Die Charité - Universitätsmedizin Berlin, mit ihrer Klinik für Neurologie mit Experimenteller Neurologie, ist an den Standorten Berlin-Mitte (CCM), Berlin-Steglitz (CBF) und Berlin-Wedding (CVK) vertreten. Sie bietet ein breites Spektrum an diagnostischen und therapeutischen Leistungen für Erkrankungen des Nervensystems. Jährlich werden hier über 8.000 neurologische Fälle stationär und über 20.000 Patientinnen und Patienten ambulant betreut. Die Charité führt eine Vielzahl selbst von Wissenschaftler:innen der Charité eigeninitiierter Studien durch, dazu existieren u.a. Wissenschaftler/innen der Charité sind an einer Vielzahl wissenschaftlicher Journale in den Editorial Boards beteiligt. die Charité hat als universitäre Einrichtung das Promotionsrecht und vergibt den Dr. med, den Dr. med. dent, den Dr. rer. medic.
Struktur und Organisation der Neurologischen Klinik
Die Neurologische Klinik der Charité ist an drei Standorten vertreten und bietet sowohl stationäre als auch ambulante Versorgung an. An allen drei Standorten (CCM, CVK, CBF) gibt es neurologische Hochschulambulanzen mit Spezialsprechstunden zu verschiedenen neurologischen Erkrankungen.
Schwerpunkte der Neurologischen Klinik
Das Team der Neurologie bietet die komplette Diagnostik und Behandlung von Erkrankungen des peripheren und zentralen Nervensystems an. Zu den neurologischen Schwerpunkten gehören:
- Schlaganfall und neurovaskuläre Erkrankungen
- Neuroimmunologie und Multiple Sklerose
- Bewegungsstörungen und Parkinson
- Neuropathien und Muskelerkrankungen
- Epilepsie und Anfallserkrankungen
- Kopfschmerzen und Gesichtsschmerzen
- Seltene neurologische Erkrankungen wie Amyotrophe Lateralsklerose, Myastenia gravis und Enzephalitis
Schlaganfall und Neurovaskuläre Erkrankungen
Die Charité verfügt über eine spezialisierte Schlaganfalleinheit zur Akutversorgung von Patienten mit Schlaganfall. Die Schwerpunkte der Sprechstunde sind: Schlaganfall (Infarkte und Blutungen im Gehirn) Erkrankungen der Halsschlagadern (Verengungen der hirnversorgenden Arterien z.B.
Neuroimmunologie und Multiple Sklerose
In der Sprechstunde werden Patientinnen und Patienten mit Multipler Sklerose und anderen chronisch-entzündlichen Erkrankungen des zentralen Nervensystems (z. B. behandelt. Die Charité bietet alle relevanten Untersuchungstechniken (Liquor- und allgemeine Labordiagnostik, elektrophysiologische Verfahren etc.) zur differenzierten Behandlung dieser "neuroimmunologischen" Erkrankungen. Die Durchführung eingeleiteter Behandlungsmaßnahmen, wie z.B. Hochdosis-Kortisontherapien, Tysabri- und Mitoxantron-Infusionen, kann innerhalb der Ambulanz oder stationär erfolgen. Dies bezieht sich auch auf die Behandlung komplexer Probleme im Krankheitsverlauf, z.B. durch spasmolytische Injektionen von Botulinumtoxin (AG Bewegungsstörungen).
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Bewegungsstörungen und Parkinson
Die Charité bietet spezialisierte Sprechstunden für Patienten mit Bewegungsstörungen an. Die Schwerpunkte sind: Idiopathisches Parkinson-Syndrom (M. Parkinson) Dystonien (z.B. zervikale Dystonie, Schreibkrampf, generalisierte Dystonie) Tremor-Erkrankungen (z. B. Essentieller Tremor, Parkinson-Tremor) Seltene Bewegungsstörungen (z.B.
