Curamed Migräne TENS Gerät: Eine Anleitung zur Schmerzlinderung

Migräne ist eine weit verbreitete Kopfschmerzform, von der allein in Deutschland schätzungsweise bis zu 18 Millionen Menschen betroffen sind. Sie ist durch intensive Kopfschmerzen, Übelkeit, Überempfindlichkeit gegenüber äußeren Reizen und in einigen Fällen sogar durch Sehstörungen gekennzeichnet. Um Migräne zu behandeln, gibt es zahlreiche verschiedene Behandlungsmethoden, eine davon ist die Elektrostimulation mit einem TENS-Gerät.

Was ist TENS?

TENS steht für Transkutane Elektrische Nervenstimulation. Dabei handelt es sich um eine elektromedizinische Reizstrombehandlung, bei der Schmerzen mithilfe von durch Hautelektroden geleitetem Strom bekämpft werden sollen. Es handelt sich um eine Technik, bei der elektrischer Strom zur Stimulation der Nerven zu therapeutischen Zwecken eingesetzt wird. Die TENS-Therapie kann bei verschiedensten Schmerzarten zu einer Linderung der Beschwerden beitragen. Besonders häufig kommt sie als Begleittherapie bei Schmerzen des Bewegungsapparates - zum Beispiel Nacken-, Rücken- oder Knieschmerzen - zum Einsatz. Die Reizstrombehandlung ermöglicht keine ursächliche Behandlung von Schmerzen. Viele Patienten profitieren aber von der schmerzunterdrückenden Wirkung. Dies hat oft auch zur Folge, dass zum Beispiel der Bedarf an Schmerzmitteln gesenkt werden kann. Die Behandlung mit einem TENS-Gerät gilt bei richtiger Anwendung als schmerzfrei, nebenwirkungsarm und risikolos. Ein weiterer wichtiger Vorteil liegt darin, dass die Behandlung mit kleinen, akku- oder batteriebetriebenen Geräten auch zu Hause erfolgen kann.

Wie funktioniert ein TENS-Gerät?

Das TENS-Gerät erzeugt elektrische Impulse mit niedriger Intensität und überträgt diese an die Nervenfasern in der Schmerzzone. Die elektrische Stimulation der Nerven hat eine unmittelbare Wirkung. Der Stimulationsstrom blockiert die Übertragung des Schmerzsignals an das Gehirn, wodurch Kopfschmerzen gelindert werden. Dieser Wirkmechanismus, der durch einen Strom mit hoher Frequenz und niedriger Intensität erzeugt wird, eignet sich für akute und lokale Schmerzen. Er ist daher besonders geeignet für die Behandlung von Migräne-Kopfschmerzen.

Bei der Methode werden Stromimpulse mittels Hautelektroden auf den Körper übertragen, wo diese Nerven reizen und die Stromsignale zum Rückenmark weiterschicken sollen. Ein wichtiger Einstellungsparameter ist hierbei die Pulsfrequenz, die die Impulse pro Sekunde in Hertz angibt. Bei hohen Frequenzen von 80 bis 150 Hertz soll die Signalweiterleitung ans Gehirn und somit die Schmerzwahrnehmung unterbrochen werden. Die Theorie ist, dass Nerven nur einen Reiz übertragen können - den Stromimpuls oder Schmerz. Bei niedrigen Frequenzen in einem Bereich von zwei bis vier Hertz sollen im Gehirn Endorphine freigesetzt werden, die die Schmerzwahrnehmung ebenfalls verringern.

Anwendungsgebiete von TENS

TENS kommt bei verschiedensten Schmerzarten infrage, so z. B. bei:

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  • Muskel-, Gelenk- und Sehnenschmerzen
  • Arthroseschmerzen
  • Schmerzen infolge von Unfällen, Überlastung oder Reizung
  • Nervenschmerzen
  • Phantomschmerzen

Die richtige Anwendung eines Curamed Migräne TENS Geräts

Um die gewünschte Wirkung zu erzielen, ist die richtige Anwendung des TENS-Geräts ausschlaggebend. Mit etwas Übung bekommen Sie die nötige Routine. Klären Sie vorab mit Ihrem Arzt oder Physiotherapeuten, ob eine TENS-Therapie in Ihrem Fall infrage kommt. Beachten Sie, dass die TENS-Therapie in bestimmten Fällen nicht angewendet werden darf - etwa, wenn Sie einen Herzschrittmacher oder ein anderes elektrisches Gerät im Körper tragen und wenn Sie an Thrombosen oder Epilepsie leiden.

