Wenn nicht-medikamentöse Maßnahmen keine Linderung bringen, sollte eine medikamentöse Therapie in Betracht gezogen werden. Dieser Artikel beleuchtet die Unterschiede zwischen Doxylamin und Dopamin, zwei Substanzen, die in unterschiedlichen medizinischen Kontexten eine Rolle spielen. Doxylamin ist ein Antihistaminikum, während Dopamin ein Neurotransmitter ist.
Einführung
Doxylamin und Dopamin sind zwei Substanzen, die unterschiedliche Funktionen im Körper erfüllen. Doxylamin wird hauptsächlich als Antihistaminikum eingesetzt, während Dopamin ein wichtiger Neurotransmitter ist, der verschiedene Prozesse im Gehirn beeinflusst. Dieser Artikel untersucht die Unterschiede zwischen diesen beiden Substanzen und beleuchtet ihre jeweiligen Anwendungen und Wirkungsweisen.
Doxylamin: Ein Antihistaminikum
Was ist Doxylamin?
Doxylamin ist ein Antihistaminikum der ersten Generation, das zur Behandlung von Allergiesymptomen und Schlafstörungen eingesetzt wird. Es wirkt, indem es die Wirkung von Histamin blockiert, einer Substanz, die bei allergischen Reaktionen freigesetzt wird und Symptome wie Juckreiz, Niesen und laufende Nase verursacht.
Anwendung von Doxylamin
Doxylamin wird häufig in rezeptfreien Schlafmitteln verwendet, oft in Kombination mit anderen Wirkstoffen wie Paracetamol oder Codein. Es kann auch zur Linderung von Übelkeit und Erbrechen während der Schwangerschaft eingesetzt werden. Pharmakologische Therapiemöglichkeiten sind H1-Antihistaminika, die ihre Wirksamkeit bei schwangerschaftsbedingter Übelkeit und Erbrechen gezeigt haben. Doxylamin in Kombination mit Pyridoxin wird seit Jahrzehnten weltweit zur Therapie bei Schwangerschaftserbrechen eingesetzt und ist seit 2019 auch in Deutschland für diese Indikation zugelassen.
Wirkungsweise von Doxylamin
Doxylamin wirkt als inverser Agonist an H1-Histaminrezeptoren. Dies bedeutet, dass es nicht nur die Bindung von Histamin an diese Rezeptoren verhindert, sondern auch die Aktivität der Rezeptoren selbst reduziert. Darüber hinaus kann Doxylamin auch anticholinerge Eigenschaften haben, was bedeutet, dass es die Wirkung von Acetylcholin blockieren kann, einem Neurotransmitter, der an verschiedenen Körperfunktionen beteiligt ist.
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Nebenwirkungen von Doxylamin
Zu den häufigsten Nebenwirkungen von Doxylamin gehören Schläfrigkeit, Mundtrockenheit, verschwommenes Sehen und Verstopfung. Es ist wichtig zu beachten, dass Doxylamin die Reaktionsfähigkeit beeinträchtigen kann und daher nicht eingenommen werden sollte, wenn man Auto fährt oder schwere Maschinen bedient.
Dopamin: Ein Neurotransmitter
Was ist Dopamin?
Dopamin ist ein Neurotransmitter, der eine wichtige Rolle bei verschiedenen Prozessen im Gehirn spielt, darunter Bewegung, Motivation, Belohnung und Vergnügen. Es wird in bestimmten Gehirnzellen produziert und freigesetzt, um Signale zwischen Nervenzellen zu übertragen.
Funktion von Dopamin
Dopamin ist an der Steuerung von Bewegungen beteiligt und spielt eine Rolle bei der Entstehung von Parkinson-Krankheit, einer neurologischen Erkrankung, die durch einen Mangel an Dopamin im Gehirn gekennzeichnet ist. Dopamin ist auch wichtig für Motivation und Belohnung. Es wird freigesetzt, wenn wir etwas Angenehmes erleben, wie z.B. Essen, Sex oder das Erreichen eines Ziels. Diese Freisetzung von Dopamin verstärkt unser Verhalten und motiviert uns, es in Zukunft zu wiederholen.