Das gesamte diagnostische und therapeutische Spektrum steht hierzu zur Verfügung. Ausgedehnte Erfahrung besteht insbesondere in der Indikationsstellung und Anwendung folgender therapeutischer Maßnahmen: Medikamentöse Behandlung von M. Parkinson in allen Stadien der Erkrankung inklusive Apomorphin-und Duodopa-Pumpen-Behandlung. Als Charité-Studienzentrum führen wir eine Reihe von Therapie-Studien bei Bewegungsstörungen durch.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Verbesserung der Behandlung von Parkinson-Patienten mit abwechselnd gehemmter und überschießender Beweglichkeit (sogenanntes On-Off-Phänomen). In diesem Rahmen lassen die Betroffenen ihren Zustand an 30 aufeinanderfolgenden Tagen im häuslichen Umfeld mit standardisierten Videoaufnahmen dokumentieren. Dieses Bildmaterial wird dann von Spezialisten der neurologischen Klinik zusammen mit dem zuweisenden Neurologen ausgewertet, um die Probleme des Patienten in seinem Alltag zu erfassen und mit gezielten Behandlungsschritten Abhilfe zu schaffen.
Neuropathien und Muskelerkrankungen
In der Spezialambulanz für Muskelerkrankungen werden schwerpunktmäßig Patientinnen und Patienten mit entzündlichen Erkrankungen der Muskulatur (Myositis) betreut. Es handelt sich dabei um eine vielfältige Gruppe autoimmun-entzündlicher Erkrankungen der Muskulatur. Im Rahmen einer Myositis kann es zu Beschwerden in verschiedensten Organsystemen (u. a. Muskeln, Gelenke, Haut) kommen. Myositiden zeichnen sich dadurch aus, dass die Erkrankungen selten vorkommen und dass sie in der Regel eine interdisziplinäre Diagnostik und Behandlung erfordern. Die Betreuung unserer Patientinnen und Patienten erfolgt deshalb in interdisziplinärer Zusammenarbeit, u. a. mit der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Rheumatologie und Klinische Immunologie (einschl.
Die typischen Beschwerden der Patientinnen und Patienten mit Myositis sind Muskelschwäche, Muskelschwund oder Muskelschmerzen. Im Labor fällt oft eine Erhöhung der muskelspezifischen Kreatinkinase auf. Häufig lassen sich auch Antikörper gegen Muskelstrukturen nachweisen.
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Epilepsie und Anfallserkrankungen
Die Charité bietet spezialisierte Epilepsieambulanzen an. Kriterien für die Aufnahme in die Sprechstunde sind:
- Zeitnahe, umfassende diagnostische Abklärung von ersten epileptischen Anfällen
- Differentialdiagnostik zur Unterscheidung epileptischer Anfälle und nicht-epileptischer Ereignisse
- Optimierung der antiepileptischen Medikation im Fall von unerwünschten Nebenwirkungen oder fehlender Anfallsfreiheit; gegebenenfalls Beratung zu Epilepsiechirurgie
- Beratung zu Fahreignung, Empfängnisverhütung, Schwangerschaft und Stillzeit, sportlichen Aktivitäten, Reisen und Impfungen, Gebrauch von Genussmitteln und sonstigen Lebensbereichen
- Beratung und Behandlung von dissoziativen Anfällen (Spezialsprechstunde von Frau Dr.
Patienten werden gebeten, zum ersten Gespräch eine Person mitzubringen, die den Anfall gesehen hat und beschreiben kann. Die Charité plant für das erste Gespräch 45 Minuten ein.
Kopfschmerzen und Gesichtsschmerzen
Das Kopfschmerzzentrum der Klinik für Neurologie am Campus Mitte behandelt und betreut Patient:innen mit Kopf- und Gesichtsschmerzen.
Neuroonkologie
In enger Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen der Neurochirurgie, Radioonkologie, Neuropathologie, pädiatrischen Neuroonkologie, Hämatologie/Onkologie sowie Charité Comprehensive Cancer Center behandeln und begleiten wir Patientinnen und Patienten mit unter anderem folgenden Krankheitsbildern: Tumorerkrankungen des Gehirns und Rückenmarks sowie Tumoren des peripheren Nervensystems Erbliche Tumorprädispositionssyndrome, u.a.
