Dopamin: Chemischer Aufbau, Funktion und Bedeutung

Neurotransmitter sind essenzielle Botenstoffe des Gehirns, die Informationen zwischen Nervenzellen übertragen und somit alle Reize, Signale und Reaktionen des Körpers beeinflussen. Sie agieren als "Paketboten", die je nach Bedarf Informationen zum Gehirn transportieren oder von dort aus Effekte an entsprechende Rezeptoren senden. Dopamin ist einer dieser wichtigen Neurotransmitter, der eine zentrale Rolle bei der Steuerung von Bewegung, Motivation, Belohnung und verschiedenen kognitiven Funktionen spielt.

Die Rolle von Neurotransmittern in der Neuropsychologie

Neurotransmitter haben eine erhebliche Bedeutung auf neuropsychologischer Ebene. In der Behandlung von Senioren, Demenzkranken und Menschen mit psychischen Störungen wie Depressionen werden gezielte Therapiemaßnahmen eingesetzt, um die Aktivität bestimmter Neurotransmitter anzuregen. Gedächtnistraining, Übungen für logisches Denken, räumliche Wahrnehmung und Sprachverständnis können das Belohnungspotenzial der Patienten erhöhen und Erfolgserlebnisse ermöglichen. Dies stärkt das Selbstvertrauen und steigert das Wohlbefinden, was wiederum den biochemischen Haushalt des Körpers positiv beeinflusst und den Informationsfluss durch Neurotransmitter optimiert.

Grundlagen der Neurotransmission

Die meisten Synapsen nutzen die biochemische Signalübertragung über Neurotransmitter. Diese werden präsynaptisch von einem vorgeschalteten Neuron ausgeschüttet und binden postsynaptisch an spezifische Rezeptoren des nachfolgenden Neurons. Jeder Neurotransmitter ist durch eine spezifische Maschinerie definiert, die für seine Synthese, Ausschüttung, Wirkung, Wiederaufnahme und seinen Abbau verantwortlich ist. Aminosäure-Neurotransmitter wie Glutamat, Glycin und GABA ermöglichen eine schnelle Kommunikation, indem sie Ionenkanäle innerhalb von Nervenzellen aktivieren. Substanzen wie Serotonin und Dopamin, die oft als "Glückshormone" bezeichnet werden, spielen ebenfalls eine herausragende Rolle.

Wichtige Neurotransmittersysteme

Nervenzellen sind meist auf einen oder wenige Neurotransmitter spezialisiert. Jedem Botenstoff sind spezifische neuronale Netzwerke zugeordnet. Zu den bekanntesten Systemen gehören das cholinerge System (Acetylcholin), das serotonerge System (Serotonin) und das dopaminerge System (Dopamin). Diese Netzwerke haben ihren Ursprung in kleinen Gebieten des Gehirns, beeinflussen aber über hunderttausend Synapsen pro Neuron und reichen in verschiedene Bereiche des Gehirns hinein. Im Vergleich zu Glutamat wirken Acetylcholin, Dopamin und Serotonin langsamer und länger, da sie diffus in größeren Gebieten ausgeschüttet werden und umfassende Zustände wie Schlaf oder Stimmung regulieren.

Acetylcholin: Das Multitalent

Acetylcholin war der erste entdeckte Neurotransmitter. Es fungiert als Schnittstelle zwischen motorischen Nerven und Skelettmuskulatur im vegetativen Nervensystem. Im Gehirn sind cholinerge Neuronen in zwei diffuse Modulationssysteme unterteilt:

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  • Das erste System verbindet den Hippocampus, den Riechkolben und den Neocortex von der Basis des Großhirns aus. Diese Zellen spielen eine wichtige Rolle bei der Alzheimer-Krankheit und sterben frühzeitig ab.
  • Das zweite System besteht aus Zellen im Pons und Tegmentum des Mittelhirns und wirkt hauptsächlich auf den Thalamus und das Großhirn. Cholinerge Neuronen steuern Aufmerksamkeit, Erregbarkeit des Gehirns im Schlaf- und Wachrhythmus und spielen eine Rolle beim Lernen.

