Dopamin- und Noradrenalin-Unterdrückung: Ursachen, Auswirkungen und Behandlungsansätze

Stress, Depressionen und die Immunabwehr stehen in einer komplexen Wechselbeziehung zueinander. Die Aussage „Stress macht krank!“ ist ebenso einfach wie kompliziert. Einfach, weil viele Menschen dies bestätigen können, kompliziert, weil die Ursachenforschung eine Herausforderung darstellt. Um die Wirkung von Stress auf den Körper zu verstehen, ist es wichtig, sich die verschiedenen Arten von Stress und ihre Auswirkungen bewusst zu machen.

Akuter versus chronischer Stress: Ein evolutionärer Unterschied

Grundsätzlich wird zwischen akutem und chronischem Stress unterschieden. Die Reaktion auf akuten Stress lässt sich oft mit der evolutionär alten Kampf-oder-Flucht-Reaktion erklären. In einer gefährlichen Situation schüttet der Körper Stresshormone aus, die ihn in Alarmbereitschaft versetzen, um sich auf einen Kampf oder eine Flucht vorzubereiten. Das Immunsystem reagiert ebenfalls und bereitet sich auf Verletzungen und damit einhergehende Infektionen vor. Daher wirkt akuter Stress oft stimulierend auf das Immunsystem, wodurch die Anzahl und Funktion verschiedener Immunzellen im Blut erhöht sein kann.

Chronische Stressbelastung hingegen kehrt die positiven Effekte auf das Immunsystem ins Negative um. Die Anzahl verschiedener Immunzellen im Blut nimmt ab, ihre Aktivität ist eingeschränkt und die Abwehrreaktionen auf Erreger funktionieren nicht mehr so gut. Mediziner berichten zudem häufig von erhöhten Entzündungsparametern im Blut chronisch gestresster Personen.

Die Rolle von Adrenalin und Kortisol

Das Nervensystem, das für die Beurteilung der Stressreaktion verantwortlich ist, beeinflusst das Immunsystem über Stresshormone. Akuter Stress führt unter anderem zur Ausschüttung von Adrenalin, auf das verschiedene Immunzellen direkt reagieren und ihre Funktionsweise verändern können. Zusätzlich wird das Stresshormon Kortisol ausgeschüttet, das ebenfalls direkte Auswirkungen auf Immunzellen hat und Immunreaktionen abschwächen kann. Durch diese Mechanismen beeinflusst Stress das Immunsystem und reduziert die Immunreaktionen unter chronischem Stress, was zu vermehrt auftretenden Infektionen und anderen Krankheiten führt.

Chronischer Stress und seine Auswirkungen auf die Stimmung

Die Verbindung zwischen Nervensystem und Immunsystem ist keine Einbahnstraße. Eine vermehrte Ausschüttung von Entzündungsbotenstoffen wie Interleukin-6 durch Immunzellen bei chronischem Stress kann auch Effekte im Gehirn haben und beispielsweise die kognitive Leistungsfähigkeit negativ beeinflussen. Depressionen können unter anderem auch durch chronischen Stress entstehen. Ärzte diskutieren, dass erhöhte Mengen an Entzündungsbotenstoffen bei betroffenen Patienten auch das Verhalten der Patienten beeinflussen können, wodurch immunologische Effekte sogar die Ursache für Veränderungen im Nervensystem wären. Auch bei der rheumatoiden Arthritis ist bekannt, dass Stress einen Einfluss auf Krankheitsaktivität und Symptome haben kann.

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Mehrere Studien haben gezeigt, dass wiederholter Stress Auswirkungen auf Krankheitsaktivität, Erschöpfungserscheinungen und Gelenkschmerzen haben kann. Stress und persönliche Probleme können auch die Konzentration von Entzündungsbotenstoffen wie Interleukin-1-beta und Interferon-gamma erhöhen. Jedoch sind die Konzentrationen von Interleukin-1-beta, Interferon- gamma oder die des Stresshormons Kortisol nicht ausreichend, um eine verlässliche Voraussage über den Krankheitsverlauf zu machen. Dies verdeutlicht, dass es zusätzliche Mechanismen geben muss, mit denen das Nervensystem bei Stress und Problembewältigung den Krankheitsverlauf einer Arthritis beeinflussen kann.