Schwerpunkte der Sprechstunde sind: In enger Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen der Hämatologie / Onkologie, Gynäkologie sowie Neurochirurgie diagnostizieren und behandeln wir unter anderem folgende Krankheitsbilder: Unerwünschte Nebenwirkungen der Tumortherapie (Chemotherapie, Immuntherapie, Bestrahlung) Nervenschädigungen und neuropathische Schmerzen Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen bei Tumorerkrankung oder Tumortherapie Befall des Nervensystems im Rahmen der Tumorerkrankung, z.B.
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Schlafmedizin
Die Charité bietet eine Sprechstunde für Schlafmedizin an. Es werden Patienten aller Altersstufen ab dem 12. Im Besonderen sind wir auf folgende Fragestellungen spezialisiert: Verhaltensauffälligkeiten im Schlaf wie z. B. Schlafwandeln und/oder sonstige Bewegungen im Schlaf Abgrenzung von Parasomnien, schlafbezogenen epileptischen Anfällen und sonstigen Bewegungsstörungen im Schlaf Narkolepsie mit und ohne Kataplexie und sonstige Störungen, die mit einer erhöhten Tagesmüdigkeit und/oder oder Einschlafattacken einhergehen Syndrom der unruhigen Beine (Restless legs-Syndrom) Störungen in der Abfolge des Schlaf-Wach-Rhythmus (Phasenverschiebungen des Schlaf-Wach-Rhythmus) Abgrenzung zwischen primären Schlafstörungen von primär psychiatrischen Erkrankungen, die mit einer Schlafstörung einhergehen Schlafstörungen des Jugendalters alle sonstigen ungewöhnlichen Schlafstörungen Ferner können sich Patienten vorstellen, bei denen im Zusammenhang mit einer bereits diagnostizierten Erkrankung des Nervensystems (z…
Gedächtnisambulanz
In der Gedächtnisambulanz der Klinik für Neurologie am CBF findet die Diagnostik und Behandlung von Patientinnen und Patienten mit kognitiven Störungen und Demenzen statt. Zur ersten Vorstellung sollte sich die oder der Betroffene möglichst gemeinsam mit einer / einem nahen Angehörigen vorstellen. Falls vorhanden, sollten bei diesem Termin mitgebracht werden: Radiologische Untersuchungen des Kopfes (Computer oder Kernspintomographie, CT/MRT) - möglichst Originalbilder (elektronisch oder als Ausdruck) und Befunde Liste der regelmäßig eingenommenen Medikamente Weitere Vorbefunde und Blutuntersuchungen falls vorhanden
Die Diagnostik und Versorgung von Patienten mit Demenz und kognitiven Störungen stellt als Gedächtnissprechstunde einen Schwerpunkt unserer Praxis dar. Hierfür stehen alle Untersuchungen der Neurologie zur Verfügung, um eine ambulante Abklärung einer Gedächtnisstörung (leichtes oder mildes kognitives Defizit) oder einer Demenz (z.B. Alzheimer-Demenz, Lewy-Body-Demenz, Frontotemporale Demenz (FTD)) zu ermöglichen. Dazu gehören neben einer medizinisch-neurologischen Abklärung eine ausführliche neuropsychologische Demenz Diagnostik sowie eine Lumbalpunktion zur Bestimmung von Demenzbiomarkern und weiteren Parametern im Liquor. Alle diese Leistungen können ambulant zeitnah durchgeführt werden. Für erblich bedingte Alzheimer- oder FTD-Demenzerkrankungen bieten wir eine spezielle genetische Beratung wie auch eine molekulargenetische Abklärung an. In der FTD- und Alzheimer-Forschung arbeiten wir mit mehreren nationalen (z. B. dem Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen) wie auch internationalen Partnern (z. B. Auch haben wir eigene klinische Forschungsprojekte die sich um eine bessere Versorgung, Therapie und Charakterisierung von Demenz-Patienten drehen. Hier arbeiten wir weltweit mit anderen Gruppen zusammen.
