Dopamin-Verschwendung auf Instagram: Wie soziale Medien uns süchtig machen und was wir dagegen tun können

Einführung

In der heutigen digitalen Welt sind soziale Medien wie Instagram allgegenwärtig. Sie versprechen Vernetzung, Unterhaltung und die Möglichkeit, sich selbst darzustellen. Doch hinter der glänzenden Fassade verbirgt sich eine dunklere Realität: soziale Medien können süchtig machen und unsere Lebensqualität beeinträchtigen. Dieser Artikel beleuchtet die Mechanismen, die uns an Instagram und Co. fesseln, und zeigt Wege auf, wie wir uns von dieser Abhängigkeit befreien und ein erfüllteres Leben führen können.

Die Suchtmechanismen sozialer Medien

Dopamin als Belohnung

Soziale Medien sind so konzipiert, dass sie uns süchtig machen. Das Kernproblem ist die Dopaminausschüttung. Jede Nachricht, jedes Like und jeder positive Kommentar, den wir erhalten, aktiviert unser Belohnungszentrum im Gehirn und setzt Dopamin frei. Dieser Neurotransmitter erzeugt ein Gefühl von Freude und Befriedigung, das uns dazu anregt, immer wieder nach neuen "Belohnungen" zu suchen.

Die Mainpage auf Instagram nach unten zu ziehen, damit neue Beiträge erscheinen, ist wie am Hebel eines Spielautomaten zu ziehen. Je intensiver wir konsumieren, desto öfter kommt der Dopamin-Booster. Statt im echten Leben Dinge geregelt zu bekommen, scrollen und posten wir lieber, um dadurch einen billigen Belohnungseffekt zu triggern. Statt dafür zu sorgen, dass das Examen nicht vor die Füße geht, endlich mal Leviathan zu lesen oder vernünftig Gitarre zu lernen - lieber noch paar Memes gucken.

Verhaltenspsychologie für Profit

Entgegen einem weit verbreiteten Irrglauben geht es bei sozialen Medien nicht um die Vernetzung mit Freunden oder darum, semi-witzige Memes zu teilen, sondern um Profit, basierend auf dir und deinen Daten als Teil der werberelevanten Zielgruppe. Um dies zu erreichen, wird die ganze Bandbreite an Verhaltenspsychologie aufgerufen. Das Resultat ist, dass deine Instagram-App einem Glücksspielautomaten und dein Nutzungsverhalten dem eines Kettenrauchers ähnelt.

Die Neuroplastizität des Gehirns

Unser Gehirn ist neuroplastisch, das heißt, es passt sich unseren Gewohnheiten an. Wir können unser Gehirn trainieren, je nachdem, welche Bereiche wir besonders beanspruchen. Derzeit geben wir uns ganz der narzisstischen Gier nach Aufmerksamkeit hin. Jedes kleine Handysignal, jedes Like, jeder neue Follower, gibt uns zu verstehen, dass wir wichtig sind.

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Die negativen Folgen der Social-Media-Sucht

Zeitverschwendung

Wir vergeuden Lebenszeit, um Inhalte zu konsumieren, die uns unglücklich und wütend machen. Die simple Frage: „Warum bin ich gerade online?“ erinnert uns daran, dass wir die meiste Zeit ziellos im Internet umhersurfen und damit wertvolle Lebenszeit vergeuden.

Psychische Probleme

Die seelischen Folgen dieser Onlinesucht sind nicht zu überschätzen. Immer mehr Studien belegen den Zusammenhang von psychischen Krankheiten und intensiver Smartphonenutzung. Die Depressionsraten steigen, sogar die Suizidalität nimmt zu, insbesondere bei jungen Menschen. Über 60 Prozent geben an, dass sie ohne Handy ein Gefühl der Angst überkommt. Es gibt sogar einen Fachbegriff dafür: Nomophobie (No-Mobile-Phone-Phobia). Für fast 90 Prozent der 14- bis 19-Jährigen ist ein Leben ohne Smartphone undenkbar.

Minderwertigkeitskomplexe

Im besten Fall entwickelst du auch noch instant einen Minderwertigkeitskomplex, weil die Influencer, die du dir anschaust, Cryptomillionäre mit Sixpack in Dubai sind, während du in deiner unsanierten 8qm-Kaschemme dahinexistierst. Wer im virtuellen Wettbewerb bestehen will, braucht digitale Resilienz - denn der Vergleich mit anderen, deren Leben vermeintlich schöner und besser ist, macht nachweislich unglücklich.

Verlust der Empathiefähigkeit

Wenn wir ständig in Bildschirme starren, wird ein mitfühlender Austausch erschwert. Mitgefühl brauchen wir insbesondere auch in sozialen Netzwerken, die maximales Suchtpotenzial haben. Sogenannte „Spiegelneurone“ sind dafür zuständig, empathische Verbindungen herzustellen. Wenn wir aber ständig in Bildschirme starren, wird ein solcher mitfühlender Austausch erschwert.

