Demenz ist eine Herausforderung - nicht nur für die Betroffenen selbst, sondern auch für ihre Angehörigen. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über wichtige Informationen, Hilfestellungen und Ressourcen, die Angehörigen im Umgang mit Demenz unterstützen können.
Was ist Demenz?
Demenz ist ein Oberbegriff für verschiedene Erkrankungen des Gehirns, die mit einem fortschreitenden Verlust von kognitiven Fähigkeiten einhergehen. Vergesslichkeit, Probleme mit der Orientierung und Schwierigkeiten, die richtigen Worte zu finden, können erste Anzeichen sein. Es ist wichtig zu beachten, dass nicht jede Vergesslichkeit gleich Demenz bedeutet. Wenn Sie jedoch Bedenken haben, sollten Sie sich beraten lassen, z.B. am Alzheimer-Telefon.
Häufige Fragen zu Beginn
Viele Angehörige stellen sich ähnliche Fragen, wenn eine Demenz diagnostiziert wird. Was sind die nächsten Schritte? Welche Unterstützung gibt es? Eine Checkliste kann helfen, die wichtigsten Dinge rasch in Angriff zu nehmen.
Formen der Demenz
Die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste Ursache für Demenz. Es gibt aber auch andere Formen wie die Frontotemporale Demenz (FTD) und die Lewy-Körperchen-Demenz, die sich in ihren Symptomen und ihrem Verlauf unterscheiden.
Frontotemporale Demenz (FTD)
Die Frontotemporale Demenz (FTD) ist eine relativ seltene Form der Demenz, die oft schon vor dem 60. Lebensjahr auftritt. Sie wird durch einen Nervenzelluntergang in den Stirn- und Schläfenlappen des Gehirns verursacht.
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Lewy-Körperchen-Demenz
Die Lewy-Körperchen-Demenz ist deutlich seltener als die Alzheimer-Demenz und geht mit speziellen Symptomen wie Halluzinationen, starken Schwankungen der geistigen Fähigkeiten und Bewegungsstörungen einher.
Leben mit Demenz gestalten
Eine Demenzdiagnose verändert das Leben von Betroffenen und Angehörigen grundlegend. Es gibt jedoch viele Möglichkeiten, den Alltag positiv zu gestalten und die Lebensqualität zu erhalten.
Alltaggestaltung
Musik gilt als "Königsweg" zu Menschen mit Demenz und kann eine Vielzahl von Anregungen für die Alltagsgestaltung bieten. Auch kreative Tätigkeiten, die Freude bereiten, können die Gehirn- und Gedächtnisaktivierung fördern.
Unterstützung im Alltag
Es gibt zahlreiche Angebote zur Unterstützung im Alltag, die Angehörige entlasten können. Dazu gehören beispielsweise ehrenamtliche Helfer, Gesprächsgruppen und professionelle Dienste. Die Pflegeversicherung sichert einen Teil der Risiken und Folgen der Pflegebedürftigkeit ab.
Technische Hilfsmittel
Ob intelligente Beleuchtungssysteme, automatische Herdabschaltung oder virtuelle Spieleangebote - es gibt eine Vielzahl von technischen und digitalen Produkten, die das Leben von Menschen mit Demenz komfortabler, sicherer und bunter machen können.
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Herausforderungen für Angehörige
Die Betreuung und Pflege von Menschen mit Demenz ist oft mit großen Belastungen verbunden. Pflegende Angehörige sind oft sehr stark beansprucht und müssen lernen, mit den Herausforderungen umzugehen.
Umgang mit schwierigen Situationen
Immer wieder berichten Angehörige, wie schwierig es ist, Menschen mit Anzeichen einer möglichen Demenz für einen Arztbesuch zu gewinnen. Auch im Alltag ergeben sich oft Situationen, in denen die Pflegenden überfordert sind und auf eine Art und Weise reagieren, die nicht gewollt ist.
