Alzheimer Therapie Aktien: Ein Blick auf den Markt, die Herausforderungen und vielversprechende Entwicklungen

Alzheimer, auch Morbus Alzheimer genannt, ist mit etwa zwei Dritteln aller Fälle die häufigste Form der Demenz. Diese neurodegenerative Erkrankung, die durch das Absterben von Nervenzellen im Gehirn gekennzeichnet ist, führt zu fortschreitendem Gedächtnisverlust, Verwirrung und Orientierungslosigkeit. Auch die Persönlichkeit und das Verhalten der Betroffenen verändern sich im Laufe der Erkrankung. Da die Weltbevölkerung immer älter wird, steigt die Zahl der Alzheimer-Fälle rasant an, was die Suche nach wirksamen Therapien zu einer dringenden Notwendigkeit macht. Dies hat erhebliche Auswirkungen auf die Aktienmärkte, da Unternehmen, die an der Erforschung und Entwicklung von Alzheimer-Medikamenten beteiligt sind, oft starke Kursschwankungen erleben, insbesondere bei Erfolgsmeldungen.

Die Alzheimer-Krankheit: Eine wachsende Herausforderung

Alzheimer ist eine Form der Demenz, bei der die Erinnerungs- und Sprechfähigkeit sowie andere Gehirnfunktionen immer weiter nachlassen - einschließlich der Fähigkeit, selbst einfache Aufgaben auszuführen.

Bereits viele Jahre bevor erste klinische Symptome sichtbar werden, bilden sich im Gehirn sogenannte Plaques, die aus fehlerhaft gefalteten Beta-Amyloid-(Aβ-)Peptiden bestehen. Zusammen mit den Plaques sind Neurofibrillen, die sich in Form von Knäueln in den Neuronen ablagern, kennzeichnend. Von den 65-Jährigen sind etwa zwei Prozent betroffen, bei den 70-Jährigen sind es bereits drei Prozent, bei den 75-Jährigen sechs Prozent und bei den 85-Jährigen zeigen etwa 20 Prozent Symptome der Krankheit. Damit gilt Alzheimer insbesondere in westlichen, überalternden Gesellschaften als weit verbreitet. Schätzungen nehmen an, die Anzahl der Alzheimerfälle könnte sich bis 2050 auf über 150 Millionen Menschen verdreifachen.

Die weltweiten durch Demenz, einschließlich Alzheimer, entstehenden Kosten werden derzeit auf etwa 1,3 Billionen US-Dollar geschätzt, wovon etwa die Hälfte auf informelle, unbezahlte Pflegeleistungen entfällt. Diese Kosten dürften steigen, weil die Bevölkerung altert. Weltweit leiden zurzeit etwa 55 Millionen Menschen an Demenz. Die meisten Alzheimerpatienten sind zwar über 65 Jahre alt, aber auch jüngere Menschen sind betroffen.

Aktien im Fokus: Unternehmen und ihre Alzheimer-Forschung

Es bleibt ein großes Ziel von Pharma- und Biotechnologie-Unternehmen, erfolgreiche Medikamente gegen Alzheimer zu entwickeln. Ist das Thema langfristig auch für die Geldanlage attraktiv? Alzheimer, eine Form der Demenz und unheilbare Erkrankung des Gehirns, betrifft weltweit Millionen. Doch wirksame Medikamente sind bisher nicht verfügbar. Gerade deshalb ist das Thema für Gesundheitsunternehmen ein wichtiger Markt. Mit dem demografischen Wandel steigt die Zahl der Betroffenen zudem weiter an.

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Einige der wichtigsten Akteure in diesem Bereich sind:

