Canyon Nerve XC: Ein umfassender Testbericht

Das Canyon Nerve XC hat sich in den vergangenen Jahren als ein Modell etabliert, das in zahlreichen Tests Bestnoten erhielt. Nach drei Jahren Entwicklungszeit stellt sich die Frage, ob der Kohlefaser-Nachfolger an diese Erfolge anknüpfen kann. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte des Bikes, von Rahmen und Ausstattung bis hin zu Fahreigenschaften und Testergebnissen.

Entwicklung und Rahmen

Um die Nachfolge des Seriensiegers Nerve XC erfolgreich anzutreten, nahm sich Canyon für die Kohlefaser-Version drei Jahre Zeit. Diese Investition in die Entwicklung zahlte sich aus. Die CF-Version übertrifft das Alu-Modell in vielerlei Hinsicht. Allein durch den Monocoque-Carbon-Rahmen und die Kohlefaser-Wippe werden 500 bis 600 Gramm Gewicht eingespart.

Der Rahmen selbst ist ein State-of-the-Art-Produkt: leicht, sehr steif und mit Details wie einem konischen Steuerrohr, innenverlegten Zügen und einer Postmount-Bremsaufnahme versehen. Die innenverlegten Züge sind nur eines von vielen ansprechenden Rahmendetails. Ein einlaminiertes Blech im Tretlagerbereich und ein integriertes Gummi schützen die sensiblen Carbon-Strukturen der Kettenstrebe.

Ausstattung

Canyon bringt mit dem Nerve XC ein Top-Modell an den Start. Für einen Preis von 3999 Euro erhält man eine hochwertige Ausstattung, die kaum Wünsche offen lässt. Das Alu-Fahrwerk ist detailverliebt und sehr steif verarbeitet, während das Gewicht im Mittelfeld liegt. Dies zeigt, dass der Werkstoff Aluminium immer noch konkurrenzfähig gegenüber Carbon ist.

Fox-Gabel und -Dämpfer bieten umfangreiche Verstellmöglichkeiten. Die DT-Laufräder mit Carbon-Felgen gehören (inklusive Reifen und Kassette) zu den leichtesten im Testfeld. Die Formula-R1-Bremsen sind ebenfalls auf Race/Leichtbau ausgelegt (mit einer 160er-Disc hinten), bieten jedoch nicht die gleiche Bremskraft wie die Elixir CR von Avid. Statt Shimanos neuem Direct Mount-Standard setzt Canyon auf das bewährte Schaltauge von Syntace.

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Die Komponenten sind insgesamt edel und funktionell. Um das Lady-Modell vom Herrenmodell zu unterscheiden, werden lediglich Sattel, Lenker und Kurbel ausgetauscht. Das Einsteiger-Modell des Nerve XC 6.0 überzeugt ebenfalls mit einer hochwertigen Ausstattung, darunter eine Shimano-XT-Kurbel in Kombination mit SLX/XT-Schaltung, Mavic-Systemlaufräder und Syntace- bzw. Easton-Komponenten.

Fahreigenschaften

Auf dem Trail zeigt das Nerve XC ein steifes Fahrverhalten, ähnlich einem Racer. Es steuert sich hochpräzise und blitzschnell in die gewünschte Richtung. Der steile 74er-Sitzwinkel macht es sogar für Marathon-Rennen geeignet. Das Fahrwerk ist super sensibel und potent, besonders im Mittelgebirge und auf Touren über die Berge. Auch in verwinkeltem, ruppigem Gelände überzeugt der verspielte Charakter und die fein integrierte Reverb-Sattelstütze.

Das Bike hat eine lange Geometrie, und durch den flachen Sitzwinkel in Kombination mit einer gebogenen Sattelstütze sitzt man eher hecklastig. Eine gerade Stütze könnte die Steigfähigkeit an steilen Rampen verbessern. Bei der Beschleunigung ist das Canyon unschlagbar und zielt klar auf Marathon-Einsätze ab. Der Hinterbau wirkt vergleichsweise straff und progressiv.

