Dopamin und seine komplexe Verbindung zum Auge

Dopamin, ein wichtiger Neurotransmitter im zentralen Nervensystem, spielt eine entscheidende Rolle bei der Kommunikation zwischen Nervenzellen und der Steuerung verschiedener Körperfunktionen. Es beeinflusst auch die Signalverarbeitung in den Stäbchen und Zapfen der Netzhaut und hat somit Auswirkungen auf das Auge und die afferente Signalverarbeitung.

Dopamin: Ein Schlüsselneurotransmitter

Dopamin ist ein Botenstoff, der im zentralen Nervensystem für die Übertragung von Signalen zwischen Nervenzellen verantwortlich ist. Es ist an der Steuerung verschiedenster Vorgänge im Körper beteiligt und spielt auch eine Rolle bei der visuellen Verarbeitung.

Dopamin und Augenerkrankungen: Ein komplexer Zusammenhang

Es gibt zunehmend Hinweise darauf, dass Dopamin bei verschiedenen Augenerkrankungen eine Rolle spielen könnte. Studien haben einen Zusammenhang zwischen Dopamin und neurodegenerativen Erkrankungen im Gehirn festgestellt, die auch Auswirkungen auf das Auge haben können. So wurde beispielsweise bei Patienten mit primärem Offenwinkelglaukom und Alzheimer-Krankheit ein Zusammenhang nachgewiesen. Dies deutet auf gemeinsame Mechanismen der Optikusneuropathie bei beiden Erkrankungen hin.

Glaukom und Dopamin

Es wurde ein Zusammenhang zwischen Dopamin und dem primären Offenwinkelglaukom festgestellt. Verschiedene Forschungsarbeiten deuten auf zusätzliche Rollen von Dopamin bei der Pathogenese verschiedener Erkrankungen hin.

Parkinson-Krankheit und Netzhaut

Die Nervenfaserschichtdicke ist bei Patienten mit Parkinson-Krankheit verändert. Die Erkrankung betrifft die Ganglien-Substantia nigra pars compacta des Mittelhirns und hat Auswirkungen auf die Verarbeitung visueller Informationen.

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Alzheimer-Krankheit und Glaukom

Bei Patienten mit Glaukom und Alzheimer-Krankheit wurde ein Zusammenhang nachgewiesen, was auf gemeinsame Mechanismen der Optikusneuropathie hindeutet. Die Frage, ob es sich um eine ursächliche Beziehung oder ein Epiphänomen handelt, ist Gegenstand aktueller Forschung.

Dopamin und Kurzsichtigkeit (Myopie)

Aktuelle Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Dopamin eine wichtige Rolle bei der Entwicklung und Prävention von Kurzsichtigkeit (Myopie) spielen könnte.

Tageslicht und Dopamin

Helles Tageslicht fördert die Freisetzung von Dopamin in der Netzhaut und verhindert so das Längenwachstum des Augapfels. Dies erklärt, warum sich Kinder, die sich häufiger im Freien aufhalten, seltener kurzsichtig entwickeln. In Innenräumen werden meist nicht mehr als 500 Lux erreicht, während es an sonnigen Tagen im Freien selbst im Schatten etwa 10.000 Lux sind.

Tiermodelle und Dopamin

In Tiermodellen konnte ein direkter Zusammenhang zwischen Licht und Dopamin gezeigt werden. Bei Küken, denen ein Dopamin-Hemmstoff ins Auge injiziert wurde, hob dies den schützenden Effekt des Lichts auf.

DRD4-Dopaminrezeptor-Gen

Das D4-Dopaminrezeptor-Gen (DRD4) ist maßgeblich an der Umwandlung von Licht in elektrische Signale in der Retina beteiligt. Die DRD4 7R-Variante ist eines der stärksten Einzelgenrisiken für ADHS. Eine Dysfunktion des retinalen Dopamins könnte das neuroentwicklungsbedingte Wachstum des Auges beeinflussen, was zu refraktiven Fehlern führt.

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ADHS und Myopie

Es gibt Hinweise darauf, dass ADHS-Betroffene ein erhöhtes Kurzsichtigkeitsrisiko haben. Interessanterweise haben ADHS-Betroffene, die ADHS-Medikamente einnehmen, ein verringertes Myopie-Risiko.