  • Biogen Inc. (US09062X1037): Biogen ist ein führendes Biotechnologieunternehmen, das sich intensiv mit der Entwicklung von Alzheimer-Therapeutika beschäftigt. Ein wichtiger Meilenstein war die Entwicklung von Aduhelm, das jedoch aufgrund von Wirksamkeitsbedenken und regulatorischen Hürden eine Achterbahnfahrt erlebte. Biogen fährt aber mehrgleisig. Im Juli 2023 wurde in den USA ein anderes neues Alzheimer Medikament namens Lequembi zugelassen, an dem auch der japanische Pharmakonzern Eisai beteiligt ist. Es wäre im Erfolgsfall das erste Medikament, das den Krankheitsverlauf in einem frühen Stadium verlangsamen würde. Nach einem langen Ringen sind Biogen und der Partner Eisai in Europa endlich am Ziel. Der Antikörper Lecanemab (Leqembi) wurde nach einem langen Hin und Her von der Europäischen Kommission final zugelassen. Biogen erzielt regulatorischen Fortschritt für die einfachere Verabreichung seines Alzheimer-Wirkstoffs Lecanemab in China. Der Biotech-Konzern Biogen erzielt einen wichtigen regulatorischen Fortschritt für sein Alzheimer-Medikament in einem der größten Märkte der Welt. Die chinesische Gesundheitsbehörde hat den Zulassungsantrag für eine neue, einfacher zu verabreichende Form von Lecanemab angenommen. Die Annahme des Antrags durch die chinesische Behörde NMPA ist ein strategischer Erfolg. Im Fokus steht eine subkutane Formulierung von Lecanemab, die als Autoinjektor für die Anwendung zu Hause konzipiert ist. Für Biogen öffnet sich damit der Zugang zu einem riesigen potenziellen Patientenpool. Schätzungen zufolge leben in China etwa 17 Millionen Menschen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung oder leichter Demenz aufgrund von Alzheimer. Die positive Nachricht aus China schlägt sich unmittelbar in den Bewertungen der Finanzwelt nieder. Die Aktie notiert aktuell bei rund 160,65 Euro und hat kürzlich ihr vorheriges 52-Wochen-Hoch übertroffen. Die Aufmerksamkeit der Anleger richtet sich nun auf zwei bevorstehende Ereignisse. Zum einen wird die Konzernführung am 12. Januar 2026 auf der renommierten J.P. Morgan Healthcare Conference sprechen. Zum anderen steht die Veröffentlichung der Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025 am 6. Februar 2026 an. Analysten prognostizieren derzeit einen Gewinn pro Aktie von 14,89 US-Dollar für das Geschäftsjahr 2025. Die finanzielle Stabilität wird durch eine starke Free-Cashflow-Rendite und das laufende Sparprogramm "Fit-for-Growth" gestützt, das bis Ende 2025 Einsparungen in Milliardenhöhe bringen soll. Die neusten Biogen-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Biogen-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 10. Biogen: Kaufen oder verkaufen?

  • Eisai KK (JP3160400002): Der japanische Pharmakonzern Eisai ist ein wichtiger Partner von Biogen bei der Entwicklung und Vermarktung von Leqembi. Eisai ist eines der weltweit führenden Unternehmen in Geschäft der Gesundheitspflege. Es befasst sich mit zwei Hauptindikationen. Im Bereich Onkologie hebt Eisai drei Produkte besonders hervor, nämlich Halaven (ein Antikrebsmittel / Mikrotubuli-Inhibitor), Aloxi (ein Antiemetikum) und Lenvima (ein Antikrebsmittel / Molekularrichtete Substanz).

  • Eli Lilly: Im Juli berichtete Eli Lilly über gute Ergebnisse der Phase-III-Tests seines Mittels Donanemab. Das Medikament konnte den Abbau der kognitiven Fähigkeiten um 35% verlangsamen. Dazu bekämpft es Amyloid-Proteine, eine Ursache für Alzheimer. Die Hälfte der an den klinischen Tests beteiligten Patienten konnte die Behandlung nach einem Jahr beenden. Das Alzheimer-Medikament Donanemab (Handelsname Kisunla) ist ab sofort in Deutschland verfügbar. Nur wenige Wochen nach der EU-Zulassung können Patientinnen und Patienten mit einer frühen symptomatischen Alzheimer-Krankheit - also in der Phase einer leichten kognitiven Störung oder beginnenden Demenz - die Behandlung beginnen, teilte der Hersteller Eli Lilly mit. Allerdings kommt nur ein Teil von ihnen dafür infrage. An der Uniklinik RWTH Aachen sollen in ein bis zwei Wochen bereits erste Erkrankte behandelt werden, sagte der Neurologe Jörg B. Schulz, Direktor der Klinik für Neurologie an der RWTH. "Die Therapie stellt keine Heilung dar, aber Studien mit Donanemab haben eindeutig eine Verlangsamung der Erkrankungsprogression gezeigt." Innerhalb von 18 Monaten sei ein Gewinn von vier bis sechs Monaten erreicht worden. Donanemab wird alle vier Wochen per Infusion verabreicht. Die Therapie darf nur von Ärztinnen und Ärzten begonnen werden, die Erfahrung mit Alzheimer-Diagnostik und Zugang zu Untersuchungen per Magnetresonanztomografen (MRT) haben. Laut Peter Berlit, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, ist die Wirksamkeit von Donanemab in den Zulassungsstudien etwas höher gewesen als die von Lecanemab. Zu den Risiken beider Medikamente zählen Veränderungen im Gehirn - etwa Ödeme oder Mikroblutungen. Das Risiko sei unter Donanemab höher, sagte Berlit. Zusätzlich habe sich gezeigt, dass bei beiden Substanzen die Wirksamkeit bei Frauen geringer ausfalle als bei Männern. Die Anzahl der Patientinnen und Patienten, die tatsächlich für die Behandlung infrage kommen, ist begrenzt. Bestimmte genetische Faktoren aber auch die Einnahme von Gerinnungshemmern schließen eine Nutzung aus. Geschätzt erfüllt nur etwa einer von 100 Menschen mit Alzheimer-Demenz alle Voraussetzungen für die Behandlung. "Vermutlich wird die Zahl eher niedriger sein", nimmt Berlit an. Bei geschätzt etwa 1,2 Millionen Alzheimer-Erkrankten in Deutschland wären das weniger als 12.000 Menschen.