Vorbereitung

  1. Bedienungsanleitung lesen: Um zu verstehen, wie genau Ihr TENS-Gerät funktioniert und welche Möglichkeiten es bietet, sollten Sie im ersten Schritt unbedingt die Gebrauchsanleitung sorgfältig durchlesen.
  2. Haut reinigen: Reinigen Sie die Hautstellen, auf denen Sie die Elektroden platzieren wollen, vor jeder Anwendung mit einer milden Waschlotion, damit die Haut fettfrei und frei von Flusen ist. Dadurch haften die Elektroden besser auf der Haut. Elektroden dürfen nicht auf offenen Wunden oder erkrankten Hautbereichen platziert werden.
  3. Elektroden vorbereiten: Im Lieferumfang sind in der Regel zwei Elektrodenpaare enthalten. Für die Anwendung bei Migräne werden kleine, runde Elektroden mit einem Durchmesser von ca. 3 cm empfohlen. TENS-Elektroden sind normalerweise wiederverwendbar. Damit die Elektroden möglichst lange funktionieren, sollten Sie nach der Behandlung wieder die Schutzfolie aufkleben und diese wieder auf den Elektrodenträger stecken und diesen wieder in das Plastikbeutelchen, in dem sich die Elektroden bei Lieferung befunden haben.

Elektrodenplatzierung bei Migräne

  1. Schmerzpunkt lokalisieren: Fühlen Sie mit Ihrem Finger die Stelle, die den Schmerz auslöst.
  2. Elektroden platzieren: Platzieren Sie die Elektroden jeweils so, dass die schmerzende Stelle ungefähr mittig zwischen beiden Elektroden sitzt. Der Abstand zwischen den beiden Elektroden sollte nicht viel mehr als 20 cm betragen. Die Polarität der Elektroden (bei einem Elektrodenpaar) spielt bei der TENS-Therapie keine Rolle. Ihrem Gerät liegt eine Übersicht zur Elektrodenplatzierung bei.
  • Alternative Platzierung: Um die Elektroden richtig zu positionieren, empfehlen wir Ihnen, eine Elektrode auf die seitliche Stirn und eine zweite Elektrode auf den Schulter-/Nackenbereich zu kleben. So ist der Schmerzherd weitestgehend umschlossen und die TENS-Therapie kann sich optimal entfalten. Mit unseren Reizstromgeräten ist eine beidseitige Behandlung möglich. Da Migräne jedoch häufig einseitig auftritt, können Sie natürlich auch nur eine Seite behandeln.
  1. Gerät einschalten: Machen Sie sich speziell mit der Handhabung der Elektroden vertraut. Je nach Körperregion, die behandelt werden soll, können verschiedene Elektrodenformen und -größen nötig sein. Lesen Sie auch nach, wo genau Sie die Elektroden platzieren sollten und was dabei zu beachten ist. Die Haut sollte in diesem Bereich zum Beispiel sauber, trocken und fettfrei sein. Elektroden dürfen nicht auf offenen Wunden oder erkrankten Hautbereichen platziert werden. Gut zu wissen: TENS-Elektroden sind normalerweise wiederverwendbar. Damit die Elektroden möglichst lange funktionieren, sollten Sie nach der Behandlung wieder die Schutzfolie aufkleben.

Einstellungen

  1. Programme wählen: Viele Geräte bieten zwischenzeitlich die Möglichkeit, festgelegte Programme zur Reizstrombehandlung zu verwenden. Prüfen Sie, welche für Sie infrage kommen und probieren Sie aus, wie Ihr Körper darauf reagiert. Bei unserem SaneoTENS sind dies die Programme 7 und 8. Nutzt man für die TENS-Therapie unser SaneoTENS, empfehlen wir Dir das frei verfügbare Programm U1. Die Parameter stellst Du am besten auf 60Hz mit einer Impulsbreite von 250µs.
  2. Intensität einstellen: Die Intensität sollte so eingestellt werden, dass sie als ein angenehmes Kribbeln empfunden wird. Achten Sie während der Elektrotherapie darauf, dass die Stimulation lediglich ein leichtes Kribbeln hervorruft und es zu keiner Muskelkontraktion kommt! Probiere daher am besten verschiedene Programme und Stromintensitäten aus.
  3. Behandlungsdauer: Die Dauer der Anwendung sollte ca. 40 Minuten betragen, um eine nachhaltige Schmerzlinderung zu erzielen. In der Regel wird empfohlen, die TENS-Behandlung mehrmals täglich über mehrere Wochen durchzuführen. Eine Therapiesitzung kann dabei etwa 15 bis 45 Minuten dauern.

Nach der Behandlung

  1. Gerät ausschalten: Wie schaltet man das Gerät ein und wie schaltet man es aus? Welche Schritte müssen in welcher Reihenfolge stattfinden?
  2. Elektroden entfernen und aufbewahren: Nach der Anwendung kleben Sie die Elektroden wieder auf den Elektrodenträger und stecken diesen wieder in das Plastikbeutelchen, in dem sich die Elektroden bei Lieferung befunden haben.