Dopamin und psychische Erkrankungen
Ein Ungleichgewicht im Dopaminhaushalt kann zu verschiedenen psychischen Erkrankungen führen. Ein Überschuss an Dopamin im mesolimbischen Bereich des Gehirns wird mit psychotischen Symptomen wie Halluzinationen und Wahnvorstellungen in Verbindung gebracht, die bei Schizophrenie auftreten. Umgekehrt wird ein Mangel an Dopamin im mesokortikalen Bereich des Gehirns mit Negativsymptomen wie verminderter Motivation und sozialem Rückzug in Verbindung gebracht.
Medikamente, die das Dopaminsystem beeinflussen
Verschiedene Medikamente können das Dopaminsystem beeinflussen. Antipsychotika, die zur Behandlung von Schizophrenie eingesetzt werden, wirken, indem sie die Wirkung von Dopamin blockieren. Medikamente zur Behandlung der Parkinson-Krankheit, wie z.B. L-Dopa, erhöhen die Dopaminmenge im Gehirn. Stimulanzien wie Methylphenidat, die zur Behandlung von ADHS eingesetzt werden, erhöhen ebenfalls die Dopaminmenge im Gehirn, indem sie die Wiederaufnahme von Dopamin hemmen.
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Dopaminagonisten
Dopaminagonisten ahmen im Gehirn die Wirkung des Dopamins nach und gleichen so den Dopaminmangel aus. Anders als L-Dopa müssen die Dopaminagonisten im Gehirn nicht erst in eine wirksame Form umgewandelt werden, sondern wirken direkt. Nach ihrer chemischen Struktur werden Dopaminagonisten in sogenannte „ergoline“ und „nicht ergoline“ unterteilt.
Mögliche Verschlechterung des RLS durch Antidepressiva
Die mögliche Verschlechterung des RLS durch Antidepressiva wird auf deren Einfluss auf das Dopaminsystem zurückgeführt. Neben Antidepressiva können auch andere Medikamentengruppen die RLS-Symptomatik verschlechtern, darunter Neuroleptika (Antipsychotika), Antihistaminika, Lithium, Dopamin-Antagonisten und Metoclopramid (ein Magenmittel).
Histamin reguliert die Dopaminausschüttung
Histamin reguliert die Dopaminausschüttung mit. Histamin erregt Dopamin D1R- und D2R-exprimierende Neuronen im Striatum gleich stark. Bei Embryos scheint Histamin die dopaminerge Gentranskription durch die Veränderung mehrerer epigenetischer Komponenten im Zusammenhang mit DNA- und Histonmodifikationen zu verringern, was die Entwicklung von mDA-Neuronen während der Entwicklung beeinflusst. Histamin zeigte eine langfristige Auswirkung auf die Bildung der nigrostriatalen und mesolimbischen/mesokortikalen Bahnen.
Gegenüberstellung von Doxylamin und Dopamin
| Merkmal | Doxylamin | Dopamin |
|---|---|---|
| Kategorie | Antihistaminikum | Neurotransmitter |
| Hauptwirkung | Blockiert Histaminrezeptoren | Überträgt Signale zwischen Nervenzellen |
| Anwendungen | Allergien, Schlafstörungen, Übelkeit | Bewegung, Motivation, Belohnung, Vergnügen |
| Nebenwirkungen | Schläfrigkeit, Mundtrockenheit, etc. | Abhängig von Ungleichgewicht im Dopaminhaushalt |
| Beeinflussung | Kann durch andere Medikamente beeinflusst werden | Kann durch Medikamente und psychische Erkrankungen beeinflusst werden |
Antihistaminika
Antihistaminika werden nicht nur als Antiallergika eingesetzt, sondern finden auch Anwendung bei der Behandlung von z.B. Übelkeit, Erbrechen und Schlafstörungen. Obwohl der Mechanismus bei Antihistaminika grundsätzlich derselbe ist, unterscheiden sich die einzelnen Wirkstoffe trotzdem in einigen Details.
H1-Antihistaminika
H1-Antihistaminika können die Blut-Hirn-Schranke überqueren und dadurch auch im zentralen Nervensystem wirken. Die Wirkstoffe der 1. Generation gelangen besser in das zentrale Nervensystem als die Wirkstoffe der 2. Generation. Deshalb kommt es hier häufiger zu Nebenwirkungen wie Schläfrigkeit, Müdigkeit und Sedierung. Einige der H1-Antihistaminika der 1. Generation werden auch als Schlafmittel eingesetzt.
