Eier: Vorteile für das Gehirn und mehr

Eier sind ein viel diskutiertes Lebensmittel. Während einige sie als wertvolle Proteinquelle preisen, sehen andere aufgrund ihres Cholesteringehalts eher eine Gefahr. Aktuelle Studien zeigen jedoch überraschende Auswirkungen auf Herz, Gehirn und Nährstoffversorgung. Dieser Artikel beleuchtet die vielfältigen Vorteile von Eiern und räumt mit einigen gängigen Missverständnissen auf.

Die Ernährungsphysiologische Kraft der Eier

Eier sind wahre Nährstoffbomben. Sie enthalten hochwertiges Protein, Fette, Vitamine und Mineralstoffe. Besonders hervorzuheben ist das Eiweiß, das alle essentiellen Aminosäuren enthält, sowie Vitamin B12 und Vitamin D. Ein Hühnerei enthält laut dem Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) folgende Inhaltsstoffe:

  • Proteine: Sehr gut verdauliche Proteine, besonders im Eigelb. Der Körper kann sie fast vollständig verwerten.
  • Fett: Überwiegend im Eigelb vorhanden, nur in Spuren im Eiklar.
  • Vitamine: Fettlösliche Vitamine A, D, E und K. Vitamin A ist essenziell für das Sehvermögen. Wasserlösliche B-Vitamine wie B1 (wichtig für die Energiegewinnung), B2 (beteiligt an der Zellatmung) und Folsäure (wichtig für die Produktion von Blutkörperchen).
  • Cholesterin: Ausschließlich im Eigelb vorhanden.
  • Mineralstoffe: Kalzium, Phosphor und Eisen im Eigelb, Natrium und Kalium im Eiklar.

Die genauen Mengen der Inhaltsstoffe können je nach Größe und Haltungsform der Legehennen variieren. Studien haben beispielsweise gezeigt, dass Bio-Eier ein besseres Aroma und einen höheren Gehalt an Omega-3-Fettsäuren aufweisen.

Eier und die Gehirnfunktion

Mehrere Studien deuten darauf hin, dass Eier eine positive Wirkung auf das Gehirn und das Gedächtnis haben können.

  • Eine Studie aus dem Jahr 2016 ergab, dass ältere Erwachsene, die mindestens ein Ei pro Tag aßen, bessere Ergebnisse bei kognitiven Tests erzielten als diejenigen, die weniger als ein Ei pro Woche aßen.
  • Eine andere Studie zeigte, dass der Verzehr von Eiern zusammen mit anderen cholinreichen Lebensmitteln zu einer Verbesserung des Gedächtnisses bei älteren Erwachsenen führen kann.
  • Eine Studie unter der Leitung der University of Wolverhampton in England, die 2024 im Fachmagazin "Nutrients" erschien, legt nahe, dass ein Ei pro Tag das Demenzrisiko senken kann. Die Studie verglich die Ernährungsgewohnheiten von 233 älteren Demenzkranken mit denen einer gleich großen Vergleichsgruppe ohne Demenz.
  • Eine Veröffentlichung der Lancet-Kommission für Demenzprävention von 2024 benannte 14 modifizierbare Risikofaktoren für Demenzen. Wenn alle Faktoren, die direkt mit der Ernährung zusammenhängen, bekämpft würden, könnten zwölf Prozent der Demenzen verhindert werden.

Diese positiven Effekte werden unter anderem auf den Nährstoff Cholin zurückgeführt, der in Eiern enthalten ist. Der Körper produziert Cholin selbst, jedoch nicht in ausreichendem Maße. Cholin wird benötigt, um Acetylcholin herzustellen, einen Botenstoff, der Signale zwischen Nervenzellen überträgt und somit für das Gehirn von großer Bedeutung ist. Dr. Anne Pfitzer-Bilsing von der Alzheimer Forschung Initiative e.V. bestätigt, dass es weitere Studien gibt, die den positiven Einfluss von Cholin-reicher Nahrung beschreiben.

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Eine systematische Übersichtsarbeit in der Fachzeitschrift „The Journal of Nutrition, Health and Aging“ untersuchte, ob der Verzehr ganzer Hühnereier die geistige Leistungsfähigkeit bei gesunden Erwachsenen beeinflusst. Die Auswertung von elf Studien mit über 38.000 Personen ergab, dass ein mäßiger Eierkonsum (ein halbes bis ein ganzes Ei täglich) zu einem besseren Gedächtnis, einer erhöhten Ausdrucksfähigkeit, schnellerem Denken und einem geringeren Demenzrisiko führen kann.

