sowie epileptische Anfälle, Angstzustände und Depressionen verringern können. Studien legen nahe, dass CBD bei Depressionen als schnell wirkendes Antidepressivum hilfreich sein könnte.

Die richtige Dosierung und die Darreichungsform von CBD sind entscheidend für die Wirksamkeit. Am beliebtesten ist CBD Öl, da es leicht anzuwenden ist und praktisch überall hin mitgenommen werden kann. Konzentrationen von 5% bis 10% sind für Erstanwender geeignet.

Was ist CBD und wie wirkt es?

CBD ist ein nicht-psychoaktives Phytocannabinoid aus der Cannabis sativa Pflanze, das über multiple Mechanismen im zentralen Nervensystem wirkt, einschließlich der Modulation des Endocannabinoid-Systems und der Aktivierung von Serotoninrezeptoren. Cannabidiol (CBD) interagiert mit dem körpereigenen Endocannabinoid-System (ECS), jedoch auf eine Weise, die sich von anderen Cannabinoiden wie Tetrahydrocannabinol (THC) unterscheidet. Es beeinflusst auch andere Rezeptoren und Kanäle, wie den 5-HT1A-Serotoninrezeptor, was seine anxiolytischen und antidepressiven Effekte erklären könnte. Darüber hinaus hemmt CBD die Aufnahme von Adenosin, wodurch es entzündungshemmend und neuroprotektiv wirken kann.

Das Endocannabinoid-System (ECS) kommt im Gehirn und Nervensystem aller Säugetiere vor. Durch die Interaktion mit den Rezeptoren kann sich die Wirkung von CBD Öl schmerzlindernd und auch entzündungshemmend zeigen. Zudem gehen Forscher der Hypothese nach, dass die Einnahme von CBD Öl die körpereigene Herstellung von Cannabinoiden aktivieren kann. Bekannt ist in der Medizin seit längerem, dass Schmerzen durch eine zu geringe Konzentration an Anandamid entstehen. Hierbei handelt es sich um ein körpereigenes Cannabinoid. Das zeigt, dass es sich bei CBD Öl um einen natürlichen Wirkstoff handelt, der körpereigenen Prozessen sehr entgegenkommt. In der Forschung wird derzeit untersucht, ob CBD den Körper daran hindert, Anandamid abzubauen.

CBD Öl bei Nervenschmerzen

Neuropathische Schmerzen gehören zu den herausforderndsten Formen chronischer Schmerzen. Sie entstehen durch Nervenschäden oder Fehlfunktionen des Nervensystems und zeichnen sich durch anhaltende Beschwerden wie Brennen, Stechen oder Taubheitsgefühle aus. Aktuelle Studien unterstreichen das Potenzial von CBD (Cannabidiol) bei der Behandlung neuropathischer Schmerzen. Eine weitere Studie untersuchte, wie die Signalwege der CB1-Cannabinoid-, TRPV1-Vanilloid- und NMDA-Glutamatrezeptoren im Gehirn zusammenwirken, um die Symptome von neuropathischen Schmerzen zu regulieren. Die Forscher konnten zeigen, dass die Interaktion dieser Rezeptoren eine Schlüsselrolle in der Schmerzwahrnehmung spielt.

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Cannabinoide wie CBD sind zentrale Hoffnungsträger für die Behandlung von neuropathischen Schmerzen. Die Anwendungsmöglichkeiten sind vielfältig, die Nebenwirkung sehr gering. Zwar ist die Studienlage noch nicht eindeutig, aber dennoch weisen viele Studienergebnisse auf den hohen therapeutischen Nutzen von Cannabinoiden hin.

Wie CBD bei Nervenschmerzen helfen kann

Studien zeigen, dass CBD sehr gut helfen kann, neuropathische Schmerzen zu lindern. CBD wirkt entzündungshemmend, was wohl die Hauptursache für die Linderung der Schmerzen ist. CBD kann zudem durch seine Interaktion mit dem Endocannabinoid-System direkt schmerzlindernd wirken.

Die richtige Dosierung von CBD Öl

Die optimale Dosierung von CBD in Tropfen ist von vielen Faktoren abhängig. Ein Cannabis-Arzt kann die für deinen individuellen Fall präzise Dosierung schneller bestimmen. Die Dosierung hängt unter anderem vom Anwendungszweck ab: Soll CBD beruhigend wirken oder Schmerzen lindern? Zudem reagieren Menschen unterschiedlich auf Wirkstoffe und Dosierungen. Wissenschaftliche Studien verwenden Tagesdosen zwischen 20 mg und 1.500 mg CBD und bestätigen, dass es keine universell richtige Dosierung gibt. Individuelle Faktoren wie Körpergewicht, Körperchemie, Anwendungsbereich und Konzentration des CBD Öls spielen eine Rolle. Für Anfänger empfiehlt sich eine niedrigere Konzentration wie 5%- oder 10%-iges CBD Öl. Hohe Dosierungen sollten nur unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.