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H1-Antihistaminika der 2. Generation
Antiallergische Wirkstoffe der 2. Generation können die Blut-Hirn-Schranke auch überqueren, allerdings schlechter als die Wirkstoffe der 1. Generation. Dadurch haben sie ein geringeres Nebenwirkungsprofil und wirken weniger sedierend.
Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen (Antiemetika)
Antiemetika sind Arzneimittel, die zur Vorbeugung und Behandlung von Übelkeit und Erbrechen eingesetzt werden. Übelkeit und Erbrechen sind weit verbreitete Symptome, die bei zahlreichen Erkrankungen, einschließlich Krebs, postoperativen Zuständen, Strahlentherapie und Schwangerschaft auftreten können. Zur Linderung dieser Symptome können Antiemetika eingesetzt werden. Diese Medikamente haben das Ziel, das Brechzentrum im Gehirn zu hemmen und dadurch das Auftreten von Übelkeit und Erbrechen zu reduzieren oder zu verhindern.
Häufige Antiemetika
- 5-Hydroxytryptamin (5-HT3)-Rezeptorantagonisten
- Neurokinin-1 (NK1)-Rezeptorantagonisten
- Dopamin-D2-Rezeptorantagonisten
- Antihistaminika
- Cannabinoide
Schlafstörungen und Antidepressiva
Schlafstörungen treten bei Depression häufig auf und äußern sich in Einschlafstörungen und wiederholten intermittierenden Wachphasen. Charakteristisch ist zudem eine verringerte REM-Latenz und ein reduzierter Tiefschlaf („slow wave sleep“). Viele Antidepressiva, insbesondere selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI), haben keine unmittelbar Schlaf fördernde Wirkung und verbessern den Schlaf eher zeitlich verzögert über ihre antidepressive Wirksamkeit.
Restless-Legs-Syndrom (RLS)
Zur Behandlung des RLS sollte in Abhängigkeit von den Blutwerten zunächst Eisen eingesetzt werden. Auch bei einer Verschlechterung des RLS im Behandlungsverlauf oder bei einer Augmentation sollte eine Eisengabe erneut erwogen werden. Die Behandlung mit dopaminergen Medikamenten ist die Therapie erster Wahl (sogenanntes First Line Treatment). Solche Medikamente beeinflussen das dopaminerge System im Gehirn. Zu ihnen zählen L-Dopa (Levodopa) und die sogenannten Dopaminagonisten. Beide werden auch bei der Behandlung des Parkinson-Syndroms eingesetzt. Dies bedeutet jedoch nicht, dass Sie als RLS-PatientIn zugleich an Parkinson leiden. Ein RLS ist auch keine spezielle Form der Parkinson-Erkrankung, sondern eine eigenständige Krankheit. Unterschiede zwischen RLS-PatientenInnen und Parkinson-PatientenInnen gibt es bezüglich der Dosierung: Für die Therapie eines RLS werden geringere Dosierungen verordnet als bei der Behandlung eines Parkinson-Syndroms.
Histamin
Histamin ist ein biogenes Amin und fungiert als Neurotransmitter und Hormon. Histamin ist stark mit dem Immunsystem verbunden. Histamin ist in höheren Dosen giftig.
Histaminintoleranz und ADHS
Es bestehen kaum positive Kenntnisse über eine Korrelation zwischen Histaminintoleranz und ADHS. Eine Einnahme von Antihistaminika (insbesondere H1R-Antihistaminika der ersten Generation) in den ersten Lebensjahren scheint das Risiko einer späteren ADHS signifikant zu erhöhen.
Histamin und Stress
Histaminausschüttung ist ein sensitiver Stressindikator.
Antipsychotika
Antipsychotika (AP) werden - anders als der Name vermuten lässt - bei weitaus mehr Indikationen eingesetzt als einer Psychose. Gerade bei älteren Menschen werden sie häufig verordnet, um beispielsweise Schlafstörungen oder Unruhezustände zu behandeln. Aber auch bei Delir, Demenz, affektiven oder organisch wahnhaften Erkrankungen kommen sie zum Einsatz. Dabei werden antidopaminerge, dopaminmodulierende, antihistaminerge oder antiadrenerge Eigenschaften dieser inhomogenen Wirkstoffklasse genutzt.