Neurotransmitter als Vermittler von Stressantworten

Forscher haben herausgefunden, dass Zellen in den Gelenken Rezeptoren für Neurotransmitter besitzen, also Andockstellen für Botenstoffe des Nervensystems. Über diese Rezeptoren kann das Nervensystem durch die Ausschüttung von Neurotransmittern auch die Entzündung in den Gelenken beeinflussen. Ein Beispiel ist die sogenannte Substanz P, ein Botenstoff der sensorischen Nerven, die Sinnesreize zum Gehirn leiten. Die Stimulation von Andockstellen dieses Botenstoffs kann eine Entzündungsreaktion verstärken, indem vermehrt Immunzellen in das Gelenk gelockt werden. Doch es gibt auch hemmende Mitspieler in diesem System, zum Beispiel Andockstellen für den Neurotransmitter Acetylcholin aus dem sogenannten parasympathischen Nervensystem. Acetylcholin kann Entzündungsvorgänge zumindest in der frühen Phase der Krankheit unterdrücken.

Leider ist die Aktivität des parasympathischen Nervensystems in der frühen Krankheitsphase oft unterdrückt, sodass auch die entzündungshemmende Aktivität unterbleibt. Es gibt noch weitere Rezeptoren für Neurotransmitter des sympathischen Nervensystems, die eine wichtige Rolle bei Gelenkentzündungen spielen. Dazu gehören Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin. Die Andockstellen für Adrenalin und Noradrenalin werden als adrenerge Rezeptoren (AR) bezeichnet und werden in alpha- und beta-AR eingeteilt. Während die Stimulation von alpha-AR Entzündungsreaktionen verstärken kann, haben beta-AR den gegenteiligen Effekt. Im Verlauf der chronischen Gelenkentzündung dominieren jedoch die alpha-AR, was Entzündungsvorgänge weiter verstärken kann.

Dopamin: Ein weiterer wichtiger Akteur

In den vergangenen Jahren haben Arbeiten von Forschungsgruppen gezeigt, dass Zellen im Gelenk von Arthritisbetroffenen auch Rezeptoren für Dopamin tragen. Die Stimulation dieser Rezeptoren bewirkt eine verstärkte Ausschüttung von Entzündungsbotenstoffen und ist so an der Gelenkschädigung beteiligt. Aktuell wird die Rolle von Dopamin beim Knochenabbau untersucht, da Dopaminrezeptoren auch im Knochen von Arthritispatienten verstärkt vorkommen.

Bisherige Ergebnisse lassen vermuten, dass Dopamin auch eine Rolle bei der Entstehung von Osteoporose bei Arthritis spielt. Diese Beispiele verdeutlichen, dass das Nervensystem auf verschiedene Weise das Immunsystem beeinflussen kann. Das Vorhandensein von Rezeptoren für Neurotransmitter in den Gelenken von Arthritispatienten lässt einen direkten Einfluss des Nervensystems auf den Krankheitsverlauf vermuten. Daher wird es für die Zukunft wichtig sein, zu verstehen, wie die verschiedenen Neurotransmitter den Krankheitsverlauf verändern können. Möglicherweise ergeben sich daraus künftig neuartige Therapieansätze.

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Dopamin und seine vielfältigen Funktionen

Dopamin gehört zur Gruppe der Katecholamine und wird therapeutisch bei Schockzuständen eingesetzt. Es fungiert auch als Nervenbotenstoff im Körper und vermittelt motivations- und antriebssteigernde Effekte. Allerdings können zu niedrige oder zu hohe Dopaminspiegel zu parkinsonartigen oder manieförmigen Symptomen führen.

Dopamin-Wirkung im zentralen Nervensystem

Im Gehirn dient Dopamin der Kommunikation zwischen Nervenzellen und vermittelt positive Gefühlserlebnisse („Belohnungseffekt“). Im Vergleich zu Serotonin bewirkt Dopamin eher eine längerfristige Motivationssteigerung und Antriebsförderung.