Serotonin: Der Stimmungsregulierer

Serotonin ist ein vielseitiger Neurotransmitter, der auch außerhalb des zentralen Nervensystems vorkommt. Es wurde in der Schleimhaut des Magen-Darm-Trakts isoliert und reguliert als Bestandteil des Blutserums den Tonus der Blutgefäße. Im Gehirn ist Serotonin nur in Neuronen der Raphekerne im Hirnstamm aktiv. Von dort aus innervieren sie fast alle Regionen des Gehirns und beeinflussen Schmerzempfinden, Schlaf- und Wachrhythmus sowie die Stimmung. Ein Übermaß an Serotonin kann zu Unruhe und Halluzinationen führen, während ein Mangel depressive Verstimmungen, Angstzustände und Aggressionen verursachen kann. Die Serotoninmenge im Gehirn kann über den Tryptophanspiegel beeinflusst werden, der sich über die Ernährung steuern lässt. Kohlenhydratreiche Kost erhöht die Tryptophan-Verfügbarkeit, während Kohlenhydratentzug Schlafstörungen und Depressionen verursachen kann. Medikamente können einem Serotoninmangel entgegenwirken.

Dopamin: Steuerung von Verhalten und Motivation

Dopamin entsteht im peripheren vegetativen Nervensystem aus der Aminosäure Tyrosin. Es galt lange als chemische Vorstufe des Noradrenalins. Dopaminhaltige Zellen sind wichtig für die Steuerung willkürlicher Bewegungen. Die Parkinson-Krankheit wird durch die Degeneration von Zellen im Mittelhirn ausgelöst. Das mesocorticolimbische System ist ein weiteres dopaminerges System, das eine wichtige Rolle bei der Motivation spielt und als Belohnungssystem bekannt ist. Die Stimulation dieses Systems kann abhängig machen. Schizophrenie und ADHS werden ebenfalls mit dem Dopaminspiegel in Verbindung gebracht.

Dopamin im Detail

Dopamin ist ein Neurotransmitter, der im Gehirn für die Regulation von Bewegung, Motivation und Belohnung zuständig ist. Im Labor kann Dopamin als Marker für bestimmte Erkrankungen gemessen werden. Erhöhte Dopaminwerte können bei Schizophrenie, Tumoren und Vergiftungen mit Medikamenten auftreten, während niedrige Werte bei der Parkinson-Krankheit und Depressionen beobachtet werden.

Zentrales und peripheres Dopamin

Dopamin existiert in zwei Formen: zentrales und peripheres Dopamin. Zentrales Dopamin wird in verschiedenen Hirnregionen gebildet, darunter die Substantia nigra, die Area tegmentalis ventralis und das Striatum. Es spielt eine wichtige Rolle bei der Stimmungsregulation, Motivation, Belohnungsgefühlen und Bewegungskoordination. Peripheres Dopamin findet sich in Blutgefäßen außerhalb des Gehirns und beeinflusst verschiedene physiologische Prozesse wie die Blutdruckregulation, die Natrium- und Flüssigkeitsausscheidung in den Nieren, die Insulinfreisetzung in der Bauchspeicheldrüse und die Darmmotilität im Magen-Darm-Trakt.

Dopaminspiegel und ihre Bedeutung

Wenn das Gehirn Dopamin ausschüttet, fühlen sich Menschen motivierter, empfinden Freude und erleben einen Belohnungseffekt. Sie können sich wacher, konzentrierter und engagierter fühlen. Übermäßig hohe Dopaminspiegel können jedoch zu Impulsivität, risikoreichem Verhalten und Sucht führen. Niedrige Dopaminspiegel können Müdigkeit, Apathie und Anhedonie (Unfähigkeit, Freude zu empfinden) auslösen und in extremen Fällen zur Entstehung psychischer Erkrankungen wie Depressionen und ADHS beitragen.

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Faktoren, die den Dopaminspiegel beeinflussen

Der Dopaminspiegel im Körper wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst, darunter Genetik, Lebensstil (einschließlich Ernährung), emotionale Zustände, Stress, Schlaf und belohnende Aktivitäten wie Sport, Hobbys oder soziale Interaktionen. Auch der Konsum illegaler Drogen wie Kokain oder Amphetamine hat einen starken Einfluss auf den Dopaminspiegel.

Messung von Dopamin

Dopaminwerte können im Blut (Plasma) und im Urin (24-Stunden-Sammelurin) bestimmt werden. Oft werden dabei auch andere Katecholamine wie Adrenalin gemessen. Blutuntersuchungen liefern eine Momentaufnahme der Dopaminwerte, während Messungen im Sammelurin einen Überblick über den Dopamin-Stoffwechsel über einen längeren Zeitraum bieten. Es ist wichtig zu beachten, dass bei Blut- und Urinuntersuchungen peripheres Dopamin gemessen wird, das nicht immer die zentralen Dopaminwerte oder die Aktivität von Dopamin im Gehirn genau widerspiegelt.

