Seit Jahrhunderten wird Kurkuma in asiatischen Heiltraditionen als vielseitige Pflanze eingesetzt. Die moderne Wissenschaft hat begonnen, seine Bedeutung zu erkennen, wie die über 3000 klinischen Publikationen über Kurkuma in den letzten 25 Jahren zeigen. Studien zeigen erste Hinweise darauf, dass bestimmte Stoffe in Kurkuma auf Prozesse im Gehirn einwirken könnten. Curcumin, ein Curcuminoid, das für die leuchtend gelbe Farbe von Kurkuma verantwortlich ist, wird in Studien mit Prozessen in Verbindung gebracht, die oxidativen Stress verringern oder Entzündungsreaktionen modulieren könnten.
Was ist Curcumin?
Curcumin zählt zu den sogenannten Curcuminoiden. Diese Pflanzenstoffe sind bekannt dafür, antioxidativ zu wirken und freie Radikale abzufangen. Hinter dem charakteristischen Gelb steckt mehr als nur Farbe. Kurkuma ist eine Wurzel, welche eine fast 4000 Jahre zurückreichende Geschichte in der medizinischen Verwendung hat. Wegen seiner leuchtend gelben Farbe ist Kurkuma auch als "indischer Safran" bekannt.
Die Blut-Hirn-Schranke und Curcumin
Die einzigartigen Wirkungen des Curcumins im Gehirn beruhen auf seiner Fähigkeit, die für viele Moleküle undurchlässige Blut-Hirnschranke passieren zu können. Curcumin gilt als fettlöslich und kann nach aktueller Studienlage die Blut-Hirn-Schranke durchdringen.
Antioxidative Eigenschaften und Schutz vor oxidativem Stress
Auch antioxidative Eigenschaften des Curcumins werden regelmäßig untersucht, etwa im Hinblick auf oxidativen Stress. Curcumin ist darüber hinaus ein starkes Antioxidans, das Oxidationsprozesse im Gehirn verhindern kann. Es wird angenommen, dass oxidativer Stress dem Altern und vielen Krankheiten zugrunde liegt. Dabei handelt es sich um freie Radikale, welche zum einen vom Körper selbst während verschiedener Stoffwechselprozesse gebildet werden, zum anderen entstehen sie durch schädliche äußere Einflüsse wie Zigarettenrauch, Umweltgifte oder UV-Strahlung der Sonne. Der Hauptgrund, warum Antioxidantien so vorteilhaft sind, ist, dass sie den Körper vor freien Radikalen schützen. Curcumin ist ein starkes Antioxidans, das aufgrund seiner chemischen Struktur freie Radikale neutralisieren kann. Darüber hinaus steigert Curcumin die Aktivität der körpereigenen antioxidativen Enzyme des Körpers. Auf diese Weise liefert Curcumin einen Doppelschlag gegen freie Radikale. Es blockiert freie Radikale direkt und stimuliert zusätzlich die körpereigenen antioxidativen Abwehrkräfte. Besonders im Gehirn, wo eine hohe Stoffwechselaktivität vorliegt, könnte dieser Schutzmechanismus eine Rolle spielen.
Förderung neuronaler Wachstumsprozesse und Neuroplastizität
Kognitive Leistungsfähigkeit ist kein Zufallsprodukt. Sie hängt eng mit neuronalen Wachstumsprozessen, Signalübertragung und der Versorgung sensibler Hirnareale zusammen. Der sogenannte Brain-Derived Neurotrophic Factor (BDNF) spielt eine Schlüsselrolle bei Lernprozessen, Gedächtnisbildung und neuronaler Regeneration. Parallel beschreiben Wissenschaftler, dass Curcumin möglicherweise die Ausbildung neuer neuronaler Verbindungen begünstigt. Das ist ein Mechanismus, der unter dem Begriff „Neuroplastizität“ bekannt ist. Eine Studie der Harvard University in Boston bestätigt, dass Curcumin den Aufbau neuer Nervenzellen im Gehirn fördert.