Funktionelle Bewegungsstörungen
Funktionelle Bewegungsstörungen sind häufige Erkrankungen an der Schnittstelle von Neurologie und Psychosomatik. Neben der diagnostischen Klärung bei Verdacht auf funktionelle Bewegungsstörungen erfolgt eine integrierte neuro-psychosomatische Beurteilung sowie eine individuelle Therapieplanung und gegebenenfalls Verlaufsbeurteilung. Zudem stehen wir zur Beratung des Behandler:innen-Netzwerks zur Verfügung.
Post-COVID-Neurologie
Auch nach anderen viralen Infektionserkrankungen, wie Influenza oder Ebstein-Barr-Virus (EBV) können residuelle Beschwerden auftreten. Vor allem neurologische Beschwerden sind häufig und gehen besonders mit einer Einschränkung der Lebensqualität einher.
Botulinumtoxin-Therapie
In der Sprechstunde behandeln wir Patienten mit allen Indikationen zur Botulinumtoxin-Therapie (z.B. Darüber hinaus bieten wir in Kooperation mit Prof. Dr. für spezielle Fragestellungen insb.
Chorea
Die Chorea (griechisch für “Tanz“) ist eine Bewegungsstörung, die sich bei den Betroffenen mit schnellen, unwillkürlichen und irregulären Bewegungen zeigt. Die Ursachen der Chorea sind vielfältig (immunologisch, infektiös, Medikamenten-induziert und neurogenetisch). Die korrekte Zuordnung der ursächlichen Störung ist die wichtigste Voraussetzung für eine adäquate Therapie. Im Speziellen behandeln wir Patienten mit familiären neurodegenerativen choreatischen Erkrankungen, wie der Chorea-Huntington. Patienten mit dieser Bewegungsstörung haben häufig mehrere motorische Schwierigkeiten, insbesondere bei der Koordination und Umsetzung von Bewegungsabläufen. Das gesamte diagnostische und therapeutische Spektrum steht hier zur Verfügung.
Tiefe Hirnstimulation (THS, DBS, "Hirnschrittmacher")
Wir bieten Patienten mit Bewegungsstörungen (insb. Parkinson, Dystonie und Tremor) Beratung hinsichtlich der Indikation zur Tiefen Hirnstimulation (THS, DBS, "Hirnschrittmacher") an.
Forschungsschwerpunkte
Die Klinik für Neurologie ist sehr aktiv auf dem Feld der Erforschung des Nervensystems. Die Forscherinnen und Forscher der Neurologie untersuchen neurologische Erkrankungen auch in Verbundprojekten, z.B. Neben Schwerpunkten in der Erforschung des Schlaganfalls und der funktionellen Bildgebung des Gehirns, arbeiten viele weitere Arbeitsgruppen an unterschiedlichen Aspekten des Nervensystems, von der Molekulargenetik bis zur Kognitionsforschung.
Neurofilament Light Chain (NfL) Forschung bei ALS
Durch Unterstützung der Boris Canessa ALS Stiftung wird seit November 2020 ein Forschungsprogramm zum Biomarker Neurofilament Light Chain (NfL, Neurofilament leichte Kette) an führenden ALS-Zentren durchgeführt (NfL-ALS-Studie). Menschen mit ALS, die an einem NfL-Studienzentrum in Behandlung sind, können an dieser Studie teilnehmen. Es handelt sich um die umfangreichste NfL-Studie bei der ALS im internationalen Maßstab.
Die laufende Studie hat - in über Einstimmung mit Forschungsergebnissen aus anderen internationalen Forschungslaboren - wesentliche Erkenntnisse erbracht: Die Konzentration von NfL im Serum (oder Nervenwasser, „Liquor“) zeigt an, in welchem Maße die Nervenzellen im Gehirn und Rückenmark geschädigt werden. Dabei erfolgt die Versendung von Liquor- und/oder Blutproben in ein Speziallabor, in dem die NfL-Analyse technisch durchgeführt wird.