Normwerte für Dopamin

Die Normwerte für Dopamin im Blut und Urin können je nach Labor und Messmethode variieren. Im Allgemeinen beträgt die Dopamin-Konzentration im Blutplasma weniger als 85 ng/l (Nanogramm pro Liter). Die Normwerte für Dopamin im 24-Stunden-Sammelurin schwanken stark von Labor zu Labor. Im Einzelfall gelten immer die auf dem jeweiligen Laborbefund angegebenen Normwerte.

Wann wird Dopamin bestimmt?

Die Messung des Dopaminspiegels erfolgt nicht routinemäßig, sondern nur bei Verdacht auf Erkrankungen, die mit veränderten Dopaminwerten verbunden sind (z. B. Phäochromozytom, Neuroblastom, Bluthochdruck). Dopamin wird auch zur Diagnose und Überwachung bestimmter Erkrankungen wie Parkinson eingesetzt und hilft bei der Bewertung der Wirksamkeit von Medikamenten, die sich auf die Dopaminspiegel auswirken.

Was vor der Messung zu beachten ist

Um genaue Messergebnisse zu erhalten, sollten bestimmte Nahrungs- und Genussmittel wie Bananen, Käse, Mandeln, Nüsse, Vanille, Tee, Kaffee und Alkohol vor der Blutentnahme bzw. während der Urin-Sammelperiode vermieden werden. Auch bestimmte Medikamente wie Bluthochdruckmittel, Barbiturate, Clonidin, Salizylate, Beta-Blocker und bestimmte Antibiotika sollten nach Möglichkeit gemieden werden. Schwere körperliche Aktivität sollte ebenfalls vermieden werden.

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Erhöhte Dopaminwerte

Erhöhte Dopaminwerte können durch verschiedene Faktoren verursacht werden, darunter:

  • Belohnung und Vergnügen: Angenehme Aktivitäten oder positive Erfahrungen wie Essen, Sport, Sex und sozialer Austausch führen zur Dopaminausschüttung.
  • Stress und Aufregung: Stressige oder aufregende Situationen können die Dopaminausschüttung erhöhen.
  • Körperliche Aktivität: Bewegung stimuliert die Dopaminbildung und -freisetzung im Gehirn.
  • Erkrankungen: Phäochromozytom, Neuroblastom und Schizophrenie können erhöhte Dopaminwerte verursachen.
  • Medikamente: Antidepressiva, Antipsychotika, Parkinson-Medikamente und Aufputschmittel können den Dopaminspiegel erhöhen.

Niedrige Dopaminwerte

Niedrige Dopaminwerte können durch natürliche (physiologische) oder krankhafte (pathologische) Gründe verursacht werden. Natürlicherweise ist der Dopaminspiegel im Schlaf erniedrigt. Erkrankungen, die mit Dopaminmangel einhergehen, sind beispielsweise Parkinson und Restless Legs.

Was tun bei veränderten Dopaminwerten?

Das weitere Vorgehen bei zu hohen oder niedrigen Dopaminwerten hängt von der Ursache ab. Stressbedingte erhöhte Dopaminwerte können durch Entspannung ausgeglichen werden. Bei krankheitsbedingten Ursachen gilt es, diese angemessen zu behandeln. Beispielsweise lässt sich der Dopaminmangel bei Parkinson mit Medikamenten ausgleichen, die entweder den fehlenden Botenstoff zuführen oder den Abbau des noch vorhandenen Dopamins hemmen.

Dopamin in der Therapie

Dopamin selbst kann aufgrund seiner Unfähigkeit, die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden, nicht direkt zur Behandlung neurologischer Erkrankungen wie Parkinson eingesetzt werden. Stattdessen werden Vorstufen wie L-DOPA oder Dopamin-Agonisten verwendet, die ins Gehirn gelangen und dort wirken können. Bei psychotischen Erkrankungen, die mit erhöhten Dopaminspiegeln einhergehen, werden Dopamin-Antagonisten (Antipsychotika) eingesetzt, um die Dopaminwirkung zu hemmen.

Dopamin als Medikament

In der Notfallmedizin wird Dopamin zur Kreislaufstabilisierung bei Schockzuständen oder drohendem Schock eingesetzt. Diese Anwendung ist jedoch rückläufig, da es Wirkstoffe mit geringerem Nebenwirkungspotenzial gibt. Dopamin wird intravenös verabreicht, und die Dosierung wird individuell vom Arzt festgelegt.

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