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Curcumin und Hirnerkrankungen
Früher nahm man an, dass Neuronen nach der frühen Kindheit nicht in der Lage seien, sich zu teilen und zu vermehren. Heute weiß man jedoch, dass Neuronen in der Lage sind, neue Verbindungen zu bilden, in bestimmten Bereichen des Gehirns vervielfältigen und vermehren sie sich sogar. Eine der Hauptantriebskräfte dieses Prozesses ist der vom Gehirn stammende Wachstumsfaktor oder auch neurotropher Faktor (BDNF). Viele häufige Störungen des Gehirns wurden mit verringerten Spiegeln dieses Faktors in Verbindung gebracht, darunter Depressionen und Alzheimer. Studien haben ergeben, dass Curcumin den BDNF-Spiegel im Gehirn erhöhen kann. Auf diese Weise kann es viele Hirnerkrankungen und altersbedingte Abnahmen der Hirnfunktion verzögern oder sogar rückgängig machen.
Alzheimer und Curcumin
Curcumin ist ein entzündungshemmender und antioxidativ wirksamer Pflanzenstoff aus der Gelbwurz (Kurkuma). Bei Alzheimer sind u. a. im Gehirn entzündliche Prozesse aktiv - und Curcumin wirkt entzündungshemmend. Bei Alzheimer kommt es im Gehirn zu massivem oxidativem Stress - und Curcumin wirkt antioxidativ, auch können Metalleinlagerungen im Gehirn beobachtet werden - und Curcumin gilt als neuroprotektiver Stoff, der das Nervensystem schützt. Bei Alzheimer kommt es zu Schäden der Myelinscheide, jener Schicht, die schützend die Nervenzellen des Gehirns umhüllt.
Die Diagnose Alzheimer-Demenz ist für Betroffene und ihre Familien oft ein Schock. Doch eine neue Studie der Harvard Medical School bringt Hoffnung: Intensive Lebensstiländerungen, kombiniert mit natürlichen Heilmitteln, können das Fortschreiten der Krankheit nicht nur verlangsamen, sondern auch kognitive Verbesserungen bewirken. Diese Studie zeigt, dass jeder Mensch - egal ob bereits erkrankt oder nicht - selbst aktiv etwas für seine Gesundheit tun kann. Die Forscher wählten gezielt neben der veganen Ernährung gezielt natürliche Stoffe, die als wahre „Superfoods“ gelten: Omega-3-Fettsäuren, Kurkuma und Probiotika spielten eine zentrale Rolle im Ernährungsplan. Diese Stoffe unterstützen nicht nur die körperliche Gesundheit, sondern fördern auch die Funktionen des Gehirns. Die vielleicht spannendsten Erkenntnisse der Studie betreffen die Wirkung pflanzlicher Stoffe wie Omega-3-Fettsäuren und Kurkuma auf das Gehirn. Diese Stoffe, die viele Menschen bereits als Nahrungsergänzungsmittel verwenden, haben sich in dieser wissenschaftlichen Untersuchung als äußerst wirkungsvoll erwiesen. Kurkuma, das als eines der stärksten natürlichen Entzündungshemmer gilt, hat sich ebenfalls als sehr vorteilhaft erwiesen. Die Ergebnisse der Harvard-Studie bestätigen, was viele Naturheilkundler schon lange predigen: Natürliche Stoffe wie Omega-3-Fettsäuren, Kurkuma und Probiotika sind nicht nur gesund, sie können auch einen tiefgreifenden Einfluss auf das Gehirn und den Verlauf von Alzheimer haben. Diese Erkenntnis ist besonders wichtig für Menschen, die sich präventiv gegen die Krankheit schützen möchten. Viele Menschen suchen heute nach Alternativen zu Medikamenten, insbesondere im Bereich der Alzheimer-Behandlung, wo medikamentöse Ansätze bisher nur begrenzte Erfolge zeigen. Diese Studie zeigt, dass es probate und vielversprechende Alternativen oder Ergänzungen zur herkömmlichen medizinischen Behandlung gibt. Sie zeigt, dass jeder Einzelne durch einfache, aber gezielte Änderungen im Lebensstil einen erheblichen Einfluss auf seine Gesundheit und insbesondere auf die Gehirngesundheit nehmen kann. Auch wenn die Ergebnisse dieser Pilotstudie sehr vielversprechend sind, ist noch mehr Forschung nötig.