Entlastung für pflegende Angehörige
Durch Information und Beratung, Gesprächsgruppen sowie ehrenamtliche und professionelle Dienste können pflegende Angehörige eine wirksame Entlastung erfahren. Das interaktive Seminarprogramm „Hilfe beim Helfen“ kommt dem großen Informationsbedürfnis der pflegenden Angehörigen nach und bietet Raum für Austausch.
Vereinbarkeit von Pflege und Beruf
Die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf stellt pflegende Angehörige oft vor Herausforderungen. Es gibt jedoch Unterstützungsmöglichkeiten durch den Arbeitgeber und Tipps für Unternehmen, die pflegende Angehörige beschäftigen.
Rechtliche Aspekte
Wenn eine Person krankheitsbedingt die eigenen rechtlichen Angelegenheiten nicht mehr selbstständig erledigen kann, bestellt das Gericht eine andere Person, die stellvertretend Entscheidungen treffen kann. Für die erkrankte Person wird eine sogenannte „rechtliche Betreuung“ eingerichtet.
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Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung und Patientenverfügung
Um einer Fremdbestimmung vorzubeugen, gibt es drei Wege: die Vorsorgevollmacht, die Betreuungsverfügung und die Patientenverfügung. Mit einer Vorsorgevollmacht können Menschen den Personen ihres Vertrauens das Recht übertragen, in ihrem Namen zu entscheiden und zu handeln, wenn sie dazu selbst nicht mehr in der Lage sind.
Leitfaden für Vorsorge-Bevollmächtigte
Die Broschüre "Leitfaden für Vorsorge-Bevollmächtigte" bietet Antworten auf Fragen wie: Was ist eine Vorsorgevollmacht und welche Formvorschriften gibt es? Was sollte sie beinhalten? Wie können sich vollmachtgebende Personen vor Missbrauch schützen? Welche Rechte und Pflichten hat die bevollmächtigte Person?
Besondere Lebenssituationen
Demenz kann in verschiedenen Lebenssituationen auftreten und besondere Herausforderungen mit sich bringen.
Demenz im jüngeren Lebensalter
Dieser Ratgeber informiert über medizinische Besonderheiten bei Demenzen im jüngeren Lebensalter und zum Umgang mit krankheitsbedingten Einschränkungen und veränderten Verhaltensweisen. Menschen, die in jüngerem Alter an einer Demenz erkranken, sind häufig noch berufstätig.
Demenz bei Menschen mit Lernschwierigkeiten
Bei Menschen mit Lernschwierigkeiten treten alle Formen der Demenz genauso auf wie in der Gesamtbevölkerung.
Demenz und Kinder im Familienhaushalt
Wenn eine Demenz früh im Leben auftritt, leben nicht selten noch Kinder oder Heranwachsende im Familienhaushalt. Für sie ist es, je nach Alter, besonders schwierig zu verstehen und zu akzeptieren was passiert, wenn ein Elternteil an einer Demenz erkrankt.
Umgang mit besonderen Bedürfnissen
Menschen mit Demenz haben besondere Bedürfnisse, die im Alltag berücksichtigt werden sollten.
Barrierefreiheit
Menschen mit Behinderung haben ein Anrecht auf eine Umgebung, die ihren Bedürfnissen angepasst ist. Der Abbau von Barrieren zu Hause und in der Öffentlichkeit hilft ihnen dabei, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Das gilt auch für Menschen mit einer Demenz.
Schmerzmanagement
Bei Menschen mit Demenz kann es schwierig sein, Schmerzen zu erkennen, deren Ursachen zu verstehen und sie zu behandeln.
Mundgesundheit
Menschen mit Pflegebedarf wie auch Menschen mit Demenz haben meist eine deutlich schlechtere Mundgesundheit im Vergleich zu Menschen ohne Pflegebedarf.
Sexualität und Intimität
Eine Demenz verändert das Erleben und Verhalten auch im Bereich Sexualität und Intimität in unterschiedlichem Ausmaß.
Informationen für spezielle Zielgruppen
Es gibt spezielle Informationen und Angebote für verschiedene Zielgruppen.