Die NfL-Bestimmung außerhalb von Klinikaufenthalten (ambulante NfL-Bestimmung im Blut) ist noch nicht als „Routinediagnostik“ etabliert. Die mit der NfL-Messung verbundenen Kosten bisher nicht von den Krankenkassen übernommen. Grundsätzlich ist die NfL-Messung als private Leistung erhältlich (Kosten bis 120 Euro pro Analyse). Dazu ist die Blutentnahme über eine wohnortnahe Arztpraxis und die Versendung an ein zertifiziertes Labor möglich (z. B.
Ein erhöhter NfL-Wert ist statistisch mit einer erhöhten ALS-Progression verbunden. Umgekehrt gilt ein geringerer NfL-Wert als günstiger prognostischer Faktor. Daher wird NfL auch als ALS-Progressionsmarker bezeichnet. Die Interpretation der NfL-Serumkonzentration ist jedoch nur im Zusammenhang mit anderen Prognosefaktoren der ALS sinnvoll und aussagekräftig. Wichtige prognostische Faktoren sind der Ort des Symptombeginns, bestimmte ALS-Varianten, die ALS-Progressionsrate, die Atemkapazität und Hustenkraft, das Körpergewicht, und andere Faktoren, die im Rahmen einer persönlichen ärztlichen Beratung erläutert und abgewogen werden.
Kann durch NfL die Diagnose einer ALS gestellt werden?
Durch eine alleinige NfL-Messung - ohne neurologische Untersuchung - kann keine Diagnose einer ALS gestellt werden. NfL ist demnach kein Diagnosemarker, sondern ein Biomarker für die ALS-Progression. So kann eine langsame ALS (mit geringer Progression) auch ohne Erhöhung von NfL verlaufen. Ein normaler (altersangepasster) NfL-Wert schließt daher die Diagnose einer ALS nicht aus (eingeschränkte „Sensitivität“ von NfL). Umgekehrt ist bei einem erhöhten NfL-Wert eine andere neurologische Erkrankung nicht auszuschließen, da mehrere neurologische Diagnosen bekannt sind (z.B. eine schwere Verlaufsform einer Polyneuropathie), die ebenfalls eine NfL-Erhöhung aufweisen können (eingeschränkte „Spezifität“ von NfL).
Welchen persönlichen Nutzen liefert der NfL-Wert?
Die NfL-Analyse trägt dazu bei, eine bessere Prognoseabschätzung für den individuellen Verlauf der ALS zu treffen. Dies kann für die weitere Behandlungs- und Versorgungsplanung von Nutzen sein. Grundsätzlich kann die genauere Abschätzung des Krankheitsverlaufes einen für die weitere Lebensgestaltung sowie die Veranlassung von medizinischer, technischer und sozialer Unterstützung von Bedeutung sein.
Ist die Wirksamkeit von Therapien am NfL-Wert erkennbar?
Für den die genetischen Medikamente Tofersen (bei ALS durch Mutationen im SOD1-Gen) und ION363 (bei ALS durch Mutationen im FUS-Gen) konnte in schnelle und deutliche Abnahme der NfL-Serumkonzentration gezeigt werden. Dieser Effekt bestand in der Tofersen-Zulassungsstudie und konnte in der wissenschaftlichen Auswertung von Tofersen-therapierten Patienten in Deutschland bestätigt und publiziert werden. Weiterhin wurde bei einer Studie mit hochkalorischer und fettreicher Ernährungstherapie eine Abnahme des NfL-Wertes nachgewiesen. Für andere Medikamente (Riluzol, Studienmedikamente) und Therapien ist das Ansprechen von NfL noch nicht ausreichend untersucht und ein wichtiger Forschungsgegenstand in der laufenden NfL-ALS-Studie.