Digital Detox als Lösung

Die digitalisierte Gesellschaft bedarf der Heilung. Und der neue Schlüssel zur seelischen Gesundheit ist Digital Detox. Digital Detox heißt nicht, dass wir nicht mehr online sein dürfen, sondern es sensibilisiert uns dafür, bewusst online zu gehen. Mit Digital Detox ermächtigen wir uns gegenüber all der digitalen Versuchungen und erobern damit eine der derzeit wichtigsten Freiheiten überhaupt zurück: die der digitalen Selbstbestimmung.

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Strategien für Digital Detox

  • Bewusster Umgang: Social Media muss mir einen realen Mehrwert bieten, schnelle Unterhaltung gehört wenn dann nur ganz marginal dazu. Außerdem wollte ich nicht mehr gezwungen sein, unkontrolliert eine Fülle an Informationen auf einmal zu erhalten, von denen mich nur weniges tatsächlich interessiert.
  • Selektive Nutzung: Entsprechend bin ich etwa sämtlichen Zeitungen entfolgt und gehe stattdessen gezielt auf deren Webseite und schaue dort gezielt nach den Artikeln, die mich interessieren. Du solltest dich nicht ständig mit negativen Inhalten konfrontieren lassen.
  • Feste Zeiten: Ich habe mir eine tägliche Social Media-Zeit eingerichtet, die sich auch unter 30 Minuten bewegt. Und ja, natürlich schafft man es nicht immer, diese Ziele einzuhalten, aber wenn du dir das Problem bewusst machst und dein Verhalten anpasst und kontrollierst, kannst du dir viele negative Emotionen ersparen und dich endlich auf deine Ziele im echten Leben fokussieren.
  • Analoge Alternativen: Legen Sie sich nicht nur eine analoge Armbanduhr, sondern auch einen analogen Wecker zu. Beginnen Sie Ihren Tag offline. Checken Sie erst sich selbst, dann das Handy. Gehen Sie mittags ohne Smartphone spazieren und lassen Sie die Natur wieder auf sich wirken. Verbannen Sie Handys vom Esstisch. Legen Sie das nächste Mal, wenn Sie sich mit jemandem unterhalten, das Handy außer Sichtweite, und nehmen Sie die Intensität eines wirklich guten Gesprächs wahr.
  • Selbstliebe: Das Digital Detox Mantra für Social Media lautet: Sie sind gewollt, Sie sind geliebt, egal, wie viele Likes oder Follower Sie haben. Überhaupt: Es ist nur Social Media. Nicht das echte Leben.
  • Respektvolles Online-Dating: Tindern Sie sich nicht die Seele aus dem Leib. Machen Sie sich bewusst, was Sie eigentlich suchen, wenn Sie online daten und dass Ihr Leben auf jeden Fall ein glücklicheres ist, wenn Sie es in gesundem Maß tun und nicht süchtig sind. Egal, wo Sie jemanden kennenlernen: Daten Sie respektvoll. Hinter jedem Profil steht ein Mensch mit Gefühlen.

Die Vorteile von Digital Detox

  • Mehr Zeit für sich selbst: Zeit ohne Handy aber ist Zeit, die wir uns selbst schenken.
  • Verbesserte Empathiefähigkeit: Nur wer sich ohne Ablenkung ganz auf sein Gegenüber einlässt, kann den anderen voll und ganz wahrnehmen.
  • Gesunder Selbstwert: Mit Digital Detox können Sie eine neue, selbstliebende innere Haltung kultivieren. Im Fokus steht ein gesunder Selbstwert.
  • Rückkehr zum echten Leben: Mit Digital Detox kehren Sie zurück zum echten Leben und damit zu sich selbst.

Inspiration für ein erfülltes Leben

Schreiben wir Geschichten, die wir später gern erzählen

"Eines Tages, Baby, werden wir alt sein. Also los, schreiben wir Geschichten,die wir später gern erzählen." Diese Zeilen von Julia Engelmann erinnern uns daran, dass das Leben zu kurz ist, um es mit sinnlosen Dingen zu vergeuden. Wir sollten unsere Zeit nutzen, um Erfahrungen zu sammeln, Beziehungen zu pflegen und unsere Träume zu verwirklichen.

Lassen wir uns nicht von Bequemlichkeit lähmen

"Bequem" ist ein Stuhl oder eine Matratze, aber doch kein Attribut für dein Leben! Bequemlichkeit macht nicht glücklich. Du wirst unzufrieden, faul, gelangweilt und im schlimmsten Fall sogar krank. Wachsen tut weh. Nimm die Angst als Indikator dafür, dass Dir etwas wichtig ist, genieße die Aufregung - und bedenke die Alternative.