Es gibt keine einheitliche Dosierungsempfehlung für CBD Öl. Die richtige Dosierung liegt deshalb in der Hand des Einzelnen. Anhand von Studienergebnissen können allgemeine Empfehlungen zur Dosierung gegeben werden. Diese werden eingeteilt in Mikro-, Standard- und Makrodosierungen. Die Empfehlungen setzen hochwertige CBD Produkte mit einer ausgezeichneten Bioverfügbarkeit voraus. Für konkrete Empfehlungen sollte Rücksprache mit dem behandelnden Arzt gehalten werden. Dieser kann Ihnen verbindliche Empfehlungen aussprechen.

  • Mikrodosierungen: Gelten als niedriger CBD-Spiegel im Bereich von 0,5-20 mg CBD pro Tagesdosis. Sie sind vor allem zum Herantasten geeignet und somit ideal für den Einstieg. Mikrodosierungen werden bei einer Vielzahl von Thematiken rund um das Wohlbefinden eingesetzt.
  • Standarddosierungen: Liegen im Bereich zwischen 10-100 mg CBD pro Tagesdosis. Sie erweisen sich als nützlich bei bestimmten körperlichen und psychischen Thematiken.
  • Makrodosierungen: Hohe Dosierungen sollten nur unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.

Tipps zur richtigen CBD Öl Dosierung

Hier jetzt ein paar grundlegende Tipps für deine CBD Öl Dosierung:

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  • Beginne mit einer niedrigen Dosis und erhöhe bei Bedarf schrittweise.
  • Warte einige Tage, bevor du die Dosierung erhöhst, um eine spürbare Wirkung zu bemerken.
  • Bei Konzentrationen ab 10% CBD immer Rücksprache mit dem Arzt halten.
  • Dokumentiere die eingenommene Menge und die Intensität deiner Beschwerden, um die Dosierungen nachvollziehen und anpassen zu können.

Beispiel: Zur Linderung chronischer Schmerzen kannst du mit einer Dosis von 20-40 mg CBD pro Tag beginnen (4-8 Tropfen). Nach einer Woche erhöhst du die Dosis um 5 mg (einen Tropfen) und beobachtest die Wirkung. Wiederhole diesen Vorgang, bis du eine spürbare Verbesserung bemerkst.

Berechnung des CBD-Gehalts pro Tropfen

Die Konzentration von CBD Öl steht üblicherweise auf der Flasche oder Verpackung. Idealerweise wird angegeben, wie viel CBD in einem Tropfen enthalten ist, was die Dosierung erleichtert. Manchmal steht nur die Gesamtmenge an CBD auf der Verpackung, was etwas Rechnen erfordert. Hier einige hilfreiche Informationen:

  • Ein Tropfen CBD Öl entspricht etwa 0,05 ml.
  • In einer 10 ml Flasche CBD Öl sind etwa 200 Tropfen enthalten.
  • Bei einer Konzentration von 10 % CBD entspricht ein Tropfen etwa 5 mg CBD.

Anwendung von CBD Öl

Üblicherweise werden für die orale Anwendung einige Tropfen CBD-Öl unter die Zunge geträufelt. ‍Mit wenigen Tropfen erreichst du die gewünschte Menge, hältst sie unter der Zunge für etwa 20-30 Sekunden, bevor du sie herunterschluckst. Die Wirkstoffe gelangen über die Mundschleimhaut schnell in den Körper und entfalten ihre Wirkung. Alternativ kannst du das Öl auch auf ein Stück Zucker oder Brot tropfen.

Für eine optimale Wirkung von CBD Öl bei Polyneuropathie sollten einige praktische Aspekte beachtet werden. Die Einnahme sollte regelmäßig erfolgen, idealerweise zur gleichen Tageszeit, um einen konstanten CBD-Spiegel im Körper zu gewährleisten. Bei der sublingualen Anwendung sollte das CBD Öl für 60-90 Sekunden unter der Zunge gehalten werden, bevor es geschluckt wird. Dies ermöglicht eine optimale Aufnahme über die Mundschleimhaut und führt zu einer schnelleren Wirkung.

Alternative Darreichungsformen

Da für manche Menschen die Anwendung von CBD als klassisches Öl jedoch nicht so komfortabel ist - zum Beispiel weil ihnen der Geschmack nicht zusagt - gibt es spezielle Produkte wie CBD-Minzöl, bei dem der intensive Hanfgeschmack mit natürlichem Minzöl ausgeglichen wird.

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Neben CBD Öl gibt es mit Cremes oder einem speziellen Gel noch andere, punktgenaue Anwendungsmöglichkeiten auf der Haut. Mittlerweile bieten zahlreiche Hersteller spezielle Cremes mit CBD an, die auf der Haut aufgetragen werden. Auch auf der Haut in Form von Cremes oder Salben wirkt CBD schmerzlindernd, da auch hier das Cannabinoid-System beeinflusst wird, sodass von einer schmerzlindernden Wirkung auszugehen ist.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Cannabidiol kann die Plasmakonzentrationen von Medikamenten, die durch bestimmte CYP-Enzyme und UGT-Enzyme metabolisiert werden, beeinflussen.