Welche Bedeutung hat NfL für die ALS-Therapieforschung?
Mit der Etablierung des Biomarkers NfL als Diagnostik-, Prognose- und Therapiemarker erfährt die ALS-Forschung einen erheblichen Entwicklungsschub. Durch die NfL-ALS-Studie in einer umfangreichen ALS-Patientengruppe kann eine deutliche Beschleunigung der klinischen Forschung in der Entwicklung neuer Therapieoptionen erreicht werden. Das NfL-Projekt hat das Potenzial, die Effizienz und Geschwindigkeit klinischer Studien zu revolutionieren.
Interdisziplinäre Zusammenarbeit
Die Klinik für Neurologie arbeitet eng mit anderen Fachbereichen der Charité zusammen, um eine umfassende Versorgung der Patienten zu gewährleisten. Dazu gehören insbesondere die Klinik für Neurochirurgie, die Klinik für Anästhesiologie mit dem Schwerpunkt in operativer Intensivmedizin, die Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Rheumatologie und Klinische Immunologie, die Hämatologie / Onkologie, die Gynäkologie sowie die Neurochirurgie. Am CharitéCentrum 15 für Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie mit dem Arbeitsbereich für Pädiatrische Neurochirurgie und dem Institut für Neuropathologie ergänzen sich neurologische, neurochirurgische und psychiatrische Forschung und Krankenversorgung auf deutschlandweit einzigartige Weise.
Aufnahmesprechstunde
In der Aufnahmesprechstunde betreuen wir Patientinnen und Patienten mit allen neurologischen Krankheitsbildern vor und nach ihrem stationären Aufenthalt in unserer Klinik. Bei der ambulanten Vorstellung vor dem stationären Aufenthalt wird die Patientin / der Patient genau untersucht und die Notwendigkeit des stationären Aufenthaltes festgelegt. Es werden mit der Patientin / dem Patienten die geplanten Untersuchungen oder Behandlungen besprochen. Anschließend wird von unserer Patientenkoordinatorin mit der Patientin / dem Patienten ein Aufnahmetermin vereinbart. Wenn nach einem stationären Aufenthalt in unserer Klinik noch eine weitere Betreuung in unserer Klinik notwendig ist oder noch eine vollständige Auswertung der durchgeführten Diagnostik erfolgen soll, kommt die Patientin / der Patient nach dem stationären Aufenthalt erneut in unsere Sprechstunde. Wenn Sie als ärztliche Kollegin / ärztlicher Kollege eine Patientin / einen Patienten elektiv bei uns einweisen möchten, bitten wir Sie, sich direkt an einen der ärztlichen Mitarbeiterinnen / Mitarbeiter der Aufnahmesprechstunde zu wenden. Dieses Vorgehen gilt selbstverständlich nicht für Patientinnen und Patienten, die sich als Notfall akut in unserer Klinik vorstellen müssen. Diese wenden sich bitte - gegebenenfalls nach vorheriger telefonischer Anmeldung - direkt an die Rettungsstelle. Außerdem gibt es telefonische Sprechzeiten jeweils freitags von 14:00 - 16:00 Uhr.
Was Sie zu Ihrem Sprechstundentermin mitbringen sollten
- Überweisungsschein für die Neurologie (aktuelles Quartal)
- Ihre Versichertenkarte
- Medikamentenplan
- Außerhalb der Charité behandelte Patientinnen und Patienten: Unterlagen zu Ihrer medizinischen Vorgeschichte (Arztbriefe)
- Außerhalb der Charité behandelte Patientinnen und Patienten: radiologische Originalaufnahmen auf CD, insbesondere Untersuchungen von Gehirn, Wirbelsäule oder Muskel
Kontakt
Die Klinik für Neurologie der Charité befindet sich am Charitéplatz 1, 10117 Berlin. Für Terminvereinbarungen und weitere Informationen besuchen Sie bitte die Webseite der Charité oder kontaktieren Sie die entsprechenden Ambulanzen telefonisch.
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