Curcumin bei Depressionen
Curcumin hat sich bei der Behandlung von Depressionen als vielversprechend erwiesen. In einer kontrollierten Studie wurden 60 Personen mit Depressionen in drei Gruppen randomisiert. Eine Gruppe nahm Prozac ein, eine andere Gruppe ein Gramm Curcumin und die dritte Gruppe sowohl Prozac als auch Curcumin. Nach 6 Wochen hatte Curcumin zu Verbesserungen geführt, die denen von Prozac ähnlich waren. Die Gruppe, die sowohl Prozac als auch Curcumin einnahm, schnitt am besten ab. Depressionen stehen auch in Zusammenhang mit reduzierten Spiegeln des Wachstumsfaktors (BDNF) und einem schrumpfenden Hippocampus, welcher eine Rolle beim Lernen und Gedächtnis spielt. Curcumin erhöht die BDNF-Spiegel, wodurch einige dieser Veränderungen möglicherweise rückgängig gemacht werden können. Es gibt auch einige Hinweise darauf, dass Curcumin die Gehirn-Neurotransmitter Serotonin und Dopamin verstärken kann.
Curcumin nach Schlaganfall
Bei Durchblutungsstörungen im Gehirn, etwa im Rahmen eines Schlaganfalles, sinkt die Sauerstoffversorgung im Gehirngewebe (Ischämie). Als Langzeitfolge entstehen neurotoxische Verbindungen, wie sie auch im Rahmen einer Alzheimererkrankung auftreten. Zu den wichtigsten zählen Beta-Amyloid und Tau-Protein. Diese können sich zu schädlichen Strukturen zusammenklumpen und das Gehirn bis zur Demenz beeinträchtigen. Ein umfangreicher Review suchte in der Literatur, ob sich die Einnahme von Curcumin nach einer zerebralen Ischämie positiv auf den weiteren Verlauf auswirkt. Tatsächlich konnte belegt werden, dass Curcumin die Neurotoxizität von Beta-Amyloiden und Tau-Proteinen senken und deren gefährliche Aggregation zu unlöslichen Plaques verhindern kann. Einzelne Studien deuten sogar darauf hin, dass bereits bestehende Plaques durch Curcumin aufgelöst werden. Somit stellt Curcumin für die Autoren des Reviews eine vielversprechende Substanz zur Behandlung neurodegenerativer Erkrankungen nach einer Durchblutungsstörung im Gehirn dar.
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Weitere Wirkungen und Einsatzgebiete von Kurkuma
Neben den spezifischen Wirkungen auf das Gehirn hat Kurkuma auch eine Vielzahl anderer gesundheitlicher Vorteile. Kurkuma enthält bioaktive Verbindungen mit starken medizinischen Eigenschaften. Diese Verbindungen werden Curcuminoide genannt, von denen das wichtigste Curcumin ist. Curcumin ist der Hauptwirkstoff von Kurkuma. Es hat eine starke entzündungshemmende Wirkung und ist ein sehr starkes Antioxidans. Es wirkt in großem Maße entzündungshemmend und ist tatsächlich so stark, dass es die Wirksamkeit einiger moderner entzündungshemmender Medikamente erreicht - ohne dass dabei Nebenwirkungen auftreten. Sowohl Kurkuma als auch Ingwer werden beide seit Jahrhunderten zur Behandlung einer Vielzahl von Leiden verwendet, von Migräne bis hin zu chronischen Entzündungen und Müdigkeit. Beide werden auch verwendet, um Schmerzen zu lindern, Übelkeit zu verringern und die Immunfunktion zu stärken, um vor Krankheiten und Infektionen zu schützen.