  • CYP3A4- oder CYP2C19-Induktoren: Starke Induktoren dieser Enzyme, wie Carbamazepin oder Rifampicin, können die Wirksamkeit von Cannabidiol verringern, indem sie dessen Plasmakonzentrationen reduzieren.
  • UGT-Inhibitoren: Da Cannabidiol ein Substrat für bestimmte UGT-Enzyme ist, kann die gleichzeitige Anwendung von UGT-Inhibitoren die Cannabidiol-Konzentrationen erhöhen.
  • Antiepileptika: Die gleichzeitige Einnahme von Cannabidiol mit Antiepileptika kann zu Wechselwirkungen führen.
  • Clobazam: Bei gemeinsamer Anwendung mit Cannabidiol können die Konzentrationen von Clobazam und dessen Metaboliten erhöht sein, was zu verstärkten Wirkungen und Nebenwirkungen führen kann.
  • Valproat: Die Kombination mit Cannabidiol kann das Risiko für erhöhte Transaminasewerte steigern.
  • Stiripentol: Die Kombination mit Cannabidiol kann zu einem leichten Anstieg der Stiripentol-Konzentrationen führen.
  • Phenytoin und Lamotrigin: Die gleichzeitige Anwendung mit Cannabidiol kann die Konzentrationen dieser Medikamente erhöhen.

Bei regelmäßiger Medikamenteneinnahme sollte die Anwendung von CBD Öl zuerst mit dem Arzt besprochen werden.

Mögliche Nebenwirkungen

CBD gilt als gut verträglich. Studien haben gezeigt, dass selbst hohe Dosen (bis zu 1.500 mg pro Tag) gut vertragen werden. Es gibt jedoch Hinweise aus Tierstudien, dass Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten möglich sind. Nebenwirkungen von CBD sind selten, können jedoch verstärkte Müdigkeit, Veränderungen des Appetits, Durchfall oder Gewichtsveränderungen umfassen.

Cannabidiol hat einen großen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen, da es Somnolenz und Sedierung verursachen kann. Cannabidiol kann dosisabhängig zu einem Anstieg der Leberenzyme führen, besonders in den ersten zwei Monaten nach Behandlungsbeginn. Dieses Risiko steigt bei gleichzeitiger Einnahme von Valproat. Vor und während der Behandlung mit Cannabidiol ist eine regelmäßige Überwachung der Leberwerte erforderlich.

Rechtliche Aspekte

Seit dem 1. April 2024 ist medizinisches Cannabis in Deutschland nicht mehr im Betäubungsmittelgesetz (BtMG) gelistet. Sie können es auf einem regulären eRezept verordnen - ohne BtM-Formular. Voraussetzung bleibt: Die Patientin oder der Patient leidet an einer schwerwiegenden Erkrankung, und andere Therapien schlagen nicht an oder sind nicht möglich.

Wenn Sie CBD Öl gegen Schmerzen kaufen wollen, können Sie das in Deutschland völlig legal und rezeptfrei tun. Wichtig ist, dass der THC-Gehalt bei maximal 0,2 % liegt. Andernfalls würde die ärztliche Verschreibungspflicht greifen.

Fazit

CBD ist ein nicht-berauschender Pflanzenstoff aus der Cannabispflanze, der vielseitig einsetzbar ist - etwa bei innerer Unruhe oder Schlafproblemen. Die richtige Dosierung hängt vom individuellen Bedarf ab und sollte langsam gesteigert werden. Besonders bei höheren Konzentrationen oder bestehender Medikation ist ärztlicher Rat sinnvoll. Nebenwirkungen sind selten, aber möglich. CBD ersetzt keine medizinische Behandlung.

Es gibt bereits zahlreiche Studien, die eine positive Wirkung von Cannabidiol aus der Hanfpflanze bei Schmerzen bestätigen. So verwundert es sich, dass immer mehr Ärzte CBD als Ergänzung oder auch Bereicherung der klassischen Schmerztherapie anwenden. Mit CBD Öl steht eine frei verkäufliche Alternative bereit, die jeder testen kann.

FAQ

Mit wie viel CBD sollte ein Anfänger beginnen?

Für den Einstieg werden meist 5-10 mg CBD pro Tag empfohlen. Die Dosis kann langsam angepasst werden. Im Zweifel: ärztlichen Rat einholen.

Wie viel CBD-Öl sollte ich in mein Getränk geben?

2-3 Tropfen eines 5 %-CBD-Öls gelten als gängige Startmenge. Am besten mit einem fetthaltigen Getränk mischen. Dosierung individuell anpassen.

Wie nimmt man CBD Öl ein?

Diese Methode ist besonders weit verbreitet. Die Wahl der richtigen CBD Öl Stärke hängt von Ihrem Anwendungsbereich ab. Beginnen Sie immer mit der empfohlenen Startdosis und steigern Sie schrittweise wöchentlich, bis Sie die für Sie optimale Wirkung erreichen. Die individuelle Toleranz ist entscheidend - jeder Körper reagiert unterschiedlich auf CBD. Sollten Sie bereits bei einer niedrigeren Dosis die gewünschte Wirkung spüren, ist eine weitere Steigerung nicht nötig. Hören Sie auf Ihren Körper und finden Sie Ihre persönliche optimale Dosierung.

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