Darm mit Charme: Der Zusammenhang zwischen Darmgesundheit und Migräne

Der Darm ist mehr als nur ein Verdauungsorgan. Er ist ein komplexes Ökosystem, das eine entscheidende Rolle für unsere Gesundheit spielt. In den letzten Jahren hat die Forschung zunehmend den Zusammenhang zwischen Darmgesundheit und verschiedenen Erkrankungen, einschließlich Migräne, aufgezeigt.

Der Darm als unterschätztes Genie

Der menschliche Darm ist ein wahres Multitalent. Er trainiert zwei Drittel unseres Immunsystems, leistet beim Stoffwechsel mehr als die Leber, ist die größte Hormonfabrik im Körper und produziert die gleichen Botenstoffe wie unser Gehirn. Die Darmbakterien, die den Darm bewohnen, holen aus unserer Nahrung die Energie zum Leben. Gut für den Darm sind Ballaststoffe und Bewegung.

Das Mikrobiom: Eine Welt voller Bakterien

Unser Darm wird von circa 100 Billionen Bakterien bewohnt, die als Mikrobiom oder Darmflora bezeichnet werden. Diese Bakterien stehen im permanenten Austausch mit menschlichen Zellen, Organen sowie Geweben und werden von unserem Immun- sowie Nervensystem überwacht. Sie beteiligen sich am Stoffwechsel, der Immunleistung, dem Körpergewicht, an Emotionen sowie an vielen weiteren Prozessen im Körper.

Dysbiose: Wenn das Gleichgewicht gestört ist

Durch verschiedene Störfaktoren, Veränderungen oder Krankheiten kann das Zusammenspiel der Darmbakterien aus dem Gleichgewicht geraten. Eine Dysbiose entsteht, bei der schützende Bakterien verdrängt werden. Die Folgen können vielfältig sein und reichen von Allergien und Asthma über depressive Verstimmungen und Neurodermitis bis hin zu Migräne, Rheuma und chronisch entzündlichen Darmerkrankungen.

Migräne und der Darm: Eine Verbindung

Eine Migräne kommt selten allein. Häufig begleiten sie Übelkeit oder Magen- und Darmkrämpfe. Das ist nicht verwunderlich, denn unser Gehirn und unser Darm stehen in Verbindung. Dieses System wird Darm-Hirn-Achse genannt und spielt bei vielen Erkrankungen eine Rolle.

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Die Darm-Hirn-Achse: Kommunikation zwischen Kopf und Bauch

Gehirn und Darm kommunizieren permanent miteinander über die Darm-Hirn-Achse. Der Kopf steuert unser Verdauungssystem, und das Verdauungssystem meldet dem Gehirn, ob wir satt oder hungrig sind. Entzündungen im Magen-Darm-Bereich können bei vielen Menschen zu Kopfschmerzen führen und Migräne begünstigen.

Bauchmigräne: Wenn der Bauch zum Schauplatz wird

Eine weitere Verknüpfung von Migräne und Magen-Darm-Trakt ist die sogenannte Bauchmigräne, auch abdominelle Migräne genannt. Darunter versteht man durch Migräne bedingte Magenschmerzen und Bauchkrämpfe, die regelmäßig in Anfällen auftreten und eine Stunde, aber auch mehrere Tage dauern können.

Die Rolle der Darmflora bei Migräne

Immer mehr Forschung deutet darauf hin, dass die Darmflora die Schmerzwahrnehmung beeinflussen kann. Bei Migränikern scheint die Darmflora verändert zu sein. Studien haben gezeigt, dass sich die Zusammensetzung der Darm-Mikroorganismen von Menschen mit episodischer Migräne, mit chronischer Migräne und ohne Migräne unterscheidet.

Was tun für einen gesunden Darm?

Ein gesundes Verdauungssystem kann deiner Migräne guttun. Was wir essen, wirkt sich auf die Zusammensetzung der Mikroorganismen in unserem Darm aus.

Ernährung für einen gesunden Darm

Eine ausgewogene, pflanzenbasierte Ernährung kann dazu beitragen, das Risiko für depressive Verstimmungen zu verringern und deren Verlauf positiv zu beeinflussen. Im Gegensatz dazu kann eine gestörte Darmflora das Risiko für depressive Symptome und negative Stimmungslagen erhöhen.

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Reduzieren Sie: Zucker, Alkohol, Fertiggerichte, Fleisch, gesättigte Fette, Weißbrot (Weizen), Aufschnitt und süßes Obst! Hier nur 2 Portionen am Tag!

Bitte MEHR, Gemüse (gerne gegart), regionale Lebensmittel, fermentierte Lebensmittel, wie Sauerkraut, etc.

Probiotika: Unterstützung für die Darmflora?

Probiotika bestehen aus lebenden, ungefährlichen Mikroorganismen, welche die körpereigene Darmfunktion unterstützen. Sie stecken beispielsweise in Joghurt, Quark und fermentierten Lebensmitteln wie Sauerkraut. Studien können nicht eindeutig beweisen, dass die Einnahme von Probiotika Migräne-Anfälle reduziert.

Stuhlanalyse: Einblick in die Darmflora

Eine Stuhlanalyse kann Hinweise auf die bakteriellen Verhältnisse im Darm geben. Mittels einer Stuhluntersuchung wird die aktuelle Zusammensetzung der Darmflora sowie das Milieu (z. B. pH-Wert) analysiert. Darüber hinaus können weitere Parameter erfasst werden, wie die Schleimhautimmunität und -entzündlichkeit, Verdauungsenzyme sowie Verdauungsrückstände. Häufig wird zudem auf das Vorhandensein von Darmparasiten untersucht. Ein wichtiger Bestandteil der Untersuchung ist außerdem der Leaky-Gut Test. Dieser Test gibt Auskunft über eine erhöhte Durchlässigkeit (Permeabilität) der Darmwand.

Darmflora aufbauen: Wege zur Balance

Eine sinnvolle Ernährungsumstellung unter Berücksichtigung individueller Nahrungsmittelunverträglichkeiten bildet immer die Basis einer erfolgreichen und nachhaltigen Darmsanierung. Die Ergebnisse der Darmflora Analyse können dabei helfen, geeignete Pro- und Präbiotika auszuwählen, um das intestinale Mikrobiom wieder ins natürliche Gleichgewicht zu bringen und die gestörte Darmflora wiederaufzubauen. Ergänzend können weitere pflanzliche Präparate und Nahrungsergänzungsmittel, wie beispielsweise Omega-3 Öl, eingesetzt werden. Diese können die Darmgesundheit zusätzlich auf natürliche Art fördern.

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