Ein Mangel an Dopamin im zentralen Nervensystem (ZNS) tritt beispielsweise bei Parkinson auf. Zu den typischen Parkinsonsymptomen zählen Muskelstarre (Rigor), Zittern (Tremor) und eine Verlangsamung der Bewegungen bis hin zur Bewegungslosigkeit (Akinese). Eine Behandlung mit Dopamin kann gegen diese Symptome helfen. Da Dopamin die Blut-Hirn-Schranke nicht überwinden kann, werden Vorstufen (L-DOPA) und Analoga (Dopamin-Agonisten) verabreicht, die bis zum Wirkort im Gehirn gelangen.

Bei schizophrenen oder sonstigen psychotischen Patienten ist meist in bestimmten Hirnregionen die Dopamin-Konzentration erhöht. Hier werden Hemmer des Botenstoffs (Dopamin-Antagonisten) eingesetzt, die zu den Antipsychotika zählen.

Dopamin kann in bestimmten Körperregionen (wie zum Beispiel den Nieren) die Durchblutung steigern und wurde daher früher bei Schockzuständen, niedrigem Blutdruck und Nierenversagen angewendet. Diese Verwendung ist jedoch rückläufig, da beispielsweise mit Adrenalin oder Noradrenalin Wirkstoffe mit kleinerem Nebenwirkungspotential zur Verfügung stehen.

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Nach Injektion oder Infusion wird Dopamin innerhalb von fünf bis zehn Minuten zur Hälfte abgebaut und mit dem Urin ausgeschieden.

Anwendung von Dopamin

Für neurologische Indikationen (wie Parkinson) wird Dopamin nicht direkt eingesetzt. Stattdessen verabreicht man Vorläufer oder Analoga davon, da diese im Unterschied zu Dopamin die Blut-Hirn-Schranke überwinden können. Zur Kreislaufstabilisierung wird der Wirkstoff bei Schockzuständen oder drohenden Schockzuständen eingesetzt, die beispielsweise in folgenden Fällen auftreten können:

  • Herzversagen und Herzinfarkt
  • schweren Infektionen
  • plötzlichem, starkem Blutdruckabfall

Dopamin wird als Infusions- und Injektionslösung zur intravenösen Anwendung verabreicht. Die Anwendungshäufigkeit und Dosierung von L-DOPA sowie Dopamin-Agonisten und Dopamin-Antagonisten in Tablettenform wird individuell durch den behandelnden Arzt festgelegt.

Nebenwirkungen und Gegenanzeigen

Der rückläufige Einsatz von Dopamin erklärt sich durch das vergleichsweise hohe Nebenwirkungspotential. Bei Injektion bei Schockzuständen kommt es häufig zu Herzrhythmusstörungen, Kopfschmerzen, Atemnot, Übelkeit bis hin zu Erbrechen sowie entweder zu starkem Blutdruckabfall oder zu übermäßigem Blutdruckanstieg. Der behandelnde Arzt wird individuell abklären, ob ein Patient das Medikament aus bestimmten Gründen nicht erhalten darf.

Dopamin in der Geschichte

Der erste Nervenbotenstoff (Neurotransmitter) im Gehirn von Säugetieren, der entdeckt wurde, war Adrenalin (auch Epinephrin genannt). Da die körpereigene Produktion des Adrenalins über verschiedene Zwischenprodukte - unter anderem Dopamin - verläuft, gingen Wissenschaftler nach Entdeckung der Stoffwechselwege zuerst davon aus, dass die Zwischenprodukte keine weitere Relevanz im Köper hätten. Erst die Entdeckung, dass im Gehirn ein völlig anderes Verteilungsmuster für Dopamin als für Adrenalin vorliegt, führte die Wissenschaftler Arvid Carlsson, Åke Bertler und Evald Rosengren am pharmakologischen Institut der Universität Lund (Schweden) 1958/59 zu der Annahme, dass dem Dopamin eine ganz eigene Bedeutung beizumessen ist.