Das Nerve XC rollt mühelos bergauf, wobei die zentrale Sitzposition selbst in steilen Rampen viel Kontrolle bietet. Das Vorderrad bleibt dabei am Boden und zeigt keinerlei Nervosität. Der Hinterbau bleibt ruhig und wippt nur im Wiegetritt leicht nach. In der Abfahrt vermittelt das Bike mit breitem Lenker und präzisem Handling viel Sicherheit. Das Heck absorbiert grobe Stöße tadellos, während feine Schläge manchmal übersehen werden. Insgesamt wirkt der Hinterbau angenehm sportlich und bietet einen guten Kompromiss aus Laufruhe und Wendigkeit.

Fahrwerk und Kinematik

Das Fahrwerk mit sportlichen 125 Millimetern Federweg am Fox-gedämpften Heck spricht sauber an und bietet gut nutzbaren Federweg ohne Durchschlagen. Die Kinematik ist stark auf Anti-Wippen getrimmt, was zu einem rassigen Fahrverhalten führt. Antriebseinflüsse sind kaum spürbar. Gabel- und Hinterbaukennlinie liegen bis 90 Millimeter übereinander und harmonieren gut in der Praxis.

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Im Test-Bike war ein RP2-Dämpfer verbaut (in Serie mit Fox’ neuem CTD-Dämpfer). Dieser nutzte den kompletten Federweg und harmonierte gut mit der Fox-Gabel. Mit dem neuen Dämpfer dürfte die Kinematik noch einen Tick effizienter sein.

Laufräder

Die Laufräder sind ein entscheidender Faktor für das Fahrgefühl eines Bikes. Im Test der Bike-Redaktion wurden 19 Laufradsätze auf Herz und Nieren geprüft. Der DT Swiss XM 1550 Laufradsatz überzeugte als erstes Systemlaufrad des Schweizer Herstellers mit einem tollen Preis/Leistungs-Verhältnis, robusten Speichen und einem gleichmäßigen Aufbau. Den Testsieg holte sich jedoch überraschend American Classic mit dem Modell MTB 26 TL, das als steifer, leichter Laufradsatz mit breiter Felge für breite Reifen gelobt wurde.

Testergebnisse und Meinungen

Das Canyon Nerve XC hat in verschiedenen Tests durchweg positive Ergebnisse erzielt.

Auszüge aus Testberichten:

  • "Bilderbuch-Tourer! Handling, Gewicht, Steifigkeit, Parts, Verarbeitung und Fahrwerk sind bar jeder Kritik."
  • "Ein Bike für alle und alles. Ausgewogene Geometrie, viel Fahrspaß, top Ausstattung und Minimalgewicht. Klasse!"
  • "Ein leichter Allrounder mit top Preis-Leistungs-Verhältnis, der sich als Herrenrad mit Ladyparts entpuppt."
  • "… Scharf rasiert das Nerve ums Eck, ist ungemein agil, wird dennoch nie zappelig."
  • "Vom engagierten Marathon bis zur epischen Tour - das Nerve XC ist dafür das nahezu perfekte Bike."
  • "Da nervt nichts! Das Nerve glänzt im Labor wie auf dem Trail."

Was den Testern gefällt:

  • Hochwertiger Rahmen
  • Präzises Handling
  • Gute Ausstattung
  • Antriebsneutrales Heck
  • Sehr leicht und schnell
  • Äußerst agiles Handling
  • Top Gesamtkonzept
  • Vielseitig, breitbandig

Kritikpunkte:

  • Hoher Preis im Vergleich zu Alu-Modellen
  • Hinterbau könnte feinfühliger auf kleine Schläge reagieren

Größe und Passform

Die Wahl der richtigen Rahmengröße ist entscheidend für ein optimales Fahrerlebnis. Einige Nutzer diskutierten in Foren über die passende Größe für das Nerve XC. Ein Nutzer mit einer Körpergröße von 1,90 m und einer Schrittlänge von 91 cm wurde von Canyon ein Rahmen in Größe L empfohlen. Andere Nutzer mit ähnlichen Maßen bestätigten, dass Größe L gut passt. Es wird jedoch empfohlen, das Bike bei Bedarf innerhalb von 30 Tagen zurückzuschicken und eine andere Größe zu wählen.

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