TENS-Geräte im Vergleich

Heutzutage gibt es verschiedenste Modelle. Die einen werden mit Batterien betrieben, die anderen mit einem Akku. Viele gängige Reizstromgeräte erlauben die Anwendung an unterschiedlichen Körperstellen, andere wiederum sind speziell für die Behandlung ganz bestimmter Areale entwickelt. Manche Geräte sind kabellos und können so auch unterwegs oder sogar nachts zur TENS-Behandlung eingesetzt werden. Zudem gibt es TENS-Geräte, die ganz bequem via App gesteuert werden. Informieren Sie sich vorab genau, welches Gerät Ihre persönlichen Bedürfnisse am besten erfüllt.

Hier sind einige TENS-Geräte, die in Tests gut abgeschnitten haben:

  • Beurer EM 59 Heat: Dieses Gerät bietet 70 TENS-, EMS- und Massageprogramme und einen zusätzlichen Wärmemodus. Es wird mit vier langlebigen Gel-Pads geliefert.
  • Orthomechanik OrthoTens: Dieses Gerät verfügt über ein Touchdisplay, eine ausführliche Anleitung und eine Vielzahl an praktischem Zubehör. Es werden acht Elektroden-Pads in drei verschiedenen Größen mitgeliefert.
  • Omron HeatTens: Dieses Gerät zeichnet sich durch einen angenehmen Wärmemodus aus. Es hat nur einen Kanal und wenige, nicht besonders intensive Programme.
  • Bluetens Classic 2: Dieses Gerät wird per App bedient und bietet über hundert Programme zur Auswahl.
  • Comfytemp K6106: Dieses Gerät bietet vier individualisierbare Programme und jeweils zehn voreingestellte TENS- und EMS-Modi zu einem sehr günstigen Preis.

Wissenschaftliche Erkenntnisse zur TENS-Therapie bei Migräne

Bevor Therapieverfahren in der Wissenschaft guten Gewissens empfohlen werden können, müssen die Methoden ihre Wirksamkeit und Verträglichkeit in strengen Prüfungen unter Beweis stellen. Zwar gibt es bereits viele Studien, die die Wirksamkeit von TENS-Geräten bestätigen, die meisten davon erfüllen allerdings nicht die nötigen wissenschaftlichen Qualitätskriterien. Die Anzahl der Studien, die eine Wirksamkeit der Methode verzeichnen, ist nahezu genauso hoch wie die, die das Gegenteil zeigen.

Eine randomisierte klinische Studie in Neurology (2013, doi: 10.1212/WNL.0b013e3182825055) hat gezeigt, dass die elektrische Reizung des Trigeminusnerven auf der Stirn mit einem TENS-Gerät die Häufigkeit der monatlichen Kopfschmerz-Attacken senken kann. In dieser Studie wurde ein Gerät eines belgischen Herstellers zur supraorbitalen transkutanen elektrischen Nervenstimulation (TENS) eingesetzt.

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Das Team um Jean Schoenen von der Universität Lüttich setzte das Gerät eines belgischen Herstellers ein, das ähnlich einer Brille getragen wird. Die elektrischen Impuls werden auf der Stirn an genau der Stelle abgegeben, unter der sich der Nervus frontalis in den Nervus supratrochlearis and den Nervus supraorbitalis aufspaltet. Der Nervus frontalis ist ein Arm des Nervus ophthalmicus, dem oberen Ast des Trigeminusnerven. Diesem fünften Hirnnerven wird in der sogenannten vaskulären Hypothese der Migräne eine zentrale pathogenetische Bedeutung zugeschrieben.

In der Studie kam es im TENS-Arm zu einem Rückgang von 6,9 auf 4,8 Kopfschmerztagen im Monat, während die Patienten unter der Scheintherapie keine Veränderung bemerkten. Eine mindestens 50-prozentige Reduktion erzielten 38 Prozent der Patienten im TENS-Arm gegenüber 12 Prozent im Placebo-Arm der Studie. Nach Einschätzung von Schoenen erzielt TENS eine ähnlich gute Wirkung wie die medikamentöse Anfallsprophylaxe.

Wann sollte man auf die TENS-Therapie verzichten?

Die Behandlung mit TENS-Geräten wird allgemein als ungefährlich angesehen, da die verwendete Stromstärke nicht ausreicht, um gravierende Schäden zu verursachen. Auch Patienten mit Epilepsie, in der Schwangerschaft, mit einem eingepflanzten Defibrillator oder akuten Entzündungen sollten besser auf die TENS-Therapie verzichten.

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