  • Novo Nordisk: Novo Nordisks Phase-3-Studien mit Semaglutid gegen Alzheimer haben ihr zentrales Ziel verfehlt. Laut Unternehmensmitteilung bestätigten die Studien nicht die erhoffte Überlegenheit von oralem Semaglutid gegenüber Placebo, was die Progression von Alzheimer betrifft. Wie aus der Erklärung des Konzerns hervorgeht, verbesserten sich zwar bestimmte Alzheimer-Biomarker, doch diese Veränderungen führten nicht zu einer verlangsamten Krankheitsprogression.

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Es gibt auch kleinere Biotechnologieunternehmen wie Prothena und Acumen, die sich in einem frühen Stadium der Entwicklung von Alzheimer-Medikamenten befinden.

Herausforderungen und Risiken bei der Entwicklung von Alzheimer-Medikamenten

Schaut man sich die Zahlen an, wird einem jedoch klar, wie schwierig die Lage noch ist. Seit 2004 waren nur 2 Prozent der praxisnahen Alzheimer-Studien (Phase 2 und 3) erfolgreich, während ganze 98 Prozent gescheitert sind. Die meisten davon betreffen Medikamente, die den Krankheitsverlauf verbessern sollen, indem sie zum Beispiel Plaque-Ablagerungen im Gehirn auflösen. Die kurzfristigen Reaktionen an der Börse sind teilweise enorm, und das in beide Richtungen. Kleine Unternehmen sind dafür besonders sensibel, da sie oft nur ein einziges Projekt haben. Ein Blick auf die vergangenen zehn Jahre zeigt, wie stark sich das auf den Aktienkurs auswirken kann: Kleinere Biotech-Unternehmen wie Cortexyme und Medivation verloren an einem „Schlechte-Daten-Tag“ bis zu 77 Prozent ihres Börsenwerts. Aber es gibt immer wieder positive Nachrichten, auch in diesem Jahr. Eine Achterbahnfahrt durchlebte im Rückblick das eher kleine US-Biotech-Unternehmen Biogen. Bei seiner erhofften Alzheimer-Innovation Aduhelm stellte Biogen 2019 zunächst alle Studien ein, was einen heftigen Kurseinbruch zur Folge hatte. Dann zeigten neue Analysen, dass das Medikament doch wirke, und der Kurs schoss nach oben. Bedenken der US-Arzneimittelbehörde FDA führten anschließend wieder zu einem Kursrückgang. 2021 folgte doch eine beschleunigte Zulassung.

Die Analyse von Alzheimer-Studien ist kein Vergnügen. Man muss vor einer Investition genau verstehen, wie die Wirkmechanismen, Studiendesigns und Erfolgschancen sind, und wie stark Patientinnen und Patienten davon profitieren können. Es gibt dabei drei kritische Punkte: Erstens dauert die Entwicklung besonders lang und kostet teilweise doppelt so viel wie bei anderen Medikamenten. Kleinere Unternehmen holen sich daher oft größere Partner mit ins Boot. Zweitens ist die Anwendung langfristig und aufwändig. Versicherungsunternehmen dürften genau darauf achten und möglicherweise erfolgsabhängige Erstattungen einführen.

Trotzdem bleibt Alzheimer ein wichtiges Thema für die Forschung und die Börse. Das kann auch die Geldanlage bereichern. In diesem Fall sollte man sich auf größere Unternehmen konzentrieren, die das finanzielle Risiko tragen können.