Kontaktlinsen und Dopamin

Eine spezielle Kontaktlinse (DELIVERY TYRO) kann durch die kontinuierliche Abgabe von Tyrosin die Dopaminbildung im menschlichen Körper unterstützen und so möglicherweise der Entwicklung von Kurzsichtigkeit entgegenwirken.

Dopamin und Lidschlagverhalten

Studien haben Verbindungen zwischen dem Lidschlagverhalten und dem Neurotransmitter Dopamin festgestellt. Dopamin spielt eine wichtige Rolle bei Lernprozessen und steht in Verbindung mit physiologischen, kognitiven und psychologischen Faktoren. Die Lidschlaghäufigkeit kann durch Müdigkeit oder die aktuelle Tätigkeit beeinflusst werden.

Strategisches Blinzeln

Forschungsergebnisse zeigen, dass Menschen unbewusst weniger häufig blinzeln, wenn sie die Wahrscheinlichkeit hoch einschätzen, dass ein Ereignis eintritt. Dies deutet darauf hin, dass das Blinzeln strategisch an die Erfordernisse der Umgebung angepasst wird.

Dopamin und Visuelle Wahrnehmung bei ADHS

Eine Reihe von Studien hat verschiedene visuelle Probleme bei Kindern mit ADHS festgestellt, darunter:

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  • Visuoperzeptive Probleme
  • Konvergenzinsuffizienz
  • Beeinträchtigte Stereoakuität
  • Häufigere refraktive Fehler
  • Erhöhtes Risiko für Strabismus (Schielen) und Astigmatismus
  • Abweichungen in den Augenbewegungen und der Akkommodation
  • Neurophysiologische Veränderungen der Sehnerven
  • Genetische Zusammenhänge mit dem DRD4-Dopaminrezeptor-Gen
  • Asymmetrische Pupillendurchmesser

Augenvergenz und Aufmerksamkeit

Eine Studie fand signifikante Auffälligkeiten bei ADHS-Betroffenen in der Modulation der Augenvergenzantwort während Aufmerksamkeitsaufgaben.

Sakkadische Defizite

Verschiedene Studien fanden mittels des Gap/Overlap-Tests bei Kindern mit ADHS langsamere und variablere sakkadische Reaktionszeiten. Personen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung und komorbidem ADHS zeigten eine mangelhafte Reaktionsvorbereitung, die zu einer reduzierten visuellen Fixation auf Aufgabenhinweise und einer größeren Variabilität der Sakkadenreaktionen führte.

Pupillenunruhe

Eine verringerte Leistung der Pupillenoszillationen wurde bei Passivität mit minimaler Ablenkung ebenso wie bei Ruhebedingung ohne Ablenkung festgestellt. Pupillenunruhe korreliert in hohem Maße zwischen den beiden Augen, was auf eine Steuerungsquelle auf der Ebene des Edinger-Westphal-Komplexes im Mittelhirn hindeutet.

Gesichtsfeldverschiebungen

Eine andere Studie fand, dass bei Kindern Gesichtsfeldverschiebungen die Beziehung zwischen Hyperaktivität/Impulsivität einerseits und Problemen der Aufmerksamkeitsfokussierung und der Informationsaufnahme moderierten.

Akkommodationsreaktion

Kinder mit ADHS zeigten eine reduzierte Akkommodationsreaktion, die nicht durch den Akkommodationsreiz beeinflusst wurde.

Weitere Aspekte

Neben den genannten Zusammenhängen gibt es noch weitere Aspekte, die die Verbindung zwischen Dopamin und dem Auge betreffen:

  • Medikamente: Einige Medikamente, die den Dopaminspiegel beeinflussen, können auch Auswirkungen auf das Auge haben.
  • Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung, die reich an Nährstoffen ist, die die Dopaminproduktion unterstützen, kann die Augengesundheit fördern.
  • Lebensstil: Regelmäßige Bewegung und ausreichend Schlaf können ebenfalls die Dopaminproduktion positiv beeinflussen und somit die Augengesundheit unterstützen.

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