Interessante Fakten zu Dopamin

Die Kommunikation von Nervenzellen über Botenstoffe wie Dopamin funktioniert folgendermaßen: Eine Nervenzelle schüttet an der Kontaktstelle zu einer anderen Nervenzelle (Synapse) einen Botenstoff aus. Dieser bindet an speziellen Andockstellen (Rezeptoren) der anderen Nervenzelle und überträgt so ein Signal. Anschließend wird der Botenstoff wieder von der Ursprungszelle aufgenommen, womit seine Wirkung endet. Bestimmte Drogen wie Kokain gelten als sogenannte Dopamin-Wiederaufnahmehemmer und können die Wiederaufnahme von ausgeschüttetem Dopamin in seine Ursprungszelle unterbinden, was zu einer verstärkten Wirkung des Glückshormons Dopamin führt.

Depressionen und das Ungleichgewicht der Botenstoffe

Depressionen entstehen in der Regel aus dem Zusammenwirken mehrerer Faktoren, wobei erbliche und umweltbedingte Faktoren individuell unterschiedlich wirken. Betroffene besitzen eine geringere Toleranz gegenüber seelischen, körperlichen und biografischen Belastungsfaktoren als gesunde Menschen. Eine erbliche Vorbelastung trägt wesentlich zur Entstehung einer Depression bei, da Depressionen familiär gehäuft auftreten.

Viele Untersuchungen deuten darauf hin, dass Depressionen durch typische Veränderungen von Botenstoffen im Gehirn gekennzeichnet sind. Dabei scheinen bestimmte Neurotransmitter wie Serotonin, Dopamin, Noradrenalin, Acetylcholin und Gamma-Aminobuttersäure aus dem Gleichgewicht geraten zu sein. Depressive Patienten weisen im Vergleich zu Gesunden oft eine erniedrigte Aktivität von Serotonin, Noradrenalin oder Dopamin auf. Diese Annahme wird durch den generellen Wirkmechanismus von Antidepressiva gestützt, die für eine Erhöhung bestimmter Botenstoffe im neuronalen System sorgen und helfen, die Symptome einer Depression zu mindern bzw. sie zu unterdrücken.

Ein weiterer Faktor, der zur Entstehung einer Depression beitragen kann, beruht auf einer fehlgeleiteten Entwicklung in der Kindheit. Ein ängstlich-fürsorglicher Erziehungsstil, eine daraus resultierende „erlernte Hilflosigkeit“ sowie geringe Fähigkeiten der Betroffenen, Stress zu bewältigen, können Risikofaktoren für die Entwicklung einer Depression sein. Auch der frühe Verlust eines Elternteils, eine Störung der Mutter-Kind-Beziehung oder mangelndes Selbstwertgefühl seit frühester Kindheit können zu einer besonderen Verletzlichkeit gegenüber Enttäuschungen führen.

Stressreiche Lebensereignisse führen zu neurobiologischen Reaktionen wie vermehrter Ausschüttung des Stresshormons Cortisol, welches auch bei Depression in erhöhter Konzentration im Blut gefunden wird. Auch körperliche Erkrankungen können Depressionen begünstigen.

Neben den aufgeführten Mechanismen scheinen folgende Faktoren die Entstehung einer Depression zu begünstigen: weibliches Geschlecht; Single-Dasein; Großstädte; wenig gesellschaftliche Kontakte; niedriger Ausbildungsgrad; Arbeitslosigkeit; Cannabis-Konsum und Alkohol-Missbrauch.

Impulskontrollstörungen und ihre Verbindung zu Neurotransmittern

Das ICD-10-Kapitel F63 „Abnorme Gewohnheiten und Störungen der Impulskontrolle“ vereint eine Reihe von Erkrankungen, die die Unfähigkeit des Patienten, Verhaltensgewohnheiten oder -impulse zu beherrschen, welche die Betroffenen selbst oder Dritte schädigt, als Gemeinsamkeit hat. Hierzu zählen pathologisches Glücksspiel, Brandstiftung, Stehlen (Kleptomanie), zwanghaftes Haareausreißen (Trichotillomanie) und intermittierend explosibles Verhalten.

Die Ursachen dieser Störungen sind unklar, aber es handelt sich um eine Sammlung von Verhaltensstörungen, die sich in ihrer Symptomatik in Teilaspekten ähneln, vordergründig ohne stringenten, systematischen Zusammenhang der Syndrome und ohne klare pathogenetische Gemeinsamkeiten.