Eier und das Herz-Kreislauf-System

Lange Zeit galten Eier aufgrund ihres hohen Cholesteringehalts als problematisch für das Herz-Kreislauf-System. Inzwischen hat sich jedoch gezeigt, dass ihr Verzehr das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei gesunden Menschen in der Regel nicht erhöht.

Eine chinesische Studie mit einer halben Million Erwachsener ergab, dass Menschen, die regelmäßig ein Ei essen, ein um 28 Prozent geringeres Risiko haben, eine Hirnblutung zu erleiden. Laut dieser Studie soll der tägliche Verzehr von einem Ei auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen minimieren.

Allerdings gibt es auch widersprüchliche Ergebnisse. Eine andere Studie aus dem "European Heart Journal" kommt zu dem Schluss, dass der tägliche Konsum von Eiern das Risiko einer Hirnblutung um den Faktor 1,25 erhöht.

Es ist wichtig zu beachten, dass die Datenlage diesbezüglich nicht vollständig Aufschluss gibt und einige Analysen widersprüchlich sind. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) spricht daher keine konkrete Empfehlung zum Verzehr von Eiern aus, sondern nennt als Richtwert etwa zwei bis drei Eier pro Woche.

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Maßvoller Konsum ist der Schlüssel

Trotz der vielen positiven Auswirkungen warnen die genannten Studien davor, jetzt nur noch Eier zu essen. Wer mehr als zwei Eier täglich isst, könnte sein Risiko für Demenz sogar erhöhen, so die Studie aus England und China.

Es ist wichtig, einen maßvollen Konsum zu beachten. Die DGE empfiehlt, Eier als Teil einer vollwertigen Ernährung bewusst einzuplanen.

Alternativen für Eier-Verweigerer

Auch für diejenigen, die keine Eier mögen, gibt es gute Nachrichten: Obst, Beeren, Gemüse, Nüsse und Fisch sind ebenfalls gut für die grauen Zellen.

  • Fisch: Besonders fettreiche Fischarten wie Lachs, Forelle und Sardinen sind reich an Omega-3-Fettsäuren, die für den Aufbau von Nervenzellen und ein gutes Gedächtnis unerlässlich sind.
  • Haferflocken: Als langfristige Energielieferanten eignen sich Haferflocken perfekt zum Frühstück. Sie verhindern Heißhungerattacken und helfen bei Konzentrationsproblemen.
  • Beeren: Rot gefärbte Beeren liefern Vitamine und Antioxidantien, die entzündungshemmend wirken und die Reizweiterleitung zwischen den Gehirnzellen fördern.
  • Spinat: Das enthaltene Eisen, Vitamin E und Folsäure schützt und stärkt das Gehirn nachhaltig.
  • Nüsse: Nüsse enthalten wichtige Wirkstoffe wie Omega-3-Fettsäuren, die das Gedächtnis stärken.
  • Brokkoli: Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe sorgen für geistige Fitness.
  • Äpfel: Äpfel stärken das Gedächtnis und schützen vor geistiger Erschöpfung.
  • Zartbitterschokolade: Die Flavonoide in der Schokolade können helfen, das Gehirn zu schützen und das Gedächtnis zu verbessern.

Weitere Faktoren für die Gehirngesundheit

Neben einer ausgewogenen Ernährung gibt es weitere Faktoren, die die Gehirngesundheit beeinflussen:

  • Ausreichend Flüssigkeit: Das Gehirn besteht zu einem großen Teil aus Wasser und muss daher ständig mit Flüssigkeit versorgt werden.
  • Körperliche Fitness: Eine finnische Langzeitstudie hat gezeigt, dass Männer mit hoher Ausdauer und wenig Körperfett ein deutlich geringeres Risiko für plötzlichen Herztod haben. Der sogenannte Fit-Fat-Index bietet einen einfach messbaren Hinweis auf das Risiko für plötzlichen Herztod.

Kennzeichnung von Eiern

Unverarbeitete Eier müssen EU-weit einheitlich gekennzeichnet werden. Die Kennzeichnung gibt Auskunft über die Haltungsform der Hühner, das Herkunftsland und den Betrieb.

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  • Haltungsform: Die erste Zahl gibt die Haltungsform der Hühner an (0 für Ökologische Erzeugung, 1 für Freilandhaltung, 2 für Bodenhaltung, 3 für Käfighaltung).
  • Herkunftsland: Die zwei Buchstaben nach der Ziffer stehen für das Land, in dem das Ei produziert wurde (z.B. DE für Deutschland, AT für Österreich, NL für die Niederlande).
  • Betrieb: Jeder Erzeugerbetrieb hat eine Nummer, mit der er identifiziert werden kann.

Zusätzlich werden die Eier nach Gewichtsklassen unterschieden: S (klein), M (mittel), L (groß), XL (sehr groß).

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