Neue Therapieansätze und Medikamente

Im November 2022 stellten die Biotechnologieunternehmen Eisai und Biogen bahnbrechende Ergebnisse der klinischen Studie ihres Alzheimermedikaments Lecanemab vor. Seitdem gab es weitere spannende Fortschritte in der Behandlung von Alzheimer. Ein wichtiger Meilenstein war die offizielle Zulassung des Medikaments durch die US Food & Drug Administration (FDA) im Juli 2023 unter dem Namen Leqembi. Bereits im Januar hatte die Arzneimittelaufsicht die erste beschleunigte Zulassung erteilt. Die US Centers for Medicare & Medicaid Services, die für die Krankenversicherung älterer US-Bürger verantwortlich sind, haben bestätigt, dass sie die Behandlung mit dem Medikament für berechtigte Patienten übernehmen werden.

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  • Lecanemab (Leqembi): Dieser Antikörper, der von Eisai und Biogen entwickelt wurde, zielt darauf ab, Beta-Amyloid-Plaques im Gehirn zu entfernen. Lecanemab, das erste zugelassene Alzheimer-Medikament, ist bereits seit dem 1. September in Deutschland verfügbar, muss aber alle zwei Wochen gegeben werden. Im Juli hatte die EU-Arzneimittelbehörde eine Zulassung noch abgelehnt: Das Risiko schwerer Nebenwirkungen des Antikörpers sei höher zu bewerten als die erwartete positive Wirkung, hieß es. Der Antikörper, der seit Anfang 2023 bereits unter dem Handelsnamen Leqembi in den USA zugelassen ist, soll das Proteinfragment beta-Amyloid (Aß) aus dem Gehirn entfernen. In Deutschland sind etwa eine Million Menschen von der Alzheimer-Krankheit betroffen. Der nun empfohlene Antikörper Lecanemab bessert die Symptomatik nicht, sondern soll lediglich das Fortschreiten der Krankheit bremsen. Verabreicht wird der Antikörper alle zwei Wochen durch eine intravenöse Infusion, die unter Aufsicht erfolgen muss. Fachleute wie Frank Jessen vom Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) in Köln gehen zwar davon aus, dass das Mittel relativ schnell in Deutschland verfügbar sein wird. Allerdings dürfte es dann noch eine Weile dauern, bis es an den Fachzentren eine abgestimmte und verantwortungsbewusste Einführung der Therapie gibt. Jessen nimmt aber an, dass einige Ärzte das Mittel auch schon vorher abgeben. "Weil der Druck von Patienten hoch ist.

  • Donanemab (Kisunla): Das Alzheimer-Medikament Donanemab (Handelsname Kisunla) ist ab sofort in Deutschland verfügbar. Nur wenige Wochen nach der EU-Zulassung können Patientinnen und Patienten mit einer frühen symptomatischen Alzheimer-Krankheit - also in der Phase einer leichten kognitiven Störung oder beginnenden Demenz - die Behandlung beginnen, teilte der Hersteller Eli Lilly mit. Allerdings kommt nur ein Teil von ihnen dafür infrage. Donanemab wird alle vier Wochen per Infusion verabreicht. Die Therapie darf nur von Ärztinnen und Ärzten begonnen werden, die Erfahrung mit Alzheimer-Diagnostik und Zugang zu Untersuchungen per Magnetresonanztomografen (MRT) haben. Donanemab mit längerem Behandlungsintervall Laut Peter Berlit, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, ist die Wirksamkeit von Donanemab in den Zulassungsstudien etwas höher gewesen als die von Lecanemab. Zu den Risiken beider Medikamente zählen Veränderungen im Gehirn - etwa Ödeme oder Mikroblutungen. Das Risiko sei unter Donanemab höher, sagte Berlit. Zusätzlich habe sich gezeigt, dass bei beiden Substanzen die Wirksamkeit bei Frauen geringer ausfalle als bei Männern.

Trotz dieser Herausforderungen ist die Entwicklung dieser Medikamente ein lang erwarteter und großartiger Durchbruch in der Biotechnologie und im Gesundheitssektor. Sie bringen Behandlungsmöglichkeiten und Hoffnung für Patienten und ihre Familien - und für alle, die später einmal an Alzheimer erkranken könnten. Der Markt für Alzheimermedikamente dürfte groß sein und unter anderem angesichts der alternden Bevölkerung langfristig weiter wachsen.

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