Ein unwiderstehliches Verlangen oder Drang zu einer Handlung, die häufig nicht aus zielgerichtetem Verhalten motiviert wird und z. T. auch gegen den Willen der Betroffenen entsteht, ist ein zentrales Merkmal. Die Betroffenen können dem Handlungsverlangen oder -drang nicht oder nicht mehr widerstehen und erleben starker innere Erregung und/oder Anspannung.

Der Beginn der überwiegenden Mehrzahl der Impulskontrollstörungen liegt in der Kindheit oder Adoleszenz. Prädisponierenden Faktoren wie genetische Variationen (z. B. Dopamin- und Serotonintransporter/-Rezeptorpolymorphismen), Geschlecht, traumatische Kindheitserfahrung, psychosoziales Umfeld und Entwicklung begünstigen die Neigung zu impulsiven Handlungen.

Die Handlungsimpulse und die Handlung selbst können im Moment der Ausführung entweder mit positiven, lustvoll bis euphorischen Gefühlen einhergehen und als ich-synton erlebt werden oder mit ängstlichen Gefühlen und Anspannung, die durch die Handlung Erleichterung findet, und als ich-dyston wahrgenommen werden, verbunden sein.

Alle drei Arten von Problemverhalten (impulsiv, verhaltenssüchtig und zwanghaft) können neurokognitiv als Formen gestörter Verhaltenskontrolle verstanden werden, deren gemeinsames pathologisch-anatomisches Korrelat die kortikostriatalen Schleifensysteme („Basalganglienschleifen“, extrapyramidales System) sind.

Monoaminerge Transmittersysteme (hauptsächlich Dopamin und Serotonin, aber auch Noradrenalin) und Opioide modulieren sowohl überlappend als auch differenziell die Aktivität der kortikostriatalen Schleifensysteme. Dopamin spielt eine zentrale Rolle in allen 3 kortikostriatalen Schleifensystemen und somit in der Pathogenese nahezu aller Impulskontrollstörungen. Dies wird einerseits durch genetische Befunde unterstützt, andererseits aber durch die inzwischen bestens belegten Befunde bei Patienten mit M. Parkinson, die erhöhte Prävalenzraten verschiedener Impulskontrollstörungen mit und ohne dopaminerge Medikation aufweisen.

Insgesamt sind die Befunde hinsichtlich differenzieller Veränderungen bei den verschiedenen Impulskontrollstörungen jedoch äußerst heterogen, z. T. geschlechtsabhängig und derzeit noch widersprüchlich.

Cortisol: Das Stresshormon im Gleichgewicht

Cortisol ist als Stresshormon bekannt, aber ein Gleichgewicht dieses Hormons im Körper ist wichtig. Cortisol ist eine lebenswichtige Substanz für den Menschen, die in der Nebennierenrinde produziert wird und eine vielfältige Wirkung hat, die in gesundem Maß als anregend und unterstützend empfunden wird. Unter Dauerstress oder durch Erkrankungen kann die Konzentration vom Hormon Cortisol jedoch aus dem Gleichgewicht geraten, zu hoch werden und beeinträchtigen.

Registriert das Gehirn, genauer gesagt der Hypothalamus, Gefahr im Verzug, so kommt es zu einer Ausschüttung der beiden Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin. Dadurch steigt der Blutdruck, der Körper mobilisiert alle Reserven für einen Kampf und eine längerfristige Energieversorgung wir sichergestellt. So kommt das Stresshormon Cortisol, das aus der Nebennierenrinde stammt, ins Spiel.

Ein Hausarzt oder Facharzt kann bei Verdacht auf eine hohe Stresshormon-Konzentration Blutuntersuchungen veranlassen. Auch im Urin, Speichel oder in Fingernägeln kann der Cortisolwert bestimmt werden.