Jugendliche und junge Erwachsene
Eine Broschüre für Jugendliche und junge Erwachsene, deren Eltern an einer Demenz erkrankt sind. Junge Erwachsene teilen darin sehr offen ihre Erfahrungen, die sie mit ihren an einer Demenz erkrankten Eltern machen.
Studierende
Das Projekt „Pausentaste“ unterstützt junge Pflegende mit gezielter, niedrigschwelliger Beratung und Information. Der Flyer richtet sich an pflegende Studierende und gibt Anregungen, wie Studium und Pflege besser vereinbart werden und welche Unterstützungsmöglichkeiten für sie in Frage kommen können.
Menschen mit Migrationshintergrund
Es gibt Informationen und Beratungsangebote in verschiedenen Sprachen, um Menschen mit Migrationshintergrund besser zu erreichen.
Wichtige Anlaufstellen und Ressourcen
Es gibt zahlreiche Anlaufstellen und Ressourcen, die Angehörigen von Menschen mit Demenz zur Verfügung stehen.
Alzheimer-Telefon
Das Alzheimer - Telefon ist ein bundesweites Beratungsangebot für Menschen mit Demenz, für Angehörige sowie für alle, die sich beruflich oder ehrenamtlich engagieren.
Wegweiser Demenz
Damit Menschen mit Demenz und ihre pflegenden Angehörigen so lange wie möglich in der Mitte der Gesellschaft bleiben, werden auf dem „Wegweiser Demenz“ zu den unterschiedlichen Bereichen Informationen zur Verfügung gestellt. In den Ratgeberforen können sich die Teilnehmenden mit ihren Fragen und Problemen an fachliche Moderatorinnen und Moderatoren wenden oder sich untereinander austauschen.
Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz
Der Flyer stellt die Aufgaben der "Lokalen Allianzen" vor und erläutert, mit welchen Angeboten sie die Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen vor Ort unterstützen. Der integrierten Deutschlandkarte können Interessierte ihre wohnortnahe "Lokale Allianz" und die entsprechende Landesfachstelle Demenz entnehmen.
Broschüren und Ratgeber
Es gibt eine Vielzahl von Broschüren und Ratgebern zu verschiedenen Themen rund um Demenz, die kostenlos oder gegen eine geringe Gebühr erhältlich sind. Diese bieten umfassende Informationen und praktische Tipps für den Alltag.
Umgang mit dem Thema Demenz in der Gesellschaft
Es ist wichtig, offen über Demenz zu sprechen und das Thema in der Gesellschaft zu enttabuisieren.
Angemessene Sprache
Wie sprechen wir über Demenz in einer angemessenen Weise? Der Text für dieses Kärtchen wurde von Menschen mit einer beginnenden Demenz entwickelt. Es soll den offenen Umgang mit der Krankheit erleichtern.
Teilhabe am gesellschaftlichen Leben
Damit Menschen mit Demenz an der Gesellschaft teilhaben können, müssen Sozialräume demenzsensibel gestaltet werden. Wenn sich (Bio-) Supermärkte, Discounter und andere Geschäfte des täglichen Bedarfs auf Menschen mit Demenz einstellen, können die Betroffenen ihre Besorgungen selbst erledigen. Auch Menschen mit Demenz dürfen an Wahlen teilnehmen. Es ist erlaubt, jemanden beim Ausfüllen des Wahlscheins zu unterstützen.
Palliative Versorgung und Abschiednehmen
Palliative Versorgung und Pflege richtet sich an Menschen, die schwer und unheilbar erkrankt sind. Das Abschiednehmen gehört über eine besonders lange Zeit zum Alltag der Angehörigen von Menschen mit Demenz.
Rechte von Menschen mit Demenz
Menschen mit Demenz haben, wie alle anderen Menschen auch, das Recht auf eine angemessene medizinische Behandlung und das Recht, diese abzulehnen. Sie haben das Recht auf körperliche, geistige und seelische Unversehrtheit und Selbstbestimmung.
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