Versuchen wir es einfach

Wie willst Du erfahren, ob die Buchhaltungs-Maus mit Dir ausgehen würde, wenn Du sie nicht fragst? Woher solltest du wissen, ob das Leben in der Stadt wirklich so viel spannender ist als das auf dem Land, wenn Du den Strapazen eines Umzugs aus dem Weg gehst und bleibst, wo du bist? Hey, dann kannst Du immer noch stolz sein, dass Du es versucht hast. Und dann machst Du einfach weiter. Versuchst es noch einmal, besser oder auf eine andere Art und Weise.

Schluss mit der Selbstsabotage: Effektive Lernmethoden

Wir vergeuden nicht nur Zeit in sozialen Medien, sondern auch beim Lernen. Oft stecken wir hunderte Stunden am Schreibtisch - und fallen in der Klausur trotzdem auf die Nase. Der Grund? Unsere Lernmethoden sind oft veraltet und ineffektiv. Doch wer sein Studium wirklich meistern will, muss nicht zwangsläufig härter arbeiten, sondern nur schlauer.

Die Ineffizienz traditioneller Lernmethoden

  • Vertrautheit vs. Verstehen: Wenn du deine Notizen oder einen Text mehrfach liest, fühlt sich der Stoff irgendwann vertraut an. Das Gehirn signalisiert: „Diesen Inhalt kenne ich schon!“. Wir verwechseln hier Vertrautheit mit echtem Verstehen.
  • Geringe kognitive Anstrengung: Methoden wie Lesen, Abschreiben und farbiges Markieren fühlen sich angenehm und produktiv an, weil wir beschäftigt sind und es dennoch wenig kognitive Anstrengung erfordert. Jedoch aktivieren diese unser Gehirn kaum, da wir den Stoff nicht selbst wierdergeben müssen.

Effektive Lernmethoden

  • Active Recall (Aktives Abrufen): Dabei versuchst du, Informationen aktiv aus deinem Gedächtnis hervorzuholen, ohne in die Lösung zu schauen. Schreibe dir zu der Vorlesung keine Zusammenfassungen, sondern formuliere Fragen zum Stoff (Karteikarten). Nachdem du ein Thema bearbeitet hast, nimmst du ein leeres Blatt Papier. Schreibe alles auf, woran du dich erinnerst, ohne nachzuschauen. Erst danach öffnest du das Buch und ergänzt das, was fehlt. Schließe nach jedem Sinnabschnitt kurz die Augen und rekapituliere im Kopf die Kernaussage.
  • Spaced Repetition (Verteiltes Wiederholen): Wir müssen unser Gelerntes in bestimmten Intervallen wiederholen. Lerne lieber verteilt: Wiederhole den Stoff (zum Beispiel in Form der Karteikarten) heute, dann in zwei Tagen, dann in einer Woche. Digitale Karteikarten-Apps wie Anki oder Remnote basieren genau auf diesem Algorithmus.
  • Feynman-Technik: Die Technik ist eine einfache Methode, um zu überprüfen, ob man ein Thema wirklich verstanden hat. Wir neigen nämlich oft dazu, uns hinter komplizierten Fachbegriffen zu verstecken.
  • Mindmaps: Mindmaps sind eine super Möglichkeit, die zu lernenden Informationen visuell darzustellen und zu strukturieren. Dadurch behältst du den Überblick und kannst die Themen in “das große Ganze” einordnen.

Spezifische Lernstrategien für verschiedene Disziplinen

  • Begriffsintensive Themen und Modelle: Lies die Literatur, die in den Skripten erwähnt oder zitiert wird. Außerdem kannst du hier die oben genannten Methoden voll ausspielen! Gerade in Wirtschaftsfächern hast du oft geballtes Wissen und Fachwörter.
  • Logikbasierte Module (Informatik, Technik): Du profitierst mehr davon, unter dem Semester die konkreten Übungen aus der Vorlesung zuhause noch einmal selbst zu errechnen oder zu programmieren. In diesen Disziplinen werden auch häufig Tutorien angeboten. Falls es welche gibt, nimm sie unbedingt wahr!
  • Praktische Arbeiten (Design): Hier ist Perfektionismus der Killer der Kreativität. Wenn du mit Programmen designst, schaue Videos von anderen Creatives.

Zusätzliche Tipps

  • Bevor du den eigentlichen Stoff lernst, rufe bereits vorhandenes Wissen in Erinnerung.
  • Setze dir keine unrealistischen Ziele. Es gibt zum Beispiel die Pomodoro-Technik oder die 60-60-30-Methode.
  • Wenn ich bei einer Aufgabe hänge, schaue ich nach max. 5 Minuten die Lösung nach oder frage jemanden.
  • Wenn ich gar keine Lust habe, nehme ich mir vor: „Ich mache nur 10 Minuten.“

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