Wie man Curcumin in die Ernährung integriert
Du möchtest Dein Wohlbefinden aktiv fördern - auch auf mentaler Ebene. Dann stellt sich früher oder später die Frage: Wie lässt sich der Pflanzenstoff möglichst alltagstauglich einbauen? Die tägliche Anwendung hängt stark davon ab, ob Du eher auf bewährte Rituale setzt oder einen gezielten Effekt suchst. Besonders in stressigen Phasen kann eine präzise Dosierung sinnvoll sein. Würzen Sie Ihre Speisen ab sofort zusätzlich mit einer ordentlichen Prise Kurkuma. Neben der überragenden gesundheitlichen Wirkung des Curcumins profitieren Sie auch von seinem vorzüglichen Geschmack und seiner vielseitigen Anwendbarkeit. Damit sie optimal von diesem wundervollen Gewürz profitieren, sollten Sie es mit schwarzem Pfeffer kombinieren. Besonders empfehlenswert ist es, zusätzlich Kurkuminkapseln, die über eine einprozentige Beimischung von Piperin verfügen, als Nahrungsergänzung zu verwenden.
Bioverfügbarkeit und Kombination mit Piperin
Curcumin allein wird schlecht aufgenommen. Es hilft, schwarzen Pfeffer dazu zu konsumieren, denn dieser enthält Piperin, eine natürliche Substanz, die die Absorption und damit die Wirkung von Curcumin um bis zu 2000% erhöht. Viele Studien belegen, dass die verschiedenen Curcuminoide synergetisch zusammenwirken und dass bestimmte Kombinationen von Curcuminoiden eine höhere Bioverfügbarkeit haben als einzelne Curcuminoide, die alleine verwendet werden. Es überrascht nicht, dass viele Mediziner empfehlen, die ganze Kurkuma Wurzel als Nahrungsergänzungsmittel für Gesundheitszwecke zu verwenden. Dies spiegelt die Überzeugung der integrativen Medizin wider, dass ganze Pflanzen in der Regel eine bessere Wahl sind als Isolate; ein Vertrauen in die "Weisheit der Natur".
Dosierungsempfehlungen
Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt eine tägliche Höchstmenge von bis zu 3 mg Curcumin pro Kilogramm Körpergewicht. Diese Grenze solltest Du auch bei natürlichen Präparaten im Blick behalten. In Studien werden typischerweise Dosen von 500-2000 mg Kurkuma pro Tag verwendet, oft in Form eines Extraktes mit einer Kurkuminkonzentration, die viel höher ist als die natürlich in Lebensmitteln vorkommenden Mengen. Beispielsweise liefert die durchschnittliche indische Ernährung etwa 2000-2500 mg Kurkuma (60-100 mg Curcumin) pro Tag. Kurkuma-Gewürze enthalten etwa 3% Curcumin, verglichen mit 95% Curcumin in Extrakten. Nichtsdestotrotz kann Kurkuma immer noch spürbare positive Effekte haben, wenn die Knolle als Gewürz verwendet wird: Eine Beobachtungsstudie bei älteren Erwachsenen brachte den Currykonsum positiv mit der kognitiven Gesundheit in Verbindung.
Sicherheitshinweise
Die EFSA stuft Curcumin bis 3 mg pro kg Körpergewicht täglich als sicher ein. Höhere Dosen können vereinzelt zu Verdauungsbeschwerden führen. Denke daran, dass auch pflanzlichen Nahrungsergänzungsmittel bzw. Wirkstoffe mit Bedacht zu verwenden sind. Informiere dich im Zweifel bei deinem Arzt oder deiner Ärztin über alle Nahrungsergänzungsmittel die du einnimmst oder planst einzusetzen. Wer Gerinnungshemmer, Chemotherapeutika oder Medikamente gegen Lebererkrankungen einnimmt, darf keinesfalls auf eigene Faust Curcumin-Präparate verwenden. Denn Curcumin kann die Wirksamkeit von Medikamenten beeinflussen und zu massiven Leberschäden führen. Auch Schwangere, Stillende und Menschen, die unter Gallensteinen leiden, sollten auf Curcuma-Extrakte verzichten, denn diese fördern die Gallensaftproduktion und können im schlechtesten Fall eine Gallenkolik auslösen.
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