Laufen diese, durch den Hypothalamus gesteuerten, physiologischen Reaktionen innerhalb einer zeitlich begrenzten Dauer der Belastung ab, kehrt der Körper wieder auf sein normales Niveau des Stresshormon-Spiegels, zurück. Anders bei chronischem Stress, wenn übermäßige Belastung zur Gewohnheit wird. In diesem Fall kann Cortisol Psyche und Körper schaden. Ein dauerhaft hoher Cortisolspiegel kann sich in folgenden psychischen und körperlichen Symptomen niederschlagen:

  • Niedergeschlagenheit
  • Störungen des Schlaf-/Wachrhythmus
  • Ängste
  • Konzentrationsstörungen
  • Gedächtnisstörungen
  • Libidoverlust
  • Bluthochdruck
  • schlechte Wundheilung
  • Wassereinlagerungen
  • Magengeschwüre
  • erhöhter Blutzuckerspiegel
  • verkümmernde Muskulatur
  • Unruhe
  • Anspannung

Wird viel und häufig das Stresshormons Cortisol ausgeschüttet, können Verhaltensweise wie eine Vernachlässigung des sonst üblichen Tagesablaufs, steigender Konsum von Suchtmitteln, übermäßiges Essen oder ein hohes Pensum an Sport auftreten.

Eine anhaltende Erhöhung des Cortisolspiegels kann unterschiedliche Ursachen haben. Erkrankungen der Nebennierenrinde, Lungentumore und starkes Übergewicht stehen als physische Ursachen im Zusammenhang. An psychischen Erkrankungen können Alkoholismus und Depressionen im Zusammenhang mit erhöhten Cortisolwerten stehen, die zentrale Ursache liegt jedoch in chronischem Stress.

Bleibt das Stresshormon Cortisol über einen längeren Zeitraum auf einem höheren Niveau, kann die körperliche und seelische Gesundheit gefährdet sein.

Behandlungsansätze bei stressbedingten hohen Cortisolwerten

Die Behandlung von stressbedingten hohen Cortisolwerten und deren Auswirkungen erfolgt mit einem ganzheitlichen Behandlungskonzept. Gemeinsam werden persönliche Stressoren ausfindig gemacht, reduziert und neue Strategien für den Umgang erlernt. Zusammen mit Therapeuten und Ärzten wird ein gesundes Belastungsniveau, private und berufliche Grenzen und geeignete Therapieverfahren gefunden. Dies können kognitive Strategien, Verhaltensweisen oder Entspannungsverfahren sein, die ausgleichend wirken und stabilisieren können. Auch die Förderung von Achtsamkeit und die Stärkung der Resilienz sind häufige Therapieziele.

Die Therapiedauer von hohen Stresshormonen ist individuell unterschiedlich. Die Dauer des bestehenden chronischen Stresses, ursächliche Verhaltensmuster und Lebensbedingungen sind dies beeinflussende Faktoren. Die Behandlung bei Stress umfasst ganzheitlich einerseits Entspannungsverfahren, die Ihnen zu mehr Ruhe und Ausgeglichenheit verhelfen; andererseits setzen Sie sich mit Themen wie dem eigenen Leistungsanspruch auseinander. Eine wirklich grundlegende Veränderung ist durch eine enge therapeutische Begleitung möglich.

Eustress vs. Distress: Die kurzfristigen Auswirkungen von Stresshormonen

Die Wirkung von Adrenalin, Cortisol und Noradrenalin kann auch kurzfristig zu „gutem Stress“, auch genannt Eustress und Distress, führen. Dieser entsteht in einer zeitlich begrenzten Anspannungsphase, in der Kräfte mobilisiert werden, um eine Aufgabe oder Situation zu meistern. Wird jedoch aus der kurzfristigen Cortisol-Überproduktion eine längerfristige, kann sich ein Ungleichgewicht entwickeln, dass schädliche für Körper und Psyche werden kann.

Gesunde Verhaltensweisen wie ein regelmäßiger Tagesablauf, ein bewältigbares Arbeitspensum, eine gesunde und ausgewogene Ernährung, der Verzicht auf Suchtmittel, moderater regelmäßiger Sport, eine ausreichende Trinkmenge und Entspannungsphasen können dies sein. Oft erfordert eine größere Lebensumstellung eine therapeutische oder ärztliche Begleitung.

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